Differentielle und Persönlichkeitspsychologie (Subject) / M7 03420 Interview Kapitel 1 - Was ist ein Interview? (Lesson)

There are 21 cards in this lesson

...

This lesson was created by juedit18.

Learn lesson

  • Was ist ein Interview? - Interaktion zwischen Fragendem/n und Antwortendem/n
  • Was ist das Ziel von Interviews? - Beschreibung, Erklärung und Vorhersage des Erlebens und Verhaltens von Personen - manchmal auch Initiierung von Veränderungen
  • Welche anderen Begriffe für "Interview" werden verwendet und welche Interviewarten gibt es noch? - Gespräch und Befragung als Synonyme - Exploration als Oberbegriff, wenn die Erkundung des subjektiven Lebensraums eines Probanden im Mittelpunkt steht
  • Was ist Anamnese und welche Formen gibt es? - es werden Daten zur Krankheitsgeschichte einer erkrankten Person erfragt - in der Psychologie geht es dabei um die störungsbezogene Vorgeschichte - unterschieden wird zwischen Eigen- und Fremdanamnese
  • Was ist Katamnese? - Informationen werden gesammelt nachdem eine Behandlung abgeschlossen wurde --> sozusagen um die Stabilität der Behandlungseffekte abzuschätzen
  • Was ist Eigenanamnese? - die betroffene Person gibt selbst Auskunft über ihre störungsbezogene Vorgeschichte - z.B.: Erhebungsinventar zur Eigenanamnese bei Kindern von Kubinger
  • Was ist Fremdanamnese? - andere Personen, z.B. Eltern werden zur Vorgeschichte des Patienten befragt - z.B. anamnetischer Elternfragebogen von Deegener
  • Welche Unterschiede bestehen zwischen einer Alltagskonversation und einem Interview? Alltagskonversation: nicht unbedingt expliziter Zweck; Wiederholungen sind i.d.R. unerwünscht; beide können Fragen stellen; Interesse und Desinteresse an bestimmten Themen wird von beiden ausgedrückt; basiert auf implizitem Wissen; allzu detaillierte Antworten und Statements werden i.d.R. aus Höflichkeit vermieden   Interview: Zweck, Ziel; Wiederholungen sind oft notwendig; hauptsächlich der Interviewer stellt Fragen; eher der Interviewer drückt Interesse und Desinteresse aus; implizites Wissen soll möglichst explizit werrden; Antworten sollen so detailliert wie möglich sein
  • Merkmale eines "psychologischen" Interviews - verschiedene Settings sind möglich; z.B. Telefoninterview - Dauer des Interviews: Telefon: wenige Minuten; face-to-face: 60 bis 90 Minuten - es können mehr als nur zwei Personen beteiligt sein - nach der Rolle des Befragers unterscheidet Fisseni weiche, neutrale und harte Interviews - Interviews können mit verschiedenen Zielen verbunden sein - eine weitere Dimension der Unterscheidung ist der Grad der Strukturierung und Standardisierung der Fragen, des Ablaufs und der Antworten
  • Was ist ein weiches Interview? - durch das Verhalten des Befrages soll eine offene und warme Atmosphäre geschaffen werden, die es einer Person erleichtert, über ihr Erleben und Verhalten möglichst frei zu sprechen, gerade wenn es sich dabei um Probleme handelt
  • Was ist ein neutrales Interview? - Interviewer nimmt zurückhaltend-interessierte Rolle ein - dadurch sollen Fehlerquellen minimiert und die Vergleichbarkeit von Interviews gesichert werden
  • Was ist ein hartes Interview? - dient dazu den Befragten zu überrumpeln und zu provozieren - dadurch soll die Abwehr durchbrochen und Offenheit erzwungen werden - z.B.: Stressinterview, bei dem eine Person mit Fragen bombardiert und ins Kreuzverhör genommen wird, um deren Stressresistenz zu erfassen
  • Welche vier Aspekte lassen sich in einem Interview standardisieren? - Fragen - Antworten - Auswertung - Verhalten des Interviewers
  • Welche Extremvarianten des Interviews in Bezug auf die Standardisierung gibt es ? - vollständig standardisiertes - unstandardisiertes Interview
  • Welche Vorteile bietet das standardisierte Interview? - verschiedene Interviews können gut verglichen und vergleichsweise ökonomisch ausgewertet werden - durch die Festlegugn der Fragen werden die Anforderungen an den Interviewer reduziert - die Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität können ermittelt werden - Interviewfehler sind besser kontrollier- und reduzierbar
  • Welche Nachteile hat das standardisierte Interview? - durch hohe Standardisierung werden subjektiver Lebensraum bzw. subjektive Repräsentationen des Probanden möglicherweise nicht angemessen erfasst - wortwörtlich festgelegte Fragen werdenb womöglich unterschiedlich verstanden - das geforderte strikte Festhalten an der Standardisierung im Gespräch kann unnatürlich wirken
  • Beispiele für standardisierte Interviews? - Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen (DIPS) - Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV
  • Welche Vorteile bietet ein unstandardisiertes Interview? - die subjektiven Repräsentationen können gut erfasst werden - der Interviewer kann sich bei der Fragestellung an den Sprachstil des Probanden anpassen - adaptives Diagnostizieren ist möglich: Anschlussfragen können in Abhängigkeit von den Antworten des Probanden gestellt werden
  • Welche Nachteile hat ein unstandardisiertes Interview? - schwierige Vergleichbarkeit mehrerer Untersuchungen - durch den freien Stil ist nicht abgesichert, dass der Interviewer alle Themenbereiche anspricht - der Interviewer benötigt u.U. spezielle Fähigkeiten  
  • Beispiel für ein unstandardisiertes Interview? - narrative Interview nach Fritz Schütze
  • Was ist das teilstandardisierte bzw. halbstrukutierte Interview? - basiert auf einem Gesprächsleitfaden, in dem Themen und Fragen mehr oder weniger ausformuliert festgelegt sind, die auf jeden Fall angesprochen werden sollen - Mittelweg zwischen standardisiertem und unstandardisiertem Interview