Klinische Psychologie (Subject) / 7. Suizidalität (Lesson)

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7. Suizidalität

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  • Wie viel Prozent der Todesursachen in Deutschland sind aufgrund von Suizid? 1,1%
  • wie viele Suizide gibt es in Deutschland pro Jahr? ca. 10.000
  • Wie ist das durchschnittliche Alter der an Suizid verstorbenen? Ca. bei 58
  • Pro 100.000 ____ sterben ___ an Suizid 85-89 Jährigen  81,4 Männer 
  • Alter und Geschlecht als Risikofaktoren - wie sind diese zeitlich gesehen vor allem hohes Alter und männliches Geschlecht sind Risikofaktoren für Suizid => sehr stabil; hat sich über viele Jahre nicht geändert 
  • Wie ist die Relation von Suizidversuchen und Suizid? Verändert sich mit dem Alter:  - im jungen Alter viel mehr Suizidversuche als Suizide - im höheren Alter relativ gesehen starke Zunahme der Suizide im Vergleich zum jungen Alter 
  • Bei Frauen unter 20 führt nur jede 5. suizidale Handlung zum Tode 
  • Bei Männern über 80 enden 7 von 10 Suizidversuchen tödlich 
  • Welche Suizidmethode ist die Abstand am häufigsten verwendete? Erhängen 
  • Was zählt zu den tödlichen Suizidmethoden? Erschießen  Erhängen/ Erdrosseln Ertrinken Überrollen lassen  Sturz aus Höhe 
  • 5 Methoden stehen für wie viel Prozent der Suizide? 76%
  • Welche Methoden sind weniger tödlich? sonstige Medikamente Stiche/ Schnitte Überdosis Psychopharmaka 
  • Womit korreliert das Erkrankungsrisiko für psychische Störungen und Suizidalität (historische Beispiele)? mit Armut  --> Suizidrate höher in Alten Bundesländern und während Sparpolitik 2011 in Griechenland 
  • Sterbefälle durch Suizid pro 100.000 Einwohner jährlich? 8000 Männer 2000 Frauen 
  • Welcher Familienstand ist ein Risikofaktor für Suizid? Verwitwung und Scheidung 
  • Regionale Unterschiede liegen nicht vor 
  • Suizidversuch vs. vollendeter Suizid - Geschlecht Suizidversuch: Mehrheit weiblich Suizid: Mehrheit männlich 
  • Suizidversuch vs. vollendeter Suizid - Alter Versuch: meist jung Vollendet: Risiko erhöht sich mit Alter 
  • Suizidversuch vs. vollendeter Suizid - Methode Versuch: Letaltität niedrig - Tabletten, Schneiden Vollendet: Gewaltanteil höher (Erschießen, Stürzen)
  • Suizidversuch vs. vollendeter Suizid - Situation Versuch: Intervention wahrscheinlich Vollendet: Vorkehrungen gegen Entdeckung 
  • Suizidversuch vs. vollendeter Suizid - häufige Diagnose Versuch: Dysthymie, Borderline-Persönlichkeitsstörungen Vollendet: Alkoholabhängigkeit, affektive Störungen, Schizophrenie
  • Suizidversuch vs. vollendeter Suizid - dominanter Affekt Versuch: Depression mit Wut Vollendet: Depression mit Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit 
  • Suizidversuch vs. vollendeter Suizid - Motivation Versuch: Veränderung der Situation, Hilferuf  Vollendet: Tod 
  • Suizidversuch - Verlauf in Klinik - schnelle Besserung der Stimmung - Erleichterung, überlebt zu haben  - Versprechen, es nicht zu wiederholen 
  • Welche Ätiologie Ansätze gibt es? 1. Soziologische Theorie 2. Kognitive Theorie 3. Psychoanalyse 4. Genetische Faktoren  5. Biochemische Theorien 
  • Soziologische Theorie nach Durkheim, 1887 liefert 3 Gründe für Suizid 1. egoistischer Suizid 2. Altruistischer Suizid 3. Anomischer Suizid 
  • Egoistischer Suizid Grund: keine ausreichenden sozialen Beziehungen  Betroffener sieht sich und seine eigenen Probleme als Mittelpunkt der Welt, weil ihm die Bezüge nach außen fehlen 
