Klinische Psychologie (Subject) / 6. affektive Störungen (Lesson)

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6. affektive Störungen

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  • Wie ist der circadiane Cortisolspiegel bei Depressiven verändert? generell nach oben und vor allem am Nagir Zenit = Höhepunkt, morgens Nagir = Tiefpunkt, abends 
  • Welche psychologischen Ursachen werden unterschieden für affektive Störungen? 1. psychoanalytische Theorien 2. kognitiv-verhaltenstherapeutische Theorien    a) nach Aaron Beck    b) Erlernte Hilflosigkeit nach Seligman    c) interpersonale Theorie der Depression nach Lewinsohn 
  • Psychoanalytische Theorien - Fixierung auf orale Phase als Risikofaktor/ Vulnerabilität für Depressionen - zustäzlich muss weiterer Stressor auftreten (z.B. Verlust von Angehörigem) - Verstorbener wird verinnerlicht --> Introjektion und Identifikation - neg. Gefühle ggü. Verstobenen werden auf sich selbst umgekehrt => Schuldgefühle und Selbsthass führen zur Depression
  • Wie versucht man psychoanalytische Theorien zu überprüfen? anhand von Trauminhalten - man geht davon aus, dass Masochismuss und Selbsthass in die Träume übergehen 
  • Masochismus: Erleben von Befriedigung durch das Erfahren von Schmerzen
  • Fazit psychoanalytische Theorien: - empirisch nur schwer zu überprüfen  - aber Verluste im 1. Lebensjahr sind tatsächlich ein wesentlicher Prädiktor für Depressionen 
  • Was ist ein wesentlicher Prädiktor für Depressionen? Verluste im 1. Lebensjahr 
  • Wie lautet die kognitiv-verhaltenstherapeutische Auffassung nach Aaron Beck? was ist zutreffender? negative Triade  führt zu negativen Schemata  führt zu kognitiven Verzerrungen  führt zu Depression  => ein Kreislauf: neg. Triade, neg. Schemata, kog. Verzerrungen sollen sich wechselseitig beeinflussen und mit der Depression einen Teufelskreis bilden 
  • Aaron Beck: neg. Triade pessimistische Sichtweise von sich selbst, der Welt und der Zukunft 
  • Aaron Beck: neg. Schemata neg. Schemata und Überzeugung die durch neg. Lebenserfahrungen ausgelöst wurden (z.B. Annahme durch die Eltern, dass man perfekt sein muss) 
  • Aaron Beck: kognitive Verzerrungen oder auch Fehleinstellungen, es gibt 4 wesentliche bei depressiven Menschen 1. willkürliche Schlussfolgerungen 2. selektive Abstraktionen  3. Übergeneralisierungen 4. Über- oder Untertreibungen 
  • Willkürliche Schlüsse nach Beck Schlüsse, die ohne jeglichen Beweis oder überhaupt jegliche externe Grundlage gezogen werden (ich bin dumm) 
  • Selektive Abstraktionen nach Beck Schlüsse, die nur auf Grundlage eines von vielen Elementen einer Situation gezogen werden  (einer mag mich nicht = alle mögen mich nicht) 
  • Übergeneralisierung nach Beck ein alles umfassender Schluss auf der Grundlage eines einzelnen, möglicherweise trivialen Ereignisses  (einer grüßt mich nicht = keiner mag mich) 
  • Über- und Untertreibungen nach Beck: grobe Fehleinschätzung von Leistungen (neg. wird überbewertet, pos. unterbewertet) 
  • Theorie nach Seligman Theorie der erlernten Hilflosigkeit: - durch unkontrollierbare aversive Ereignisse kommt es zum Gefühl der Hilflosigkeit welches eine Depression hervorruft 
  • 1. Erweiterung der Theorie der erlernten Hilflosigkeit: Attributionsschema zur Erklärung von Depression  => Attribution auf internale, stabile und globale Faktoren => Gefühl der Hilflosigkeit und keine Möglichkeit vorhanden die Situation zu verändern  => Depressiv Erkrankte können sich nicht helfen 
