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Bio&Öko (Subject) / Wildtierökologie (Lesson)

Leitfragen zu WTÖ!

This lesson was created by antonkohler.

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  • 1. Welche Daten müssen Sie erheben, um die Habitatpräferenzen einer Wildtierpopulation festzustellen? > Versorgung mit Nahrung und Wasser(Carnivore, Herbivore, Omnivore? Browser, Grazer? Generalisten, Spezilaisten?)  > abiotische Faktoren wie Vorhandensein Deckungsmöglichkeiten vor Feinden und Witterungseinflüssen, klimatische Bedingungen  > Datenerhebung des Streifgebiets, also der Fläche, die in einer bestimmten Zeit genutzt wird>> Habitatpräferenz lässt sich ableiten aus Verhältnis zwischen Angebot und Nutzung  > Vorhandensein Nist- und Brutplätze 
  • 2. Beziehen sich die Begriffe a) Streifgebiet b) Verbreitungsgebiet auf die Ebene des Individuums, der Population, oder der Art? a)Streifgebiet: bezieht sich auf Individuum oder auch Population, es gibt zwar arttypische Streifgebietsgrößen, die aber zwischen verschiedenen Individuen und Populationen variieren können  b)Verbreitungsgebiet:bezieht sich auf Arten, Areale in denen bestimmte Arten vorkommen 
  • 3. Angenommen, Sie sollen 3 Säugerarten untersuchen, deren Raumnutzung unbekannt ist. Alle 3 wiegen etwa 20 kg; A = carnivor, B = herbivor, C = omnivor. Erwarten Sie ähnliche Home Range Größen für alle 3? Wenn ja, warum? Wenn nein, welche Unterschiede erwarten Sie? (beachten Sie hierzu auch „Ernährungsökologie“) Herbivor; kleinstes Home Range, da geringste Trophiestufe, auf gleicher Fläche ist ~10 mal mehr Energie verfügbar als für Carnivor. Carnivor; größte Home Range, da höchste Trophiestufe und weniger Energie pro Fläche verfügbar. Omnivor besitzt wahrscheinlich eine Home Rangegröße dazwischen, entscheidend nicht nur Trophiestufe, sondern auch ob es ein Generalist oder Spezialist ist, ob im Verlauf des Lebens Streifgebietswechsel und Wanderungen vorkommen, Alter und biologische Amplitude (eurök, stenök) 
  • 4. Was versteht man unter dem englischen Begriff „Dispersal“ in der Wildtierökologie? In welchem Zusammenhang ist Dispersal populationsökologisch bedeutsam? Dispersal:Dismigration → Streifgebietswechsel durch Abwanderung (meist durch Jungtiere), dadurch kommt es zu einem Austausch und Genfluss, einer Ausbreitung, es kommt auch zu einer Wiederbesiedlung, wenn z.B. Tiere an ihren Geburtsort zurückkehren. Ökologisch interessant, weil so Zu- und Abwanderungsraten und popultaionsdichteabhängige Faktoren wie Krankheiten und Nahrungsverfügbarkeit beeinflusst wird. Dies ist wichtig für Aussterben oder Überleben einer Population!!
  • 5. Auf welchen trophischen Ebenen finden sich die höchsten/ geringsten Biomasseanteile? Welcher Mechanismus liegt dem zugrunde? Auf der Ebene der Primärproduzenten befindet sich der höchste Anteil an Biomasse. Der Biomasseanteil nimmt mit höheren tropischen Ebenen immer weiter ab, das heißt den geringsten Anteil haben die Konsumenten 3. Ordnung. Der Mechanismus, der dem zugrunde liegt, ist der Hauptsatz der Thermodynamik: Wenn Energie transformiert wird, geht Energie durch Wärme verloren. Je höher also die Tropische Ebene, desto mehr Energie und Biomasseanteile sind durch den Wechsel zwischen den tropischen Ebenen verloren gegangen.
