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Strategisches Finanzmanagement 1 (Subject) / Lektion 2(2) - Aktienanalyse (Lesson)
Lektion 2(2) - Aktienanalyse
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- Aktienanalyse gilt als Basis für Kauf- und Verkaufsentscheidungen es werden zwei Analysearten unterschieden: - Fundamentalanalyse - Technische Analyse Zudem geht man davon aus, dass sich der Aktienkurs durch die Random Walk-Hypothesebeschreiben lässt, sofern der Kapitalmarkt effizient ist.
- Random Walk-Hypothese nach dieser Hypothese folgt die Entwicklung des Aktienkurses einem Zufallsprinzip und ist somit nicht vorhersagbar Voraussetzung: es liegt ein informationseffizienter Kapitalmarkt vor, in dem alle verfügbaren Informationen sofort in den Aktienkurs eingepreist werden --> der Kurs beruht einzig auf der Schätzung der Marktteilnehmer zum inneren Wert einer Aktie --> da alle Einschätzungen sofort verarbeitet werden, sind Kursprognosen unmöglich (auch: Theorie der symmetrischen Irrfahrt)
- Fundamentalanalyse geht davon aus, dass die Kursentwicklung von Aktien durch den inneren Wert bestimmt wird der innere Wert wird dabei mit dem aktuellen Kurswert der Aktie verglichen --> ist der innere Wert höher, wird der Kurswert steigen = Aktie sollte gekauft werden, da sie derzeit unterbewertet ist (und andersherum) die in der Fundamentalanalyse ermittelten Werte dienen als Empfehlung
- Fundamentalanalyse - allgemeine Vorgehensweise basiert auf Unternehmensdaten und dem Umfeld --> Analyse immer subjektiv und liefert unterschiedliche innere Werte der Aktie der innere Wert wird ermittelt indem der Unternehmenswert der AG festgestellt und durch die Anzahl der Aktien dividiert wird des werden die gesamtwirtschaftlichen Daten, die branchenspezifischen Daten und die Unternehmensdaten untersucht Untersuchung dient als Basis für die Einschätzung der zukünftigen UN-Gewinne, von welcher der innere Wert der Aktie abhängt
- Schritte der Fundamentalanalyse 1) Makroanalyse Analyse der aktuellen konjunkturellen Lage national und international (u.a. Inflationsrate, Zinsniveau, Wirtschaftswachstum) 2) Branchenanalyse nationale und internationale Analyse der aktuellen Lage und der zukünftigen Entwicklung der Branche des Emittenten (u.a. Wettbewerberanalyse, Marktbarrieren, Steuern und Gesetze) 3) Unternehmensanalyse Analyse der Kennzahlen des UN basierend auf Geschäftsberichten und anderen zugänglichen Informationen (u.a. Wachstum, Finanzlage)
- Ermittlung des inneren Werts kein einheitliches Vorgehen einfachstes Modell: Gewinnmodell --> geht von Nullwachstum des UN aus (100%ige Dividende) --> theoretischer Aktienpreis ist der zukünftig erwartete konstante JÜ pro Aktie (EPS), welcher mit dem Eigenkapitalkostensatz diskontiert wird --> Eigenkapitalkostensatz (KEK) = erwartete Rendite der Eigenkapitalgeber Barwert der Aktie (PV) = EPS / KEK
- Verwaltungsrechte des Aktionärs - Recht auf Teilnahme an der HV - Recht auf Information (Informationen über den rechtlichen und geschäftlichen Bereich des UN) - Stimmrecht auf der HV
- Vermögensrechte des Aktionärs - Recht auf anteilige Dividende (wird auf der HV bestimmt) - Bezugsrecht - Recht auf Gratisaktien (Zusatz- oder Berichtigungsaktien bei Kapitalerhöhungen aus Geschäftsmitteln) - Recht auf Liquidationserlös
- Aktienemission --> Erstemission (Going Public), Umwandlung einer Gesellschaft anderer Rechtsform, Ausgabe neuer Aktien bei einer Kapitalerhöhung oder Aktiensplit (Gratisaktien) kann privat an einen bestimmten Investorenkreis (meist kein Börsenhandel) oder öffentlich erfolgen Arten öffentlicher Platzierung: - Festpreisverfahren - Bookbuilding-Verfahren - Auktionsverfahren (Tenderverfahren)
- Fremdemission AG kann Aktien selbst emittieren Regelfall: Emission durch eine Bank oder einen Zusammenschluss mehrerer Banken (= Bankenkonsortium) werden alle Aktien durch die Bank(en) übernommen, spricht man von einem Übernahmekonsortium --> Risiko der vollständigen Emission geht auf das Konsortium über --> verbleibt das Risiko beim Emittenten, spricht man von einer Begebung oder kommissionsweisen Übernahme
