17
Klinische Psychologie 1 (Subject) / Psychotherapie (Lesson)
Advertisement
- Was ist Psychotherapie? 1. Geplanter, zielorientierter Prozess 2. Veränderung psych. Prozess mit theorie-basierten psych. Mitteln 3. Interaktion und Emotionen 4. Lehr- und Lernbarkeit
- Wer darf heilkundliche Psychotherapie ausüben? - Approbierte Ärzte mit psychotherapeutischer Zusatzqualifikation- Approbierte Psychologische Psychotherapeuten- Approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten-> „Psychotherapeut“ ist eine geschützte Berufsbezeichnung
- Was besagt das Psychotherapeutengesetz (PsychThG) 1998? Integration ambulanter psy.therapeut. Versorgung durch PP und KJP in kassenärztl. Versorgung Voraussetzungen für Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten: - Psychologiestudium (Diplom), Äquivalenzprüfung für Master- 3-oder 5-jährige Ausbildung an zugelassenen Ausbildungsinstituten- Erfolgreich bestandene Approbationsprüfung Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auch möglich mit Abschluss in Pädagogik oder Sozialpädag
- Welche Psychotherapieverfahren sind zugelassen? - Berufsrechtliche Anerkennung- Sozialrechtliche Anerkennung
- 1. Berufsrechtliche Anerkennung psychotherapeutischer Verfahren: 2. Welches Psychotherapieverfahren ist für die Ausbildung zum PP/KJP zugelassen? 1. Entscheidungsinstanz: Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie 2. Vertreter der Bundesärztekammer und der Bundespsychotherapeutenkammer- Empirische Evidenz für die Wirksamkeit von Therapieverfahren gegeben?
- Berufsrechtliche Anerkennung psychotherapeutischer Verfahren: Derzeit zugelassene Verfahren? Analytische PsychotherapieTiefenpsychologische fundierte PsychotherapieVerhaltenstherapie[Gesprächspsychotherapie (seit 2002)]Systemische Therapie (seit 2008) Nur für bestimmte Indikationen: Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)HypnotherapieInterpersonelle Psychotherapie (IPT)Neuropsychologische Therapie
- Sozialrechtliche Anerkennung psychotherapeutischer Verfahren: Welche Verfahren dürfen Psychotherapie im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung abrechnen? Entscheidungsinstanz: Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) - Vertreter der Kostenträger (Krankenkassen) und Leistungserbringer (Ärzte, Psychotherapeuten). Diagnostische und therapeutische Nutzen, medizinische Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit einer neuen Methode?
- Sozialrechtliche Anerkennung psychotherapeutischer Verfahren: Derzeitige Richtlinienverfahren? 1. Analytische Psychotherapie2. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie3. Verhaltenstherapie - Systemische Therapie (seit 2018 berufs- und sozialrechtlich anerkannt, Integration in die Psychotherapierichtlinie muss noch umgesetzt werden) - Antrag der Gesprächspsychotherapie wurde abgelehnt (2008)
- Psychodynamische Psychotherapien: Grundannahme und -prinzipien - Das dynamische Unbewusste- Bedeutung der frühen Kindheit- Intrapsychische Konflikte- Symptombildung als Folge von Abwehrmechanismen- Strukturpathologie zur Beschreibung von Persönlichkeitsstörungen
- Psychoanalyse Klassisches Verfahren innerhalb der tiefenpsychologischen TherapienZiel: tiefgreifende Veränderung der PersönlichkeitSetting: 3 – 5 Sitzungen pro Woche für 3 – 5 Jahre Techniken/Prinzipien: - Therapeutische Neutralität- Freie Assoziation- Deutung- Übertragungsreaktion- Durcharbeitung
- Advertisement
- Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie Teilt theoretische Basis mit der PsychoanalyseZiele: weniger umfassendSetting: 1 – 3 Sitzungen pro Woche für 1 – 3 Jahre Vielfältige Interventionen, u.a.: - Analyse von Übertragung und Gegenübertragung - Deutung - Konfrontation - Supportive (unterstützende) Techniken
- Psychodynamische Kurzzeittherapie Teilt theoretische Basis mit der PsychoanalyseZiel: Bearbeitung eines spezifischen, klar umrissenen ProblemsSetting: 12 – 30 Sitzungen für 3 – 6 Monate
- Kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren: zentrale Merkmale & wichtige Interventionen Am Anfang: Umsetzung lerntheoretischer Prinzipien in therapeutischen Interventionen „Kognitive Wende“: Integration kognitiver Modellvorstellungen Heute: - Psychotherapeutische Grundorientierung mit Basis in der empirischen Psychologie- Ständige Weiterentwicklung basierend auf empirischer Evidenz Ziele: Behandlung psychischer Störungen, Abbau unerwünschter, problematischer, schmerzhafter oder belastender Denk- und Verhaltensweisen und Aufbau neuen, erfolgversprechenderen Verhaltens- Orientierung an der wissenschaftlichen Psychologie- Evidenzbasierung- Fokus auf Veränderung der aufrechterhaltenden Prozesse- Störungsspezifische Ätiologie- und Therapiekonzepte- Methodisch integrativ Wichtige Interventionen: - Operante Verfahren- Exposition- Kognitive Umstrukturierung- Training von Fertigkeiten (z.B. Selbstsicherheit; Emotionsregulation)- Entspannungsverfahren
- Gesprächspsychotherapie - entwickelt von Carl Rogers- zugehöriger Begriff: Klientenzentrierte Therapie- Humanistische Grundorientierung Selbstaktualisierungstendenz: Organismen streben nach Entwicklung, höherer Organisation, Selbstverwirklichung Ziel: Rahmenbedingungen schaffen für Entwicklung Zentrales Merkmale: - Nicht-direktiv- Notwendige + hinreichende Voraussetzungen 1. Empathie, 2. Akzeptanz, 3. Kongruenz = Echtheit
- Systemische Therapie Grundidee: System als wichtige AnalyseebeneFokus auf Interaktion verschiedener Elemente in einem System Wichtige Perspektiven: - Mehrgenerationenperspektive: Fokus auf ungelösten familiären Konflikten- Erlebnisorientierte Perspektive: Auflösung eines blockierten Emotionsaustausches- Strukturell-kybernetische Perspektive: Beeinflussung regelgesteuerter Systeme- Narrative Perspektive
- Welche Rolle spielen Therapieschulen heute? Berufsrechtliche und sozialrechtliche Regelungen in Deutschland => Unterteilung in Therapieschulen fest verankert Wissenschaftliche Klinische Psychologie - Weitgehende Auflösung der Therapieschulen- Schulen übergreifende, evidenzbasierte Psychotherapie und kognitiv-verhaltenstherapeutische Grundorientierung dominieren Neue Therapieformen ohne eindeutige Zuordnung zu spezifischer Schule: - Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) - Schematherapie - Achtsamkeitsbasierte Therapie
- Psychologische Psychotherapie (Grawe, 1998) - Ziel: wissenschaftlich fundierte Psychotherapie- Entwicklung einer Schulen übergreifenden Theorie- Integrativer Einsatz verschiedener Methoden Orientiert an menschlichen Grundbedürfnissen - Orientierung und Kontrolle - Lustgewinn und Unlustvermeidung - Bindungsbedürfnis - Selbstwerterhöhung Ziel der Therapie: Reduktion von Inkonsistenz Allgemeine Wirkfaktoren (Grawe, 1998): • Ressourcenaktivierung • Problemaktualisierung • Problembewältigung• Motivationale Klärung