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Klinische Psychologie 1 (Subject) / Depressive Störungen (Lesson)

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  • Affektive Störungen (DSM-5 / ICD-11) Depressive Störungen (unipolar) - eine od mehrere depressive Episoden od. "dysthyme" Stimmung - Major Depression (Depressive Episode) - Anhaltende depressove Störung (Dysthymie) - Prämentruelle dysphorische Störung - Disruptive Affektregulationsstörung Bipolare Störung (manisch-depressiv) - Min. eine manische od. sich abwechselnde manische, hypomane & depressive Episoden bzw. zyklothyme Symptomatik - Bipolar 1 / Bipolar 2 Störung - Zyklothymia
  • Major Depression / Depressive Episode 4 bzw. 5 od. mehr Depressionssymptome, einschließlich Niedergeschlagenheit/Freudlosigkeit, Energielosigkeit od, Interessenverlust über 2 Wochen anhaltend
  • Anhaltende depressive Störung; Dysthymie Niedergeschlagenheit & min. 2 weitere Depressionssymptome über mind. die halbe Zeit von 2 Jahren
  • Prämenstruelle dysphorische Störung Affektive Symptome in der Woche vor der Menstruation
  • Bipolar-I-Störung Min. eine manische Episode und eine depressive Episode über die Lebensspanne
  • Bipolar-II-Störung Mind. eine hypomane und eine depressive Episode über die Lebensspanne
  • Zyklothymie häufige Stimmungsschwankungen über 2 Jahre, ohne hypomane od. depressive Episoden
  • Disruptive Affektregulationsstörung Schwere wiederkehrende Wutausbrüche und anhaltende gereizte Stimmung über min. ein Jahr, vor dem 10. Lebensjahr beginnend
  • Diagnosekriterien Major Depression (DSM-5) A. Min. 5 der folgenden Symptome während derselben 2 Wochen-Periode (depressive Verstimmung oder Verlust an Interesse oder Freude müssen darunter sein) (1)  Depressive Verstimmung(2)  Deutlich vermindertes Interesse oder Freude(3)  Gewichtsverlust/-zunahme(4)  Schlaflosigkeit/vermehrter Schlaf(5)  Unruhe, Verlangsamung(6)  Müdigkeit, Energieverlust(7)  Wertlosigkeit, Schuldgefühle(8)  Konzentrationsprobleme(9)  Todesgedanken, Suizidvorstellungen, -versuch B. Deutliche Änderung der vorher bestehenden Leistungsfähigkeit; Leiden Ausschluss C. organischer Ursachen oder Substanzeinwirkung D. Ausschluss einer Trauerreaktion oder SchizophrenieE. Ausschluss einer gemischten EpisodeSchwere: 4-5 Symptome: leicht, 6-7 mittelgradig, 8 und mehr: schwer
  • Persistierende Depressive Störung (DSM-5) Im DSM-IV: Dysthymie - Dauer: min. 2 Jahre, an der Mehrzahl der Tage- min. 2 depressive Symptome- Ausschluss einer Major Depression Veränderung in DSM-5: - Major Depression ist kein Ausschluss mehr, als komorbide Störung möglich- Auch chronische Major Depression wird jetzt im Rahmen dieser Störung kodiert Hauptkriterien– Depressive Verstimmung– 2 aus 6 zusätzlichen Kriterien– Dauer: min. 2 Jahre, mehr als die Hälfte der Zeit
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  • Depressive Störungen Epidemiologie geschätzte Lebenszeitprävalenz: - Major Depression: 15%- Dysthymie: 4,5% Prävalenz bei Frauen etwa doppelt so hoch wie bei Männer50% der Erstmanifestationen vor dem 40. Lebensjahr Hohe persönliche und soziale Folgekosten: - körperliche Folgeprobleme- Probleme am Arbeitsplatz, Beziehungen
  • Verlauf Major Depression Episodendauer (unbehandelt): ca. 3-4 MonateVerlauf meist episodisch ca. 1/3: lediglich 1 Episodeca. 1/3: rezidivierender Verlauf mit Vollremission zwischen Episodenca. 1/3: chronischer Verlauf ohne vollständige Remission
  • Psychologische Modelle der Depression - Lerntheoretisches Modell - Kognitives Modell - Modell der erlernten Hilflosigkeit Weitere ätilogishes Faktoren bei Deprssion: Veränderungen der Informationsverarbeitung - Selektive Erinnerung an negative Erlebnisse/Informationen - Depressives Grübeln (Rumination) Soziale Faktoren - Mangel interpersoneller Fähigkeiten - negative soziale Interaktionen - geringe soziale Unterstützung Genetische Faktoren Psychobiologische Faktoren (biochemische, endokrinologische, neuroanatomische und neuro-funktionelle Befunde)
  • Lerntheoretisches Modell: Verstärker- Verlust-Theorie (Lewinsohn, 1974) Operantes Lernmodell Depressive Symptomatik geht mit geringer Rate verhaltenskontingenter pos. Verstärkung einher: -> Löschung aktiven Verhaltens -> Aufrechterhaltung depressiven Verhaltens durch negative Verstärkung Reaktion der Umwelt auf depressives Verhalten: - kurzfristig: soziale Verstärkung (Aufmerksamkeit, Empathie)- langfristig: negative Konsequenzen
  • Kogni&ves Modell der Depression (Beck, 1974) Depression ist die Folge dysfunktionaler Schemata - werden durch negative frühe Erfahrungen erworben und- durch belastende Lebensereignisse aktiviert- führen zu kogn. Verzerrungen, die neg. Fehlschlüsse auslösen (-> negative Triade) und die Schemata bestätigen Kegative/Kognitive Triade bei Depression 1. negative Selbsteinschätzung: Selbst ist fehlerhaft, unzulänglich, unwürdig, unvollkommen, inkompetent, unerwünscht, wertlos 2. negative Überzeugungen bzgl. der Umwelt: hohe Anforderungen, unüberwindbare Hindernisse, Niederlagen, Verluste, anderen Menschen ablehnend 3. negative Überzeugungen bzgl. der Zukunft: gegenwärtiges Leiden wird unbegrenzt fortdauern Dysfunktionale Kognitionen sind gekennzeichnet durch kognitive Fehler (= kognitive Verzerrungen)
  • Kognitive Fehler nach Beck (Bsp.) Gedankenlesen: Man ist überzeigt davon zu wissen, was andere (negatives) über einen denken Übergeneralisierung: durch das Erleben eines einzelnen neg. Erlebnisses werden auch alle anderen Ereignisse als neg. verallgemeinert Alles-od-nichts-Denken: Man sieht Situation nicht mehr als Kontinuum, sondern nur in zwei Kategorien - schwarz und weiß. Abwehr des Positiven: Das neg. Grundbild wird aufrechterhalten, indem pos. Erfahrungen, Taten und Eigenschaften nicht wertgeschätzt werden. Sie zählen nicht. Personalisierung: Man attribuiert bei neg. Ereignissen auf sich, obwohl man in Wirklichkeit nichts damit zu tun hat.