  • 6. Welche weiteren Auswirkungen hat dieser Mechanismus, z.B. für die Raumnutzung von Wildtieren oder für die Ernährung der Menschheit? Wildtiere auf einer höheren tropischen Ebene haben somit in der Regel eine höher Raumnutzung als Herbivore oder Wildtiere einer niedrigeren tropischen Ebene, da auf gleicher Fläche weniger Energie für sie zur Verfügung steht. Menschen zählen zu den Omnivoren, aber es können mehr Menschen durch Pflanzen ernährt werden, als durch Fleisch, da durch das Fleisch und eine zusätzliche tropische Ebene, Energie verloren geht.
  • 7. Kann die Entfernung von Top-Prädatoren Auswirkungen auf die jeweiligen Ökosysteme haben? Wenn ja: welche? Ja, durch die Entfernung der Top-Prädatoren können sich Tiere der unteren tropischen Ebenen stärker vermehren, z.B. verschiedene Herbivore. Die höhere Anzahl der Herbivore verändert auch das Vorkommen der Pflanzen und es können Pflanzenpopulationen stark verringert werden. Zudem hat die Entfernung von Top-Prädatoren auch Auswirkungen auf das Verhalten der Beute und evtl deren Home Range.
  • 8. Wie ist die sinkende Konzentration marinen Phytoplanktons durch Klimawandel vor dem Hintergrund der Bruttoprimärproduktion zu bewerten? Erläutern Sie kurz den Einfluss auf ein Nahrungsnetz! Durch die sinkende Konzentration des marinen Phytoplanktons sinkt somit die Bruttoprimärproduktion. Dadurch verringert sich im marinen Bereich die erste trophische Stufe, was Einfluss auf die weiteren tropischen Stufen hat, da diese auf der ersten Ebene aufbauen. Wenn dort weniger Energie zur Verfügung steht können weniger Lebewesen, die sich von Phytoplankton ernähren überleben, dadurch auch weniger Lebewesen, die sich von diesen ernähren usw. ingesamt Verringerung Biomasse durch alle tropischen Ebenen, aber nur unter Annahme, dass sich Ökosystem nicht anpasst.
  • 9. Welche sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Wiederkäuern und Nichtwiederkäuern bei den Huftieren? Nennen Sie je ein Beispiel! Wiederkäuer: z.B. Damhirsch, haben einen mehrkammerigen Magen, bestehend aus Pansen, Blättermagen, Netzmagen und Labmagen, Verdauung erfolgt durch Bakterien und Protozoen (Fermentation). Nichtwiederkäuer: z.B. Wildschwein, haben einen einkammerigen Magen, die Verdauung erfolgt durch Säuren.
  • 10. Welche sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Grazern und Browsern? Nennen Sie je ein Beispiel plus eines für den Intermediärtyp! Grazer:Gras und Raufutterfresser, ernähren sich von faser- und zellulosereichen Gräsern und Korbblütlern, Zelluloseanteil 51% → großer Pansen, selektive Retention → Schichtung im Magen → effektive Fermentierung, kleine Speicheldrüsen z.B. Schaf, Wisent Browser:Konzentratselektierer, ernähren sich von stärke- und eiweißreichen Dikotyledonen (Zweikeimblättige Pflanzen), deren Früchten, Baum- und Buschblättern, Grasanteil 9-20%, Zellulosegehalt der Nahrung 9-23% → geringe Größe Vormagen, kurze Retentionszeit im Pansen, kurze Wiederkaupausen, häufige Nahrungsaufnahme, langer Darm aufgrund von zweiter Fermentation, Masse der Ohrspeicheldrüse groß, z.B. Reh intermediär Typ:Rothirsch
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  • 11. Nennen Sie mögliche Verhaltensunterschiede, die sich aus den Anpassungen an die Nahrung bei Wildwiederkäuern (Grazer/ Browser) und Nicht-Wiederkäuern ergeben! Wiederkäuer:Nahrungsaufnahme in großer Menge und relativ kurzer Zeit → Wiederkäuen und Weiterverarbeitung an vor Feinden geschützterem Ort. Nichtwiederkäuer:häufige Nahrungsaufnahme, schnelles Flüchten.
