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Investition und Finanzierung (Subject) / Unternehmensanalyse (Lesson)

Kennzahlen, Kennzahlen, Kennzahlen

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  • Ablauf der Unternehmensanalyse (1) Aufbereitung des Zahlenmaterials- Prüfung auf Konsistenz / Berechnungsfehler- Bereinigung außerordentlicher Elemente(2) Bildung von Kennziffern- Absolute Zahlen- Verhältniszahlen- Statistische Maßgrößen(3) Interpretation durch Vergleiche- Zeitvergleiche- Betriebsvergleiche (Benchmarking)- Soll- / Ist-Vergleiche
  • Zweck der Unternehmensanalyse Kennen lernen des Unternehmens- Erfolgs- / Rentabilitätsanalyse- LiquiditätsanalyseMaßstab für die ZukunftsplanungMaßstab für Bewertungsvergleiche
  • NOPAT Kennzahl der Erfolgsanalyse EBIT + Bereinigungen- Steuern= NOPAT
  • EBIT Gesamtleistung./. Materialaufwand./. Personalaufwand./. Abschreibungen+- sonst. Erträge/Abschreibungen= EBIT
  • EBITDA EBIT  + Abschreibungen = EBITDA
  • ROI (Return on Investment) Operatives Ergebnis / Operatives Kapital  = ROI (Operative Rentabilität)  Alternativ: Umsatzrentabilität / Kapitalumschlag 
  • EVA (Economic Value Added) EVA (Economic Value Added)                 =                 (ROI% – WACC%) * Invested Capital
  • Eigenkapitalrentabilität Jahresüberschuss / Eigenkapital
  • Gesamtkapitalrentabilität Gewinn + FK-Zinsen / Gesamtkapital
  • Liquidität 1. Grades (Barliquidität) Zahlungsmittel / kurzfr. Verbindlichkeiten
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  • Liquidität 2. Grades (Quick Ratio) Zahlungsmittel + kurzfr. Forderungen / kurzfr. Verbindlichkeiten = Quick Ratio 
  • Liquidität 3. Grades (Current Ratio) Zahlungsmittel + kurzfr. Forderungen + Vorräte / kurzfr. Verbindlichkeiten= Current Ratio (idR >100%)
  • Working Capital (Nettoumlaufvermögen) Zahlungsmittel + kurzfr. Forderungen + Vorräte - kurzfr. Verbindlichkeiten
  • Verschuldungsgrad (Gearing Ratio) Fremdkapital / Eigenkapital = Verschuldungsgrad
  • Eigenkapitalquote Eigenkapital / Gesamtkapital = EK-Quote
  • Goldene Finanzierungsregel langfristiges Vermögen / langfristiges Kapital < 1  kurzfristiges Vermögen / kurzfristiges Kapital > 1
  • Anlagendeckung Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital / Anlagevermögen = Anlagendeckung > 1
  • Days Sales Outstanding Forderungen * 360 / Umsatz = DSO in Tage
  • Days Payables Outstanding Verbindlichkeiten * 360 / Umsatz(o. Materialeinsatz) = DPO in Days 
  • Innenfinanzierungskraft Dynamische Finanzkennziffer Cashflow / Investitionen = Innenfinanzierungskraft
  • Dynamischer Verschuldungsgrad Verbindlichkeiten / Cashflow = Dyn. Verschuldungsgrad
  • Zinsdeckungsgrad Cashflow / Zinszahlungen = Zinsdeckungsgrad
  • Definition Rating „Beurteilung der zukünftigen Fähigkeiten des Unternehmens,( Bank, Kommune, Staat, etc.) zur pünktlichen und vollständigenBedienung seiner Zahlungsverpflichtungen“
