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Rechtspsychologie (Subject) / Einführung (Lesson)

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  • Personen, die mit den historischen Meilensteinen in der Rechtspsychologie verbunden werden - Wilhem Wundt (Begründer der Psychologie in DEU) - Alfred Binet - William Stern  - Hugo Münstenberg -> Alle mit Werken zu Beginn des 20. Jahrhunderts!o   In dieser Zeit geraten Zeugen in den Blickpunkt psychologischem Interesse - Oswald Külpe (Schüler von Wundt) - Max Wertheimer (promovierte bei Külpe zum Thema Glaubwürdigkeit)
  • Alfred Binet und William Stern Beide Vertreter der experimentellen Aussagepsychologie! -> Forschungstradition der experimentellen Aussagepsychologie: Kognitive Faktoren im Mittelpunkt!    -Aussagepsychologie = interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Psychologen und Juristen    -Zentrale Themen: deliktspezifische Aussagetüchtigkeit, Veränderbarkeit von Aussagen durch     die Vernehmungen, Realkennzeichen und deren Erlebnisbasiertheit
  • William Stern -  Stern: „Die Aussage ist eine Leistung und mehr als eine einfache Reproduktion         - Zeuge individuelle Person mit eigenartiger Reaktion auf eine Reihe von Reizen         - Wahrnehmung der „Tat“ ein Reiz, aber nicht der einzige! - Besondere Leistung Stern: Experimentelle Aussagepsychologie mit detailreichen Bildern, die in     unterschiedlichen Intervallen und Reproduktionsbedinungen wiedergegeben wurden - Themen der Forschung: Erinnerung, Aussage und Lüge in der ersten Kindheit // Glaubwürdigkeit von jugendlichen Zeugenaussagen aus der differentiell- psychologischer Perspektive
  • Hugo Münstenberg - Promotion bei Wilhelm Wundt: Angewandte Psychologie mit Untersuchungen zur Zeugenaussage - Nach dem 2. Weltkrieg: Fokussierung auf inhaltsanalytische Merkmale zur Differenzierung von realitätsbezogenen und falschen Aussagen - Themen: Kriterien zur Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen // Messung psychologischer Effekte mit technischen Apparaten        - Entwicklung des „Lügendetektors“
  • Nennen Sie 3 Vertreter der Rechtspsychologie von 1900 – 1908 o   Alfred Binet, William Stern, Hugo Münstenberg
  • Nennen sie 2 Vertreter der Rechtspsychologie vor dem zweiten Weltkrieg und zwei danach o   Vorher: Alfred Binet und Hugo Münstenbergo   Nachher: William Stern und Max Wertheimer
  • Kriminal- und Rechtspsychologie im 18. Jahrhundert 18. Jahrhundert: o   Themen der Kriminalpsychologie:       - Aufgaben der Kriminalpsychologie       - Frage nach der Verbrechensentstehung       - Gerichtliche Beurteilung von Tätern       - Frage der Schuld:               -> Beccaria: jeder hat einen freien Willen, daher Strafe für kriminelles Verhalten
  • Kriminal- und Rechtspsychologie im 19. Jahrhundert 19. Jahrhundert:     oThemen der Rechtspsychologie:          - Erste forensische Psychologen vor Gericht          - Alfred Binet als erster Psychologe (Studien zur Suggestibilität, Psychometrie, Intelligenztests)          - William Stern: Experimente zur Tatbestandsdiagnostik          - Hugo Münstenberg: Lügendetektor, Glaubhaftigkeitsdiagnostik          - Emil Kraepelin: Verminderte Schuldfähigkeit          - Frage der Schuld:                -> Lombroso (1876): Verhalten genetisch determiniert, daher kein freier Wille, Behandlung statt Strafe
