Einführung in die Kinder- und Jugendpsychiatrie (Subject) / VL 10 + 11 + 12 (Lesson)
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- Körperliche Angstsymptome (Mind. 5) Zittern Herzklopfen Schwitzen Geweitete Pupillen Erstarren Übelkeit Globusgefühl (Enge im Hals) Drang wegzulaufen Gänsehaut
- Angststörung (Definition) - Ungewöhnlich starke Angst (situationsunangemessen)- Ausgeprägtes Vermeidungsverhalten- Durch Angst/Vermeidung Entstehung sekundärer Probleme im Alltag- Leidensdruck- Behinderung beim Bewältigen von Entwicklungsaufgaben
- Altersangemessene Ängste Säugling/Kleinkind (0 - 2 Jahre) --> Unbekannte, Trennung von Bezugspersonen Kindergarten (3 - 6 Jahre) --> Tiere, Dunkelheit, Geister, Fantasiefiguren, allein gelassen, artenverlorengehen, Einbrecher, Naturkatastrophen Mittlere Kindheit (7 - 12 Jahre) --> Schlechte Leistungen, keine Luft bekommen, Feuer, angefahren werden, Tod, Blamage Adoleszenz (13 - 18 Jahre) --> Ablehnung durch Gleichaltrige, sozialbezogene Ängste
- Angststörungen bei Kindern (Überblick) Emotionalstörungen des Kindesalters (F93)- F93.0 - Emotionalstörungen des Kindesalters mit Trennungsangst- F93.1 - Phobische Störung des Kindesalters- F93.2 - Störung mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters Phobische Störungen (F40)- Agoraphobie- Soziale Phobie- Isolierte Phobien Andere Angststörungen - Panikstörung- Generalisierte Angststörung- Mischung Angst- und depressive Störung
- Trennungsangst (Diagnostische Kriterien) Leitsymptom: Unrealistische, anhaltende Sorge von wichtigen Bezugspersonen dauerhaft getrennt zu werden (Ablehnung v. Trennung und starkes Leid währenddessen) Untersymptome: Trennungsschwierigkeiten abends, Albträume ü. Trennungssituaton, Weigerung/Schwierigkeiten tags allein ohne Bezugsperson zu sein, wiederholte somatische Beschwerden während/antizipierend der Trennung Dauer: Mind. 4 Wochen (vor 6. Lebensjahr) Ausschlusskriterien: Umfassende Störung der Emotionen/SV/PS, Entwicklungsstörung, psychotische/substanzbedingte Störung
- Trennungsangst (Differentialdiagnosen) Schulangst --> Angst vor Schule/Schulsituation an sich Schulschwänzen --> Begleitsymptom bspw. bei SSV
- 5-Phasen-Behandlungsmodell (Trennungsangst) 1. Phase = Vorbereitung der Familie, Aufnahme des Patienten 2. Phase = Therapeutische Bearbeitung der Hintergrundproblematik 3. Phase = Wiedereingliederung in Schule 4. Phase = Rückeingliederung ins häusliche Milieu 5. Phase = Ambulante Nachbetreuung
- Spezifische Phobie - Kindesalter (Diagnostische Kriterien) - Anhaltende, wiederkehrende Angst in übermäßigem Ausmaß (bezogen auf Reiz/Situation) - Dauer: Mind. 4 Wochen - Deutliche Beeinträchtigung
- Spezifische Phobie (Diagnostische Kriterien - ICD-10) - Deutliche Furcht/Vermeidung von bestimmter Situation/Objekt - Vorliegen von Angstsymptomen (Bsp. Schwitzen, Herzklopfen, etc.) in gefürchteter Situation mind. einmal - Deutliche emotionale Belastung durch die Symptome selbst oder das vorliegende Vermeidungsverhalten - Angstsymptome beschränkt auf gefürchtete Situation/Objekt oder deren Antizipation - Nicht durch andere psychische Störung bedingt
- Agoraphobie (Diagnostische Kriterien) - Vermeidung von Menschenmengen, öffentlichen Plätzen, allein/weit reisen - Mind. 2 Angstsymptome (Vegetative Symptome, psychische Symptome, Thorax- oder Abdomenzentrierte Symptome, allgemeine Symptome wie Kribbeln)
- Panikstörung (Diagnostische Kriterien) - Schwere, rezidivierende Angstattacken - Plötzlich auftretend, unvorhersehbar - Nicht situationsgebunden - Angtattacken sind kurzweilig - Symptome werden häufig als körperliche Erkrankung gedeutet
- Paniksymptome (Mind. 5 nennen) Herzrasen/-stolpern Brustschmerzen Schwitzen o. Zittern Hitzewallungen oder Kälteschauer Erstickungs-/Beklemmungsgefühle Schwindel/Benommenheit Übelkeit/Magen-Darm-Beschwerden Taubheit/Kribbeln in Händen & Füßen Derealisation Angst vor Tod, Kontrollverlust oder Verrücktwerden
- Angstkreis (Soz. Phobie) Belastende Angstreaktion (soz. Situation) --> Zunehmende Vermeidung soz. Situationen --> abnahme positiver soz. Verstärker/Sinken soz. Lernerfahrung --> Entwicklung sozialer Defizite
