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GK Sprachwissenschaft (Subject) / 4.3 Textlinguistik III - Textsorten?? (Lesson)

(Video)/Leitfaden

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  • Was ist eine Textsorte? - konventionell geltendes Muster für eine sprachliche Handlung - typische Verbindung kontextueller, kommunikativ-funktionaler u. struktureller (Grammatik/ Thematik) Merkmale - historisch entwickelt, Alltagswissen d. Sprachteilnehmer - normieren, aber erleichtern auch den Zugang
  • Textsortenanalyse nach Brinker Fünf Kriterien: 1. Beschreibung der Textfunktion 2. Beschreibung v. Kommunikationsform und des verbundenen Handlungsbereichs 3. Beschreibung thematischer Restriktion 4. Beschreibung thematischer Entfaltung 5. Typische sprachliche und nicht-sprachliche Mittel
  • 1. (Teil-)Textfunktion Informationsfunktion: Wissen vermitteln (Sachverhalte, Meinungen etc.); z.B. Berichte, Gutachten, Rezensionen, Nachrichten, Lehrtexte (kann mehr meinungs- oder sachbetont sein) Obligationsfunktion: EmittentIn verpflichtet, eine Handlung durchzuführen; z.B. Verträge Deklarationsfunktion: Verändern die Realität durch Existenz, z.B. Urteile, Urkunden; werden meistens institutionell ausgestellt, sonst erfolglos -> performative Ausdrücke Appellfunktion: jemanden zu etwas bewegen/seine Werte ändern; z.B. Gesetze, Bittschriften, Aufrufe, Gebrauchsanweisungen, Tutorials (auch Informationsfunktion) -> Infinitive, Imperative, (suggestive) Fragen, implizite Aufforderungen; können deutlich komplexer sein Kontaktfunktion: Pflege sozialer Beziehungen, z.B. Whatsapp-Nachrichten, Glückwunschkarten, konkrete Nachricht ist nicht "the point", sondern die Geste, ansonsten kultureller Affront -> enge Anlehnung an die Illokutionstypen
  • 2. Kommunikationsform Medium: Richtung (monologisch/dialogisch?) -> Skript vs. Whatsapp zeitlich/räumlich -> Telefongespräch vs. Brief Sprachform: schriftlich/mündlich? (Konzeptionell)
  • 2.1 Handlungsbereich privat/öffentlich/offiziell privat: geschützt, nicht einsehbar/nachvollziehbar, sehr begrenzte Anzahl an Rezipienten offiziell: Institution wird vertreten öffentlich: Überschneidung mit o., für breite Zuhörerschaft gemacht, evtl. aufgezeichnet
  • 3. Thema/thematische Restriktion z.B. Märchen: es können nicht alle möglichen Themen aufgezählt werden - Wie ist das Thema zum Sprechzeitpunkt fixiert? z.B. Horoskop: wird zu einem späteren Zeitpunkt eintreten vs. Nachrichten: hat bereits stattgefunden - Wie ist das Thema zu EmittentIn und RezipientIn situiert? z.B. Werbung: starker Bezug auf RezipientIn
  • 4.1 Thematische Entfaltung 4.2 Deskriptive Entfaltung: etwas wird mit Worten nachgebildet, damit der Leser sich ein Bild davon machen kann. 4.3 Argumentative Entfaltung: These oder Schlussfolgerung wird begründet/belegt, mit dem Ziel, zu überzeugen. 4.4 Explikativ-erklärende Entfaltung: etwas wird so dargestellt, dass der Leser den Zusammehang versteht.
  • 5. Typische sprachliche und nicht-sprachliche Mittel - nonverbale Mittel: Gestik, Mimik, andere optische Zeichen - multimodale Mittel: verschiedene Sinneskanäle ansprechen (Hör-/Bilddateien) - Typisches auf den uns bekannten Ebenen d. Sprachsystems (lexikalisch, syntaktisch): Besondere Lexeme? Wie ist die Syntax gehalten?
  • Themenanalytischer Dreischritt (Schlüsselwörter, Teilthemen/dominantes Textthema, thematische Entfaltung) Schritt 1: Analyse von Schlüsselwörtern und ihrer Wiederaufnahme Schritt 2: Analyse der Themenhierarchie durch               a) Auflistung der Teilthemen (Paraphrasieren, Auslassen, Verallgemeinern)               b) Bestimmung des dominanten Textthemas Schritt 3: Analyse der thematischen Entfaltung               a) deskriptive Themenentfaltung (Beschreiben von Gegenständen, Sachverhalten oder Vorgängen               b) argumentativ (Begründen einer These oder Aussage)               c) explikativ (Erklären eines Sachverhalts/Vorgangs)
  • Text(teil)themen a) Kurzfassung/Auflistung der Teilthemen; Verallgemeinern, Verkürzen, Paraphrasieren b) kommunikativen Zweck des Textes mitbeachten: z.B. Bitte um Hilfe -> to what end werden die Themen bemüht? Welchem Thema sind die Teilthemen untergeordnet?
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  • Analyse der thematischen Entfaltung (Argumentationsmodellierung) 1. Welches ist die Hauptthese/Schlussfolgerung? Gibt es mehrere? 2. Ist die Hauptthese als "Spitzenformulierung" vorangestellt? (Ich glaube, dass [...], weil ... ") 3. Welche Argumente werden hervorgebracht? 4. Welche Beziehungen bestehen zwischen den Argumenten? z.B. Addition, etc. 5. Auf welchen allgemeinen Regeln und Wertmaßstäben (Schlussregeln) beruht die Argumentation? z.B. "technisch begabte Person ist glaubwürdig in Technikfragen"