Einführung in die Kinder- und Jugendpsychiatrie (Subject) / VL 7 + 8 + 9 (Lesson)

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  • Komorbiditäten (Störungen des Sozialverhaltens) - ADHS - Störungen durch Substanzkonsum - Störungen der Impulskontrolle - Depressive Störungen - Emotionale Störungen - Lernstörungen (Niedrige Intelligenz, Legasthenie, etc.)
  • Dissozialität (Definition) Dauerhafte Persönlichkeitseigenschaft mit persistierenden, schwerwiegenden Verhaltensweisen, die gegen Prinzipien und Normen der Gesellschaft verstoßen
  • Differentialgiadnosen (Störung des Sozialverhaltens) - Anpassungsstörungen mit vorwiegender Störung des Sozialverhaltens - Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität - Dissoziale Persönlichkeitsstörung
  • Geschlechtsunterschiede in aggressivem Verhalten Männlich = Körperlich, offen, direkt, instrumentelle Aggression mit egoistischen Absichten, Starkes Dominanzstreben in Gruppen, begrenzte soziale Fertigkeiten zur Lösung von Konflikten Weiblich = Indirekt/Interaktionell, emotional motivierte Aggression (Kontrollverlust), Beziehungsaggression, differenzierte soziale Fertigkeiten
  • Klassifikation der Störung des Sozialverhaltens nach ICD-10 Störung des Sozialverhaltens...  - auf den familiären Rahmen beschränkt- bei fehlenden sozialen Bindungen- bei vorhandenen sozialen Bindungen- mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten Kombinationsdiagnosen:- Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens- Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung- Andere kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen (Bsp. Unruhe, Stress, etc.)
  • Auf familiären Rahmen beschränkte SVV Abnormes Verhalten ist auf den Interaktion mit Familienmitgliedern beschränkt--> Außerhalb normale soz. Beziehungen und regelkonformes Verhalten Selten!
  • SSV bei fehlenden sozialen Bindungen Fehlende Einbindung in Peer-Group, enger Freunde, dauerhafter Beziehung, Aggressive Übergriffe werden meist allein begangen--> Isolation + Zurückweisung durch Andere
  • SSV bei vorhandenen sozialen Bindungen Gute Einbindung in Peer-Group aus delinquenten/dissozialen Kindern/Jugendlichen--> Schlechte Beziehungen zu versch. Autoritätspersonen
  • SSV mit oppositionellem/aufsässigem Verhalten Beginn: Vor 9./10. Lebensjahr Aufsässiges, ungehorsames und trotziges Verhalten, schwere aggressive/dissoziale Verhalten (Verletzen von Gesetzen oder den Rechten Anderer) Beispiel: Geringe Frustrationstoleranz, schnell verärgert, Missachtung von Regeln/Anforderungen
  • Kombinierte SSV und der Emotionen Kombination aggressiver, dissozialer oder aufsässiger Verhaltensweisen, Schweregrad muss Kriterien der einzelnen Störungen erfüllen Außerdem: Deutliche Symptome von Angst, Depression oder sonstiger emot. Störung
  • Umweltbezogene Risikofaktoren (SSV) Mindestens 5 nennen - Psychische Erkrankung der Eltern- Wechsel von Bezugspersonen (erste Lebensjahre)-  Misssbrauchserfahrung (Körperliche, sexuell, Vernachlässigung)- Harte/Inkonsistente Bestrafung der Eltern- Gewaltdarbietung (Modelllernen in Umfeld/Medien)- Schulische Überforderung- Dissoziale Peergroup- Erziehungsschwache & sozial isolierte Familien
  • Biologische Risikofaktoren (SSV) - Niedriger basaler Ruhepuls- Genetische Disposition- Hormonelle Faktoren (v.A. Testosteron)- Reduzierte Serotonin-Aktivität in ZNS
  • Protektive Faktoren (SSV) + Genetische Dispositionen + erhöhte autonome Erregung+ Einfaches/Gehemmtes Temperament+ Überdurchschnittliche Intelligenz & gutes Planungsverhalten+ Sicheres Bindungsverhalten+ Emotionale Zuwendung, Kontrolle & Konsistenz in Erziehung+ Soziale Unterstützung & Erwachsene als Vorbilder
  • Diagnostische Prozessschritte (SSV) - Ausführliche Kinder-/Jugendpsychiatrische Diagnostik - Einsatz von Fragebögen (Eltern, Lehrer, Kind, Bsp. hild Behavior Checklist & SSV-FBB)- IQ-Testung + Leistungsdiagnostik- Routineuntersuchung: Semiquantitatives Drogenscreening über Urintestung- Prüfen von Komorbiditäten- Prüfen umschriebener Entwicklungsstörungen
  • Therapiemethoden (SSVI - Eltern: Verstärkerpläne (Tokensysteme [einfache Punktepläne, Wettkampf um lachende Gesichter]) - Patientenbezogen: Kognitive Problemlösetrainings, Selbstmanagementtraining, Pharmakotherapie (Antipsychotika, Risperidon) Schulischer Rahmen: Konsequentes Verhalten, Richtige Zuwendung, Auszeiten
  • Wann wird im Rahmen einer SSV eine Dissoziale PS diagnostiziert? Wenn dissoziale Verhaltensweisen bis ins erwachsenenalter persistieren
  • Komorbiditäten (SSV) ADHS Störungen durch Substanzkonsum Störungen der Impulskontrolle Depressive Störungen Emotionale Störungen Lernstörungen