  • 12. Die Einnischung von Wildtierarten ist primär durch ihre Ernährungsgewohnheiten bestimmt. Nennen Sie 3 Arten oder Artengruppen außerhalb der Paar- und Unpaarhufer bei denen solche Anpassungen zu finden sind! Wasservögel:Tauchenten → z.B. Säger, Seetaucher → Fischfresser Schwimmenten → z.B. Krickente → Nahrung im Uferbereich an der Wasseroberfläche Ente, die sich von Gräsern an Land, Wasserpflanzen, Samen etc ernährt: Pfeifente (Laufente)
  • 13. In einem Waldbestand tritt lokal sehr hoher Verbiss an der Waldvegetation auf. Auf welche Einflussfaktoren könnte dies zurückzuführen sein? Erklären sie die Wirkungsweise von zwei Einflussfaktoren genauer. hohe Wilddichte, räumliche & zeitliche Verteilung, Artenzusammensetzung, jahreszeitliche Einflüsse, menschliche Einflüsse/ Fütterungen, Jagd, Nahrungsangebot Waldbewirtschaftungstyp: Waldzyklus verkürzt durch forstliche Nutzung (Totholz etc entfällt) → geringe Nahrungsressource → hohe Wildschadensanfälligkeit an bestehender Vegetation. Jagdliche Nutzung/ Freizeitnutzung: das Wild hält sich besonders in einem kleinen “sicheren” Bereich auf, da der sonstige Lebensraum durch den Menschen gestört ist. Dazu kommt es lokal zu sehr hohem Verbiss.
  • 14. In einem Fichtenreinbestand werden Fichten durch Rotwild geschält. Welche ökologischen Auswirkungen kann das Schälen nach sich ziehen? Welche Tierarten könnten hiervon profitieren? Ökologische Auswirkungen Schälen:bei geringer Intensität kurzzeitige Vitalitäts- und Zuwachsverluste, Pilzbefall, bei höherer Intensität, Absterben von Bäumen durch Ringschäle oder Pilzbefall, Vitalitäts- und Stabilitätsverluste des gesamten Fichtenbestandes. profitierende Tierarten:generell alle Tierarten, die Licht oder Totholz brauchen, z.B: Auerhuhn, Schädlinge wie Borkenkäfer und Holzwürmer können bei teilweise fehlender Rinde leichter in Baum eindringen (dies aber eher Vorteil für Fressfeinde wie Spechte)
  • 15. Was ist notwendig, wenn sie einen möglichen „Schaden“ durch einen Wildtiereinfluss erfassen und bewerten wollen? Welche Schäden können durch den Einfluss von Wildtieren entstehen? Es muss definiert werden, wann Schaden vorliegt (z.B. Verbiss Erstschaden, ab wann sind Waldnutzungsziele gefährdet) Wildtierpopulation (Dichte, Artenvielfalt, räumliche & zeitliche Verteilung, Qualität & Quantität der Nahrung) notwendige Standorteigenschaften kennen (produktiver oder ressourcenlimitierter Standort → abhängig davon kann Verbiss auch die Artenvielfalt erhöhen) Schäden durch Einfluss von Wildtieren: Verbiss:Zuwachsverluste, Verschwinden einzelner Pflanzen bis hin zu Unterdrückung der Baumverjüngung oder des Höhenwachstums, sowie Verbuschung. Schälen:bei geringer Intensität kurzzeitige Vitalitäts- und Zuwachsverluste, Pilzbefall, bei höherer Intensität Absterben von Bäumen durch Ringschäle oder Pilzbefall, Vitalitäts- und Stabilitätsverluste des gesamten Fichtenbestandes. Fegen und Schlagen:Verletzung der Rinde, Abschlagen von Ästen bis hin Absterben einzelner Pflanzen Tritt:kleinflächige Störungen bis hin zu dauerhaft offenen BereichenWühlen, Scharren, Suhlen: Verletzung Bodenvegetation, Freilegung Mineralboden
