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GK Sprachwissenschaft (Subject) / 4.2 Textlinguistik II - Textsorten/-funktionen (Lesson)
(Video)
Gansel, C./Jürgens, F. (2009): Textlinguistik und Textgrammatik. Kapitel 1.3 Merkmale der Textualität. 2, 23 bis 33
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- 1. Sieben Merkmale der Textualität Text: kommunikative Okkurenz, sieben Merkmale -> gilt als nicht kommunikativ, wenn eines davon nicht erfüllt wird (Kohäsion, Kohärenz) Intentionalität, Akzeptabilität, Informativität, Situationalität, Intertextualität
- Kohärenz (semantischer Textzusammenhang) aufbauend auf Sinnkontinuität der zugrundeliegenden Textwelt (muss nicht mit der realen Welt übereinstimmen) -> Gesamtheit der einem Text zugrundeliegenden Sinnbeziehungen -> Diskrepanz zwischen Inhalt und Wissen (wie Konzepte im Bewusstsein verbunden sind): Text ergibt keinen Sinn/ist unverständlich -> kann aber auch bei ständiger Verwendung wieder Sinn ergeben (Dunkel wars, der Mond...)
- Intentionalität (Ausdruck kommunikativer Absicht) eng verbunden mit Handlungsbegriff; sprachliche Handlungen sind mit Absicht verbunden Textfunktion nach Illokution oder Perlokution? -> Dressler/Beaugrande: Intentionalität als "Einstellung des Produzenten", Text soll dessen Absichten erfüllen, d.h. Wissen zu verbreiten etc. von Seite des Rezipienten Interpretationssache: Unterstellung der Absicht; Ergebnis einer aktiven Interpretationsleistung Verarbeitung der Informationen unter situations-/kontextangemessenen Gegebenheiten
- Akzeptabilität Einstellung des Textrezipienten, einen kohäsiven/kohärenten Text zu erwarten (für ihn nützlich und/oder relevant) -> sehr subjektiv, auch abhängig vom Wissensstand
- Informativität Ausmaß der Erwartetheit/Unerwartetheit/Bekanntheit/Unbekanntheit der dargebotenen Texte; -> nicht Thematizität als Eigenschaft des Textes, ein Thema zu haben sehr geringer Informationsgehalt langweilt/irritiert; trotzdem ein Text -> Nicht-Informativität trotzdem textfähig?
- Situationalität Situationsangemessenheit; ist der Text für die Situation relevant? z.B. Platzierung eines Schildes am Straßenrand -> nicht gelungene Predigt/Vorlesung kein Text?
- Intertextualität Bezüge von Texten untereinander; sowohl Prägung eines Textes als Exemplar einer Gattung/Textsorte Abhängigkeit zwischen Produktion/Rezeption eines Textes und dem Wissen der Kommunikationsteilnehmer über andere Texte
- referentielle/texttypologische Intertextualität a) referentiell: Bezug nehmend auf einen bestimmten anderen Text; dieser muss hinreichend bekannt sein -> liegt vor, wenn Autor sich der Referenz bewusst ist und erwartet, dass der Rezipient es auch ist b) texttypologisch: wahrsch. Romane, Sonette, etc.; Erkennen des Textes als einem Typus zugehörig, fördert Erwartungen Intertextualität kann auch verstehenshemmend wirken
- Semantische Kontiguität Formen der expliziten und impliziten Wiederaufnahme (teilw. Kohäsionsphänomene) Lexikalische Beziehungen: Synonymie, Hyponymie, Paraphrase etc. Semantische Kontiguitäten: Logisch - Sieg impliziert eine Niederlage, Problem impliziert Lösung Ontologisch (aus dem Wesen heraus) - Blitz und Donner, Kind hat Mutter (sind die zwei nicht irgendwie das gleiche?) Kulturell - Kirchen haben Türme, Krankenhäuser haben Ärzte
- Isotopie Sem-Rekurrenz -> Rekurrenz eines dominanten semantischen Merkmals in verschiedenen Ausdrücken im Text ohne Referenzidentität "Eine Äußerung oder Wortfolge kann nur dann als isotop gelten, wenn ihre Teile eine oder mehrere Klasseme gemeinsam haben." -> wichtig für Kohärenz Erziehung: +Prozess +Pädagogik Studium: +Prozess +Bildung +Pädagogik Pädagogik: Klassem Isotopiekette: Erziehung - Studium - Schulen - Unterrichten ... /mehrere verbundene Ketten: Isotopienetz
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- Frames kulturell bedingte Isotopieketten "Konzept im Kopf" eines Sprachteilhabers Leerstellen: es werden Fragen gestellt über nicht konkretisierte Elemente slots, defaults, filler -> Valenzgrammatik?