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Ökologie (Subject) / Ökologische Planung (Lesson)

Grundlagen der ökologischen Planung

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  • Europäische Regelwerke zum Gewässerschutz -Nitratrichtlinie (91/676/EWG) -Trinkwasser-Richtlinie (TrinkwRL, 98/83/EG) -Wasserrahmenrichtlinie (WRRL, 2000/60/EG) -Grundwasserrichtlinie (GrwRL, 2006/18/EG) -Hochwasserschutz-Richtlinie (2007/60/EG) -Badegewässerrichtlinie (BadeGewRL)
  • Nationale Regelwerke zum Gewässerschutz Wasserhaushaltsgesetz (WHG) -Abwasserabgabengesetz (AbwAG) -Oberflächengewässerverordnung (OeGewV)
  • Eingreifende Maßnahmen im Gewässerschutz •Allgemeine Grundpflichten (ggf. Ordnungsrecht)•Verunreinigungsverbote•Abwasserbeseitigungspflicht•Bewirtschaftungs-und Benutzungsordnung
  • Leistende Maßnahmen im Gewässerschutz •Wasserversorgung (Daseinsvorsorge)•Unterrichtung der Öffentlichkeit (HW-Warndienst)•Förderung (Gewässerpflege)•Entschädigung bei Auflagen
  • Planende Maßnahmen im Gewässerschutz •Maßnahmenprogramm (Flussgebietseinheit)•Bewirtschaftungspläne•Hochwasserschutzpläne
  • Schutzgebiete (Wasser) •Wasserschutzgebiete (§19 WHG)•Überschwemmungsgebiete (§78 WHG)
  • Informationsquellen (Wasser) ELWAS, UVO 
  • Oberflächengewässer (Kennzahlen) –Ökologischer Zustand (Gewässergüte und Gewässerstrukturgüte)–Wasserdargebot–Wasserrückhaltevermögen–Selbstreinigungsvermögen
  • Gewässergüte Die „biologische Gewässergüte“ (Saprobienindex) lässt vor allem die Beeinträchtigung der Gewässer durch biologisch leicht abbaubare Stoffe und die sich daraus ergebenden Defizite des Sauerstoffhaushaltes erkennen (DIN 38 410) -> Aufgrund der europäischen Wasserrahmenrichtlinie erfolgt die Gewässerüberwachung ab 2006 nach neuen und europaweit vergleichbaren Mess-und Bewertungsverfahren (vgl. LE 10).
  • Saprobienindex Für jede saprobeZone ergibt sich eine bestimmte Lebensgemeinschaft pflanzlicher und tierischer Organismen die charakteristisch ist und zur Beurteilung des Zustandes eines Gewässers herangezogen werden kann. -> Aus den vorgefundenen Organismen lässt sich also auf den Zustand des Gewässers schließen
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  • Gewässerstrukturgüte •Maß für die ökologische Qualität von Gewässer-strukturen und der durch diese Strukturen angezeigten dynamischen Prozesse.•In die Gesamtbewertung fließen Haupt-und Nebenparameter ein.
  • Wasserdargebot Das Wasserdargebot bezeichnet die für eine bestimmte Zeit aus dem natürlichen Wasserkreislauf zur Verfügung stehende nutzbare Menge an Süßwasser. -> Das Wasserdargebot der Bundesrepublik Deutschland beträgt durchschnittlich rund 164 Milliarden Kubikmeter im Jahr.
  • Wasserrückhaltevermögen (Retention) Fähigkeit des Bodens, Wasser aufzunehmen und gegen die Schwerkraft zu halten
  • Selbstreinigungsvermögen biologische Abbauprozesse organischer Verbindungen durch pflanzliche, tierische und bakterielle Organismen (Saprobionten) bei gleichzeitigem Verbrauch von Sauerstoff  -> abhängig vom Sauerstoffgehalt des Wassers und somit von Faktoren wie dem Boden und dem transportierten Material, von der Strukturgüte und der Wassertemperatur -> Im sauerstoffreichen Wasser dagegen kann eine begrenzte Menge organischer Substanz z. B. aus Abwasser durch Bakterien, Pilze und kleinere Tiere (vgl. Destruenten) zersetzt werden. Daher ist das Selbstreinigungspotential in fließenden Gewässern höher als in stehenden Gewässern, weil der Eintrag von Luftsauerstoff über die bewegte Oberfläche dort größer ist -> Eine weitere Rolle spielt die Wassertemperatur, da bei Erwärmung des Gewässers (wie etwa durch abgeleitetes Kühlwasser) die Sauerstofflöslichkeit sinkt, sich aber die Abbauvorgänge beschleunigen
  • DPSIR und Gewässer Driver (Verursacher): Haushalte, Landwirschaft, Industrie, Wasserkraft Pressure (Belastung): Punktquellen, Diffuse Quellen, morphologische Veränderungen State (Zustand): Ökologischer Zustand, chemischer Zustand Impact (Auswirkung): Eutrophierung, Organische Verschmutzung, Veränderte Habitate Response (Maßnahmen): Renaturierung (?), Düngeverordnung (?)