  • Modell der erlernten Hilflosigkeit Seligman 1974: Erfahrung mangelhafter Kontrolle führt zu depressivem Verhalten Abramson 1978: Erste Erweiterung des um Attributionsstil Depressiver - global / stabiles Attributionsschema: ich bin dumm - global / instabiles Attributionsschema: Ich bin erschöpft - spezifisch / stabiles Attributionsschema: Ich bin mathematisch unbegabt - spezifisch / instabiles Attributionsschema: Ich habe Mathe satt Belastendes Lebensereignis - wirkt auf/löst aus/führt zu: Stabile & globale Attributionen über das Ereignis und seine Bedeutung für die Zukunft und die eigene Person - wirkt auf: Hoffnungslosigkeit (Weitere kogn. Faktoren wie geringes Selbstwertgefühl wirkt ebenfalls auf Hoffnungslosigkeit) - führt zu: Hoffnungslosigkeit als Subtyp der Depression wird anhand spezifischer Symptome definiert
  • Evidenzbasierte Behandlungen der akuten Depression Antidepressive Medikation Verhaltenstherapie Kognitive Verhaltenstherapie Interpersonelle Psychotherapie
  • Antidepressiva Unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichem Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil; wichtige Gruppen: - Trizyklische Antidepressiva (TZA)- Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI)- Monoaminoxiadeshemmer (MAO-Hemmer) Wirkung der Antidepressiva ist auf den Einnahmezeitraum begrenzt (keine prophylaktische Wirkung) -> Weitere Einnahme als Erhaltungstherapie und Rückfallprophylaxe wichtig
  • Verhaltenstherapeutisches Behandlung der Depression Prinzip: Verhaltensaktivierung- Basiert auf Verstärker-Verlust-Modell (Lewinsohn, 1974) Hauptsächliche Interventionen: - Erhöhung der Aktivitätsrate- Aufbau positiver Aktivitäten- Abbau von Vermeidung- Veränderung sozialer Aufrechterhaltungsprozesse
  • Verhaltensaktivierung: Ablauf 1. Psychoedukation, Entwicklung eines Störungs- und Veränderungsmodells2. Untersuchung des Zshangs zwischen Aktivitäten und Stimmung im Alltag des Patienten3. Auswahl potenziell verstärkender Aktivitäten4. Planung und Durchführung verstärkender Aktivitäten5. Kontinuierliche Evaluation der Effekte außerdem wichtig: Abbau von Vermeidungsverhalten Veränderung ungünstiger sozialer Verstärkungsprozesse- Bsp: Frau nimmt sich nur Zeit, wenn Patient depressiv ist; ansonsten kaum pos. Interkation Aufbau von Aktivitäten, die das Selbstwirksamkeitsgefühl des Patienten fördern können
  • Kognitive Therapie Ziele - Bewusstsein für negative automatische Gedanken schärfen- Disputation und Veränderung negativer automatischer Gedanken- Veränderung dysfunktionaler Schemata Methoden- Kognitive Umstrukturierung: Disputation/Prüfung dysfunktionaler Gedanken/Bewertungen- Aufbau alternativer funktionaler Gedanken/Bewertungen- Training der neuen Konzepte- Verhaltensexperimente
  • Interpersonelle Psychotherapie (Klerman + Weissman 1991) - Kurzzeittherapie vor psychodynamischen Hintergrund- Betonung eines bio-psycho-sozialen Modells- Klinische Annahme: Lösung interpersoneller Probleme führt zur Verbesserung der Symptome Wahl eines Fokus für die Therapie 1. Rollenkonflikte/ interpersonelle Konflikte2. Übergänge (Trauer über Verlust alter Rolle; Annahme einer neuen Rolle)3. Interpersonelle Defizite4. Trauer
  • Persistierende Depressive Störung - die chronische Major Depression und die Dysthymie - kein symptomfreier Zeitraum von mehr als zwei Monaten; Kriterien der Major Depression (MD) können in mind. 2jährigen Zeitraum (Kindern: 1 Jahr) durchgängig erfüllt sein
  • Komorbidität ... ist das gemeinsame Auftreten versch. psych. Erkrankungen bei einer Person in einen best. Zeitraum, also z. B. das gleichzeitige Leiden an einer Angststörung und einer depressiven Störung.