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Unterrichtsmethoden (Subject) / Kooperative Methoden (Lesson)
- 01. Definitionen für kooperatives Lernen = Interaktionsform, bei der die beteiligten Personen gemeinsam und in wechselseitigem Austausch Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben. Im Idealfall sind alle Gruppenmitglieder gleichberechtigt am Lerngeschehen beteiligt und tragen gemeinsam Verantwortung.(Konrad, Traub, 2005) - Konzept stammt aus dem anglo-amerikanischen Raum (Cooperative Learning) Hauptvertreter: Norm und Kathy Green: umfangreiches Methodenhandbuch:* Bildung von Gruppen* Bildung einer Gruppenidentität* Aufbau einer positiven Abhängigkeit der Gruppenmitglieder voneinander* Strukturierung von Arbeitsprozessen* Präsentation von Arbeitsergebnissen* Aufbau einer Feedback-Kultur
- 02. Gruppenunterricht Gruppenunterricht = ist eine Sozialform des Unterrichts, bei der durch die zeitlich begrenzte Teilung des Klassenverbandes in merere Abteilungen arbeitsfähige Kleingruppen entstehen, die gemeinsam an der von der LK gestellten Themenstellung arbeiten und deren Arbeitsergebnisse in späteren Unterrichtsphasen für den gesamten Klassenverband nutzbar gemacht werden können.(H. Meyer 1995) - Konzept aus der Reformpädagogik, Hauptvertreter in Westdeutschland Ernst Meyer Standardraster1. neues U-Thema wird vorgestellt2. Arbeitsauftrag für die Gruppen wird festgelegt3. Gruppen werden gebildet4. SuS arbeiten in ihre Gruppen5. Ergebnisse zusammentragen6. Ergebnisse idealerweise in den weiteren Unterricht einbeziehen Typisierung- Interessen- und Begabungsgruppen- leistungsheterogene und -homogene Gruppen- arbeitsteilige und arbeitsgleiche Gruppen=> Instrument zur Differenzierung
- 03. Chancen kooperativen Lernens Chancen kooperativen Lernens - geeignet, wenn es um Problemlösen und divergente Aufgaben geht, bei denen Meinungen ausgetauscht, Informationen beschafft und Entscheidungen getroffen werden - zum Üben oder zur Anwendung des Gelernten - kann Sozialverhalten und Teamfähigkeit fördern
- 04. Risiken kooperativen Lernens Risiken kooperativen Lernens "Trittbrettfahrer": SuS, die die Areit anderen überlassen "Ich habe meinen Teil erledigt": SuS, die nicht weiter arbeiten, weil sie ihrer Meinung nach schon ihren Beitrag geleistet haben "Zusammenarbeit - nein danke": sinkende Akzeptanz von Gruppenareiten, wenn bereits negatie Erfahrungen damit gemacht wurden "Mag ich nicht - mach du": SuS entscheiden sich für Aufgaben, die sie gut beherrschen - Verstärkung der Fähigkeiten statt neuer Fähigkeiten
- 05. Forschungsbefunde zu kooperativem Lernen Forschungsbefunde zu kooperativem Lernen - je länger in Gruppen zusammengearbeitet wird, desto günstiger die Effekte auf kognitiver und emotional-motivationaler Ebene und desto positiver die Einstellung zum Lernen und zur Gruppenarbeit (Reinmann-Rothmeier, Mandl 2008) - hohe Lernwirksamkeit, wenn die Lehrkraft die Einführung und Erklärung der Inhalte übernimmt -> entegegen der Auffassung, dass SuS sich gegenseitig besser erklären können (Wellenreuther 2012) => hohe Effektivität, wenn* am Ende der Unterrichtseinheit ein Test geschrieben wird (nur Präsentieren reicht nicht aus)* LK Einführung und Erklärung übernimmt--> Gruppenturnier und Gruppenrallye geeignet (Gruppenpuzzle weniger) ABER: nicht nur Wissensaneignung beachten, auch Eignung für soziale Verhaltensweisen und positive Lehr-Lern-Erfahrungen beachten!
