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Psychosomatische Medizin (Subject) / Verhaltensauffälligkeiten Study Guide (Lesson)
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- Was zählt zu den Verhaltensauffälligkeiten? Persönlichkeitsstörungen - spezifische PS - kombinierte PS andauernde Persönlichkeitsveränderungen
- Was sind Persönlichkeitsstörungen im Sinne des medizinischen Krankheitsmodells nicht nosologisch (Krankheit systematisch beschreibend) keine Krankheit
- Warum sind PS im Sinne des medizinischen Krankheitsmodells keine Krankheit? Abgrenzung zwischen normal und gestört oder gesund und krank ist fließend und nicht scharf
- Was beschreibt eine PS? ein diagnostisches Konstrukt zur Beschreibung verschiedener interpersoneller Kommunikationsstörungen, die durch einen dysfunktionalen Interaktionsstil der betroffenen Person und die negative Reaktion ihrer Interaktionspartner charakterisiert ist
- Was ist bei einer PS gestört? interpersoneller Kommunikationsstiel
- Wie ist die interpersonelle Kommunikationsstörung der PS charakterisiert 1. dysfunktionaler Interaktionsstil der betroffenen Person 2. negative Reaktion ihrer Interaktionspartner
- mit welchem Störungsbild zeigen PS viel Übereinstimmung und welche? Somatoformen Störungen - psychosomatische Symptombildung - interaktionelle Beziehungsmuster, die oft für Patient und Helfer enttäuschend verlaufen
- Was wird durch die Anwesenheit einer PS beeinflusst? der Behandlungsverlauf anderer psychischer Erkrankungen => Wirkung von psychotherapeutischen und psychopharmakologischen Therapieverfahren oft geringer
- Wenn bei psychischen Erkrankungen auch eine PS Auftritt führt das wozu? Behandlungsverlauf verändert => Wirksamkeit von Therpaien geringer
- Kriterien einer PS nach ICD-10 1. dauerhafte innere Erfahrungs- und Verhaltensmuster weichen deutlich von kulturell erwartenden und akzeptierten Vorgaben (Normen) ab 2. Abweichungen in mehr als einem Bereich: Kognition, Affektivität, Impulskontrolle, Bedürfnisbefriedigung, zwischenmenschliche Beziehungen und Art des Umgangs mit ihnen 3. Abweichungen sind so ausgeprägt, dass das resultierende Verhalten unflexibel, unangepasst oder unzweckmäßig ist 4. Persönlicher Leidesdruck, nachteiliger Einfluss auf die soziale Umwelt oder beides 5. Abweichung ist stabil und begann in der Adolsezenz 6. Abweichung kann nciht durch das Vorleigen oder Folge einer anderen psychischen Störung des Erwachsenenalters erklärt werden 7. organische Erkrankung, Verletzung oder deutliche Funktionseinschränkung des Gehirns muss ausgeschlossen werden
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- Welche spezifischen PS gibt es nach ICD-10? paranoide PS schizoide PS dissoziale PS emotional instabile PS vom Borderline-Typ histrionische PS anankastische (zwanghafte) PS ängstlich (vermeidende) PS abhängige PS narzisstische PS passiv-aggressive PS kombinierte PS andauernde Persönlichkeitsänderung
- paranoide PS Persönlichkeit beherrschendes, nicht gerechtfertigtes Misstrauen gegenüber anderen Menschen und eine Neigung, ihnen bösartige Motive zu unterstellen
- schizoide PS Rückzug von affektiven, sozialen und anderen Kontakten mit ausgeprägter sozialer Isolierung und einzelgängerischem Verhalten enge Beziehungen meist nur innerhalb des Kreises der Erstgradverwandten es besteht nur ein begrenztes Vermögen, Gefühle auszudrücken und Freude daran zu erleben
- dissoziale PS deutliche und überdauernde Verantwortungslosigkeit und Missachtung sozialer Normen fehlendes Schuldbewusstsein niedrige Schwelle für aggressives Verhalten geringe Frustrationstoleranz mangelnde Lernfähigketi aufgrund von Erfahrungen Beziehungen zu anderen Menschen nicht stabil