- Störung mit sozialer Ängstlichkeit im Kindesalter (Diagnosekriterien) - Anhaltende Ängstlichkeit im Rahmen soz. Situationen - Vermeidung soz. Situatonen - Befangenheit/Verlegenheit/Sorge über Angemessenheit des eigenen Verhaltens - Verminderte soz Beziehungen - Beziehungen zu Familie oft befriedigend - Furcht/Vermeidung in Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen - Mind. 2 Angstsymptome in entsprechenden Situationen - Mindestens eins der folgenden Symptome: Erröten/Zittern, Angst zu erbrechen, Miktions-/Defäkationsdrang
- Generalisierte Angststörungen (Diagnostische Kriterien) - Intensive Ängste/Sorgen in Bezug auf ereignisse/Aktivitäten - Schwierigkeiten diese Sorgen zu kontrollieren - Anspannung, Besorgnis, Befürchtungen bezüglich alltäglicher Ereignisse - Generalisierte, nicht situationsbezogene, frei flottierende, zukunftsgerichtete Angst - Mindestens 3 vegetative Symptome
- Risikofaktoren (Angststörungen) genetisch = Behavioral Inhibition Kognitiv = Interpretations-/Aufmerksamkeitsverzerrung, reduzierte internale Kontrollüberzeugung Umwelt = Unsichere Bindung, Elternverhalten (Erziehung + Modelllernen), Erfahrungen Generell --> Angstsensitivität
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- Depression (Kardinalsymptome) Störung des Affekts: Gedrückte Störung, Freudlosigleit + Angst Antriebsstörung: Verminderte Aktivität, Interessensverlust, Ermüdbarkeit
- Symptome der Depression (Verhalten) Verminderter Antrieb/Aktivität Psychomotorische Hemmung Sozialer Rückzug
- Symptome der Depression (Emotional) Affektstörung Gefühllosigkeit Schuldgefühle Reduzierter Selbstwert
- Symptome der Depression (Kognitiv) Konzentrationsstörungen Formale Denkstörungen (Verlangsamung, Denkhemmung) Grübeln
- Somatisches Syndrom bei Depression Schlafstörung Appetitsverlust/-steigerung Libidoverlust Vegetative Beschwerden
- Depressive Symptome (Kleinkind) Vermehrtes Weinen, leicht störbar, Ein-/Durchschlafprobleme, wenig Appetit, Teilnahmslosigkeit, Wachstums-/Entwicklungsverzögerung
- Depressive Symptome (Vorschule) In sich gekehrt, ängstlich, kein Interesse an Kindern/Spielen, wenig Neugier, späte motorische Erfahrung, somatisierende Symptome Alternativ: Aggressiv, launisch verstimmt, "Störenfriede"
- Depressive Symptome (Schulalter) Verminderte Mimik/Gestik, Stimmungslabilität, Konzentrationsmangel, Introvertiert, Gereizt, Aggressives Verhalten, Schlafstörungen, Appetitsverlust
- Somatisches Syndrom der Depression (Diagnosekriterien) Mindestens 4 der folgenden Symptome: - Interessens-Freudenverlust an normalerweise angenehmen Tätigkeiten- Frühmorgendliches Erwachen- Morgentief- Mangelnde Fähigkeit auf positive Stimuli zu reagieren- Psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit- Appetits- oder Gewichtsverlust- Deutlicher Libidoverlust
- Psychotische Symptome (Depression) Stupor/Psychomotorische Hemmung Wahnideen Halluzinationen (selten)
- Komorbiditäten (Depression) Angststörungen Störungen des Sozialverhaltens Hyperkinetische Störungen Substanzmissbrauch bei Jugendlichen
- Differentialdiagnosen (Depression) ADHS Anpassungsstörung Entwicklungsstörungen Schizophrenie Zwangsstörung
- Kognitive Modelle (Depression) Verstärker-Verlust-Modell (Lewinson) = Auslöser für Depression ist geringe Rate an Verstärkern, diese führt zu RückzugTherapie: Förderung positiver Aktivitäten (Aktivitätenaufbau) Kognitionstheorie (Beck) = Ausläser für Depression sind versch. Arten dysfunkt. Kognitionen (Katastrophisieren, Übergeneralisieren, Schwarz-Weiß-Denken)Therapie: Kognitive Umstrukturierung Erlernte Hilflosigkeit (Seligman) = Scheitern wird internal, stabil und global attribuiertTherapie: Änderung des Attributionsstils, Aktivierung, soz. Kompetenztraining
- Therapieelemente (Depression) Aktivitätenaufbau Erkennen/Ändern dysfunktionaler Kognitionen Soziales Kompetenztraining
- SSRI Psychopharmaka die bei der Behandlung von Depressionen zum Einsatz kommen. Indikation bei Antriebsschwäche und traurigem Affekt
- Trizyklika Psychopharmaka die bei der Behandlung von Depression verwendet werden. Indikation bei Angstzuständen oder Agitiertheit und traurigem Affekt
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- Negative Prädiktoren für Krankheitsverlauf (Depression) Schwere Erkrankung Probleme der Eltern-Kind-Interaktion Komorbide Störungen Eltern ebenfalls erkrankt
- Indikatoren akuter Suizidalität Distanzierung im Gespräch (?) Konkretheit der Gedanken Suizidversuche in Umfeld/Vorgeschichte Psychiatrische Störung Rückzug Ursächlicher Konflikt geht weiter
