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FernUni Hagen L1 (Subject) / Glossar zu wissenschaftlichen und literaturtheoretischen Grundbegriffen (Lesson)
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- Allusion Anspielung aus einem als bekannt vorausgesetzten Text
- Arbiträr / motiviert Strukturalistische Unterscheidung für zufällig Relation von Signifikant und Signifikat bzw. begründete Relation.
- Argumentation In Sprache gefasste Strategie zur begründung und Plausibilisierung wissenschaftlichere Thesen.
- Autor Litwi. Bezeichnung für die empirisch-historische Person des Textproduzenten, Urheber eines Textes Traditionell wird d. Autor als intentionales Subjekt verst., das einen best. SInn in seinen Text hineinlegt.
- Bedeutung Bezeichnung für die im Schreiben und beim Lesen vollzogene Aufladung von Zeichen und Zeichenverknüpfungen mit Sinnzuschreibungen durch angeborene und kulturelle erlernte emotive und kognitive Prozesse.
- Begriff Wort oder Wendung, die in einem historisch und systematisch abgegrenzten Sinn gebraucht werden und daher meist eine Begriffsgeschichte haben.
- Buch Abgeleitete Bez. aus den Buchenholztafeln, in die Runen geritzt wurden, für das seit der Antike bekannte Medium der Schriftaufzeichnung auf Holz, Ton, Wachs, Leder oder Papier, den Kodex. Es ermöglicht im Unterschied zur Schriftrolle den Textvergleich durch Seitenvergleich.
- Darstellung / Apell / Ausdruck Begriffstrias aus K. Bühlers Buch "Sprachtheorie" für die 3 Grundfunktionen eines Zeichens. - die Darstellung von Gegenständen und Sachverhalten - der Appell an den EMpfänger - der Ausdruck vonseiten des Senders
- Denotat / Konotat Linguistische Unterscheidung für die wörtliche Bedeutung (Denotat) eines Zeichens gegenüber der übertragenen Bedeutung (Konotat) eines Zeichens.
- Diskurs Allg. für "Unterredung", "Vortrag" oder "Abhandlung". Bezeichnet die historische Gesamtheit effektiv geschehner Aussagen und der Praktiken innerhalb eines historisch umgrenzten Rahmens, denen eine spez. Regelhaftigkeit immanent ist.
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- Distribution Bez. für das Feld des Textvertriebs durch Verlag, Buchhandel, Werbung usw.
- Epoche Seit dem 18. Jh. genutzter Terminus zur historischen Klassifikation lit. Texte nach voneinander abgrenzbaren Zeiträumen.
- Falsifikation Widerlegung einer wissenschaftlichen Aussage oder Theorie durch ein Gegenbsp.
- Form / Inhalt Dichotomie, die die Annahme bezeichnet, derzufolge Form und Inhalt eines Textes zu trennen seien, so dass auch bei einem FOrmwechsel wie etwa einer Übersetzung der Inhalt als invariante Bedeutung erhalten bliebe.
- Gattung Bez. zur Klassifikation von Textgruppen; wird heute auch durch den Begriff "Textsorte" ersetzt
- Gebrauchsliteratur Bez. für Literatur, die für einen genau umrissenen Situationskontext geschrieben wurde (z.B. Flugblätter...)
- Genre Bez. häufig im Sinne von "Untergattung" oder auch für narrative Schemata die mit bestimmten Stoffbereichen verknüpft sind.
- Hypothesenbildung Aufstellung von plausiblen und im weiteren Verlauf der Untersuchung begründbaren Vermutungen.
- Immunisierung Begriff für Theorien und Methoden, die sich gegenüber einer Überprüfung abschotten.
- Institution regelhafte Verfestigung menschlichen Handelns, die es verbindlich erwartbar und berechenbar machen. Institutionen sind mit konkreten Handlungsnormen und ROllenerwartungen verknüpft, die von allen erfüllt werden müssen, die an den jew. Formen der Interaktion und Kommunikation teilnhemen möchten.
- Kommunikation Zwischenmenschliche Informationsvermittlung mit Hilfe sprachlich oder außersprachlich kodierter Botschaften.
- Kulturelles Wissen Das historisch variable und kulturabhängige Wissen, das in jedem Sinnbildungsprozess mit eingeht und ihn erst ermöglicht.
- Kanon 1. Ein Korpus von Werken, die in einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe für eine bestimmte Zeit als allgemeingültig und verbindlich gelten oder gelten sollen. 2. Ein Korpus von Interpretation, in dem festgelegt wird, welche Bedeutungen und Wertvorstellungen mit den kanonisierten Texten verbunden werden. Kanones erfüllen die Funktionen der Identitätsstiftung, Legitimation und Handlungsorientierung.