- 06. Rahmenbedingungen für kooperatives Lernen Rahmenbedingungen für kooperatives Lernen Individuelle Bereitschaft- Motivation des Schülers, in einer Gruppe zu lernen- Interesse am Thema Zusammensetzung der Gruppe- zu große Unterschiede im Vorwissen und den kognitiven Fähigkeiten behindern effektive Kooperation- je häufiger, desto intensiver die Kooperation - besseres Kennenlernen und Akzeptanz- aber wichtig für soziales Lernen: immer neu zusammengesetzte Gruppen Aufgabenstellung- Aufgabe nur zu bewältigen, wenn alle mitarbeiten- Formulierung so, dass alle Mitglieder aufeinander angewiesen sind Sitzordnung- erfordert Gruppentische im Klassenraum- Umgruppiern bedeutet oft Lärm, weshalb es von LK z.T. gescheut wird
- 07. 2m²-Insel als ausgewählte Methode 2m²-Insel = Alle Schüler versammeln sich auf einer immer kleiner werdenden imaginären Insel. Lernchancen- kooperatives Verhalten entwickeln- miteinander kommunizieren- unterschiedliche Rollen in der Gruppe einnehmen- erfahren, dass es nur eine gemeinsame Lösung geben kann Verlauf1. auf dem Fußboden eine "Insel" markieren (Kreppband)2. Auftrag, sich für eine bestimmte Zeit (bspw. 30 Sek.) auf der Insel zu versammeln3. Kein Kind darf außerhalb der Markierung sein.4. Erhöhung des Schwierigkeitsgrades: Insel schrittweise verkleinern Einsatzmöglichkeiten- alle Fächer: Anbahnung von Kooperationsfähigkeit für spätere Gruppenarbeit Kommentar1. Variante: LK markiert nur zwei Begrenzungslinien. SuS ergänzen die fehlenden Linien so, wie sie denken, dass alle drauf passen können2. Variante: jeder Schüler auf einem Stuhl, nacheinander werden die Stühle entfertn, sodass sich die SuS auf wenigen Stühlen aneinander festhalten müssen
- 08. Gruppenpuzzle als ausgewählte Methode Gruppenpuzzle = Form des gruppenorientierten Wissenserwerbs und der Wissensvermittlung (Jigsaw-Methode) Lernchancen- individuell und gemeinsam neue Unterrichtsinhalte erarbeiten- Selbstwertgefühl in der Expertenrolle steigern- erworbenes Wissen an andere weitergeben- Erfahrung, dass man beim Wissenserwerb aufeinander angewisen ist Verlauf1. Vorbereitung: Unterrichtsthema wird in Teilthemen gegliedert und Materialien zur Verfügung gestellt. Ablauf wird erklärt und Expertengruppen gebildet - SuS wählen selbst2. Expertenrunde: SuS mit gleichem Thema bearbeiten ihr Material. Gelerntes wird besprochen und durch gegenseitiges Befragen vertieft.3. Unterrichtsrunde: SuS zurück in Stammgruppen, je ein Experte für jedes Thema. Experten berichten, die anderen sind jeweils Lernende.4. Vertiefung: Aufgaben zu allen Teilthemen zum üben, wiederholen und übertragen5. Evaluation: Test zur Überprüfung, nur Präsentation reicht nicht aus Einsatzmöglichkeiten- Eignung für 3., eher für 4. Klasse- Thema muss sich sinnvoll untergliedern lassen (Tiere im Winter: Winterruher. Einterschläfer, Winterstarre, Winteraktive) KommentarErfolg abhängig von:- Aufbereitung des Unterrichtsmaterials- Verstehen des Materials in den Expertenrunden- Fähigkeit der Experten, das neue Wissen weiterzugeben
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