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Sozialwissenschaft (Subject) / Stein/Sandkötter (Lesson)
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- Definition "Struktur" - Instrument zur Analyse des inneren Aufbaus eines Phänomens - Ordnung von Elementen nach bestimmten Regeln - Mehrzahl von Einheiten, die in nicht zufälliger Weise miteinander verbunden sind - Regelmäßigkeiten
- Strukturarten Infrastruktur: - materielle Grundlage der biologischen Reproduktion und Bereitstellung der Mittel zur Lösung von alltäglichen Problemen der Gesellschaft- wichtig für soziale Prozesse Soziale Struktur:- Reproduktion und Produktion erfordern soziale Organisation- Gesamtheit der regelmäßigen und dauerhaften sozialen Gebilde & Prozesse Institutionelle Struktur:- Verteilungs- und Beziehungsmuster Folge institutioneller Regelungen- Verfassung der Gesellschaft: kulturelle Ziele und kulturelle Struktur, strukturelle Spannungen, soziale Differenzierung, soziale Klassen, Stände und Kasten, Prestige-Struktur Superstruktur:- Verhalten und Denken, das auf Infrastruktur und Struktur einer Gesellschaft zurückwirkt- "praktische Organisation einer Gesellschaft"
- Definition "Sozialstruktur" inneres Gefüge/Struktur einer Gesellschaft durch Normen, Konventionen und Gesetze
- Definition "Soziale Gebilde" - Institutionen wie Recht- und Wirtschaftsordnung - Organisationen wie Schule, Familie - alltägliches Handeln in sozialen Gebilden unter ungleichen Lebensbedingungen - Menschen leben in Beziehungen → entstehen von sozialen Positionen (Witwe, Sklave, Professor,..)
- Charakteristik gesellschaftlicher Strukturen - steuern soziale Prozesse, da sie Möglichkeiten (Opportunitäten) und Beschränkungen (Restriktionen) für das Handeln der Menschen festlegen - Begründen Regelmäßigkeiten und Ordnung sozialer Prozesse - äußern sich in Dauerhaftigkeit von Zuständen und Ablaufmustern in sozialen Prozessen - werden selbst durch Struktur stabilisiert
- Definition "Schicht" (Geiger) - Menschen in ähnlicher sozio-ökonomischer Lage, ähnliche Lebenserfahrungen, Persönlichkeitsmerkmale, Lebenschancen und Risiken - Theodor Geiger, 30er JAhre, soziologischer Grundbegriff- Schichtung der Gesellschaft- Beschreibung sozialer Ungleichheit- vielfältige Schichtmodelle möglich- voneinander abgrenzbare Bevölkerungsteile- deutliche Unterschiede hinsichtlich äußerlicher Merkmale (Einkommen, Bildung, Einflussmöglichkeiten) und innerer Mentalitäten (Handlungsorientierung, Interpretationsmuster)
- Definition "Klasse" (Marx) - Besitz an Produktionsmitteln zentrales klassenbildendes Prinzip - Klasse, Klassenkampf, Privateigentum an Produktionsmitteln - Bourgeoisie und Proletariat - ökonomische determiniert - historischer Materialismus - Klassen stehen sich antagonistisch gegenüber (zwei Klassen) - gemeinsame spezifische ursächliche Komponente ihrer Lebenschancen bei einer Mehrzahl von Menschen - Komponente durch ökonomische Güterbesitz- und Erwerbsinteressen und unter Bedingungen des (Güter- und Arbeits- Marktes) dargestellt
- Definition "Klasse" (Weber) Klassenlage: Güterversorgung, äußere Lebensstellung, inneres Lebensschicksal Mehrdimensionales Verständnis von Klasse:- Besitzklasse: durch Unterschiede im Besitz definiert- Erwerbsklasse: Unterschied durch Chancen der Marktverwertung von Gütern oder Leistungen (berufliche Stellung)- soziale Klasse: Abstufung nicht so trivial zu sehen. Differenzierung nach Klassenlagen, horizontal im Vergleich zu vorherigen Klassen- daneben: Stände und Parteien
- Differenzierung Klasse & Schicht Gemeinsamkeiten:- Klassen bzw. Soziallagen- Klassen bzw. schichttypische Prägungen und Subkulturen (Sozialisationsannahme)- Klassen bzw. schichttypische Lebenschancen und -risiken Unterschiede Klassen- zu Schichtanalysen:- ökonomische Orientierung- Konflikt- und Machtorientierung- historische Orientierung- theoretische Orientierung
- Definition "Rolle" - Bündel unterschiedlicher Erwartungen der Bezugsgruppen (Rolle des Lehrers als erwartetes Handeln gegenüber Eltern, Schüler, Kollegen) - Verhaltenserwartung verbunden mit bestimmter Aufgabenverteilung - Erlernt aufgrund eines gegenwärtigen oder zu erwartenden Status - verwendet im Zusammenhang mit menschlichem Verhalten
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- Definition "Rollenkonzept" - erklärt keine Strukturen - versucht soziale Sturkturen transparent zu machen - nötig für Differenzierung & Spezialisierung der Aufgaben und des sozialen Verhaltens in der Gesellschaft