- Emotional instabile PS vom Borderline-Typ überdauerndes Muster impulsive Handlungen ohne Berücksichtigung deren Konsequenzen unvorhersehbare Stimmungsschwankungen Neigung zu instiven und instabilen Beziehungen Unsicherheit bezüglich des Selbstbildes/ Identitätsunsicherheit anhaltendes Gefühl der Leere autoaggressive und streitsüchtige Verhaltensmuster große Angst vor dem Alleinsein Trennungs- und Verlustängste
- histrionische PS tiefgreifendes Muster mit übertrieben theatralischem Verhalten Dramatisierung Oberflächlickeit labiler Stimmungslage gesteigerter Beeinflussbarkeit dauerndes Verlangen nach Anerkkenung, Außenreizen, Aufmerksamkeit und Bewunderung erhöhte Kränkbarkeit übermäßiges Interesse an körperlicher Attraktivität mit sexuell verführerischem und provokant manipulativem Verhalten
- Anankastische (zwanghafte) PS dominierende Gefühle von Zweifel und großer Vorsicht Starrheit in Denken und Handeln übermäßig perfektionistische Beschäftigung mit Details, Listen, Ordnung und Regeln Notwendigkeit ständiger Kontrolle beharrliche unerwünschte Gedanken (nicht so schwer wie Zwangsstörung) Pedanterie und Rigidität Aufgabenerfüllung und Genussfähigkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen reduziert
- Ängstlich (vermeidende) PS übermäßige Sorge abgelehnt zu werden unattraktiv zu sein minderwertig zu sein Angespanntheit eingeschränkter Lebensstil wegen starkem Bedürfnis nach Sicherheit
- abhängige PS beherrschende intensive Gefühle von Anspannung und Besorgtheit mangelnde Fähigkeit zum Treffen eigener Entscheidungen appellieren an die Hilfe anderer Gefühl sozial minderwertig und anderen unterlegen zu sein Angst, nicht für sich selber sorgen zu können und hilflos zu sein Übertriebene Erwartung von anderen Menschen kritisiert und zurückgewiesen zu werden
- narzisstische PS mangelndes Selbstbewusstsein und Ablehnung der eigenen Person nach innen tiefgreifendes Muster von Großartigkeit nachh außen Verhalten wirkt arrogant und überheblich Suche nach Bewunderung und Anerkennung Schenken anderen Menschen wenig echte Aufmerksamkeit und Empathie übertriebenes Gefühl von Wichtigkeit Größenideen mit Überschätzung eigener Fähigkeiten Erwartung automatischen Eingehens anderer Menschen auf die eigenen Bedürfnisses im Zwischenmenschlichen Kontakt: Neidgefühle, Empfindlichkeit gegenüber Kritik Gefühle von Wut, Scham oder Demütigung
- passiv-aggressive PS negativistische Einstellung passiver Widerstand gegenüber Leistungsanforderungen und dem sozialen Umfeld Wahrnehmung missverstanden und ungerecht behandelt zu werden
- Andauernde Persönlichkeitsänderung Folge extremer, übermäßiger, anhaltender Belastung oder nach schwerer psychiatrischer Krankheit bei Personen ohne vorbestehende PS Schwere Schädigung oder Erkrankung des Gehirns muss ausgeschlossen werden
- Prävalenz - in der Allgemeinbevölkerung - bei psychiatrischen Patienten - 7-15% - 40-60%
- Welche PS wird besonders häufig diagnostiziert ängstlich vermeidende PS 15%
- Welche PS wird selten diagnostiziert? schizoide 2% paranoide 2%
- Wie ist die psychiatrische Komorbidität sehr hoch viele Patienten mit einer PS haben zusätzlich eine psychiatrische Diagnose (60%)
- Wie ist das Risiko für Menschen mit PS eine psychiatrische Erkrankung zu entwickeln erhöht
- Bei welcher PS ist die psychiatrische Komorbidität sehr hoch? PS vom Borderline Typ 85%
- Wie viele Patienten haben eine weitere PS wenn sie bereits eine PS haben? 50%
- Welche anderen psychischen Erkrankungen treten häufig komorbid auf? Depression Angststörung Substanzstörung Essstörung Kombination mehrerer PS
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- Was hat eine große Bedeutung für die Diagnostik, Behandlung und Prognose von Patienten mit PS? Komorbidität
