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Allgemeine Psychologie 1 (Subject) / Emotionen (Lesson)

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  • Kennzeichen von Emotionen (Rothermund und Eder (2011) Rothermund und Eder (2011) unterscheiden folgende Kennzeichen von Emotionen: (1) Affektivität (Gefühlscharakter), phänomenale Qualität:Wir empfinden Freude,Glück und Ärger in einer bestimmten Art und Weise. (2) Intentionalität: Zumindest starke Emotionen (Affekte), sind auf etwas gerichtet, wirfreuen uns auf, ärgern uns über. (3) Unwillkürlichkeit: Emotionen werden automatisch ausgelöst, sie unterliegen nursehr eingeschränkt unserer bewussten Kontrolle. (4) Begrenzte zeitliche Dauer: Emotionen dauern nur eine beschränkte Zeit lang (dasgilt in der Regel selbst für Stimmungen, auch wenn die länger anhalten können). (5) Kognitive Trägheit: Gefühle bleiben oft wider besseren Wissens beharrlich vorhanden, trotz konträrer Evidenz. Sie klingen längere Zeit nach.
  • Komponenten von Emotionen Komponenten von Emotionen Die Komponentenmodelle der Emotionen sehen Emotionen als multidimensionalesKonstrukt an, das Reaktionen auf verschiedenen Ebenen umfasst: 1.Phänomenale Komponente Emotionen fühlen sich verschieden an. Die phänomenale Komponente ist meines Erachtens die wichtigste Komponente von Emotionen,ohne die nicht von Emotionen gesprochen werden könnte. 2.Kognitive Komponente Emotionen sind von Gedanken begleitet. Zu den begleitenden Kognitionen zählen auch Bewertungen und Attributionen (Ursachenzuschreibungen). Menschen bewerten andere Menschen und deren Handlungen und sieversuchen, Gründe für die Handlungen der Menschen herauszufinden. 3.Physiologische KomponenteEmotionen sind von einer Veränderung der Aktivität des autonomen Nervensystems begleitet. Emotionen haben einen Einfluss auf unsere Atmung, die Herzfrequenz, die Schweißabsonderung, die Verdauung, den Hautwiderstand und die Spannung der Muskulatur. Allerdings lassen sich Emotionenanhand der physiologischen Komponente alleine schlecht voneinander differenzieren. Gut funktioniert nur die Differenzierung zwischen positiven und negativenGefühlen4.Behaviorale Komponente Welche Emotion erlebt wird, kann auch am Verhalten beobachtet werden. Die Bewegungen werden schneller oder langsamer, man zeigtspezielle Verhaltensweisen (z.B. Rauchen bei Nervosität oder einen Luftsprung beiFreude). 5.Ausdruckskomponente Mimik, Gestik, Stimme und Haltung verändern sich je nachEmotion. Kulturübergreifend lässt sich nachweisen, dass der Gesichtsausdruck beiFurcht, Ärger, Überraschung, Freude, Traurigkeit und Ekel universell erkannt wird(Ekman, Sorenson & Friesen, 1969) In einer Studie von Ekman und Friesen (1972,zit. nach Matsumoto & Ekman, 1989) wurde amerikanischen und japanischen Vpnein Film gezeigt, der negative Emotionen wie Angst und Ekel auslöst. Die Videoanalyse zeigte, dass bei allen Vpn ungeachtet des kulturellen Hintergrunds die gleichenEmotionen zu beobachten waren. In einer zweiten Bedingung wurde der Film in Anwesenheit einer zweiten Vp (ein älteres hochrangigeres Mitglied der Versuchsleitung)vorgeführt. Jetzt zeigten sich große Unterschiede in den Reaktionen. Während die amerikanischen Vpn weiterhin ihre negativen Reaktionennach außen zeigten, verdeckten die japanischen Vpn ihre Reaktionen in Anwesenheitder Autoritätsperson mit einem Lächeln. Offenbar gehört es zur kulturellen Norm dereher kollektivistischen japanischen Kultur, bei Anwesenheit anderer Personen negativeGefühle nicht nach außen zu zeigen, da dadurch der soziale Frieden und Zusammenhalt gestört werden könnte. Matsumoto und Juang (2007) weisen auf einen anderen wichtigen Unterschiedzwischen kollektivistischen und individualistischen Kulturen hin. So sind kollektivistischer ausgerichtete Menschen in erster Linie bestrebt, den Frieden nach innen zu wahren, und zeigen daher gegenüber der Eigengruppe v.a. positive Emotionen, während gegenüber einer Fremdgruppe durchaus die Bereitschaft vorhanden ist, negative Emotionen deutlicher zum Ausdruck zu bringen. Kollektivistische Kulturen ziehen eine deutlichere Grenze zwischen Eigen und Fremdkultur. Auf der anderen Seite zeigen Angehörige individualistischer Kulturen gegenüber der Eigengruppe durchaus negative Emotionen, in Bezug auf positive Emotionen werden keine Unterschiede zwischen Eigengruppe und Fremdgruppe gemacht.