  • Grundwasserdargebot Summe aller positiven Wasserbilanzmitglieder -> Wichtig in diesem Zusammenhang ist insbesondere die Grundwasserneubildung (Prozess des Nachflusses von in den Boden infiltrierenden Wassers).
  • Beeinträchtigung des Grundwasserdargebots - Versiegelung und Überbauung–Bodenverdichtung durch land-und forstwirtschaftliche Nutzungen–Grabenentwässerung und Drainagen–Gewässerausbau und Verlust der Retentionsflächen
  • Erfassung und Bewertung der Grundwasserdargebotsfunktion 1. Bodenart, Grundwasserflurabstand, Reliefenergie, Niederschlag Sommer/Winter, Bewuchs/Landnutzung ermitteln 2. Pflanzenverfügbares Bodenwasser und Evaportranspiration ableiten 3. Grundwasserdargebotsfunktion 
  • Grundwasserneubildung in Abhängigkeit von Nutzung und Standort Grundwasserneubildungsrate  höchsten -> niedrigsten: Acker-> Grünland -> Wald allgemein: Bei Sand höhere Rate als bei Lehm
  • Europäische Regelwerke: Biodiversität -Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräumesowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH-RL)-Richtlinie über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (Vogel-RL)
  • Nationale Regelwerke: Arten- und Biotopschutz -Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)-Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)-BNatSchGKostV
  • Gesetze auf Landesebene zum Arten- und Biotopschutz -Ländernaturschutzgesetze-Landschaftsgesetz NRW-VV-Artenschutz
  • Eingreifende Maßnahmen BNatSchG •Allgemeine Grundpflichten (ggf. Ordnungsrecht)•Eingriffe in Natur und Landschaft•Duldungspflichten•Schutzgebiete (vgl. LE 10 und LE Ü3)•Artenschutz
  • Leistende Maßnahmen BNatSchG •Umweltbildung•Vorbildliche Bewirtschaftung•Entschädigung bei Auflagen
  • Planende Maßnahmen BNatSchG •Umweltbeobachtung (vgl. LE 7•Landschaftsplanung (vgl. LE 12)•Biotopschutzplanung•Berücksichtigungsklauseln
  • Biodiversität -Genetische Vielfalt: Erbliche Variation innerhalb und zwischen Populationen von Arten -Artenvielfalt: Anzahl verschiedener Arten in bestimmten Raumausschnitten -Lebensraumvielfalt: Vielfalt an Lebensräumen/Biotopen in Landschaften oder Landschaftsausschnitten
  • Probleme Biodiversität (Ursachen Biodiversitätsrückgang) •Direkte Zerstörung von Biotopen; Übernutzung von Arten•Nivellierung von Lebensräumen und nahezu flächendeckender Nutzungsanspruch•Zerschneidung und Verinselung•Verschmutzung, Vergiftung, Überdüngung•Erschließung•Neophyten/Neozoen•Fehlende natürliche Dynamik•Eintrag von Nähr-/Schadstoffen•Unbekannte Herausforderungen (Strahlung, Lärm)
  • Aufgaben des Arten- und Biotopschutzes •Kartierung von Tierarten der FFH-Anhänge und in FFH-Gebieten•Artenhilfsprogramme•Biotopkartierungen•Schutzgebiete•Natura 2000•Vertragsnaturschutz•Wiesenbrüterschutz•Biotopverbund•Ökokonto•Grünlandprogramme•Staatliche Vogelschutzwarte•Landschaftsplanung und Eingriffsbegleitung
  • Biotopfunktion Der Begriff Biotopfunktion beschreibt die Leistungs-und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes als Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie deren Vorkommen und Verbreitung.-> Berücksichtigung finden nur die wildwachsenden/-lebenden Pflanzen und Tiere.
