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Klinische Psychologie 1 (Subject) / Angststörungen (Lesson)

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  • Allgemeine Merkmale von Angststörungen - Symptome beeinträchtigen die Lebensführung in wichtigen Bereichen oder stellen eine schwere psychische Belastung dar- Symptome sind nicht von einem Medikament oder einer körperlichen Krankheit ausgelöst- Symptome halten min. 6 Monate, bei Panikstörung min. 1 Monat an- Befürchtungen und Ängste unterscheiden sich von Symptomen anderer Angststörung
  • Normale Angst vs. Pathologische Angst (Angststörung) „Echter Alarm“ vs. „Falscher Alarm“ (Barlow, 2002) - Falscher Alarm: „marked fear or panic [that] occurs in the absence of any life threatening stimulus, learned or unlearned“ Dysfunktionale Kognitionen (Beck et al., 1985) - Angst basiert auf nicht zutreffender Bewertung Beeinträchtigung des Funktionsniveaus Persistenz - die Ausdauer oder Beharrlichkeit von Verhaltenbez. Nach der Wahl eines Handlungsziels (Handlungsplanung) und der Initiierung zielgerichteten Verhaltens kommt der P. für die erfolgreiche Zielrealisierung besondere Bedeutung zu.
  • Spezifische Phobie Angst vor Objekten oder Situationen, die keine echte Gefahr darstellen
  • Soziale Angststörung Angst vor fremden Menschen oder kritischen Blicken
  • Panikstörung Angst vor wiederkehrenden Panikattacken
  • Agoraphobie Angst vor dem Aufenthalt an Plätzen, von denen man sich im Falle von Angstsymptomen nicht entfernen kann oder wo keine Hilfe erreichbar ist.
  • Generalisierte Angststörung Anhaltende unkontrollierbare Besorgtheit
  • DSM-5 Kriterien: Spezifische Phobie A: Ausgeprägte Furcht oder Angst vor einem spezifischen Objekt oder einer spezifischen Situation (z.B. Fliegen, Höhen, Tiere, eine Spritze bekommen, Blut sehen). B: Das phobische Objekt oder die phobische Situation ruft fast immer eine unmittelbare Furcht oder Angstreaktion hervor. C: Das phobische Objekt oder die phobische Situation wird aktiv vermieden bzw. nur unter starker Furcht oder Angst ertragen. D: Die Furcht oder Angst geht über das Ausmaß der tatsächlichen Gefahr durch das spezifische Objekt oder die spezifische Situation hinaus und ist im soziokulturellen Kontext unverhältnismäßig. E: Die Furcht, Angst oder Vermeidung ist anhaltend, typischerweise über 6 Monate oder länger. F: Die Furcht, Angst oder Vermeidung verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen. G: Das Störungsbild kann nicht besser durch die Symptome einer anderen psychischen Störung erklärt werden. Dies umfasst Furcht, Angst und Vermeidung von Situationen, die mit panikartigen Symptomen oder anderen bedrohlich erscheinenden beeinträchtigenden Symptomen assoziiert sind (Wie bei Agoraphobie); Objekten oder Situationen, die mit Zwangsinhalten verbunden sind (wie bei Zwangsstörung); Erinnerungen an traumatische Ereignisse (wie bei PTBS); Trennung von Zuhause oder Bezugspersonen (wie bei Störungen mit Trennungsangst); oder sozialen Situationen (wie bei Sozialer Angststörung).
