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Methoden für EE (Subject) / Project Screening (Lesson)
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- Welche Pläne verfolgt das Land NRW hinsichtlich des Ausbaus der Windenergie? Die aktuellste Änderung von 2019 am LEP NRW durch die amtierende schwarz-gelbe Regierung unter Armin Laschet nennt keine konkreten Ausbauziele für die Windenergie in NRW mehr. Es wird lediglich auf das gesamtdeutsche Ausbauziel für den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch verwiesen. Hier sind 80% bis 2050 angedacht. Die vorangegangene Landesregierung von NRW (rot-grün) hatte für Windenergie die folgenden Ziele festgelegt: -bis 2020: 15% der landesweiten Stromversorgung aus Windenergie -bis 2025: 30% der landesweiten Stromversorgung aus Windenergie
- Was enthält der NRW-Winderlass und was soll damit bezweckt werden? Der WEE enthält alle rechtlich relevanten Informationen zur Planung einer WEA. Er dient als Informationsquelle, einheitlicher Leitfaden und Empfehlungsgeber bei der Planung von WEAs. Er ist grundsätzlich allen BürgerInnen zugänglich, adressiert aber im Besonderen Kommunen und Gemeinden, Investitonswillige, und Bürgerinitiativen, sowie betroffene Anwohner. Der WEE wurde mit der Intention realisiert, eine einheitliche und umfängliche Informationsgrundlage zu schaffen, die die Umsetzung von WEAs erleichtert. Außerdem soll er durch die zur Verfügung gestellten Informationen die Akzeptanz in der Bevölkerung steigern.
- Was können andere Länder von der NRW-Politik in Sachen Windenergie lernen? -> positive und negative Aspekte Was sind positive Aspekte? (Nennen und beschreiben Sie drei positive Aspekte) -Energie-Atlas NRW: gesammelte relevante Informationen als Karte verfügbar Was sind negative Aspekte? (Nennen und beschreiben Sie zwei negative Aspekte) - Geplanter Mindestabstand: Neuanlagen dürfen demnach nicht näher als 1500m an Wohngebäude herangebaut werden - Abschaffung der Verpflichtung zur Ausweisung von Vorrangzonen: Kommunen sind in Zukunft nicht mehr dazu verpflichtet Vorrangzonen für die Windenergie auszuweisen
- Wie unterstützt das Land NRW den Ausbau der Windenergie? Beschreiben Sie 3 Aspekte. - Energieagentur NRW: Von der Landesregierung beauftragte Plattform für zur Kompetenzvermittlung und -gewinnung im Energiesektor - Windenergie-Erlass: Zentrales Planungs- und Informationsinstrument - Energieatlas NRW: Bereitgestellt durch LANUV
- Beschreiben Sie, wie Sie geeignete Standorte beim Screening finden können. Was ist bei der Vorplanung eines Windparks zu beachten? Grundsätzlich sollten zunächst die in der betroffenen Gemeinde ausgeschriebenen Vorrangzonen gesichtet werden, da hier die bürokratischen Hürden für die Genehmigung einer WEA am geringsten ausfallen. Des Weiteren müssen alle unter 6. aufgeführten Kriterien sorgfältig geprüft werden, und ggf., möglichst frühzeitig im Planungsprozess, Kontakt zu den jeweils zuständigen Behörden und Genehmigungs-stellen aufgenommen werden. Wichtig ist auch möglichst früh in der Planungsphase die öffentliche Stimmung am Standort zu erkennen, und entsprechende Maßnahmen zur Förderung der öffentlichen Akzeptanz einzuleiten.