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- Festpreisverfahren Emissionspreis wird bereits vor der Platzierung festgelegt Einschätzung des Preises auf Basis der aktuellen Börsenkurse ähnlicher AG's, der Unternehmensbewertung, der aktuellen Marktlage und der erwarteten Investorennachfrage nach Bekanntgabe des Preises haben die Anleger die Möglichkeit ihre Mengenvorschläge oder Zeichnungsangebote zu unterbreiten Wenn Angebot < Nachfrage: Überzeichnung (der von Anlegern akzeptierte Preis liegt über dem Festpreis - Folge: vorzeitige Schließung der Emission) Wenn Angebot > Nachfrage: Unterzeichnung (Folge: Bankenkonsortium übernimmt einen Teil der Aktien)
- Bookbuilding-Verfahren potenzielle Anleger nehmen an der Preisfindung teil Investoren bekommen lediglich eine feste Preisspanne sowie eine Zeichnungsfrist vorgegeben und entscheiden selbst über die Menge und den Preis den sie zu zahlen bereit sind --> sorgt für einen marktgerechten Emissionspreis
- Phasen des Bookbuilding-Verfahren 1) Pre-Marketingphase: richtet sich in Form von Pressekonferenzen und Unternehmenspräsentationen an große, institutionelle Investoren. Aus den unverbindlich abgegebenen Angeboten erfolgt die Festlegung der Preisspanne 2) Marketingphase: der zuvor festgelegte Preisrahmen wird bekannt gegeben. Institutionelle Anleger werden gezielt angesprochen 3) Order Taking-Phase: zweiwöchige Sammlung von Angeboten, sowohl von privaten als auch von institutionellen Investoren. Aus allen Angeboten wird der Emissionspreis ermittelt 4) Zuteilungsphase: Zuteilung der Aktien an die Investoren. Anleger deren Angebot unter dem Emissionspreis lag, werden ausgeschlossen, alle anderen erhalten die Aktien zum Emissionspreis, auch wenn das Angebot darüber lag --> bei Überzeichnung: Zuteilungsquote
- Auktionsverfahren (Tenderverfahren) - potenzielle Investoren geben Preis- und Mengenangebote in einer bestimmten Zeitspanne ab - Zuteilung der Aktien erfolgt an die Investoren mit den höchsten Geboten, anschließend werden die verbleibenden Aktien solange zugeteilt bis das Emissionsvolumen verbraucht ist Nachteil: Emittenten können keinen Einfluss auf die Investorenstruktur nehmen
- Kapitalerhöhung bei einer AG wird von der HV beschlossen (3/4 Mehrheit) Unterscheidung vor allem nach effektiver und nomineller Kapitalerhöhung
- effektive Kapitalerhöhung umfasst eine ordentliche (Regelfall), bedingte oder genehmigte Kapitalerhöhung - ordentliche Kapitalerhöhung = Ausgabe neuer Aktien - bedingte Kapitalerhöhung = darf nur erfolgen, wenn von einem unentziehbaren Umtausch- oder Bezugsrecht Gebrauch gemacht wird; Ausgabe junger Aktien erfolgt nur an Nicht-Aktionäre (Bsp. Wandelanleihen, Optionsanleihen, Ausgabe Belegschaftsaktien) - genehmigte Kapitalerhöhung = Genehmigung der HV das Grundkapital bis zu einem genehmigten Betrag (max. Hälfte) innerhalb von 5 Jahren zu erhöhen
- nominelle Kapitalerhöhung Erhöhung aus Gesellschaftsmitteln ändert nicht die Höhe sondern die Zusammensetzung des EK dafür werden Gewinn- und/oder Kapitalrücklagen in gezeichnetes Kapital gewandelt resultiert in Gratisaktien für Altaktionäre
- Technische Analyse Fokus ausschließlich auf den historischen Börsendaten und dem Kursverlauf betriebswirtschaftliche Daten und das volkswirtschaftliche Umfeld des UN werden außer Acht gelassen Kursdiagramme (Charts) geben Aufschluss darüber, wann der perfekte Zeitpunkt für einen Eintritt oder Austritt aus dem Markt ist selbsterfüllende Prophezeiung: erwarten die Investoren bestimme Kursbewegungen, werden bestimmte Handlungen vorgenommen (Kauf oder Verkauf), was zu einer Kurssteigerung oder einem Kursfall führt häufigste Chart-Formen: Kerzenchart & Linienchart
- gleitender Durchschnitt Indikator für den Durchschnittskurs einer Aktie über eine bestimmte Periode meistens 38, 100 und 200 Tage-Linien wird die Durchschnittslinie von unten nach oben durchbrochen --> Kaufsignal wird die Durchschnittslinie von oben nach unten durchbrochen --> Verkaufssignal
- Trendkanal Betrachtung des Kursverlaufs, sowie Identifikation von Hoch- und Tiefpunkten des Verlaufs --> Widerstands- und Unterstützungslinien Laufen die Linien parallel lässt sich ein Trend erkennen Aktienkurse bewegen sich zwischen den sinkenden Hochpunkten (Abwärtstrend) und den steigenden Tiefpunkte (Aufwärtstrend) wenn der Kurs die Linie nach oben durchbricht, so signalisiert dies steigende Kurse
- Momentum Indikator dafür, wir stark und wie schnell sich die Kurse im Verhältnis zum aktuellen Kursniveau bewegen --> das Momentum berechnet den Trend der Kursentwicklung bestimmt wird das Momentum anhand der Kursdifferenz für eine bestimmte Zeitperiode entscheidendes Merkmal ist, ob das Momentum steigt oder fällt und ob es unter oder über der Signallinie (Nulllinie) verläuft