  • Subtypen nach DSM-5 - Tier-Typ- Umwelt-Typ (z.B. Höhen, Stürme, Wasser)- Blut-Spritzen-Verletzungs-Typ- Situativer Typ (z.B. Flugzeuge, Fahrstühle, enge, geschlossene Räume)- Anderer Typ (z.B. Situationen, die zu Ersticken oder Erbrechen führen könnten)
  • Ätiologische Modelle Konditionierungsmodelle Moderne lerntheoretische Modelle Kognitive Modelle Psychobiologische Modelle
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  • Ätiologische Modelle: Konditionierungsmodelle Zwei-Faktoren-Theorie (Mowrer) Zwei-Faktoren-Theorie (Mowrer) - Schritt 1: Klassische Konditionierung  - Schritt 2: Operante Konditionierung -> Vermeidungsverhalten lässt die Angst (kurzfristig) abnehmen Probleme:  - Selektivität von Phobien- Äquipotenzialität nicht gegeben- Phobiker erinnern selten traumatische Erfahrungen mit CS-US-Koppelung- Klinische Beispiele für andere Formen des Angsterwerbs
  • Ätiologische Modelle: Konditionierungsmodelle Modifika(onen der Konditonierungstheorien Preparedness-Theorie (Marks, 1987, Seligman, 1971) Stimulusgeneralisierung Faktoren mit Einfluss auf die Stärke der Konditionierung: - Vorerfahrungen mit CS- Informationsgehalt von CS- Kognitive Faktoren- Individuelle Unterschiede
  • Three-Pathway-Model (Rachman, 1977) Drei „Wege“ zur Angst: 1. Klassische Konditionierung 2. Modelllernen 3. Instruktionslernen
  • Exposition in vivo Prinzip: - Konfrontation mit gefürchtetem Reiz/gefürchteter Situation- Unterbindung von Vermeidung und Sicherheitsverhalten- Lang anhaltend und wiederholt durchgeführt Zentrale Intervention in der Behandlung von Phobien und Zwangsstörungen. Häufiger Bestandteil in der Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen und Generalisierter Angststörung. -> Vermeidungsverhalten verhindern durch Reizkonfrontation
  • Exposition in vivo: Ablauf 1. Diagnostische Phase2. Angsthierarchie erstellen3. Kognitive Vorbereitung4. Planung5. Durchführung der ersten Expositionssitzung (mit TherapeutIn)6. Häufige Wiederholung der ersten Situation (mit und ohne TherapeutIn)7. Durchführung weiterer Exposition nach Angsthierarchie inklusive häufiger Wiederholung8. Selbstkontrollphase & Rückfallprophylaxe
  • Diskutierte Wirkmechanismen der Extinktionstherapie 1. Habituation Definition: Absinken der Reaktionswahrscheinlichkeit zentralnervöser und peripherer Strukturen bei der wiederholten Reizdarbietung 2. Extinktion Klassische Sicht: Löschung einer gelernten CS-US-AssoziationModerne Sicht: Inhibitionslernen = Bildung neuer Assoziationen (CS – Sicherheit/Nicht-Angst), die alte Assoziation (CS-Gefahr/Angst) hemmen können 3. Kognitive Veränderung Veränderung dysfunktionaler Überzeugungen/Erwartungen durch korrektive Erfahrung
  • Angst: Eigenschaften - Reaktion auf zukünftige Bedrohung - Moderate physiologische Erregung - Handlungsimpuls: „Prepare or avoid“
  • Furcht: Eigenschaften - Reaktion auf unmittelbare Bedrohung - Starke physiologische Erregung - Handlungsimpuls: „Fight or flight“