  • altruistischer Suizid Suizid zum Wohle der Gesellschaft (meist religiös)  statistisch aber sehr selten 
  • Anomischer Suizid Der Betroffene ist überfordert von den plötzlichen Veränderungen an der Gesellschaft häufigster Grund für Suizid, gerade bei älteren Personen (fühlen sich nicht mehr als Teil der Gesellschaft) 
  • Kognitive Theorie - Ansätze Shneideman - kognitive Einengung  Präsuizidales Syndrom (Ringel, 2953) 
  • Shneidman: - Suizid gekennzeichnet durch kognitive Einenung - Fixierung des Betroffenen aus seine Probleme  - es wird keine andere Option mehr als der Suizid gesehen 
  • Präsuizidales Syndrom - zentrales Merkmal ist die kognitive Einengung des Betroffenen  - es sieht die Situation als hoffnungslos und erkennt weder Wahlmöglichkeiten noch Alternativen - die Gefühle reduzieren sich auf Depression und Angst  - der Blick wird zunehmend tunnelartig auf Suizid als einzigen Ausweg fokussiert 
  • Worauf reduzieren sich die Gefühle beim präsuizidalen Syndrom? Depression und Angst 
  • Was sieht eine Person mit präsuizidalem Syndrom nicht? Wahlmöglichkeiten und Alternativen - alles erscheint hoffnungslos 
  • Psychoanalyse - Erweiterung der Depressionstheorie - Introjektion einer verlorenen Person  - außerdem existiert ein Todestrieb, der sich durch den Verlust nähert und nach innen gerichtet wird 
  • genetische Faktoren - es gibt eine genetische Vulnerabilität (verwandte Völker Finnland und Ungarn erkranken zeigen mehr Suizid)  - Gene selbst kodieren aber nicht Suizid, sondern Risikofaktoren  => können alleine nicht Suizid erklären; psychophysiologische und psychosoziale Faktoren sind essentiell zur Erklärung 
  • biochemische Theorien - niedriger Serotoninspiegel bei Suizidalen Hypothese: Serotonin ist wichtig für Verhaltenskontrolle  
  • Hypothese: Serotonin ist wichtig für Verhaltenskontrolle 
  • Was sind protektive Faktoren bei Suizid? 1) Familiäres/ soziales Umfeld 2) Medizinische/ psychologische Versorgung  3) Arbeit und finanzielle Absicherung 4) Tagesstruktur 5) Angebot vor Ort, Krisendienst etc. 
  • Was gehört zum familiären/ sozialen Umfeld? Freunde, Familie, Partner, Kinder 
  • Was gehört zur medizinischen/ psychologischen Versorgung? Ärzte, Psychiater, Therapeuten, Medikamente 
  • Was kann präventiv gegen Suizid helfen? 1) protektive Faktoren 2) die Zugänglichkeit zu Methoden verwehren (z.B. Schusswaffen) 
  • Welche Skalen werden zum Erfassen von Suizidalität genutzt? Beck Depression Inventory  Hamilton Depression Scale Beck-Hopelessness-Scale (20 Items) SAD: Sad person scale for assessing suicide (10 items) 
  • Was ist das Problem mit Skalen? sie stützen sich auf die Kooperationsbereitschaft des Betroffenen  - liefern viele falsch-positive Ergebnisse - in der konkreten Akutsituation kaum anwendbar  => zur Diagnose von Suizidalität ungeeignet 
  • Was liefern Skalen meistens? viele falsch-positive Ergebnisse 
  • Was können Skalen nicht ersetzen? das diagnostische Gespräch 
  • Welche Stadien von Suizidalität gibt es? Passive Todeswünsche Suizidideen und Suizidgedanken Suizidpläne und Vorbereitungen  Suizidale Handlungen  Suizid 
  • Was fällt unter mäßiger Suizidgefahr passive Todeswünsche Suizidideen und -gedanken 
  • Was fällt unter hoher Suizidgefahr? Suizidpläne und Vorbereitungen Suizidale Handlungen 
  • Was sind passive Todeswünsche? Gedanken, dass der eigene Tod kein Problem wäre oder sterben nicht schlimm wäre.