  • 16. Wie unterscheidet sich die Nahrungswahl bei Reh und Rothirsch? Reh:Konzentratselektierer / Browser:bevorzugen leicht verdauliche, energiereiche Nahrung: Bäume, Sträucher, Kräuter, Kulturpflanzen, Knospen, Früchte → Generalist, aber sehr selektiv, rasche Präferenzwechsel nach saisonaler Verfügbarkeit Rothirsch:Intermediärtyp / Mischäser:bevorzugen im Vergleich zu Rehen Zellulose, eiweißreiche Nahrung: Gräser, Sträucher, Kräuter, Bäume, Flechten, Moose, Pilze → Generalist, kaum selektiv → Opportunist
  • 17. Beide Arten besiedeln denselben Lebensraum. Welche Art würden Sie als dominanter/erfolgreicher einstufen und warum (beachten Sie hierzu auch die Vorlesung Populationsökologie?) Reh, dominanter → Kulturfolger, sehr tolerant gegenüber Mensch → hohe Populationsdichten in intensiv genutzten Kulturlandschaften. Rothirsch dagegen oft Meidung des Menschen, menschenscheu, braucht größere Gebiete Reh hat geringere Streifgebietsgrößen!
  • 18. Würden Sie durch das Wirken von Rehen oder von Rothirschen einen größeren Einfluss auf den Lebensraum erwarten (beachten Sie hierzu auch die „Funktionen von Herbivoren im Ökosystem“? Reh = Konzentratselektierer → wenn kaum Alternativäsung vorhanden, kann deutlicher Schaden entstehen, da dann Fokus auf einer oder wenigen Pflanzenarten → höherer Verbissdruck, allerdings dadurch auf produktiven Standorten auch Förderung konkurrenzschwacher Arten möglich, Rehe fressen Knospen an Bäumen → Schaden an Terminaltrieb Im Gegensatz dazu können Rothirsche auf andere Nahrungsquellen übergehen, von Hirschen ausgelöste Schäden im Einzelfall schlimmer (siehe Schälen), Hirsche suhlen → Freilegung Mineralboden, auch Platz für neue Pflanzen. größerer Einfluss von Rehen:Rehpopulation dichter und Rehe sind Generalisten, aber selektiv, so können einzelne Pflanzenarten selektiv verringert werden und es kommt zu einer Änderung der Vegetationszusammensetzung.
  • 19. Sie arbeiten an einer Konzeption zur „Reintegration des Rothirsches in den Schwarzwald“. Durch welche Maßnahmen könnten Sie den potentiell entstehenden Wildschaden minimieren (Ökologie der Art beachten)? a) Einzelbaumschutz junger Bäume (teuer aber effektiv) b) Möglichkeit zum Zurückziehen in Täler zulassen c) Füttern (Verhältnismäßigkeit beachten) d) Wegegebote, Anlegen weitmaschiges Wegenetz → Rückzugsmöglichkeiten für das Wild, größeres Steifgebiet zur Verfügung → lokal geringerer Äsungsdruck e) breites Nahrungsangebot bereitstellen → strukturreicher Wald mit unterschiedlichen Pflanzen → Alternativäsung verhindert “Notlösung” wie Schälen