  • Kriminal- und Rechtspsychologie im 20. Jahrhundert 20. Jahrhundert:       o Strukturelle Verankerung der Rechtspsychologie:             - Sektion im Berufs- und Fachverband der Psycholog*innen             - Fachgruppe bei der deutschen Gesellschaft für Psychologie (1984)            - European Association of Psychology and Law (EAPL)            - Lehre und Forschung:                       -Kombination von Grundlagen und Anwendungsfach                      -Auch in Religionen (?)            - Frage der Schuld:                       -Bezug zu Rechtswissenschaften: tiefgreifende Bewusstseinsstörung    Eingangsmerkmal der Schuldfähigkeitsbeurteilung
  • Definitorische Merkmale der Rechtspsychologie Definition Rechtpsychologie nach der FG Rechtspsychologie in der DGP: "Rechtspsychologie umfasst die forensische („gerichtsmedizinische“) Begutachtungskunde, die Kriminalpsychologie (Erklärung von Kriminalität, Prävention, etc.), aber auch Themenbereiche, die keiner dem Recht „dienenden“ Funktion zugeordnet werden können, beispielsweise die Analyse der rechtlichen Verwendung von psychologischen Konzepten wie „Wille“ oder „Vorsatz“ oder die Psychologie der richterlichen Urteilsbildung.“ -> Große Vielfalt in der Rechtspsychologie in DEU:          - Ausgangslage: Aussagepsychologie und Kriminalpsychologie
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  • Begriffsbestimmung Rechtspsychologie aus traditioneller Perspektive Die Rechtpsychologie teilt sich deutlich auf in .. 1. Die Forensische Psychologie           - Erstellung von Gerichtsgutachten           -Psych. Fragestellungen im Rahmen von Gerichtsverhandlungen oder verwaltungsrechtlichen Entscheidungen 2. Und Kriminalpsychologie           -Beschreibung, Erklärung, Prognose, Prävention, Rehabilitation von kriminellem und dissozialem Verhalten Zwei Ansichten dazu ... : Kriminalpsychologie impliziert die Forensische (Grossmann, 1971) ODER beide Bereiche sind gleichwertig! (von Uslar, 1975)
  • Begriffsbestimmung Rechtspsychologie aus aktueller Perspektive o   Trennung von Forensischer und Kriminalpsychologie schwierig geworden o   Wie lassen sich die Aufgabengebiete der Rechtspsychologie ausdifferenzieren?      §  Psychodiagnostische Begutachtung      §  Erklärung kriminellen Verhaltens      §  Prävention      §  Resozialisierung      §  Polizeipsychologie      §  Psychologie der Gerichtsverhandlung      §  Außergerichtliche Konfliktregelung      §  Viktimologie      §  Aussagepsychologie
  • In welchen Bereichen der Rechtspsychologie lassen sich Begutachtungsthemen diversifizieren? - Zivilrecht - Verwaltungs- und Sozialrecht - Strafrecht - in der Polizeipsychologie
  • Beispiele Begutachtungsthemen im Zivilrecht & Verwaltungs- und Sozialrecht - Im Zivilrecht         -Deliktfähigkeit (in der Lage Schadenersatz zu erbringen?)         -Sorge- und Umgangsrecht, Vormundschaftsrecht, mit Freiheitsentzug verbundene Unterbringung, Herausgabe-konflikte um Stief- Pflegekinder - Im Verwaltungs- und Sozialrecht          - Gutachten zu Fragen nach dem Kinder-, Jugend- und Hilfegesetz (KJHG) – seelische Behinderung          - Begutachtung nach Opfer-Entschädigungsgesetz (OEG)          - Begutachtung der Fahreignung (Medizinisch-Psychologische Untersuchung)          - Begutachtung der persönlichen Eignung nach dem Waffengesetz