- 6. Nennen und beschreiben Sie (z.B. fünf) Aspekte, die Sie beim Project Screening analysieren. - Vorranggebiete für Windenergie: Durch die Kommunen in den jeweiligen Flächennutzungs-plänen festgelegte Gebiete zur vorrangigen Nutzung durch Windenergie. Diese zeichnen sich häufig durch geringe bürokratische Hürden für den Umsetzenden aus, da alle genehmigungs-rechtlichen Aspekte bereits im Vorfeld durch die Kommunen geprüft wurden. -Tabuzonen: Sind Gebiete in denen eine WEA IN KEINEM FALL (harte Tabuzonen) bzw. nur in SEHR SELTENEN AUSNAHMEFÄLLEN unter hohem Aufwand (weiche Tabuzonen) genehmigt werden wird. Unter harte Tabuzonen fallen z.B. Siedlungen inklusive des vorgegebenen Mindestabstands, sowie Bereiche für den Schutz der Natur, aber auch noch einige Weitere. Weiche Tabuzonen können z.B. Flächen für den Braunkohletagebau (besonders in NRW relevant), oder Bereiche für den Grundwasser oder Gewässerschutz sein - Abstände: Es ist zu prüfen, ob die gewählte Fläche alle gesetzlich vorgegebenen Mindestabstände einhält, und ob ggf. eine spezielle Genehmigung einer Behörde eingeholt werden muss. Wichtig sind hier, neben dem Abstand zu Siedlungen, z.B. die Abstände zu militärischen Einrichtungen, Luftfahrtseinrichtungen und seismologischen Stationen, und noch einige weitere - Infrastruktur: Es muss geprüft werden, wie gut das gewählte Gebiet an geeignete Zufahrstwege angebunden ist, um einen reibungsfreien Ablauf der Bauphase zu gewährleisten -Netzanschluss: Es muss geklärt werden, welcher Netzbetreiber zuständig ist, und wo die nächstgelegene, sinnvolle Anschlussstelle zur Verfügung steht -Windhöffigkeit: Es muss geprüft werden, ob die Windhöffigkeit am gewählten Standort für einen wirtschaftlichen Betrieb der WEA überhaupt ausreichend ist
- Sie bekommen eine Landkarte für eine Region und sollen damit geeignete Standorte identifizieren. Die Windverhältnisse sind an allen Stellen ähnlich. Wie gehen Sie vor? - Vorrangzonen der Kommunen identifizieren und deren aktuellen Bebauungsstatus klären - Tabuzonen und gesetzlich einzuhaltende Mindestabstände lokalisieren - Geeignete Zufahrtsstraßen (schwerlastfähig) kennzeichnen - Geeignete Netzanschlussstellen kennzeichnen - Standort mit geeigneter Netz- und Verkehrsinfrastruktur wählen, der sich mit keiner Tabuzone überschneidet, idealerweise innerhalb einer Vorrangzone - Standort in jedem Fall vor Ort sichten!
- Welche Informationen gibt es über das lokale Windaufkommen und den Wind-(Referenz)Ertrag an den Standorten? In NRW, in Hessen? NRW: -Energieatlas -Daten des DWD Hessen: -Daten des DWD -Windpotentialkarte Hessen
- Nennen und beschreiben Sie Ausschlusskriterien bei der Standortwahl? -Harte Tabuzonen: -Siedlungsbereiche und entsprechender Mindestabstand - Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereiche - Bereiche für den Schutz der Natur Hierunter fallen: Nationalparks oder nationale Natur-monumente, Naturschutzgebiete, Natura 2000-Gebiete -Bereiche zur Sicherung und für den Abbau oberflächennaher Bodenschätze - Bereiche mit geringer Windhöffigkeit -Weiche Tabuzonen: -Reservegebiete für den oberirdischen Abbau nicht energetischer Bodenschätze - Flächen für den Braunkohletagebau - Nachfolgenutzung bestimmter Flächen - Bereiche für den Schutz der Landschaft und der landschaftsorientierten Erholung - Bereiche für den Grundwasser- oder Gewässerschutz - Überschwemmungsbereiche -Waldgebiete: Sind unter SEHR speziellen Bedingungen für die Bebauung mit WEAs zulässig, allerdings sind die Hürden durch die schwarz-gelbe Regierung erneut angehoben worden (keine Privilegierung für WEAs in Waldgebieten mehr), sodass sie praktisch als harte Tabuzonen zu werten sind
- Ihrem Unternehmen wird ein Gelände für einen Windpark angeboten, dass in einem Naturschutzgebiet liegt. Wie beurteilen Sie die Umsetzbarkeit dieses Projekts? Sehr schlecht. Obwohl theoretisch unter hohem Aufwand möglich, wird es praktisch kaum realisierbar sein alle notwendigen Genehmigungen für diesen Fall einzuholen, zumal es in NRW für einen solchen Fall auch keine Präzedenzfälle gibt. Auch wirtschaftlich gesehen wäre das Vorhaben durch das hohe Risiko und den anzusetzenden Zeit- und einhergehenden Kostenaufwand unsinnig. Abgesehen davon wäre wohl die öffentliche Akzeptanz eines solchen Vorhabens katastrophal.