  • Externes vs. Internes Rating Extern: Durchführung durch eineaufsichtsrechtlich anerkannte externeRating-Agentur (z.B. Standard &Poors, Moodys)KostenpflichtigFür Kapitalmarkttransaktionenzwingend erforderlichJährliche Updates„Through-the-cycle“ - Urteil„Standard-Ansatz“ Intern: Durchführung durch Kreditinstitute„Kostenfrei“ Vor jeder Kreditvergabeaufsichtsrechtlich vorgeschriebenJährliche bzw. sogar unterjährigeUpdates„Point-in-time“-Urteil„Foundation-“ / „Advanced-IRBAnsatz
  • Einflussfaktoren auf das Bonitätsrisiko Kreditwürdigkeit- persönliche Kreditwürdigkeit (Ruf, Qualifikation)- materielle Kreditwürdigkeit (Geschäftsrisiko, Finanzrisiko) Sicherheiten- Umfang (vollständige vs. partielle Absicherung)- Qualität (Ökonomische Anforderungen, rechtliche Anforderungen)
  • Kreditwürdigkeit Persönliche Kreditwürdigkeit: Ruf, Fähigkeiten, Charakter des Kreditnehmers• Informationserlangung durch Selbstauskunft, gewerbliche Auskunfteien oderandere Kreditinstitute. Sachliche Kreditwürdigkeit: Analyse der Rentabilitäts-, Liquiditäts- undVermögenslage bzw. -entwicklung.• Grundsätzlich ist die zukünftige Ertrags- und Finanzkraft entscheidend,Informationen hierzu enthalten die Planungsunterlagen des Kreditnehmers.• Dennoch i.d.R. auf Basis von Jahresabschlüssen, denn:o KMU besitzen i.d.R. weniger Planungsunterlagen als Großunternehmen,o Planungsunterlagen tragen kein Testat von WP/StB o.ä. (Qualität?),o Verhandlungsposition kann Einblick in Planungsunterlagen verhindern.
  • Risikopyramide -----------_Qualitative Analyse_------------------------___Quantitative Analyse___--------------------_______Marktposition_______------------------____Wettbewerbstrends_______---------------________Branchenanalyse________------------____Rechtliche Rahmenbedingungen__---------_____Analyse des Herkunftslandes______------
  • Sicherheiten Durch Sicherheiten (Sicherungsmittel), eingekleidet in Sicherungsverträge(Sicherungsformen), soll die Position des Kreditgebers im Insolvenzfall desKreditnehmers gestärkt werden.Rückgriffsmöglichkeit, wenn die Kreditwürdigkeitsprüfung die Vergabe einesblanko (= ohne Sicherheiten) gewährten Kredits zu risikoreich erscheinenlässt. Aspekte für die Auswahl von Sicherheiten:• Wahl der Sicherungsform,• derzeitiger Wert des Sicherungsmittels (Beleihungswert),• Beleihungsgrenze (bis zu dieser kann das Sicherungsmittel unterBerücksichtigung der Bonität des Kreditnehmers und des Wertverlustesbeliehen werden),• Aufwand für die Verwaltung und Verwertung des Sicherungsmittels.
  • Hypothek Kreditsicherheit- Kreditgeber wird berechtigt, zur Durchsetzung seinerAnsprüche auf Zahlung eines bestimmten Betrages die Verwertung desGrundstücks zu betreiben:• Bestellung durch Vertrag zwischen Kreditgeber und Eigentümer,• Zwingend: Beurkundung durch Notar/Gericht; Eintragung ins Grundbuch.
  • Grundschuld Belastung eines Grundstücks dergestalt, dass anden Begünstigten eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück zu zahlenist.• Kann im Gegensatz zur Hypothek unabhängig von einer bestehendenForderung bestellt und geltend gemacht werden.• Die Grundschuld bleibt somit als Sicherheit erhalten, wenn er Kredit ganzoder teilweise getilgt wird (abstrakter Charakter).
