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Fernuni Hagen L1 Kurs 03531-2-01-S1 Grundlagen, Arbeitsweisen, Hilfsmittel der L (Subject) / Glossar L1 zur Edition (Lesson)
- Apparat Editionswissenschaftlicher Begriff, der das Variantenverzeichnis in einer wissenschaftlichen Textausgabe bezeichnet, das abweichende überlieferte Versionen des edierten Textes sowie sämtliche Editoreingriffe dokumentiert. Es werden alle Bestandteile einer wissenschaftlichen Ausgabe außer dem Textteil umfasst, d.h. das Variantenverzeichnis, Informationen des Herausgebers über die Anlage der Ausgabe, über verwendete Abkürzungen und Siglen, Beschreibung der ausgewerteten Überlieferungsträger sowie Angaben und Materialien zur Entstehungs-, Überlieferungs- und Wirkungsgeschichte des edierten Werks, Register und Konkordanzen sowie möglicherweise den edierten Text sprachlich und inhaltlich erläuternde Kommentare des Herausgebers. Im engeren Sinn bezeichnet der Apparat entweder einen Einzelstellenapparat, der listenartig alle Varianten verzeichnet oder einen integralen apparat, der demgegenüber varianten und invarianten Text gemeinsam darstellt und dhaer auch ein genetischer, die Entstehung des Textes dokumentierender Apparat ist. Der lemmatisierte (auch positive) Apparat ist ein mit Stichwörtern aus dem Haupttext (Lemmata) versehener Einzelstellenapparat. Ein nichtlemmatisierter (auch negativer) Apparat dagegen beschränkt sich auf die Verzeichnung der vom edierten Text abweichenden Stellen.
- Ausgaben Man unterscheidet historisch-kritische Ausgaben, kritisch-kommentierte Ausgaben, Studienausgaben, Leseausgaben, Kritische Faksimile-Editonen uund Restausgaben. Historisch-kritische Ausgabe: Der anspruchsvollste Editionstyp. Sie bieten den kritisch gesichteten Text mit Apparat, der die Textgeschichte abzubilden versucht und dem Prinzip der Vollständigkeit und der Überprüfbarkeit verpflichtet ist. Sie machen möglichst alle Texte des Autors, alle editorisch relevanten Textträger, Varianten, erreichbaren Materialien im Entstehungskontext, Dokumente zur Entstehung und Textgeschichte, Wirkungsgeschichte zu Lebzeiten des Autors und Sacherläuterungen zugänglich. Kritisch-kommentierte Ausgabe: Sie rangieren eine Stufe unter der historisch-kritischen Ausgabe, bieten den kritisch geprüften Text einer Fassung mit Apparat, der die Text- und Wirkungsgeschichte und Sacherläuterungen zu Einzelstellen zugänglich macht. Studienausgabe: Sie bieten den kritisch geprüften Text, oft auch in modernisierter Orthographie, mit einem im Vgl. zur historisch-kritischen Ausgabe oft gekürzten Kommentarteil. Leseausgaben: Sie bieten den TExt ohne kritische Textrezension, meist in moderner Textgestalt. Kritische Faksimile-Edition: Sie stellen die Faksimiles von Handschriften einer möglichst diplomatischen Transkription gegenüber. Restausgaben: Sie bieten statt eines getreuen Textabdrucks eine Zusammenfassung der zentralen inhaltlichen Elemente nach exakt festgelegten Regeln.
- Ausgabe letzter Hand Editionswissenschaftlicher Begriff für die letzte von einem Autor zu seinen Lebzeiten autorisierte Ausgabe seines Textes.
- Edition princeps Erstausgabe des ersten selbstständigen Druckes eines Textes.
- Erläuterungen dem Text meist in Form eines Anhangs beigegebene Kommentierung einzelner Textstellen (z.B. die Erläuterung zu Eigennamen, zum historischen Hintergrund, zur Wortgeschichte)
- Emendation (lat. emendare berichtigen, verbessern) Editionswissenschaftlicher Begriff für die Korrektur eindeutiger Druck-, Hör- oder Schreibfehler des überlieferten Textes durch den Herausgeber. Die Grenze zur Konjektur ist nicht immer scharf zu ziehen. Daher gelten strengere Regeln, um willkürliche, deutende oder interpretatorisch geleitete Korrekturen ausschließen zu können. Die Emendation ist der Recensio, dem Sammeln und der Durchsicht möglicher Textzeugen und der Examinatio, der kritischen Prüfung der ausgewählten Textzeugen nachgeordnet.
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