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- Ihrem Unternehmen wird ein Gelände für einen Windpark angeboten, wo in der Nähe Rotmilane gesichtet wurden. Wie beurteilen Sie die Umsetzbarkeit dieses Projekts? Sehr schlecht. Der Rotmilan ist sowohl auf EU-Ebene als streng geschützte Tierart gelistet, als auch auf bundesdeutscher Ebene gemäß §7 Abs. 2 BNatSchG als streng geschützt kategorisiert. Demnach wird ein Bauvorhaben in diesem Gebiet einer sehr (zeit)intensiven Prüfung unterzogen werden, um mit größter Wahrscheinlichkeit keine Genehmigung zu erhalten.
- Welche Anforderungen an die Infrastruktur (Straßen, Netze) sollten erfüllt sein? - Netz mit ausreichender Kapazität und geeigneter Anschlussstelle ist idealerweise schon vorhanden (ansonsten zeitlicher Mehraufwand) - Schwerlastfähige Zufahrtswege (Vorsicht z.B. bei Brücken) - Möglichst breit ausgebaute Zufahrtswege, wegen großem Wendekreis der Transportfahrzeuge - Idealerweise Zufahrt ohne Passage von Ortschaften möglich
- Kann ein Windpark an einer beliebigen Stelle gebaut werden, wenn dort ausreichend Wind weht? Nein. Alle unter 6. genannten Aspekte sind zu prüfen und die entsprechenden Genehmigungen einzuholen.
- Inwiefern müssen in der Nähe liegende Gebäude/Ortschaften bei der Standortwahl berücksichtigt werden? Der angedachte Mindestabstand sollte (bald: muss) eingehalten werden. Außerdem darf es weder zu einer optischen, noch zu einer akustischen Beeinträchtigung kommen. Hierzu ist eine immissioschutzrechtliche Genehmigung einzuholen.
- Inwiefern müssen in der Nähe liegende Flughäfen / Leitungsmasten / Krankenhäuser/Flughäfen/ Militäreinrichtungen bei der Standortwahl berücksichtigt werden? Die vorgeschriebenen Mindestabstände sind einzuhalten und die entsprechenden Genehmigungen einzuholen: Min. 5km: Militärische Radaranlagen 1,5km beidseitig: Tiefflugkorridore der Bundeswehr 400m-850m: Flugplätze Einzelfallprüfung: Krankenhäuser
- Ein Windpark soll in einem Gebiet entstehen, wo in der Dämmerung eine seltene Fledermausart unterwegs ist. Wie kann sich das auf Planung und Betrieb des Windparks auswirken? Es muss zum einen mit Mehrkosten gerechnet werden, da spezielle Radarsysteme zur Früherkennung von Fledermausflug installiert werden müssen. Zum anderen ist mit Ertragsverlust zu kalkulieren, da die WEA zum Schutz der Fledermäuse in deren Hauptflugzeit, meist Dämmerung, abzuschalten ist. Außerdem birgt die Planung eines solchen Vorhabens immer das Risiko in Konfliktsituationen mit Tierschützern zu geraten, was schlussendlich schlecht für die öffentliche Meinung zur Windenergie ist.