  • Beispiele für Begutachtungsthemen im Strafrecht und in der Polizeipsychologie - Im Strafrecht       - Schuldfähigkeit                        - Jugendliche / Heranwachsende               - Erwachsene       - Aussagebegutachtung               - Beschuldigte / Verdächtige (z.B. Geständnisse)               - Zeugen (Glaubhaftigkeit, Zuverlässigkeit, ..)       - Prognosegutachten               - Bewährungsentscheidungen               - Unterbringung - In der Polizeipsychologie       - Organisation- und Personalentwicklung               - Bewerberauswahl, Stressbewältigung, Krisenintervention       - Polizeiliche Prävention               - Verkehrserziehung an Schulen       - Strafverfolgung               - Vernehmung               - Identifizierung       - Konfliktintervention               - Streitschlichtung               - Deeskalation bei Demos                - Verhandlung bei Geiseldramen
  • Fachliche Einordnung innerhalb der Psychologie - Rechtspsychologie als Fachbereich zweiter Ordnung         - Inhaltliche Basisbereiche (Allgemeine Psychologie, Sozialpsychologie, Entwicklungpsychologie) müssen vorhanden sein         - Sowie auch methodische Kompetenzen (Diagnostik, Evaluation) - Viele weitere verschiedene Facetten innerhalb der Rechtspsychologie        - Hier noch entscheidend: Unterteilung in Angewandt und Akademisch         - Akademisch: Biopsychologie, Sozialpschologie, usw.          - Angewandt: Polizeipsychologie, Gefängnispsychologie Und auch noch viele weitere Schnittpunkte mit anderen nicht psychologischen Bereichen:          - Rechtswissenschaften          - Ethik & Religion          - Rechtsmedizin         - Sozialwissenschaften          - ...
  • Weiterbildungsoptionen in der Rechtspsychologie o   Beispiele:         §  Postgradualer Master in Bonn oder Konstanz möglich         §  Weiterbildungen am Zentrum für Aussagepsychologie in Berlin          § Bund deutscher Psychologen bietet Weiterbildung zum Fachpsychologen für Rechtspsychologie an            o   Dauer: ca. 3 Jahre            o   Voraussetzung: Hochschulabschluss in Psychologie            o   Vertiefte Qualifikation für die psych. Tätigkeit im Rechtwesen wird erworben                   - Befähigt als forensisch-psychologische Sachverständige/r bei Fragestellungen in folgenden Bereichen tätig zu sein:                         - Familienrecht, Glaubhaftigkeitsbeurteilung, Schuldfähigkeit oder Kriminal-Gefährlichkeitsprognose
  • Forschungsbericht zu „Qualitätsstandards in der familienrechtspsychologischen Begutachtung“ (Salewski und Stürmer, 2014) -> Fernuni Hagen o   116 Gutachten in NRW wurden hinsichtlich 4 Prüfkriterien untersucht:         §  Formulierung Psychologischer Fragen         §  Begründung der Datenerhebungsverfahren         §  Methodische Qualität der Datenerhebung         §  Methodenkritische Interpretation der Ergebnisseo   30-50% mit Mängeln!! - Kritik an der Hagener Studie:         o   Analyse rein formaler Kriterien greift zu kurz!  jedoch: immerhin kriterienbasiert        o   Unbekannte Anzahl individueller Gutachter in der Gutachtenstichprobe        o   Bericht bezieht sich auf 4 Bezirke in NRW und Anzahl der Sachverständigen ist unklar: Situation kann nicht auf ganz DEU generalisiert werden!                  §  Jedoch: Mind Map für Gutachtenqualität! - Positiv an der Studie:         o   Thema wurde aufgegriffen und auf Missstände (zum. In NRW) aufmerksam gemacht!         o   Wichtiges Thema: unsachgemäße familienrechtpsychologische Sachverständigengutachten können große negative Folgen haben! - Medial:         o   Es werden Einzelfälle herausgegriffen und ein falsches Bild geschürt!
  • FRAGE: Worum geht es in der Studie von Salewski und Stürmer (2014)? - „Qualitätsstandards in der familienrechtspsychologischen Begutachtung“ - 116 Gutachten in NRW wurden hinsichtlich 4 Prüfkriterien untersucht