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Krankenversicherungsmanagement (Subject) / Tarifmanagement I (Lesson)
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- Definition Tarifmanagement Bestimmung der Leistungs- und Prämien- bzw. Beitragskonditionen, die für den Versicherungsnehmer einer Versicherung bzw. einer KK gelten.
- Arten Tarifmanagement 1. Aktives TM -> Bereitschaft zum Einsatz des gesamten zur Verfügung stehenden tarifpolt. Instrumentariums, um sich im Wettbewerb zu differenzieren (eigene KK/KV attraktiver machen) 2. adaptives TM -> richtet sich primär nach den anderen Anbietern oder modifiziert Tarife nur nach gesetzlicher Änderung
- Motive des Tarifmanagements 1. Steuerungsfunktion (Verhaltenssteuerung)-> Reduktion der Nachfrage nicht relevanter Leistungen 2. Individualisierungsfunktion-> höhere Bedarfsentsprechung durch Leistungsdifferenzierung 3. Signal- und Differenzierungsfunktion-> Marketing 4. Finanzierungsfunktion-> Reduktion der Verwaltungskosten und Schaffung zusätzlicher Einnahmequellen => 1 und 2 = Beziehung KK und Patient ; 3 und 4 = KKwettbewerb
- Steuerungsfunktion - Moral Hazard Definition Moral Hazard = moralisches Fehlverhalten der Versicherten und ihrer Leistungserbringer, das zu einer höheren Inanspruchnahme von Leistungen führt, als eigentlich notwendig. Dies treibt die Leistungsausgaben der Versicherung künstlich in die Höhe.
- Steuerungsfunktion - Moral Hazard Arten und Ursachen 1. Schadenswahrscheinlichkeit vor Schadenseintritt (Ex-ante-Moral-Hazard) -> zu wenig Prävention, Leichtsinn, gesundheitsgefährdender Lebensstil 2. Bei Schadenseintritt -> Vortäuschung eines Gesundheitsschadens 3. Schadenshöhe nach Schadenseintritt (Ex-post-Moral-Hazard) -> fehlendes Kostenbewusstsein, Inkaufnahme übermäßig hoher Aufwendungen zur Wiederherstellung der Gesundheit)
- Tarife mit Selbstbehalt - elastische und unelastische Preisnachfrage 1. unelastisch: -> Tarif mit Selbstbehalt = reine Finanzierungsfunktion-> Versicherungsleistungen, die man in jedem Fall in Anspruch nehmen muss, daher Preis egal 2. elastisch: -> Tarif mit Selbstbehalt hat Steuerungs- und Finanzierungsfunktion-> Versicherungsleistungen, die nicht unbedingt nötig sind, daher preissensibles Verhalten => Steuerungsfunktion entfaltet nur dann Wirkung auf Inanspruchnahme, wenn Nachfrage elastisch.
- Definition Selbstbehalt Summe X an Ausgaben im Jahr wird nicht eingereicht (bspw. die ersten 500€). Gilt in der Regel für ambulante Leistungen. Falls Selbstbehalt auch stationäre Leistungen umfasst, meist keine Verhaltensänderung (unelastische Nachfrage), da stationäre Leistungen meist notwendig sind.
- Merkmale preiselastischer Nachfrage - Preisänderung führt zu einer Änderung der Nachfrage - Für das betreffende Gut sind Substitute vorhanden - Gut ist für Versicherten verzichtbar oder auch in reduzierter Form nützlich - Versicherter ist in der Lage, unabhängig über den Konsum zu entscheiden oder den Leistungserbringer in relevanter Weise zu beeinflussen - Reduktion der Nachfrage nicht immer sinnvoll, v.a. dann, wenn dies hohe Folgekosten impliziert
- Instrumente des Tarifmanagements 1. Variation des Leistungskatalogs -> zusätzliche Satzungsleistungen-> Angebot bzw Vermittlung von Zusatzversicherungen-> Angebot spezieller Versorgungsprogramme 2. Variation der finanziellen Konditionen -> Selbstbehalt-> Beitrags- bzw. Prämienrückerstattung-> Bonus/Malus-System-> proportionale oder fixe Selbstbeteiligung
- Prämien vs. Beiträge Prämien sind in der Regel risikoäquivalent, Beiträge nicht -> Kopfbeitrag = pauschaler Beitrag für jeden, unabhängig von Einkommen, keine Risikoäquivalenz -> Einkommensabhängige Beiträge = i.d.R. als %-Betrag vom Einkommen -> Risikobezogene Prämie = risikoäquivalent kalkuliert
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- Variation des Leistungskatalogs 1. Satzungsleistungen (Menge) -> Möglichkeit durch Bestimmung in Satzung-> bspw. höhere Reha-Zuschüsse 2. Spezielle Versorgungsprogramme, bspw. Modellvorhaben (Qualität) -> zum Nachweis der Wirksamkeit einer Methode-> genehmigungspflichtig bei Aufsichtsbehörde 3. Vermittlung von Zusatzversicherungen (von der GKV vermittelt, von der PKV angeboten) => Signalfunktion und Individualisierung als Ziel bei der Variation des Leistungskatalogs