  • Biotop Eine dreidimensional in der Umwelt örtlich ausweisbare Lebensstätte von aus Pflanzen und Tieren gebildeten Lebensgemeinschaften. Durch ihre Ausstattung mit abiotischen (unbelebten) und biotischen (belebten) Faktoren stellt diese Lebensstätte relativ einheitliche Lebensbedingungen bereit (Leser 1991).
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  • Biotoptyp Abstrahierter Typus aus der Gesamtheit gleichartiger Biotope (Ssymank et al. 1993).
  • Biotopkomplex Charakteristische, häufig wiederkehrende Kombination von Biotoptypen in festem räumlichen Gefüge. Dazu gehören Abfolgen von Lebensraumtypen entlang eines bestimmten ökologischen Gradienten (natürlich oder anthropogen) ebenso, wie Mosaike von Biotoptypen, die oft regionale Besonderheiten widerspiegeln (Riecken et al. 1994).
  • Nationale Regelwerke zum Bodenschutz Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) –1998 (2015) –Bundes-Bodenschutz-und Altlastenverordnung (BBodSchV)–Verordnung über die Einrichtung des Bodenschutzlastvermerks (BodSchLastV)–EG-Richtlinie zur Verwendung von Klärschlamm in der Landwirtschaft (KlärSchlRL)
  • Eingreifende Maßnahmen des BBodSchG •Sanierungspflicht•Präventive Gefahrenabwehr•Gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft
  • Leistende Maßnahmen des BBodSchG •Beratung von Landwirten durch Agrarbehörden•Wertausgleich (z.B. bei eingreifenden Maßnahmen)•Härteausgleich (z.B. bei eingreifenden Maßnahmen)
  • Planende Maßnahmen des BBodSchG Altlastensanierung
  • Bodenkarten (Maßstäbe) 1:1.000.000 Nutzungsdifferenzierte Bodenüber-sichtskarte (BÜK 1000 N) 1:200.000 Bodenübersichtskarte (BÜK 200) 1:50.000 Digitale Bodenkarte (WMS) 1:25.000 1:5.000
  • Bodenkarten (Nutzen) Bodenkarten informieren über Verbreitung, Art und Eigenschaften der Böden. Sie bieten Entscheidungshilfen für den Boden-und Grundwasserschutz und geben Hinweise auf den wirtschaftlichen Nutzwert der Böden. Zudem sind sie Dokumente der Erd-und Landschaftsgeschichte, da ihnen eine genetisch orientierte Bodenklassifikation zugrunde liegt. Die Verwaltung der zugrunde liegenden Daten erfolgt in einer Profil-und Flächendatenbank.
  • Bodenfunktionen •Puffer-und Filterfunktion–Zurückhaltung flüssiger oder gasförmiger Einträge in den Boden.•Infiltrationsfunktion–Durchlässigkeit von Böden und Bodenoberflächen für die Grundwasserneubildung.•Erosionsschutzfunktion–Schutz des fruchtbaren Oberbodens vor Abtrag durch Wasser oder Wind.•Biotische Ertragsfunktion–Natürliche Ertragsfähigkeit des Bodens als Grundlage für die Produktion von Biomasse und die nachhaltige•Lebensraumfunktion–Boden als Standort für Pflanzen, Lebensraum für Tiere und zur Entwicklung von Biotopen. + Rohstofffunktion: Der Boden beherbergt Rohstoffe + Informationsfunktion: Der Boden gibt als Naturkörper Zeugnis vonabgelaufenen Prozessen
  • Bodenbewertung Basierend auf den Bodenfunktionen kann die Bodenbewertung in dreierlei Hinsicht vorgenommen werden •medienbezogen–Erhalt des Bodens „an sich“, z.B. als Urkunde über die Entwicklung der Landschaft, Lebensraum für Organismen •funktionsbezogen–Erhalt bestimmter Eigenschaften und Funktionen, z.B. als Puffer oder Nährstoffspeicher •problembezogen–z.B. in Bezug auf eine Altlast
  • Standortbewertung Boden Bewertung der Eigenschaften der Böden–in Bezug auf den Wasserkreislauf–als Medium des Pflanzenwachstums–als Lebensraum für die Bodenfauna und –flora sowie Pilze und Mikroorganismen
  • Erosionsanfälligkeit -Relief (Hanglänge, Hanggeometrie) -Niederschlag (Dauer, Intensität) -Boden (Korngrößenverteilung, Bedeckungsrgrad, Lagerungsdichte)
  • Schadstoffe (BBodSchG) Stoffe und Zubereitungen, die auf Grund ihrer Gesundheits-schädlichkeit, ihrer Langlebigkeit oder Bioverfügbarkeit im Boden oder auf Grund anderer Eigenschaften und ihrer Konzentration geeignet sind, den Boden in seinen Funktionen zu schädigen oder sonstige Gefahren hervorzurufen (BBodSchV1999).