- Kohäsion / Kohärenz Kohäsion: äußere Gestalt des Textes (sprachliche Mittel und textinterner Zusammenhang) bezieht. Kohärenz: inhaltliche Ebene des Textes (textinternen thematischen Zusammenhang)
- langue / parole von F. de Saussure eingeführtes strukturalistisches Begriffspaar langue: Sprache als abstraktes Zeichensystem parole: Sprache als konkrete Sprachrealisierung
- Lesen / Testverstehen Bez. für den emotiv-kognitiven Prozess bei der Textrezeption
- Leser Bez. für die textrezipierende, empirisch-historisch beobachtbare Person oder textinterne, fingierte Figur. - intendierte bzw implizierte Leser: von einem Autor vorgesehne Leser seines Textes, - der ideale Leser derjenige, der alle in einem Text angelegten Bedeutungsangebote realisiert.
- Literarisches Leben Allg. für die Gesamtheit aller Handlungen und Äußerungen der Literaturproduktion, - distribution und -rezeption.
- Literaturgeschichte Die im 19. Jh. durch den Historismus entstandene Form der Anordnung von Autoren und ihren Texten nach historiographischen Mustern. Löst die annalistische und additive "Litterärgeschichte" früherer Zeiten ab.
- Literaturkritik wertende Beurteilung vor allem der Gegenwartsliteratur in Zeitungen
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- Literaturmarkt Allg. für die seit dem 18. Jh. an die Stelle des Tauschhandels und des Mäzenatentums getretene From der Distribution von Literatur.
- Literaturtheorie Die expliziete Thematisierung von Grundlagenproblemen der Literaturwissenschaft und Entwicklung begrifflicher und methodischer Verfahren zu ihrer Lösung.
- Literaturwissenschaft Gesamtheit der philologischen, methodischen und literaturtheoretischen Institutionen.
- Medien Sammelbezeichnung für die Aufzeichnungs-, Übertragungs- und Verarbeitugnsformen von Literatur vom Buch bis zu modernen digitalen Formaten innerhalb eines Kommunikationsprozesses.
- Mediengeschichte Literaturhistorische Beschreibungsverfahren, das den Wandel der medien und ihres Einsatzes untersucht.
- Methode Auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren zur Erlangung wissenschaftlicher Ergebnisse.
- Morphologie Erforschung der kleinsten bedeutungs- oder funktionstragenden Elemente einer Sprache, der Morpheme.
- Motiv Ein inhaltlich-thematisches ELement von Texten, das einem tradierten Schema zugeordnet werden kann.
- Mündlichkeit "Oralität": kommunikativer Zustand, in denen die Weitergabe immaterielle Wissensbestände mündlich erfolgt, vor allem bezogen auf nicht schriftlich verfasste Kulturen. Ihre Kennzeichen sind Formelhaftigkeit, Redundanz, eine ausgeprägte Gedächtniskultur, physische ANwesenheit der Kommunikationspartner.
- Nationalliteratur / Weltliteratur bezeichnet seit dem 19. Jh. den Gegensatz von Literatur, die sich innerhalb der Grenzen einer Sprache od. Kultur entwickelt, und Literatur, deren Genese und Rezeption sich im Dialog verschiedensprachiger Literaturen und im Transfer zwiscehn verschiedenen Kulturen ereignet.
- Objektsprache / Metasprache Sprache und Begrifflichkeiten, die bereits in einem zu untersuchenden Text verwendet werden.
- Paradigma / Syntagma Bez. für linguistische Grundrelationen, die die komplexe Struktur des Sprachsystems beschreiben, nämlich die vertikale Klasse möglicher Zeichen gegenüber der horizonatelen Verknüpfung von Zeichen.
- Paratext Begriff für die Gesamtheit derjenigen Texte, die aus einem Manuskript ein Buch machen und dessen Rezeption steuern.
- Philologie Gesamtheit der theoriegeleiteten Erschließung und der poetologischen und historischen Reflexion sprachlicher Dokumente. Philologie ist diejenige Wissenschaft, die sich um Sicherung, Verständnis und Vermittlung literarischer TExte und deren geistiger, kultureller und sozialeer Zusammenhänge bemüht.
- Phonetik untersucht die konkrete, artikulatorischen, akustischen und sensorischen Eigenschaften der kleinsten lautlichen Einheiten.
- Phonologie untersucht die Systeme von Phonemen, den kleinsten bedeutungsunterscheidenden Elementen von Sprachen.
- Plagiat Nachahmung bzw. Abschreiben eines TExtes durch einen anderen, ohne die verwendete Vorlage kenntlich zu machen. Verletzung des Urheberrechts.
- Pragmatik untersucht die Relation zwischen natürlichsprachlichen Ausdrücken und ihren spezifischen Verwendungssituationen.
- Prätext Begriff besonders in Konzepten der Intertextualität für die einem Text vorausgehenden und von ihm aufgegriffenen Texte.
- Querelle des anciens et des modernes Streit der Alten (Antiken) und der Neuen (Modernen), Charles Perrault.