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GK Sprachwissenschaft (Subject) / 3.1 Pragmatik I - Sprechakte (Lesson)
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- Pragmatik (B/S) Die Lehre vom kontextgebundenen sprachlichen Handeln Teilgebiete: Sprechakte Deixis Implikaturen Präsuppositionen Konversationsmaximen
- Pragmatik (Finkbeiner) beschäftigt sich mit dem Hervorbringen und Verstehen von Bedeutung im Kontext
- "felicity conditions" (Austin) A1. Es muss ein konventionelles Verfahren existieren, in dessen Rahmen die Handlung stattfinden kann; dazu gehören bestimmte Personen, die bestimmte Worte in einem bestimmten Kontext sagen (A2.) Betreffende Person muss im Kontext zur Situation passen B1. Alle Anwesenden müssen das Verfahren korrekt B2. und vollständig durchführen C1. Bestimmte erforderliche Meinungen/Gefühle müssen in den Personen vorhanden sein und diese müssen sich auch so verhalten, als wollten sie sich daran halten und C2. das dann auch tun (z.B. Versprechen etc.)
- misfires vs. abuses Verstoßen gegen die unter A und B gegebenen Umstände resultieren im Versagen des Vorhabens (misfires), z.B. wenn eine Person bereits verheiratet ist etc.; -> "vorgespiegelt", "so tun als ob" während die unter C gegebenen Umstände lediglich einen "abuse" des Systems darstellen; man hat zwar versprochen, ABER... -> "unehrlich", "es war nicht ernst"
- Unglücksfälle A: Fehlberufung (Handlung kommt nicht zustande) B: Fehlausführung (Handlung wird "verdorben") C: Missbräuche (Handlung kommt zustande, ist aber unehrlich)
- Sprechhandlung (speech act) als Sprechhandlung die Basiseinheit sprachlicher Kommunikation; enthält Äußerungsakt, propositionalen Akt, illokutionären und perlokutionären Akt
- Propositionaler Akt Referenzakt: verweisen auf Personen oder Orte Prädikationsakt: Zuweisen von Eigenschaften
- Illokutionärer Akt (kommunikative Absicht) Treffen von Feststellungen, Stellen von Fragen, Erteilen von Befehlen, ...
- Perlokutionärer Akt (Wirkung) Das Langweilen/Irritieren/Informieren etc. des Zuhörers
- Illokutionsindikatoren Wortstellung: er wird schreiben, schreib jetzt! Abtönungspartikel: mal, eben ... Höflichkeitsfloskeln: sei doch so nett ... Intonation
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- "felicity conditons" (Searle) Bsp. Versprechen Normale Ein- und Ausgabebedingungen: kein Kommunikationshindernis Bedingungen d. propositionalen Gehalts: saying it, und es muss in der Zukunft liegen Einleitungsbedingungen: muss von Person B gewünscht sein (sonst Drohung); muss etwas sein, das die Person nicht ohnehin tun würde Aufrichtigkeitsbedingung: A beabsichtigt, dem nachzukommen Wesentliche Bedingung: A übernimmt die Verpflichtung zum Vollzug der Handlung
- 5 Illokutionstypen nach Searle Repräsentativa: Behauptungen, Feststellungen (behaupten, mitteilen, berichten...) Direktiva: Anweisungen, Fragen, Bitten (befehlen, bitten, anordnen ... ) Kommissiva: Versprechen, Drohungen (geloben, drohen, garantieren ... ) Expressiva: Danksagungen, Emotionsausdrücke (klagen, grüßen, gratulieren ... ) Deklarativa: Worterteilung (Krieg erklären, taufen, verhaften ...)
- primäre und sekundäre Illokution indirekte Aufforderungen ("Hier ziehts!") zielen primär darauf ab, dass jemand die Inferenz versteht und etwas bestimmtes tut, als dass das Ziel ist, die andere(n) Person(en) über einen Sachverhalt aufzuklären; die offensichtlichere Illokution ist in diesem Fall die sekundäre und die Inferenz die primäre Illokution.