Broca Areal bis 1970
- beinhaltet Motor Programs für Sprache - nicht involviert in Sprachverständnis - auf die Syntax spezialisiert
Broca Areal heute
- limitierte Rolle in Sprachproduktion; dorsale Route/ audio-motor mapping - wichtig für Sprachverständnis unter bestimmten Umständen: wenn Arbeitsgedächtnis-Beanspruchung hoch; wenn semantische oder syntaktische zweideutig - posteriore Region wichtig für Syntax; aber diese Rolle ist nicht spezifisch für Sprache und nicht die einzige Region die involviert ist
Schriftsprache
- Schriftsprachenerwerb erfordert, dass es entsprechendes neurokognitives System gebildet wird --> Beispiel für das Lernen von Expertenwissen - hierfür werden Systeme genutzt, die sich evolutionär entwickelt haben: x Visuelle Objekterkennung x Sprachverarbeitung x Lernen und Gedächtnis
Methode: Eyetracking
- Sakkaden und Fixationen - Welche Worte werden fixiert --> hängt von perzeptuellen Faktoren ab (Wortlänge) - Wie lange wird fixiert? --> Vorhersehbarkeit und Worthäufigkeit bestimmt Fixationsdauer - Überraschende/seltene Wörter werden besonders lange und häufig fixiert - Größe der Kreise = Fixationsdauer
Schriftsprache Terminologie
- Phonem = minimale sprachliche Einheit, die Bedeutungsunterschiede zwischen Worten vermittelt - Beispiel: Katze, Tatze /k/ und /t/ sind Phoneme - Graphem = kleine bedeutungstragende Einheit der Schriftsprache (z.B. BUchstaben, Ziffern) x oft auch Buchstabencluster, die sich auf Phoneme beziehen (z.B. th im Englischen, sch im Deutschen) --> unabhängig von Schrifttyp, Groß und Kleinschreibung
Diversität der Schriftsprache
- Wie kann man das Strukturieren? --> 2 Achsen - Sitze of units: small/ Phoneme bis large/word - Degree of transparency: Transparent( Reguläre Korrespondenz zwischen Graphemen und Phonemen) bis Opaque (teilweise irreguläre Korrespondenz zwischen Graphemen und Phonemen)
Visuelle Worterkennung
- hängt nur zu einem geringen Teil von der Wortlänge ab --> parallele Verarbeitung - evtl werden weniger individuelle Buchstaben als vielmehr Buchstabencluster gleichzeitig verarbeitet - Word superiority effect: Detektion eines einzelnen Buchstaben R im Kontext eines Wortes Carpet oder plausiblen non-Wortes HARPORT schneller als in zufälliger Bustabenreihenfolge CTRPAE - Lexikalische Entscheidungsaufgabe (word oder nonword): schneller bei BRINGE als bei BRINJ
Visuelle Worderkennung: kognitive Mechanismen
Evidenz für Top-Down Einflüsse auf mehreren Ebenen
Visuelle Worterkennung: neuronale Mechanismen
- je höher man kommt, desto komplexer werden die optimalen Stimuli - hoher ventraler Pfad (reagieren auf ein e unabhängig davon wo es auftritt --> rezeptive Felder werden immer größer
Visual Word Forming Area
Visuelle Worterkennung: neuronale Mechanismen
- Region im ventralen Pfad (occipito-temporal Kortex) - stärkere Aktivierung für geschriebene Worte als für Konsonanten-Strings - Aktivierung unabhängig von Position im Gesichtsfeld - antwortet auf gelernte Buchstaben (oder true fonts) im Verlgeich zu Pseudobuchstaben (oder false fonts) in vergleichbarer visueller Komplexität - Wiederholungspriming suggeriert, dass es auf sowohl groß- als auch kleinsgeschriebene Buchstaben antwortet, auch wenn sie visuell nicht ähnlich sind (z.B. a primed A mehr als e A primed) - Subliminale Präsentation von Wörtern aktivieren das Areal, was suggeriert, dass man automatisch zugreifen kann - Elektrophysiologische Daten vergleichen true und false fonts suggerieren, dass die Region früh aktiviert wird, bei ca. 150-200ms nach Stimulus Onset - auch aktiv bei Lesen von Blindenschrift
Lateralisierung der VWFA
- teilweise erfahrungsabhängig: Grad der Lateralisierung hängt von der Erfahrung mit der Schriftsprache ab - Lateralisierung interagiert evtl. mit Sprachdominanz x in Rechtshändern typischerweise links lateralisiert x in Linkshändern in der sprachdominanten Hemisphäre lokalisiert
NFA
- NFA - Areal im ventralen Occipito-temporalen Kortex - stärkere Aktivierung für Ziffern verglichen mit Buchstaben, Objekten uvm.