  • 2. Erweiterung der Theorie der erlernten Hilflosigkeit: Hoffnungslosigkeit - aversive Ereignisse - Attribution auf internale, globale und stabile Faktoren oder anderen kog. Faktor - Gefühl der Hoffnungslosigkeit, keine Möglichkeit Situation zu verändern und Erwartung, dass wünschswertes Ergenbis nicht eintreten wird  - Depression 
  • Was kommt bei den beiden Erweiterungen der Theorie der erlernten Hilflosigkeit dazu? 1. Umformulierung: Attribution auf internale, globale und stabile Faktoren; Gefühl der Hilflosigkeit, dass es keine Möglichkeit gibt die Situation zu verändern  2. Umformulierung: zusätzlich Gefühl der Hoffnungslosigkiet: Erwartung, dass wünschswertes Ereignis eh nicht eintritt 
  • Idee bei erster und zweiter Umformulierung bezüglich des Depressiven? 1. Attributionsschema => Depressiv Kranke können sich nicht helfen (sehen keine Möglichkeit etwas zu ändern)  2. Hoffnungslosigkeit => Depressiv Kranke sind nciht motiviert sich zu helfen (erwarten, dass sich eh nichts änder) 
  • Wie sieht ein depressives Attributionsschema aus? internal, global und stabil  => Ich bin das Problem vs. extern: andere sind das Problem  => Das Problem ist in allen Bereichen vs. spezifisch: das Problem ist nur in diesem Bereich  => Das Problem ist immer da vs. variable: das Problem ist vorrübergehen 
  • Wie unterscheiden sich Depressive und Gesunde zeitlich bezüglich des Attributionsschemas? nach deprimierenden Ereignissen reagieren alle 2 Tage lang internal, stabil und global dann differenzieren sich jedoch tendenziell nicht-depressiv Gefährdete 
  • Wie sind Attributionsstile zeitlich gesehen? relativ stabil 
  • Kritik gegenüber Seligmans Theorie der erlernten Hilflosigkeit? - Depressiv Kranke glauben nicht weniger Kontrolle über ihr Leben zu haben als Gesunde - Attributionsstile schwanken während des Verlaufs einer Depression --> in Remission nicht global, stabil und internal
  • Wovon geht die interpersonale Theorie der Depression nach Lewinsohn aus? - Depressiv Erkrankte haben Defizite im interpersonalen Kontakt und in der interpersonalen Kommuniaktion  - die Depression soll dadurch entstehen, dass durch mangelnde soziale Kompetenzen keine oder ein nur sehr kleiner Freundeskreis entsteht  => dadurch soll es zu einem Verstärkerverlust kommen: pos. soziale Verstärker fehlen, weil keien Kontakte vorliegen  => Verstärkerverlust soll zur Depression führen  --> soziale Progleme als Ursache und nicht als Folge der Depression 
  • Wie heißt Lewinsohns Theorie? Interpersonale Theorie der Depression 
  • Wodurch soll die Depression nach Lewinsohn ausgelöst werden? Durch einen Verstärkerverlust 
  • Was ist ein Verstärkerverlust nach Lewinsohn? pos. soziale Verstärker fallen weg aufgrund von mangelnden Kontakten, denn Depressive sollen mangelnde soziale Kompetenzen haben 
  • wodurch wird die interpersonale Theorie nach Lewinsohn gestützt? empirische Studien an High-Risk-Patienten 
  • Welche Therapie Möglichkeiten gibt es? somatische  psychologische  weitere 
  • was fällt unter die somatischen Methoden zur Behandlung von Depression? Elektrokonvulsionstherapie Medikamentöse Therapie
  • Elektrokonvulsionstherapie (EKT) - auch Elektrokrampftherapie - elektrische Impulse am Gehirn haben Bahnungseffekt für Medikamente - werden aber nur eingesetzt wenn Medis nicht mehr Anschlagen für schwere Depressionen  => kann schwere Depression auflösen  => Risiko ist niedrig aber kann zu Gedächtnisverlust führen 