- Warum hat Komorbidität große Bedeutung für Diagnostik, Behandlung und Prognose? viele Patienten mit PS suchen erste aufgrund komorbider Symptome professionelle Hilfe auf - z.B. bei depressiven Störungen, Angststörungen oder Substanzabhängigkeit
- Was steht in deutlicher Beziehung zu der Zahl komorbider Störungen? Lebensqualität Krankheitsschwere Therapieergebnis Neigung zur Chronifizierung Rückfall
- Wozu ist die systematische und vollständige Erfassung von Komorbiditäten notwendig zur individuellen Therapieplanung
- Wie sollte die Diagnostik verschiedener klomorbider Störungen nach ICD ablaufen? zunächst beschreibend ohne Bewertung möglicher ätiologischer Wechselwirkungen ohne Hierarchisierung
- Was ist im Behandlungsplan erforderlich? Hypothesen zur Natur der Wechselbeziehung zwischen den einzelnen Störungen aufzustellen Hierarchisierung in der Reihenfolge der Behandlugn der einzelnen Symptome und Störungen erarbeiten
- Welche Kriterien reichen für eine Diagnose einer PS nach ICD-10 aus? psychiatrisch-deskriptive Kriterien
- Wozu reichen die psychiatrisch deskriptiven Kriterien nicht aus? systematische Erfassung der - typischen Verhaltensmuster - Beziehungsgestalung - Leidesndruck im konkreten Einzelfall
- Wie kann eine systematische Erfassung der PS geleistet werden? mittels OPD: operationalisierte psychodynamische Diagnostik
- OPD Achsen 1. Beziehungsmerkmale 2. Konfliktmerkamle 3. Strukturmerkmale
- OPD-Achse 1 Beziehungen - die Erlebensperspektive des Patienten und die seiner Interaktionspartner werden unter Berücksichtigung des Selbsterlebens und des Fremderlebens einander gegeübergestellt - der Patient erlebt sich immer so.../ andere immer so... - andere erleben den Patienten immer so .... / sich selbst gegenüber dem Patienten immer so...
- OPD Achse 2 Konflikt Jeder Mensch ist eingebunden in die motivationalen bewussten und unbewussten Auseinandersetzugnen die sein Leben mit sich bringt resultierende Konfliktspannungen sind individuell geprägt und können bei schweren Konflikten zu psychischen und psychosomatischen Symptomen führen für die Konflikt-Diagnostik ist die akutelle diagnostische Szene wichtig, da hier die Konfliktdynmaik intrapsychisch und interpersonell wirksam wird
- Was ist für die Konflikt-Diagnostik wichtig? die aktuelle diagnostische Szene
- Warum ist die aktuelle diagnostische Szene wichtig? - Achse 2 weil hier die Konfliktdynamik intrapsychisch und interpersonell wirksma wird Leitaffekt und Übertragung/ Gegenübertragung sind erlebensnah agrenzbar Übertragungsbeziehung Arzt-Patient und die dort auftretenden Gefühle und Kognitionen können diagnostisch genutzt werden => das Hier-und-Jetzt Muster des aktuellen Konflikts kann bestimmt werden => konflikthafte Belastung (Aktualkonflikt) ist abzugrenzen von dysfunktionalen lebensbestimmenden (neurotischen) Konflikten, die bereits in der Vorgeschichte hervortreten
- Was kann in der Übertragungsbeziehung diagnostisch genutzt werden? Das hier-und-jetzt Muster des akutellen Konfliktes
- Was gilt bei Achse 2 zu beachten? bei gering integriertem Strukturniveau sind keine abgrenzbaren Konflikte zu identifizieren es imponieren vielfältige starre Konfliktschemata in desem Fall hat Strukturdiagnostik (Achse 3) besondere Bedetung => kein Hauptkonflikt abgrenzbar
- Wenn kein Hauptkonflikt abgrenzbar ist zeigt sich was in der Gegenübertragung? Ärger aufgrund der abwehrenden Darstellung
- Was sind repetitiv-dysfunktionale Konflikte an sich maladaptives Wiederholen suboptimaler Lösungmuster als Wiederholungszwang der eigenen Lerngeschichte
- Welche typischen repetitiv-dysfunktionalen Konflikte gibt es? Individualtion vs. Abhängigkeit Unterwerfung vs. Kontrolle Versorgung vs. Autarkie Selbstwertkonflikt Schuldkonflikt Ödipaler Konflikt Identitätskonflikt
- Individuation vs. Abhängigkeit Erkrankung als existentielle Bedrohung vs. Erkrankung ala akzeptable Abhängigkeit