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  • Wirtschaftliche Anforderungen an Kreditsicherheiten Wertbeständigkeit Grundstücke und Gebäude: Zur Abschätzung von künftigenWertverlustpotenzialen (insbesondere in Form von Liquiditätsverlusten)Notwendigkeit der Differenzierung zwischen betrieblich genutzten undanderen (= solche, deren Wertentwicklung nicht mit dem Schicksal derUnternehmung korreliert). Maschinen: Wiederverwertbarkeit entscheiden vom „Spezialisierungsgrad“abhängig (LKW versus Spezial-Fertigungsstraße). Vorräte: Entscheidend ist die Marktgängigkeit (mengen-/preisstabileAbsetzbarkeit). Forderungen: Wert zunächst abhängig von der Bonität des Drittschuldners,wobei diese mit der des Kreditnehmers korreliert sein kann. Beteiligung und Wertpapiere: Abhängigkeit von Kursänderungsrisiken. LiquidierbarkeitSchnelle Liquidierbarkeit: Zeitaufwand und Kosten der Verwaltung undVerwertung der Sicherheiten sowie Ertragsminderung, die sich aus enOpportunitätskosten ihres Besitzes ergeben.• Grundstücke und Gebäude: i.d.R. erheblicher /Zeit.)Aufwand,• Maschinen: abhängig insbesondere von der Beschäftigungslage derBranche,• Vorräte: Marktgängigkeit entscheidend; Rohstoffe und Vorräte sind leichterliquidierbar als Zwischenerzeugnisse,• Forderungen: aufgrund zumeist kurzfristigem Charakter regelmäßiginnerhalb von drei Monaten zwangsläufig fällig, Vorabveräußerung denkbar,• (Börsengängige) Wertpapiere: täglich veräußerbar, Kursrisiko nichtunerheblich.
  • Was ist der Cash-Flow und wofür kann er verwendet werden? Der Cash-Flow beschreibt den Nettozufluss an liquiden Mitteln in dasUnternehmen während einer Periode.Er ist die Grundlage für eine jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens, die wiederum für die Fortführung und gewünschte Entwicklung des Unternehmens unverzichtbar ist.Ein positiver Cash-Flow versetzt das Unternehmen in die Lage, dienotwendigen (z.B. Kapitaldienst) oder gewünschten (z.B. Investitionen)Zahlungen ordnungsgemäß leisten zu können.Liquiditätszuflüsse können aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit oder aus Kreditaufnahmen entstehen, sie werden bei der Cash-FlowErmittlung in verschiedenen Zwischenstufen dargestellt.
  • Grenzen Sie kurz die Begriffe ‚Auszahlung’, ‚Aufwand’, ‚Einzahlung’ und ‚Ertrag’ voneinander ab. Zeigen Sie Zusammenhänge und Unterschiede auf Auszahlungen stellen den tatsächlichen Zahlungsmittelabfluss für einUnternehmen dar. Sie haben unmittelbare Auswirkungen auf die Liquiditätssituation des Unternehmens (Bargeld bzw. kurzfr. Bankguthaben). Dabei ist es unerheblich, ob und welcher bilanzielle Grund dem Mittelabfluss zugrunde liegt.Der Aufwand ist der tatsächliche Werteverzehr an Gütern , Vermögensgegenständen bzw. Dienstleistungen in einer Periode. Unabhängig von seiner Liquiditätswirkung stellt der Aufwand GuV-relevante Größe für den Werteverzehr dar. Zu überwiegenden Teilen sind Auszahlungen und Aufwendungen betragsgleich. Abweichungen ergeben sich dort, wo Auszahlungen entstehen, denen kein Aufwand gegenübersteht, i.W. Investitionen (z.B. Zahlung des Kaufpreises für die Anschaffung einer neuen Maschine =>Aufwand entsteht erst mit dem Werteverzehr aus der Nutzung), Wareneinkauf auf Lager, Tilgungen oder Gewinnausschüttungen bzw. Aufwendungen entstehen, die keine Liquiditätswirkung erzeugen, i.W. Abschreibungen (s.o.) oder Bildung von Rückstellungen (unmittelbarer Aufwand, aber Auszahlung erst wenn Rückstellungsgrund eingetreten). Einzahlungen sind als Korrespondierende zur Auszahlung sämtlicheZahlungsmittelzugänge zu einem Unternehmen. Sie beschreiben dieErhöhung des Bargeldbestands bzw. Bankguthabens.Erträge hingegen beschreiben den erfolgswirksamen Wertzufluss zueinem Unternehmen unabhängig von ihrer Liquiditätswirkung.Ertragsneutrale Einzahlungen sind i.W. Kreditaufnahmen, Kapitalerhöhungen, Kundenanzahlungen oder Einnahmen aus Desinvestitionen(z.B. Verkauf von Anlagevermögen oder Unternehmensteilen). Einzahlungsneutrale Erträge stellen vornehmlich die Produktion auf Lagerdar.