- Was ist eine Konzentrationszone für Windenergie? Warum ist eine Planung in einer ausgewiesenen Konzentrationszone empfehlenswerter? Eine Konzentrationszone ist eine von der Gemeinde im Flächennutzungsplan festgeschriebene Fläche, die vorrangig der Nutzung durch Windenergie zur Verfügung gestellt werden muss. (Vorteile auf der nächsten Seite) Vorteile: -geringerer zeitlicher und personeller Aufwand, da die unter 6. aufgeführten Kriterien bereits durch die Gemeinde geprüft wurden - sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass alle nötigen Genehmigungen vergleichsweise schnell erteilt werden -> hohe Einsparung im in finanzieller Hinsicht, bei geringem Risiko
- Nennen und beschreiben Sie vier Beispiele, wo ein Windpark auf keinen Fall geplant werden sollte. -In unmittelbarer Nähe von Siedlungsbereichen: Hier wird sowohl auf Grund der angedachten Mindestabstände keine baurechtliche Genehmigung, als auch auf Grund der optischen und akustischen Belastung keine immissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilt werden -An Standorten mit einer zu geringen Windhöffigkeit: An Standorten die unterhalb der IEC-Windklasse IV einzuordnen sind, also Low-Wind-Standorte mit mittlerer Windgeschwindigkeit von 6m/s, sollte von der Installation einer WEA abgesehen werden, da diese voraussichtlich kaum wirtschaftlich wäre. An Standorten der IEC-Windklasse IV muss die Wirtschaftlichkeit der WEA im Vorfeld sehr genau analysiert werden. - Habitate von geschützten Tierarten: Standorte, die den Lebensraum für Tierarten, die gemäß BNatSCHG oder FFH-Vorgaben geschützt sind, bilden sollten nicht für die Planung einer WEA herangezogen werden. Es würde ein hoher Zeit- und Kostenaufwand durch die Genehmigungsverfahren entstehen, die realistisch betrachtet kaum Erfolgschancen bieten. -Flächen, die gesetzlich festgeschriebene Mindestabstände nicht einhalten: Für eine Vielzahl von Objekten, z.B. militärische Anlagen oder Flughafen, gelten gesetzliche Mindestabstände. Werden diese unterschritten wird dem Vorhaben die Genehmigung der entsprechenden Behörde nicht erteilt.
- Welche aktuellen Diskussionen auf Bundes- und Landesebene könnten zukünftige Windenergie-Projekte beeinflussen? Bund: -Versorgungssicherheit -Mindestabstände -Klimaschutzziele und aktuelles Klimapaket -Klimaschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe -Energiewende -> Sektorenkopplung -Konflikt Klima vs Wirtschaft Land: -Technologische Entwicklung und Stärkung der Region-> Kohleausstieg -Mindestabstände
- Welche Aspekte beeinflussen auf Bundesebene bzw. durch Bundesgesetze/-Verordnungen die Planung eines Windparks? EU-politische Verordnungen und Beschlüsse, Positionierung der amtierenden Regierung gegenüber der Windenergie, das EEG und dessen Aktualisierungen (wichtig: finanzielle Förderungen und andere Privilegierungen) , Vorgaben gemäß EnWG, BauGB, BImSchG und BNatSchG
- Welche Aspekte beeinflussen auf Landesebene bzw. Landesgesetze/-Verordnungen die Planung eines Windparks? Die im jeweils gültigen Landesentwicklungsplan festgehaltenen Bestimmungen, zu Ausbau, Genehmigungsrecht und Förderung (starke Abhängigkeit von der politischen Ausrichtung der amtierenden Regierung!)
- Welche Aspekte beeinflussen auf kommunaler Ebene bzw. durch Vorgaben der Kommune die Planung eines Windparks? Die im Flächennutzungsplan festgehaltenen Vorrangzonen für Windenergie, auf kommunaler Ebene festgelegte Entscheidungen bezüglich Abständen, Haltung der Kommune gegenüber Windenergie (starke Abhängigkeit von politischer Orientierung!)