Woher kommt VWFA/NFA?
- "symbol areas" im ventralen Pfad - Hannagan et al: Biased connectivity Hypothese: - VWFA: Verbindung zu Spracharealen - NFA - Verbindung zu dorsalen Arealen - resting state functional connectivity --> konnektivität in Blinden auch ähnlich
Dyslexien
- Pure alexia (spelling dyslexia) = reine Alexie --> Patienten buchstabieren Worte, Lesezeit proportional zur Wortlänge, bei Buchstabenidentität Probleme matching zu machen bei Groß und Kleinschreibung - Periphal dyslexia = Lesestörung die sich primär auf die Phase bis zu rBerechnung einer visuellen Wortform bezieht - Central dyslexia = spätere Verarbeitungsstufen als bei peripherer Dyslexie sind betroffen (z.B. gestörter Bedeutungsabruf, gestörte Umwandlung von Graphemen in Phoneme)
Pure Alexia
- handlet es sich um ein allgemeineres visuelles Defizit oder um ein orthographisches Defizit? - Häufig werden Läsionen in oder nahe der VWFA berichtet - viele Patienten haben keine allgemeinen visuellen Defizite (z.B. Formwahrnehmung) aber trotzdem Probleme bei perzeptuellen schwierigen Aufgaben (z.B. Schreibschrift vs Druckschrift) - "hybrid account": eventuell betrifft die reine Alexie die Interaktion zwischen hierarchischen Verarbeitungsebenen beim Lesen
Allport: Fully grounded semantics
- Konzepte sind verteilt im Gehirn repräsentiert (distributed representation) - Unterschiedliche Konzepte beziehen sich auf unterschiedliche sensorische/motorische Features
Lesen: Standard Dual Route-Modell
- Grapheme-Phoneme- Konversionspfad: x Für non-words wichtig, da hier lexikalischer Zugriff nicht hilft x bei irregulären Wörtern sollte diese Route Fehler produzieren - lexikal semantischer Pfad: x bekannte Worte: Zugriff auf phonologische Info über semantisches WIssen Visuelle Analyse --> Buchstabenerkennung --> visueller lexikalischer input --> semantisches Gedächtnis --> phonologischer lexikalischer output --> Sprachproduktionsprozesse Von Buchstabenerkennung geht Graphem-Phonem-Konversation ab
Das Standard Dual Route Modell und verschiedene Sprachstörungen
- Phonological Dyslexia x Grapheme-Phoneme Route gestört? x Bekannte Words > non-words x non-words werden häufig als ähnliche bekannte Wörter gelesen (Churse --> nurse) - surface Dyslexia x lexikalisch-semantische Route gestört? x non words und regulöre bekannte Worte > irreguläre bekannte Worte (werden wie reguläre gelesen: DOVE --> move) - Tiefendyslexie x bekannte Worte > non-Words (--> phonologische dyslexie) x aber auch: semantische Fehler (CAT --> dog) x eventuell sin dhie rbeide Routen beeinträchtigt??