  • 20. Kann der Altersaufbau einer Population von Wildtieren ihre Fertilität beeinflussen? Warum oder warum nicht? Ja, der Altersaufbau einer Population von Wildtieren kann die Fertilität beeinflussen, da die Fertilität junger oder alter Weibchen geringer sein kann, als die der mittlerer Altersklassen. Sie kommen nicht in den Oestrus. Unterschied Fertilität und Fekundität:Fertilität bezieht sich auf einzelnes Individuum, ob es noch fertil ist oder nicht mehr Fekundität: Reproduktion in der Population, bezieht sich auf Anzahl Tiere, Zunahme Individuen
  • 21. Männchen und Weibchen werden fast immer ungefähr im Verhältnis 1:1 geboren. Wie kommt es dann, dass das Geschlechterverhältnis unter den Adulten oft stark davon abweicht? a) höhere Mortalität bei z.B. männlichen Tieren (gehen z.B. jagen, weniger scheu, Konkurrenzdruck, Trophäenjagd) b) Migration/ Dispersal in andere Gebiete → oft Männchen, mehr Weibchen bleiben zurück (bei Geburt: Zeitpunkt der Begattung kann das Geschlechterverhältnis bei Geburt verändern, späte Begattung ergibt oft mehr Weibchen → weibliche Jungtiere benötigen weniger Energie, die älteres & schwächeres Muttertier somit spart)
  • 22. Unter welchen Bedingungen ist das exponentielle, unter welchen das logistische Wachstumsmodell realistisch? exponentiell:unbegrenzte Ressourcen, keine Umwelteinflüsse, Exponentielles Wachstum bei z.B. Bakterien, Hefen, Insektenkamalitäten (in natürlichen Systemen kommt es allerdings nicht zu unbegrenztem exponentiellem Wachstum)>> K-Strategen logistisches Wachstum:Ressourcen begrenzt, Dichteabhängigkeit (Mortalität steigt, Natalität sinkt mit steigender Populationsdichte → Wachstumsrate sinkt mit steigender Dichte), es gibt eine Lebensraum-Kapazität, das heißt eine maximale Populationsgröße, die ein Lebensraum längerfristig tragen kann, keine Variation, keine Umwelteinflüsse>> r-Strategen
  • 23. Ein Jäger möchte nachhaltig (=jedes Jahr) eine hohe Anzahl Rehe schießen können. Um das zu erreichen, will er die Rehdichte in seinem Revier so hoch wie möglich halten. Führt sein Ansatz zum gewünschten Ziel? Warum oder warum nicht? Der Jäger folgt der Idee des "Überschusses".Das heißt, er will die Population nahe an der Kapazitätsgrenze halten und durch sein Jagen die dichteabhängigen Faktoren kompensieren, sprich Tiere schießen, damit diese nicht an Krankheiten, fehlendem Nahrungsangebot oder ähnlichem sterben. In der Realität hat die Mortalität aber immer kompensatorische und additive Anteile. Also solche, die dazukommen, egal wie groß die Population ist.Aus unterschiedlichen Gründen, der Jäger kann durch seine Jagd keine Seuchen verhindern, ist die Mortalität unter Bejagung fast immer höher als ohne. Im Endeffekt wird die Population also über die Jahre hinweg schrumpfen, anstatt einen nachhaltigen Ertrag zu liefern.