  • Medikamentöse Methoden zur Behandlung von affektiven Störungen früher MAO-Hemmer, dann Serotonin-Hemmer, dann SSRIs  - Effekte bei leichten und mittelschweren Depressionen nicht stärker als Placebos - stimmungsändernde Effekte erst nach 2-3 Wochen  => bei leichten und mittelschweren Depressionen psychotherapeutisch statt medikamentös => werden oft zusammen mit Psychotherapie angewandt und umgekehrt  - bei bipolaren Störungen Lithium 
  • Welches Medikament wird bei bipolaren Störungen angewendet? Lithium 
  • Wann zeigen sich stimmungsändernde Effekte bei Medikamenten, wann bei Psychotherapie? Medis: 2-3 Wochen Therapie: Wochen bis Monate (dafür kausaler) 
  • Medikamentöse Behandlung bei leichten und mittelschweren Depressionen nicht stärker als Placebos --> daher mittelfristig besser psychotherapeutisch statt medikamentös behandeln 
  • Welche psychologischen Methoden gibt es zur Behandlung von affektiven Störungen? Psychoanaytischer Ansatz  Kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze: 1) nach Beck 2) rational-emotive Therapie nach Ellis  c) nach Lewinsohn 
  • Wie werden affektive Störungen psychoanalytisch behandelt? - die nach innen gerichteten Impulse (Introjektion) sollen abgearbeitet werden  - dafür sollen unbewusste Konflikte bewusst gemacht werden 
  • Welcher Therapie Ansatz ist dominierend bei den affektiven Störungen? die kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapie
  • Kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapie nach Beck: - man setzt an bei den kognitiven Verzerrungen  - es werden die Schlussfolgerungen hinterfragt und bestensfalls aufgelöst => es soll der Teufelskreis der negativen Selbstverstärkung aufgebrochen werden 
  • Rational-emotive Therapie nach Ellis - baut auf dem Ansatz von Beck auf  - man setzt jedoch statt bei den kog. Verzerrungen nun bei den neg. Schemata an  - irrationale Überzeugungen sind meistens unbewusst (ABC Schema)  => im sokratischen Dialog werden diese Überzeugungen bewusst gemacht 
  • Wo wird nach Beck angesetzt, wo nach Ellis? Beck: kognitive Verzerrungen (spezifisch zum Allgemeinen) --> induktiv  Ellis: neg. Schemata (Allgemeinen zum spezfischen) --> deduktiv 
  • Wir wird nach Ellis gearbeitet? im sokratischen Dialog werden irrationale Überzeugungen bewusst gemacht  --> sokratischer Dialog: Pat. wird so gefragt, dass er selbst Widersprüche aufdeckt 
  • ABC-Modell: liegt Ellis zugrunde: aktivierendes Ereignis, Bewertung, Konsequenz => Bewertung ist uns oft nicht bewusst 
  • Wie wird nach Lewinsohn in der Therapie vorgegangen? Soziale Kontakte und soziale Kompetenzen werden aufgebaut 
  • Welche weiteren Methoden gibt es für die Behandlung von affektiven Störungen? Schlafentzug Lichttherapie Bewegungstherapie 
  • Schlafentzug Re-Synchronisierung der biologischen Rhythmen der Cortisol- und Melatonin-Spiegel normalisiert sich  => aufgrund des mangelnden Tiefschlafs kommt es bei Depressiven nachts nicht zur Resynchronisation => diese kann durch ein drastisches Defizit aber wieder hergestellt werden 
  • Wie nennt man die Synchronisierung des Cortisol- und Melantoninspiegels in der Nacht bei Gesunden? Entrainment 
  • Lichttherapie hilft gegen die Seasonal Affective Disorder - wirkt der Freisetzung von Melatonin (durch Dunkelheit) entgegen  - mind. 2500 Lux 
  • Bewegungstherapie Sport hilft gegen Depression  Gleiche Effektstärke wie Medikamente und Psychotherapie