  • Dissozialität Dauerhafte Persönlichkeitseigenschaft Definiert als persistierende, schwerwiegende Verhaltensweisen, die gegen Prinzipien und Normen der Gesellschaft verstoßen
  • Differentialdiagnosen (SSV) Anpassungsstörungen mit vorwiegender Störung des Sozialverhaltens Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität Dissoziale Persönlichkeitsstörung
  • Formen der Störung des Sozialverhaltens (nach ICD-10) Auf den Familiären Rahmen beschränkt Bei fehlenden sozialen Bindungen Bei vorhandenen sozialen Bindungen Mit oppositionellem, aufsössigem Verhalten
  • Kombinationsdiagnosen (SSV) Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung Andere kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen
  • 4 Stufen der Manipulation (Münchhausen by Proxy) Stufe 1: Bewusst übertriebende Darstellung der Symptome Stufe 2: Falsche Angaben zu angeblichen Symptomen außerhalb der Untersuchungssituation Stufe 3: Aktive Manipulation von Untersuchungsmaterial Stufe 4: Aktive Manipulation am Körper des Kindes
  • Physische sexualisierte Gewald Körperliche Handlungen mit sexueller Absicht --> Mit und ohne Körperkontakt (Hands on / Hands off)
  • Psychische Sexualisierte Gewalt Anzügliche und beleidigende Bemerkungen und Wize über Körper/Sexualität eines Kindes/Jugendlichen  Auch zugänglich-machen von Pornografie
  • Hinweise auf sexuellen Missbrauch Aussage des Kindes Verhaltensauffälligkeiten Physische Hinweise  Beschuldigung durch Eltern, etc. Altersunangemessenes Sexualverhalten/-wissen Bericht anderer Personen
  • Formen der Intervention (Kindeswohlgefährdung) Primäre Strafintervention --> Kind von Täter trennen, diesen Bestrafen Primäre Kinderschutzintervention --> Schutz des Kindes vor Familie Primäre therapeutische Intervention --> Familie als Ganzes wird in therapeutisches Konzept einbezogen
  • Autismusspektrumsstörung (Symptomatik) Anhaltende Defizite in der sozialen Kommunikation & Interaktion über verschiedene Kontexte hinweg Eingeschränkte, repetitive Verhaltensmuster, Interessen oder Aktivitäten
  • Defizite in sozialer Interaktion bei ASS Nonverbale Kommunikation (schlecht mit verbaler abgestimmt, abnormer Blickkontakt, Defizite in Verständnis/Gebrauch von Gestik, Mimik/nonverbale Kommunikation fehlt) Defizite in Aufnahme, Aufrechterhaltung und Verständnis von Beziehungen (Schwierigkeiten Verhalten an versch. soziale Kontexte anzupassen, Schwierigkeiten Freundschaften zu schließen, Fehlen von Interesse an Gleichaltrigen) Mangel sozio-emotionaler Gegenseitigkeit (Abnorme soz. Kontaktaufnahme, Fehlen normaler wechselseitiger Konversation, verminderter Austausch, Unvermögen auf soziale Interaktion zu reagieren oder diese zu initiieren, Defizite in Emotionserkennung, Empathie und Theory of Mind)
  • Eingeschränkte repetetive Interessen/Verhaltensmuster bei ASS Stereotype oder repetitive motorische Bewegungsabläufe (Objekte oder Sprache) Unflexibles Halten an Gleichbleibendem (Routinen, etc.) Fixierte und begrenzte Interessen (in Inhalt oder Intensität abnorm) Hyper-/Hyporeaktivität auf sensorische Reiche
  • NSSV Nicht suizidales selbstverletztendes Verhalten
  • NSSV (Definition) Bewusste, freiwillige Zerstörung von Körpergewebe (sozial nicht akzeptiert) --> Keine suizidale Absicht
  • NSSV (DSM-5-Kriterien) - Im letzten Jahr an 5 oder mehr Tagen absichtliche Selbstschädigung an Körperoberfläche - In Erwartung dass Verletzung zu geringem/mäßigen Schaden führt - Keine suizidale Absicht
  • Stufen der Selbstverletzung Stufe 1: Leichte Kratzer (Heilen schnell) Stufe 2: Aufklaffende Wunden (Erste Narben) Schritt 3: Tiefe Schnitte, (Stark verzögerte Wundheilung | Auffällige Narben)
  • Diagnostik von NSSV Standardmäßig erfragen (respektvoll + neutral), getrennt von Bezugspersonen Folgehandlungen --> Unmittelbare somatische Befunderhebung, Erfassung v. Impfstatus, mediz. Erstversorgung
  • Interpersonell Psychologische Theorie (NSSV) Sich wie eine Last führen Erworbene Fähigkeit sich selbst zu schädigen Sich von anderen isoliert erleben
  • Funktionen des selbstverletzenden Verhaltens Affektregulation Anti-Dissoziation Anti-Suizidal Interpersonelle Beziehungen Interpersonelle Beeinflussung Selbstbestrafung Sensation Seeking
  • Schädlicher Gebrauch Konsummuster psychotroper Substanzen, das zu Gesundheitsschädigung (physisch/psychisch) führt (Schädigung muss für diese Klassifikation bereits eingetreten sein)
  • Missbrauch (Drogen) Konsum über das Maß des geussvollen Gebrauchs hinaus --> Bahnung für Gewöhnung und Abhängigkeit