  • 24. Welche Faktoren beeinflussen die Populationsdynamik der Elche bzw. der Wölfe auf Isle Royale? a)Klimatische Bedingungen: z.B. kalte Winter erhöhen die Wolfsprädation und erniedrigen die Elchpopulation, ein warmer Winter erniedrigte die Elchpopulation aufgrund von Zecken. b) gegenseitiger Druck auf Nahrungspflanzen (bei erhöhter Elchpopulation) c) Viren, die vom Menschen eingeschleppt wurden → Erniedrigung Wolfpopulation d) niedrige genetische Variation der Wolfspopulation könnte diese gering gehalten haben (eingefrorener See kann Ausgleich schaffen, Wölfe können zuwandern)
  • 25. Wirken diese Regulationsfaktoren vermutlich eher dichteabhängig oder dichteunabhängig? eher dichteunabhängig → klimatische Faktoren (kalte Winter) → Sterben durch Kälte, Zecken (allerdings wird Einfluss von Zecken mit höherer Populationsdichte verstärkt) dichteabhängig:Nahrungsdruck, durch eine erhöhte Elchpopulation, Viren, (kalter Winter + wenig Nahrung → Sterben durch Verhungern)
  • 26. Für welche der Mortalitätsfaktoren im Isle Royale Wolf-Elch-System würden Sie additive bzw. kompensatorische Wirkung vermuten? Virus, Zecken additiv, Prädation durch Wölfe kompensatorisch
  • 27. Auf Isle Royale wird nicht gejagt (NP). Glauben Sie, dass eine nachhaltige Bejagung der Wölfe und/ oder der Elche möglich wäre? Eine nachhaltige Bejagung wäre theoretisch schon möglich, wenn sie kompensatorisch wirkt. Allerdings sind die Populationen insgesamt eher gering, da es sich um ein Prädator-Beute- System handelt wird die Elchpopulation automatisch reguliert. Faktoren, die auf Tiere einwirken, können durch Jagd nicht ausgeglichen werden. Kein Gleichgewicht in Kurve, Vorhersehbarkeit sehr schwierig, Jagd kann schwer kompensatorisch wirken
  • 28. Warum sind Langzeitstudien wie die auf Isle Royale so wertvoll? Sie zeigen, dass sich die Populationen kaum vorhersehbar verhalten und man nur durch Langzeitstudien die Entwicklung der Populationen untersuchen kann, in einem kürzeren Zeitraum wären viele Ergebnisse wenig aussagekräftig. Zeigt starke Abweichungen Theorie und Realität!
  • 29. Beschreiben Sie das Jagdverhalten der Yellowstone-Wölfe. Yellowstone-Wölfe jagen meist im Rudel und suchen in einer Herde (z.B. Torhirsche) nach alten oder schwächeren Tieren. Durch Rennen ermüden sie die Tiere und versuchen, das schwache Tier zu isolieren und anzugreifen, durch die Jagd bei Nacht und bei Schnee haben Wölfe einen Vorteil, da sie ein geringeres Gewicht haben und nicht so stark im Schnee einbrechen, Wölfe kommunizieren mithilfe ihres Körpers.
  • 30. Welche Faktoren begrenzen die Populationsgröße der Wölfe in Yellowstone? a)Territorialverhalten und Populationsgröße beeinflussen sich gegenseitig. Wird ein Rudel zu groß wandern junge Tiere ab oder werden ausgestoßen. Je kleiner ein Rudel wird, umso schlechter ist aber auch der Genaustausch. Außerdem folgen Nachteile im Konkurrenzkampf mit anderen Rudeln. b)Unterschiedliche Rudel bekämpfen sich gegenseitig. Überschreitet ein fremder Wolf die Grenze des Territoriums eines Rudels, wird er oft getötet. Zuwanderung ist extrem selten und „Glückssache“. c)Jäger stellen einen anthropogenen, begrenzenden Faktor dar. Dies betrifft hauptsächlich die Randgebiete des Nationalparks. d)Weitere Faktoren sind die Nahrung, Krankheiten und Klimatische Bedingungen.
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  • 31. Welchen Einfluss haben die Wölfe in Yellowstone auf ihre Beutetiere? Die Beutetiere lernen risikoreiche Gebiete (bei denen die Wölfe im Vorteil sind) zu meiden, dies sind z.B. Bachläufe → Einfluss der Wölfe auf räumliche Verteilung der Beutetiere Zudem haben die Wölfe Einfluss auf die Populationsgröße der Beutetiere
  • 32. Können Räuber eine Beuteart ausrotten? Wenn ja, unter welchen Umständen ist das besonders wahrscheinlich? Wenn nein, warum nicht? Ja, aber nur unter speziellen Umständen, z.B. wenn die Räuberdichte hoch und keine Alternativbeute vorhanden ist (→ prey switching nicht möglich)
  • 33. Was versteht man unter einem „Kulturfolger“, und wie lässt sich deren Verhalten erklären? Arten, die erfolgreich von Menschen (unabsichtlich) geschaffene gute Lebensbedingungen nutzen (z.B: Rotfuchs, Haussperling), die von den Menschen geschaffenen Lebensräumen ermöglichen ein größeres Angebot an Nahrung und eine einfachere Beschaffung als die natürlichen Lebensräume.
