16

Psychologie (Subject) / Diagnostik VL (Lesson)

VL 4

This lesson was created by camicatze.

Learn lesson

Advertisement
  • Was versteht man unter dem Begriff „Public health“? Interdisziplinäres Fach mit multidisziplinären Zugang und Vielfalt an Methoden Psychologie unter Sozialwissenschaften subsummiert Die Wissenschaft & Kunst Krankheiten zu vermeiden und ein langes gesundes Leben mittels organisierten Bemühungen & informierten Entscheidungen der Gesellschaft zu haben. Psychologie: Repräsentiert eine von vielen Disziplinen, die helfen sollen über Determinanten von Krankheiten und Gesundheit + Modifizierbarkeit zu informieren
  • Messäquivalenz Messinvarianz betrifft die Frage, ob Ergebnisse aus der Operationalisierung eines Konstrukts unter verschiedenen Bedingungen die gleiche Bedeutung haben. Messinvarianz = Messäquivalenz ->  Prüfung der Messinvarianz von Fragebögen als notwendige Grundlage für Mittelwertsvergleiche -> Messinvarianz von Fragebögen gilt als notwendige Voraussetzung für sinnvolle Interpretation von Unterschieden in Skalenmittelwerten zwischen Gruppen.
  • Was sind relevante Frage bei der Prüfung der Messinvarianz? 1) Passen die Messmodelle in verschiedenen Gruppen zu den Daten? 2) Welche Modellparamter unterscheiden sich zwischen den Gruppen? 3) In welchem Ausmaß ist Strukturbeziehung zwischen latenten Variablen in jeweiligen Gruppen unterschiedlich?
  • Welche Beispiele für Messäquivalenz kennen Sie? Test-Fairness (Leistungstest) bei: Geschlecht Sozioökonomischer Status Bildungsnähe/ferne Migrationshintergrund Sprachlicher Hintergrund
  • Klassische Testtheorie- Messinvarianzanalysen MGCFA: = Multi-Group Confirmatory Analysis   Aufdecken von Unterschieden zwischen Pfadkoeffizienten unterschiedlicher Gruppen einer Stichprobe oder zwischen verschiedenen Stichproben Faktorwerte, Pfadkoeffizienten, Variablenvarianzen Messmethode wird Chi-Quadrat & Root Mean Square Error of Approximaton (RMSEA) verwendet Mit ihrer Hilfe lässt sich Güte der anpassung eines Strukturgleichungsmodells an einem Datensatz bestimmten Durch Vergleich dieser Werte in unterschiedlichen Gruppen lassen sich bedeutsame Unterschiede aufdecken  
  • MGCFA: Schrittweises Vorgehen, bei dem vier zunehmend strengere Formen der Invarianz analyisiert werden 1. Konfigural 2. Metrisch 3. Skalar * 4. Strikt *Starke (skalare) Invarianz Voraussetzung für sinnvolle Mittelwertsvergleiche zwischen definierten Gruppen bei Nutzung desselben Fragebogens
  • Depressivität bei Frauen & Männern Messäquivalent? Wird kontrovers diskutiert, ob und wie Depression bei Männern & Frauen zu unterscheiden ist Einschluss von Items, deren Beantwortung sich deutlich zwischen Männern & Frauen unterscheidet, kann die ermittelten geschlechtsbezogenen Depressionsraten beeinflussen! Überprüfung von Depressionscreener, die in Bevölkerungsumfragen eingesetzt werden, zeigen quantitative Messäquivalenz zwischen Männer und Frauen 
  • Schlafstörungen über alle Altersgruppen hinweg messäquivalent? Strikte Messinvarianz kann zwischen Männern und Frauen angenommen werden. Bezüglich Leben in Partnerschaft, und sozioökonomischen Status zeigte sich partiell strikte Invarianz. Über die gesamte Stichprobe hinweg ergibt sich für verschiedene Altersgruppen lediglich partiell skalare Invarianz. Darauf folgte Einteilung in jüngere (<40) und ältere (>40) Bevölkerungsschichten. Werden diese Gruppen separat getestet, kann partielle strikte Invarianz für die jeweilige Subpopulation nachgewiesen werden