- Definition "soziale Rolle" - Verhaltenserweiterungen, verbunden mit spezieller Aufgabenverteilung - von anderen Menschen normativ erwartetes, dauerhaftes Verhalten in bestimmten Situationen - positionelle Normen, informelle Erwartungen, formelle Anforderungen → systematische Normierung von Aufgabenverhalten in einem sozialen System
- Definition "(soziale) Position" - Stellung innerhalb Beziehungssystems - Aufgabe: Kochen, Position: Koch, Pflichten: Essen kochen - Gesellschaft riesiges organisiertes Gefüge, Besetzen von individuenabhängigen Positionen Zugewiesene Position: "natürlich", ohne eigenes Zutun, z.B. Geschlecht, Alter, Hautfarbe, NationalitätZugeschriebene/erworbene Position: selbst ausgesucht, z.B. Vereinsmitglied, berufliche Stellung, Position in selbstgegründeter Familie, Patient
- Definition "Status" - Rang innerhalb eines Systems, gesellschaftliche Hierarchie, zugeordnete soziale Wertschätzung (z.B. Lehrer höhe als Fliesenleger) - mit bestimmter Rolle verbunden - zugewiesen aufgrund von Alter, Geschlecht, Herkunft oder Einheiraten in bestimmte Familie
- Definition "sozialer Status" - Prestigewert einer Position (z.B. Gymnasiast höher bewertet als Hauptschüler) - soziales Einordnen durch Äußerlichkeiten in manchen Positionen (z.B. Uniform Arzt)
- Schichttheorie - objektive sozio-ökonomische Lagen (Klassen- oder Soziallagen) - Bevölkerung in Gruppen in ähnlicher sozio-ökonomischer Lage untergliedert - mehrdimensional - Zusammenhang von sozio-ökonimischen Lagen mit subjektiven/psychischen/inneren Befindlichkeiten → ähnliche äußerliche Bedingungen führen zu ähnlichen Erfahrungen & beeinflusst Denken, Vorstellungen, Einstellungen, Werte, Interessen, Ideologien & Verhaltensweisen - Entstehen von Klassenbewusstsein (Marx), Schichtmentalität (Geiger) & Klassenhabitus (Bourdieu)
- Schichtmodell (Geiger) - Schichten = viele Personen mit erkennbarem gemeinsamen Merkmal - gewisser Status in der Gesellschaft - Status bestimmt durch Lebensstandard, Chancen, Risiken, Glücksmöglichkeiten, Privilegien, Diskriminierung, Rang, öffentliches Ansehen - Status mehrerer Individuen ergibt gemeinsame soziale Lage
- Schichtmodelle Zwiebelmodell (Bolte):- Oberschicht > obere Mitte > mittlere Mitte > untere Mitte > unterste Mitte/oberes unten > unten > sozial Verachtete Hausmodell (Dahrendorf):- Elite > Dienstklasse > Mittelstand > Arbeiterelite > Arbeiterschicht > falscher Mittelstand > Unterschicht
- Definition "Soziale Schichtung" - Schichtung nach Beruf, Einkommen, Besitz,.. - Gruppierung von Menschen mit ähnlich hohem Status innerhalb einer oder mehrerer Ungleichheitsdimensionen - Einkommensschichten, Berufsprestigeschichten, Bildungsschichten - gibt über Reihe wichtiger sozialer Ungleichheiten und soziale Situationen vieler Menschen keine Auskunft - nur vertikal
- Definition "Soziale Lage" - Gruppierungen die im Schichtgefüge keinen Platz haben - vertikale (Berufsgruppen) & horizontale Kriterien (Alter, Geschlecht, Religion)
- Definition "Lebensstil" Historisch:- Lebensführung (Weber), Identitätsfindung durch Lebensstil (Simmel), Stil der "feinen Leute" (Veblen), ursprünglich aus Marktforschung Gegenwärtig:- Prinzipien, Ziele & Routinen zur Ausrichtung des Lebens (Hradil)- raum-zeitlich strukturierte Muster der Lebensführung, abhängig von materiellen und kulturellen Ressource, Familien- und Haushaltsform und Werthaltung- Klassenzugehörigkeit bestimmt Lebensstil- Ausbilden typischer Denk-, Verhaltens- und Kulturmuster zu Organisation des Alltags - Organisationsstruktur individuellen Alltagslebens- regelmäßig wiederkehrender Gesamtzusammenhang von Verhaltensweisen, Interaktionen, Wissensbeständen und Einstellungen- identitätsstiftend und distinktiv- schaffen von individuellen und kollektiven Identitäten
- Definition "Habitus" - Zugehörigkeit zu sozialer Gruppe wird deutlich - zeigt sich in alltagsästhetischen Handlungen - aktive Präsenz früherer Erfahrungen in Gestalt von Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata - Erzeugungsprinzip - Spezifische Prägung, Identität und Identifizierung - Im Laufe des Sozialisationsprozesses erworben - träge - Schicht-, Klassen- & Millieuspezifisch, Generations-, Kultur- und Geschlechtsspezifisch
- Kapitalien - Ökonomisch - Kulturell - Sozial
- Definition "soziale Millieus" - Gruppierungen mit typischen Wertgefügen - Gruppe Gleichgesinnter mit gemeinsamen Werthaltungen und Mentalitäten, Beziehungsmustern und Umweltanschauungen - überwiegend zur Markt- und Wahlforschung - Wir-Gefühl - Makroebene
- Sinus-Millieus - Kartoffel-Grafik Sozial gehobene Millieus: Konservativ-etablierte, Liberal-intellektuelle, Performer, Expeditive, Millieus der Mitte: Bürgerliche Mitte, Adaptiv-pragmatische, Sozialökologische Millieus der Unterschicht: Traditionelle, Prekäre, Hedonisten