  • 34. Was versteht man unter „Neozoen“ und inwiefern sind diese problematisch? Neozoen: (1500 n.Chr.) vom Menschen eingeschleppte Arten, die sich erfolgreich etabliert haben, problematisch, da sie in den neuen Ökosysteme nicht ursprünglich vorhanden waren und andere heimische Arten verdrängen/ gefährden, z.B. Marder bedrohen einige Vogelarten in Neuseeland, die in ihrem Lebensraum zuvor keine natürlichen Feinde hatten.
  • 35. Im Sommer 2006 tauchte in Bayern ein Bär auf, den die Medien „Bruno“ nannten. Er suchte immer wieder gezielt in menschlichen Siedlungen nach Nahrung. Während er dabei anfangs Zusammentreffen mit Menschen vermied und nur nachts in Dörfer ging, ignorierte er Menschen mit der Zeit immer mehr, bis er sich schließlich auch tagsüber aus kurzer Distanz fotografieren ließ. Erläutern Sie anhand dieser Verhaltensweisen die Begriffe Habituation und Konditionierung. Habituation:Gewöhnung, abtrainierte Ausbleiben einer Reaktion → Regelmäßigkeit, Vorhersagbarkeit, Harmlosigkeit des Reizes. Der Bär hat die Erfahrung gemacht, dass das Zusammentreffen mit Menschen harmlos verlief und dadurch sein Verhalten angepasst. Er wurde weniger scheu. Konditionierung:Der Bär wurde nicht konditioniert, er wäre konditioniert worden, wenn Menschen ihm z.B. Futter angeboten hätten und er daraufhin auch auf Menschen zugegangen wäre, weil er gelernt hätte, das von den Menschen etwas Positives zu erwarten wäre. Konditionierung ist ein erlerntes Reaktionsmuster, das durch Erfolg verstärkt wird. Der Bär gelangte immer wieder an Nahrung, ohne sich dafür sehr anstrengen zu müssen. Dieses Phänomen ist typisch für Bären. Man findet es häufig in Nationalparks, in denen Nahrung weggeworfen wird oder Jungbären sogar gezielt gefüttert werden.
  • 36. Wie ist zu erklären, dass es heute „Stadtfüchse“ gibt? In der Nähe des Menschen ist viel Nahrung vorhanden (Fütterung direkt und indirekt, Kompost, Müll, Obst, Beeren, Samen, Vögel, Kleinsäuger, Insekten, Würmer), zudem geht von dem Mensch keine Bedrohung mehr aus (Einstellungswandel des Menschen), sodass sich der Fuchs auch in die Stadt wagt. Da das Nahrungsangebot in der Stadt so hoch ist, kann hier die Fuchsdichte größer sein als im Wald und der freien Natur.
  • 37. Wie würden Sie vorgehen, um zu klären, ob sich die Befallsraten von Rotfüchsen mit dem Fuchsbandwurm zwischen Freiburg-Stadt, dem Kaiserstuhl und dem Schwarzwald unterscheiden? Wo würden Sie die höheren Befallsraten erwarten? Warum? Man könnte die Füchse in der Stadt, am Kaiserstuhl und im Schwarzwald nach einem Befall untersuchen und ermitteln welcher Anteil an Füchsen betroffen ist. (Fuchsstrecke untersuchen und evtl. Lebenduntersuchungen) Zudem spielt das Vorkommen von Nagetieren als Zwischenwirt eine Rolle und wo diese als Nahrungsquelle von Füchsen besonders wichtig sind. Vermutlich, sind die Befallsraten am Kaiserstuhl am größten, da im ruralen, suburbanen Gebiet ausreichend Mäuse und Füchse vorhanden sind. In der Stadt fehlen ausreichend Mäuse, im Waldgebiet sind weniger Füchse vorhanden.