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PR (Subject) / Ethik (Lesson)

KW Hauptfach

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  • ETHIK Teilbereich der Philosophie- Deskriptive Ethik: moralisch-sittliches Handeln der Menschen- Normative Ethik: moralische Normen
  • Begriffe und Einordnung: Drei Ebenen: 1. praktisch-moralischen Handelns: Welche sittlichen Einstellungen existieren? Wie werden sie auf reales Handeln angewandt? Welche Ge- und Verbote gibt es? 2. Ethische oder moraltheoretische Ebene: Reflektion des moralischen Handelns Wie werden Moralvorstellungen begründet und wie überzeugend sind sie? 3. Metaethische Ebene: Vergleich unterschiedlicher Ethiken (vor allem auf wissenschaftlicher Ebene)
  • Begriffe und Einordnung: PR-Ethik als Teil der Kommunikationsethik - PR-Ethik als Teil der Ethik der öffentlichen Kommunikation - Überlappungen mit anderen Bereichen: Wirtschaftsethik, Ethik des politischen Handelns - PR-Ethik nahe an journalistischer und Werbe-Ethik ->  PR-Ethik = überwiegend angewandte/praktische Ethik; Handlungsethik -> „Eine Ethik der Public Relations beschäftigt sich mit dem moralisch-sittlichen Handeln von PR-Praktikern und den Normen, die diesem Handeln zugrunde liegen, deren Begründung, Entstehung, Angemessenheit, Systematik usw.“ (Bentele 2015, S. 1071)
  • Relevanz und Funktionen der PR-Ethik für die PR-Berufspraxis: Ethische Entscheidungen auf unterschiedlichen Ebenen der PR: - Individuelle Ebene (Individualethik): einzelne PR-Praktiker - Organisationsebene (Organisationsethik): Unternehmen, - Agenturen, Institutionen,... - Berufsfeldebene (Branchenethik): Branchenverbände, -vereinigungen
  • Ethische Entscheidungen auf unterschiedlichen Ebenen der PR: Individuelle Ebene -> einzelne PR-Praktiker Mikroebene: Berufsethik, die ein PR-Praktiker hat/praktiziert (oder nicht hat/praktiziert) Individuelle Verantwortung (vgl. z.B. auch journalistische Berufsethik)
  • Ethische Entscheidungen auf unterschiedlichen Ebenen der PR: Organisationsebene (Organisationsethik) -> Unternehmen, Agenturen, Institutionen aber auch Berufsfeldebene (Branchenethik), z.B. Branchenverbände, -vereinigungen Mesoebene: organisationale Mediensystemethik als Ethikverantwortung von Medien-Organisationen/- Institutionen (z.B. spezifische Unternehmensethik, freiwillige Selbstkontrolle etc.) organisationale Verantwortung & Verantwortung eines „Systems“
  • Ethische Entscheidungen auf unterschiedlichen Ebenen der PR: Gesellschaftsebene (Gesellschaftsethik, ethische Verantwortung einer Gesellschaft) Makroebene: gesellschaftliche Mediensystemethik Ethikverantwortung der Gesellschaft: (Qualitätssicherungsverfahren in Medien & Journalismus als gesamt-gesellschaftliche Aufgabe & Verantwortung; Ablehnung ethisch fragwürdiger Produkte/Verfahren durch die Gesellschaft; Herausbildung eines ethischen Bewusstseins)
  • Relevanz und Funktionen der PR-Ethik für die PR-Berufspraxis Ethik-Grundsätze Orientierungshilfe für PR-Akteure, PR-Organisationen & das gesamte Berufsfeld -> Orientierungsfunktion --------Existenz ethischer Berufsgrundsätze ist ein wichtiges Merkmal klass. Professionen (Ärzten, Juristen) & erhöhen die Glaubwürdigkeit -> Professionalisierungsfunktion -------Organisationen und Personen können nicht nicht moralisch sein im Sinne von sich moralisch »neutral« zu verhalten -> Reflexionsfunktion ------Ethik-Grundsätze helfen dabei, Fehler mit größeren (ökonomischen) Auswirkungen zu vermeiden -> Reflexionsfunktion ------ Ethik-Grundsätze erleichtern Entscheidungen in Konfliktsituationen ->Entlastungs- und Demokratisierungsfunktion -------Ethik-Grundsätze helfen dabei, Verantwortung gegenüber Stakeholdern zu gestalten, aus der sich Verpflichtungen der PR gegenüber diesen Stakeholdern ableiten -> Legitimations- und Verpflichtungsfunktion gegenüber Stakeholdern -------Ethik-Grundsätze helfen dabei, PR-Handeln für andere gesellschaftliche Gruppen und für die Gesellschaft insgesamt zu legitimieren ->Legitimationsfunktion der PR-(Branche) gegenüber der Gesellschaft