  • DSM-5: Panikattacke Eine plötzliche Anflutung intensiver Angst oder intensiven Unbehagens, die innerhalb von Minuten einen Höhepunkt erreicht, wobei in dieser Zeit vier (oder mehr) der folgenden Symptome auftreten: Beachte: Die plötzliche Anflutung kann aus einem Ruhezustand oder einem ängstlichen Zustand heraus eintreten. 1. Palpitationen, Herzklopfen oder beschleunigter Herzschlag.2. Schwitzen.3. Zittern oder Beben.4. Gefühl der Kurzatmigkeit oder Atemnot.5. Erstickungsgefühle.6. Schmerzen oder Beklemmungsgefühle in der Brust.7. Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden.8. Schwindelgefühle, Unsicherheit, Benommenheit oder Gefühl, der Ohnmacht nahe sein.9. Kälteschauer oder Hitzegefühl.10. Parästhesien (Taubheit oder Kribbelgefühle).11. Derealisation (Gefühl d. Unwirklichkeit)/Depersonalisation (von eig. Pers. losgelöst fühlen).12. Angst die Kontrolle zu verlieren oder „verrückt zu werden“.13. Angst zu sterben
  • DSM-5: Panikstörung A. Wiederholte unerwartete Panikattacken.B. Bei mind. einer der Attacken folgte ein Monat (od länger) mit mind. einem der folgenden Symptome: -> 1. Anhaltende Besorgnis oder Sorge über das Auftreten weiterer Panikattacken oder ihrer Konsequenzen -> 2. Eine deutlich fehlangepasste Verhaltensänderung infolge der Attacken C. Das Störungsbild ist nicht Folge der physiolog. Wirkung einer Substanz od. eines medizin. Krankheitsfaktors. D. Das Störungsbild kann nicht besser durch eine andere psychische Störung erklärt werden. Panikanfälle - bei vielen Angststörungen, anderen psychischen Störungen sowie gesunden Kontrollpersonen Hauptunterschied Panikanfälle bei Panikstörung vs. anderen Angststörungen- situativ ausgelöste vs. spontane Panikanfälle- erwartete vs. unerwartete Panikanfälle Panikanfälle als transdiagnostisches Phänomen: -> Phänomenologisch keine systematischen Unterschiede
  • DSM-5: Agoraphobie A. Ausgeprägte Furcht oder Angst vor zwei (oder mehr) der folgenden fünf Situationen: 1. Benutzen öffentlicher VerkehrsmiKel (z.B. Autos, Busse, Züge, Schiffe, Flugzeuge)2. Auf offenen Plätzen sein (z.B. Parkplätze, Marktplätze, Brücken)3. in geschlossenen öffentlichen Räumen sein (z.B. GeschäSe, Theater, Kino)4. Schlange stehen oder in einer Menschenmenge sein5. Allein außer Haus sein. B. Diese Situationen werden gefürchtet oder vermieden, weil eine Flucht schwierig sein könnte, oder weil im Falle panikartiger Symptome oder anderer stark beeinträchtigender oder peinliche Symptome (z.B. Furcht vor dem Fallen bei älteren Menschen; Furcht vor InkonCnenz) Hilfe nicht erreichbar sein könnte. C. Die agoraphobischen Situationen rufen fast immer eine Furcht- oder Angstreaktion hervor. D. Die agoraphobischen Situationen werden aktiv vermieden, können nur in Begleitung aufgesucht werden oder werden unter intensiver Furcht oder Angst durchgestanden. E. Die Furcht oder Angst geht über das Ausmaß der tatsächlichen Gefahr durch die agoraphobische Situation hinaus und ist im soziokulturellen Kontext unverhältnismäßig F. Die Furcht, Angst oder Vermeidung ist andauern, typischerweise über 6 Monate oder länger G - I: Leiden, Beeinträchtigung; Ausschluss med. Krankheitsfaktor; Ausschluss andere Störung
  • Behandlung der Panikstörung & Agoraphobie Informationsvermittlung (Psychoedukation) Kognitive Interventionen: - Verbale Methoden zur Veränderung der Fehlinterpretation von Körpersymptomen- Verhaltensexperimente zur Veränderung der Fehlinterpretation von Körpersymptomen (z.B. Hyperventilationstest) Exposition in vivo in Bezug auf vermiedene Situationen
  • Kognitives Modell der Panikstörung Kreislauf: Äußere Reize wirken auf Kreis ein - führen zu: Wahrnehmung - führt zu: Gedanken ("gefahr") - führt zu: "Angst" - führt zu: Physiolog. Veränderungen - führt zu: Körperliche Empfindungen - führt zu: Wahrnehmung ....