  • Basisemotionen nach Ekman - Ärger, Angst, Ekel, Überraschung, Freude, Trauer  Ekman und Friesen haben ein „Facial Action Coding System“ (Ekman & Friesen, 1978)entwickelt, mit Hilfe dessen Gesichtsausdrücke entschlüsselt werden können. Dabeiwerden 46 Bewegungseinheiten unterschieden (z.B. Hochheben der inneren Augenbraue, Zusammenziehen der Augenbrauen, Rümpfen der Nase, Anheben der oberenLippe, Einziehen der Mundwinkel, Zusammenpressen der Lippen, Öffnen der Lippen,Blinzeln mit beiden Augen, Zwinkern mit einem Auge usw.). Die Fähigkeit, Emotionen im Gesicht zu lesen, wird auch als Maß für die Empathiefähigkeit einer Person herangezogen. Baron-Cohen et al. (2001) haben dazu den„Reading the Mind in the Eyes Test“ entwickelt. Die Aufgabe der Vpn besteht darin, zu einem abgebildeten Augenpaar die richtige Emotion zu finden (s. Abb. 103). Insgesamtgibt es 36 derartige Aufgaben. Autisten schneiden bei diesem Test deutlich schlechter ab als gesunde Vergleichspersonen. Zudem gibt es charakteristische Geschlechtsunterschiede, das heißt, die Leistung von Frauen ist im Allgemeinen deutlich höher als die von Männern. Kritik an Basisemotionen : - Im eigenen Kulturkreis besser erkennbar, gilt auch für die Unterschiede in der Expresivität (In kollektivistischen Kulturen werden negative Emotionen gegenüber Ingroup nicht in großen Ausmaß gezeigt) - Hinweis japanische und chinesiche Säuglinge bereits weniger emotional reaktiv als amerikanische Säuglinge
  • Funktionen von Emotionen Funktionen von Emotionen Warum haben wir überhaupt Emotionen? Wäre es nicht auch denkbar, ohne Emotionen durchs Leben zu gehen? Wenn wir derartige Fragen stellen, fragen wir danach, welche Funktion Emotionen haben. Emotionen haben zumindest drei grundlegende Funktionen: 1. Handlungsleitende (motivationale) Funktion: Emotionen motivieren zu Handlungen. Furcht motiviert eine Flucht oder Vermeidungsreaktion, Freude eine Annäherungsreaktion. Plutchik (1980) nennt acht verschiedene Funktionen von Emotionen zur Bewältigung von Lebensaufgaben (s. Tab. 11). Kritisch lässt sich dagegen einwenden, die Bedeutung von Emotionen lässt sich nicht auf einige wenige evolutionstheoretisch gut erklärbare Funktionen reduzieren. 2. Informative Funktion: Emotionen informieren uns über bedeutsame Ereignisse und Veränderungen in der Umwelt: a) Als Relevanzdetektoren lenken sie die Aufmerksamkeit auf Chancen und Risiken in der Umwelt. b) Als Überwachungssysteme melden sie Fortschritte und Rückschläge in der Zielverfolgung. c) Als Feedbacksysteme signalisieren sie Folgen von Entscheidungen und Handlungen Wahrnehmung Bedeutsame Ereignisse sind zugleich auch emotionale Ereignisse. Aus diesem Grund werden sie wesentlich besser im Gedächtnis abgespeichert (konsolidiert). Sie dienen aber auch als Urteilsgrundlage. Das konnte in einer Studie von Schwarz und Clore (1983) demonstriert werden. Sie fragten ihre Vpn bei schönem und bei schlechtem Wetter nach ihrer allgemeinen Lebenszufriedenheit. In Abhängigkeit vom aktuellen Wetter wurde die Lebenszufriedenheit unterschiedlich eingeschätzt, bei schönem Wetter höher als bei schlechtem Wetter. Die aufgrund des Wetters momentan vorhandenen Gefühle dienten als Informationsgrundlage. Wurden die Vpn allerdings vor der Frage nach ihrer Lebenszufriedenheit nach dem aktuellen Wetter gefragt, zeigte sich kein Einfluss des Wetters auf die Lebenszufriedenheit. Offenbar war den Vpn dann bewusst, dass das aktuelle Wetter einen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit haben könnte, wonach sie diesen Einfluss „herausrechneten“. 