  • Welche zwei Methoden bei der Cash Flow – Berechnung stehen grundsätzlich zur Verfügung. Beschreiben Sie darüber hinaus kurz die Vorgehensweise zur Berechnung beider Methoden. Die direkte Methode ermittelt den Cash-Flow aus dem internen Rechnungswesens des Unternehmens. Es werden alle zahlungswirksamenEin- und Auszahlungen gegenübergestellt. Sie ist nur für dem Unternehmen nahestehende Personen möglich, die die Informationen beschaffen können. Die indirekte Methode basiert auf den veröffentlichten Jahresabschlussdaten des Unternehmens. Ausgangspunkt ist der ausgewieseneJahresüberschuss, der um die zahlungsunwirksamen GuV-Positionensowie liquiditätswirksamen Veränderungen in den Bilanzpositionenbereinigt wird. Er ist auch externen Analysten ohne Zugang zum internen Rechnungswesen des Unternehmens möglich.
  • Nennen Sie drei Möglichkeiten zur Verwendung eines positiven Cash Flows im Unternehmen. Durchführung von Investitionen zum Erhalt der Zukunftsfähigkeit desUnternehmensRückführung von Verbindlichkeiten zur Reduzierung des Aufwands fürden Kapitaldienst und stärkerer Unabhängigkeit von ext. KapitalgebernAusschüttung an die Eigentümer zur Sicherung der Attraktivität für bestehende und zukünftige Kapitalgeber
  • Erläutern Sie die folgenden Finanzierungsgrundsätze bzw. –begriffe: Leverage Effect Der Finanzierungshebel drückt das Verhältnis zwischen Fremdkapitalund Eigenkapital aus (Gearing Ratio). Da Eigenkapital ein knappes Gutim Unternehmen darstellt, ist es grundsätzlich sinnvoll, seinen Einsatzzu beschränken und leichter verfügbares Fremdkapital in einem sinnvollen Finanzierungsmix mit heranzuziehen. Hierdurch kann oftmalsauch die Rentabilität auf das eingesetzte Eigenkapital gesteigert werden. Ein zu hohes Maß an Fremdkapital führt aber dazu, dass der stabilisierende Faktor des Eigenkapitals (z.B. als Verlustausgleichspuffer)nicht mehr hinreichend hoch ist. Kreditgeber legen daher großen Wertauf eine ausreichende Eigenkapitalquote, was zu einer Reduzierungdes Finanzierungshebels führt. Eine Eigenkapitalquote von 20% - 33%,die vielerorts eine Mindestanforderung darstellt, führt zu Finanzierungshebeln von max. 4,0.
  • . Erläutern Sie die Funktionen und Ziele einer internen/externen Finanzanalyse. Die Finanzanalyse dient der Beurteilung der finanziellen Lage einer Unternehmung. Sie ist Ausgangspunkt für finanzwirtschaftliche Dispositionen und Entscheidungen (Planung) sowie Mittel der Ergebnisbeurteilung früherer Dispositionen (Kontrolle).
  • Nennen Sie drei Beispiele Ihrer Wahl, welche den Zweck einer Unternehmensanalyse begründen. Interne Unternehmensanalyse, um Stärken und Schwächen des Unternehmens zu identifizieren und in der Unternehmenssteuerung darauf verbessernd einwirken zu könnenUnternehmensanalyse vor einer Unternehmensbeteiligung/ Unternehmenserwerb zur Abschätzung des InvestitionsrisikosUnternehmensanalyse vor Kreditvergabe zur Abschätzung des Ausfallrisikos