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Nutztierwissenschaften (Subject) / 9) (Lesson)

Stressphysiologie und Animal Welfare

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  • Was sind physiologische Indikatoren für beeinträchtigtes Wohlergehen? Indikatoren für schlechtes Wohlergehen, oftmals bevor klinische Symptome auftreten • erhöhte Stresshormone (Vorsicht bei Interpretation!  Multifunktionalität, Diurnalität, Variabilität) ->Cortisol, ACTH, Endorphine, Catecholamine• kardiovaskuläre Veränderungen (HF, Herzfrequenzvariabilität) • Verlust normaler Tag/ Nacht -Rhythmik•„verminderte“ / modulierte Immunfunktion• reduziertes Fortpflanzungsvermögen• Veränderungen im Geschlechterverhältnis (mehr weibliche Nachkommen)• verminderte Futteraufnahme (vgl. Verhaltensindikatoren)
  • Wie verändert sich die Herzfrequenz im Zusammenhang mit Stress? Die Herzfrequenz (Schläge pro Minute) kann ein guter Indikator für Stress sein, jedoch steht die HF auch sehr stark in Bezug zur körperlichen Aktivität (viele Einflussfaktoren). Heute werden daher weitere Parameter, insbesondere die Herzschlag- variabilität, als Indikatoren herangezogen.
  • Wie verändert sich die Herzschlagvariabilität im Zusammenhang mit Stress? Ein häufig verwendeter Paramter ist die RMSSD (root mean square of successive differences in beat-to-beat intervals). Diese Messgröße spiegelt den antagonistischen Einfluss des sympathischen und parasympathischen NS auf das Herz wider. Bei Säugetieren ist eine reduzierte parasympathische Aktivität (speziell geringe RMSSD-Werte) ein guter Indikator für Stress. (Nervus vagus! -> Vagusaktivität weist auf Stress hin)
  • Welchen Einfluss hat die Haltungsumwelt (Gruppen- vs. Kastenhaltung) auf das Immunsystem trächtiger Schweine? Wie kann man dies nachweisen? In Kastenstand sehr deutlich schwächseres Immunsystem (v.a. unmittelbar vor Geburt und bei bis Absetzen) 33 Sauen (Deutsche Landrasse) -> Dynamische Gruppe: n=22-> Kastenstand: n=11 Immunisierung mit Modelantigen (KLH) Blutabnahme: V. jungularis -> Immunparameter Untersuchung der Leukozyten (weißen BK) und Lyphozyten (B-, T- und Killerzellen)
  • Wie wird das Wohlergehen von Zuchtnerzen gewährleistet? • Nerze in der Pelzwirtschaft üben die gleichen Aktivitäten aus, wie ihre Verwandten in freier Wildbahn • Das Wasserbecken ist die wichtigste Ressource • Die Verweigerung von „Schwimmmöglichkeiten“ führt zu einem erhöhten Stresshormonanstieg (Cortisolanstieg: 34%), vergleichbar mit dem bei einem Nahrungsentzug (Cortisolanstieg: 50%) -> Innovative Versuchsansätze erlauben, Komponenten der Haltungsumwelt zu ermitteln, die für das Wohlergehen von Nutztieren von besonderer Bedeutung sind
  • Wie wird eine tiergerechte Haltungsumwelt ermittelt? Haltungsumwelt, die dem Tier Wohlergehen ermöglicht: Bewertungsebene (Tier) -> Aktionsebene (Haltung und Management) -> Evaluation (Tier)
  • Wie wird der Gesundheitszustand nach Welfare Quality beurteilt? Bursitis (Schleimbeutel)Body condition (Wirbelsäule und Hüftknochen sichtbar)SchwanzbeißenLahmheitVerkotungsgrad (mit Kot verschmutzte Flächen)HautzustandWunden und KratzerErschwertes AtmenMastdarmvorfallVerdrehte SchnauzeHernien -> Begutachtung immer nur einer, zufällig ausgewählten Körperseite!
  • Wie werden die Daten nach Welfare Quality ausgewertet? Definition von Zielwerten (Scores) Exzellent: Mind. 2 Prinzipien im Bereich „Exzellent“ und 2 Prinzipien im Bereich „Gut“ Akzeptabel: Mind. 3 im Bereich „Akzeptabel“, 1 Prinzip darf im Bereich „Nicht akzeptabel“ liegen.
  • Nennen sie potentielle Problemfelder am Beispiel Schwein. • Ferkelkastration / Ebermast- Ebergeruch - Geruchsabweichungen -> Aggression, Verletzungen (Penisbeißen)- bis heute: 90% aller Eberferkel ohne Betäubung kastriert (WTF)• Amputationen (Schwanzkupieren etc.) • Kastenstandhaltung / Freies Abferkeln
  • Welche Alternativen gibt es für die betäubungslose Eberkastration? Welche ist nachhaltig und tierschutzfachlich die beste Alternative? Chirurgische Kastration mit Allgemeinanästhesie (Isoflurannarkose, Injektionsnarkose Ketamin/Azaperon) Chirurgische Kastration mit Lokalanästhesie („4. Weg“) Züchtung auf weniger Geruch Frühere Schlachtung Immunkastration „Improvac“1. Keine schmerzhafte Kastration,keine klimarelevanten Gase (Isofluran) 2. Weniger Tierwohl probleme3. Nahrungseffizient & potentiell umweltfreundlich4. Hohe Fleischqualität und hohe Anzahl verwertbarer Schlachtkörper–> Immunkastration (IC) ist eine sofort verfügbare Alternative mit potentiellen Vorteilen bei Tierschutz, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit
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  • Wie funktioniert die immunologische Kastration? Immunisierung mit anti-GnRH Impfstoff (Improvac©) Injektionen zu zwei Zeitpunkten (Lebenswoche 12 und 20-21) -> Hodenfunktion blockiert ab 8. Tag nach V2-> Wiederaufnahme nach ca. 3 Monaten (10 - 24 Wochen) -> Weniger aggressives und sexuelles Verhalten nach V2 als Eber und Kastrate-> deutlich weniger Penisbeißen