  • Aufgaben der PR-Ethik - Ethik der Public Relations beschäftigt sich mit dem moralisch-sittlichen Handeln von PR-Praktikern und den Normen, die diesem Handeln zugrunde liegen, deren Begründung, Entstehung, Angemessenheit, Systematik usw. - Fragen von Transparenz und Offenheit, Wahrheit und Lüge, Objektivität, Loyalität, Vertraulichkeit, Verschweigen von Informationen, Grenzen der Beeinflussung anderer z.B. von Politikern beim Lobbying, Vergabe von Geschenken an Journalisten etc. - Wertvorstellungen, Normen und Handlungsvorstellungen formulieren - Argumentationen vorlegen, um im Fall von Ansprüchen, die im Konflikt miteinander stehen, eine Güterabwägung vornehmen zu können
  • Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) - DRPR 1987 von DPRG und GPRA als Organ der freiwilligen Selbstkontrolle gegründet - Heute sind neben DPRG und GPRA auch der Bundesverband der deutschen Pressesprecher (bdp) und die Deutsche Gesellschaft für Politikberatung (de’ge’pol) Träger - DRPR als analoges Organ zum Deutschen Presserat und Deutschen Werberat - DRPR Spruchpraxis http://drpr-online.de/spruchpraxis/
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  • PR-Kodizes und Richtlinien - Kodizes und Richtlinien sind verschriftlichte, berufsethische und/oder berufliche Verhaltens- und Handlungsnormen, die meist auch mit Zielwerten versehen sind - Ihre Überwachung und teilweise auch ihre Bildung obliegen Organen freiwilliger Selbstkontrolle - Wenige Sanktionsmöglichkeiten - Öffentliche Rüge stärkste Möglichkeit
  • Code d‘Athène - 1965 durch International Public Relations Association (IPRA) beschlossen - Forderung: „[...] to establish the moral, psychological and intellectual conditions for dialogue in its true sense, and to recognize the right of these parties involved to state their case and express their views.“ - Kritik: zu allgemein und zu unspezifisch für PR-Fragestellungen
  • Code de Lisbonne - 1978 durch Confederation Europeenne des Relations Publiques (CERP) angenommen - Artikel 2: „In der Ausübung ihres Berufes respektieren die Public Relations-Fachleute die Grundsätze der ‚Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte‘ [...]“ - Verpflichtung zur Wahrheit, Offenheit, aber auch zu Loyalität und zur Geheimniswahrung gegenüber dem Arbeit- oder Auftraggeber (Art. 3, 4 , 7) - Verbot von Erfolgsgarantien (Art. 10), Verbot der Täuschung (Art. 15) und Verbot der gleichzeitigen Vertretung konkurrierender Interessen (Art. 6)
  • Weitere Kodizes und Richtlinien - IPRA Code of Conduct- Grundsätze der DPRG (1964)- Sieben Selbstverpflichtungen der DPRG (1991)- Deutscher Kommunikationskodex (2012) des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR)- DRPR Richtlinien
  • Zentrale empirische Befunde: European Communication Monitor (ECM 2012) - 60% der Befragten standen im letzten Jahr ein- od. mehrfach ethischen Herausforderungen gegenüber - 60% der Befragten gaben an, dass ethische Herausforderungen wichtiger seien als früherUrsachen dafür: Compliance- und Transparenzregeln, Social Media, internationale Kommunikation - 93% der Befragten sahen Notwendigkeit für PR-Kodizes, aber nur knapp 30% nutzten die Kodizes zur Problemlösung
  • Zentrale empirische Befunde: Profession Pressesprecher (Bentele) und Berufsfeldstudie (Szyszka) - Kenntnis der Kodizes nimmt tendenziell zu, allerdings ist der Bekanntheitsgrad nicht hoch- Möglich Erklärung: Freier Berufsfeldzugang (keine Sensibilisierung in der Ausbildung)- Höchster Bekanntheitsgrad bei Agentur-MitarbeiterInnen (ca. zwei Drittel)
  • Zentrale empirische Befunde International vergleichende Forschung zu Kodizes, Verfahren bei ethischen Problemen und Haltungen von PR- Praktikern steht noch aus