  • Messinvarianzanalysen Messinvarianz (MI) dann bestätigt, wenn Fit des über Gruppen betrachteten Gesamtmodells bei Einführung der Identitätsrestriktion einer Invarianz-Stufe nicht signifikant schlecht wird als Fit des Gesamtmodells ohne Identitäsrestriktion. MI bei praktischen Anwendungen oft nicht gegeben => Um Gruppenverglech trotzdem durchführen zu können = Partielle Invarianz Bei Verletzung auf Prüfebene werden einzelne Identitätsrestriktoren aufgehoben (also Parameter frei geschätzt) bis anhand der Fitmaße (partielle) Invarianz auf der entsprechenden Prüfstufe bestätigt werden kann  
  • Partielle Invarianz Liegt vor, wenn auf Messinvarianz-Stufe einzelne Identitätsrestriktoren aufgehoben werden, sodass sich Modell-Fit verbessert   Die dadurch entstehende „Verletzung“ der theoretisch unterstellten Identitäten aus Sicht der Anwendungspraxis ist aber noch „akzeptabel“
  • Advertisement
  • Messäquivalenzformen in der Kulturvergleichenden Psychologie: 1. Sprachlich 2. Funktional 3. Konzeptuell 4. Metrisch Bsp.Messen die psychologischen Maße bei der WHO World Health Survey (z.B. Lebensqualität, Depressivität, Persönlichkeit, Werte) in den verschiedenen Ländern der Welt dasselbe? Ist die Beurteilung der psychosozialen Lage von MigrantInnen und Geflüchteten in D anhand von Screenern möglich? Starke Messinvarianz in Bezug auf Geschlecht/ Migrationsstatus/ Herkunft/ Sprachversion und Interkation Geschlecht & Migrationsstatus des Fragebogens gegeben?- Betrachtet wurde Fragebogen Psych. Disstress / Lebensquslität/ Einsamkeit & Resilienter Copingstil => Befund: Nur bei Fragebogen Resilienter Copingstil – Migrationsstatus/ Herkunft/ Sprachversion & Interaktion Geschlecht x Migrationsstatus nicht stark messinvariant
  • Messäquivalenzformen in der Kulturvergleichende Psychologie: sprachlich ·       Inhaltliche, semantische Bedeutung muss sichergestellt sein à sonst sprachliche Verzerrung
  • Messäquivalenzformen in der Kulturvergleichende Psychologie: 2. Funktional ·       Besitzt Konstrukt in einer Kultur abweichende oder zusätzliche Bedeutung, so liegt funktionale Differenziertheit vor ·       Suizidale Gedanken in Sri Lanka mit externalisierendem, antisozialen Verhalten assoziiert, in westlichen Ländern aber eher mit internalisierendem Verhalten!
  • Messäquivalenzformen in der Kulturvergleichende Psychologie: Metrisch ·       Unterschiede in Verteilungsparametern von Konstrukten identifizieren ·       Selten überprüft!
  • Messäquivalenzformen in der Kulturvergleichende Psychologie: Konzeptuell ·       Konzeptuelle Bedeutung kann zwischen Kulturen variieren ·       Glücksempfinden in westlichen Ländern individuumzentriert, in kollektivistischen Kändern kontextbezogen/ familienbezogen
  • Messinvarianzanalysen - Item-Response-Theory Methoden, mit denen Itembias erfasst werden kann = Differential Item Functioning (DIF) = mit welcher WS reagiert Person mit Ja o. Nein – Richtig o. Falsch usw. Geht von nicht linearem, logistischen Zusammenhang zwischen Antwortverhalten der Probanden & dem zu messenden latenten Konstrukt aus Dichotome vs. Polytome Item Response Theory o    1 PL – Partial Credit Modell o    2 PL – Graded Response Model & Generalized Partial Credit Model     Bsp.Sind Depressivität, Angststörungen und Somatisierungssymptome bei Ost- und Westdeutschen äquivalent? o    2 unterschiedliche Fragebögen/Kriterien zu Somatisierung und der Vergleich Ost vs. West Analyse zeigt depressivität und Angststörungen – Geburtsort vs. Aktueller Wohnort -> beides auf strikten Niveau Somatiszierung unterschiedliche Fragebögen Geburtsort strikt aber aktueller Wohnort auf konfigural Niveau Total Score im Vergleich -> GBB8 höhere Messinvarianz im Vergleich SSS8 größerer Unterschied zwischen Ost und West