  • Schadstoffquellen - geogene Quelle aus Ausgangsgestein- Kraftfahrzeugverkehr- industrielle Anlagen- Kraftwerke- Hausbrand- Landwirtschaft
  • Verfahren nach BBodSchG Vorsorgewerte: bei Überschreitung sind schädliche Bodenveränderungenzu erwarten -> deshalb Vorsorgemaßnahmen ergreifen Prüfwerte:Einzelfallbezogene Prüfung um festzustellen ob eineschädliche Bodenveränderung vorliegt-> Sanierungsmaßnahme oder Nutzungseinschränkung Maßnahmewerte:es ist von schädlicher Bodenveränderung oder Altlastauszugehen-> Sanierungs-Sicherungs-und Beschränkungsmaßnahmensind erforderlich
  • Altlasten (Boden) Eine Altlast ist nach bundeseinheitlicher Definition des BBodSchG eine Altablagerung oder ein Altstandort, also in jedem Fall eine nicht mehr in Betrieb befindliche Anlage, durch die schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden. Die Bezeichnungen KVF/KF sind zu bevorzugen, da hiervon zusätzlich•-in Betrieb befindliche Anlagen,•-Kontaminationen, von denen keine Gefahr ausgeht,•-sowie Grundwasserkontaminationen•umfasst werden, die in gleicher Weise erfasst, untersucht und bewertet werden müssen.
  • Altlasten in Deutschland in der Bundesrepublik existieren derzeit ca. 170.000 Altlastenverdachtsflächen–86.000 Altablagerungen–83.000 Altstandorte •bei Flächen, die nachgewiesenermaßen kontaminiert sind, muss vor einer Nutzung saniert werden. Folge:–es findet sich kein Investor, die Flächen liegen brach–es besteht beständig die Gefahr des Austrags von Schadstoffen der Kostenaufwand der Sanierung wird auf 150 bis 200 Mrd. EUR geschätzt (Sanden 1997).
  • Landschaftsfunktion Begriff aus der Landschaftsökologie. Er beschreibt die Eigenschaften und Merkmale von Geoökofaktoren, die im Landschaftsökosystem eine leistungsbezogene Funktion ausüben. Dies bezieht sich auf die Erfassung des Leistungsvermögensdes Landschaftshaushaltes und umfasst beispielsweise die Klimafunktion, die Grundwasserneubildungsfunktion oder die Filter-, Puffer-und Transformationsfunktionen des Bodens
  • Landschaftspotenzial  das Vermögen der Landschaft, gesellschaftlich nutzbare Leistungenzu erbringen und ökologische (Regulationsfunktionen), ökonomische (Produktionsfunktionen) und soziale Funktionen (Lebensraumfunktionen) zu übernehmen (landschaftsökologisches Potenzial). ->Der Begriff Landschaftspotenzial wird oftmals synonym mit den Bezeichnungen Naturraumpotenzial, Naturpotenzial oder natürliches Nutzungspotenzial verwendet.
  • Nationale Regelwerke zum Klima, Lärm und Luft  Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) – Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) (insbes.: Zulassung von Anlagen und Stoffen, Schon-und Schutzgebiete; Smog, Überwachung, Luftreinhalte-und Aktionspläne, Lärmaktionspläne – Technische Anleitung Luft (TA Luft) • Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm – Technische Anleitung Lärm (TA Lärm) – Landeplatz-Lärmschutz-Verordnung – Flugplatz-Schallschutzmaßnahmenverordnung (2. FlugLSV)