3.Sozialkommunikative Funktion: Emotionen regulieren zwischenmenschliche Beziehungen, indem sie den anderen kommunizieren, wie es uns geht und was wir eigentlich wollen. So können Kinder ihr Spielzeug in einer Konfliktsituation eher behalten, wenn sie ihre Emotion des Ärgers oder der Traurigkeit auch zeigen (Camras, 1977). Weiter hat das Lächeln eine wichtige Funktion im sozialen Kontext. Lächeln signalisiert bereits bei der Begrüßung Freundlichkeit und positive Absichten, es kann aber auch beschwichtigen oder eine Situation entspannen. Generell lächeln Frauen mehr als Männer, v.a. unter Beobachtung, wobei die Unterschiede verschwinden, wenn sich Männer und Frauen auf gleicher hierarchischer Ebene befinden (LaFrance, Hecht & Paluck, 2003
  • Emotionstheorie von James ( James-Lange-Theorie) physiologische Reaktion erfolgt unmittelbar auf die Wahrnehmung, ohne dass es zu einer kognitiven Bewertung kommen muss. 3 Annahmen:  1) Bloße Wahrnehmung einer erregenden Tatsache ist hinreichend für das Auftreten körperlicher Veränderungen  2) Körperliche Veränderungen sind emotionsspezifisch 3) Bewusstes Erleben ( Fühlen) der körperlichen Emotion ist die Emotion 
  • Kritik von Cannon an der Theorie von James Kritik von Cannon an der Theorie von James Der amerikanische Physiologe Walter Cannon (1871–1945) brachte in seinem Aufsatzvon 1927 folgende Argumente gegen die James LangeTheorie vor: 1.Die vollständige Trennung der Eingeweide vom Zentralnervensystem führt zu keiner Veränderung emotionalen Verhaltens. Cannon bestätigte seine Annahme durchTierexperimente. Allerdings ist insbesondere für den Menschen fraglich, ob nichtzumindest das emotionale Erleben beeinträchtigt ist (s. die unten erwähnte Untersuchung von Hohmann, 1966). 2.Dieselben viszeralen Veränderungen treten bei verschiedenen emotionalen undauch nichtemotionalen Zuständen auf, z.B. bei Wut und Frösteln. Daher kann dasErleben einer bestimmten Emotion nicht durch diese Veränderungen determiniertsein. 3.Die Eingeweide sind relativ unempfindliche Organe, sodass wir nur wenig differenziert ihre Zustände wahrnehmen können. 4.Viszerale Veränderungen erfolgen zu langsam, um als Ursache des Gefühlserlebnisses in Frage zu kommen. 5.Die künstliche Herbeiführung der von James postulierten spezifischen viszeralenVeränderungen führt nicht zum Auftreten dieser Emotionen.
  • Zwei Komponenten Theorie von Schachter Schachter akzeptiert die Kritikpunkte 2, 3 und 5 von Cannon Zwei Faktoren wurden von Schachter postuliert: 1. physiologische Erregung (Aktivierung), die die Intensität des Gefühls bestimmt,und 2.die Kognition (Attribution bzw. emotionsrelevante Bewertung) bestimmt die Qualität des Gefühls (welche Emotion tritt überhaupt auf). 
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