Unterscheide Artikulationsstörungen (F80.0) von expressiver Sprachstörung (F80.1) und rezeptiver Sprachstörungen (F80.2)!
Artikulationsstörung: Laute werden entweder gar nicht oder falsch gebildet; Artikulation des Kindes unterhalb des Intelligenzalter angemessenen Niveaus; sprachliche Fähigkeiten liegen sonst aber im Normbereich expressive Sprachstörung: Wortschatz ist stark eingeschränkt; Sätze sind kurz gehalten und die Grammatik zeigt starke Fehler auf; Ausdrucksfähigkeit unterhalb des Intelligenzalter angemessenen Niveaus; Sprachverständnis ist nicht beeinträchtigt rezeptive Sprachstörung: fehlen von Verständnis für komplexe und detaillierte sprachliche Aspekte; Ausdrucksfähigkeit, weit unter dem Intelligenzniveau des Betroffenen
Die Krankheit beginnt zwischen dem dritten und dem siebten Lebensjahr. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen (Androtropie). Die vorher altersgemäß entwickelten sprachlichen Fähigkeiten des Kindes gehen innerhalb von Tagen bis Wochen verloren, hinzu kommen Auffälligkeiten im EEG, häufig auch epileptische Anfälle. Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Beginn der Krampfanfälle und dem Sprachverlust ist variabel, sowohl das eine als auch das andere können vorausgehen. Dabei werden die Sprachstörungen im Allgemeinen als Folge der Krampfanfälle gewertet. Die Krampfanfälle können im Erwachsenenalter abklingen.
F80.3 erworbene Aphasie mit Epilepsie (Landau-Kleffner-Syndrom)
Unter welcher Diagnose wird Lispeln diagnostiziert?
F80.8 sonstige Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache
Was beinhaltet die doppelte Diskrepanzanahme im Rahmen der Diagnostik von umschriebenen Entwicklungsstörungen?
absolut niedrige Leistung in dem gestörten Teilbereich (z.B. Rechnen) und möglichst große Differenz zwischen Teilleistung und übrigen ungestörten Denkniveau ICD-10-> mind. 2 Standardabweichungen unter Mittelwert der Normgruppe allgemeine Denkfähigkeit: mind. 2 Standardabweichungen über gestörten Teilbereich
Mischung von umschriebenen Entwicklungsstörungen des Sprechens, der Sprache, schulischer Fertigkeiten und motorischer Funktionen -> keine dominiert, so dass Hauptdiagnose gerechtfertigt ist: mind. 2 Störungen von F80, F81 und F82
Was wird vergeben?
F83 kombinierte umschriebene Entwicklungsstörungen
Vorliegen einer auffälligen oder beeinträchtigten Entwicklung mit Beginn im/ nach dem 3. LJ (Kriterien entsprechen denen von Autismus, mit Ausnahme des Manifestationsalters)
qualitative Auffälligkeiten der gegenseitigen sozialen Interaktion/ Kommunikation/ begrenzte, repetitive oder stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten
(Kriterien entsprechen denen von Autismus, abgesehen von Anzahl der gestörten Bereiche)
diagnostischen Kriterien von F84.0 Autismus werden nicht erfüllt!
Welche Diagnose wird vergeben?
F84.1 atypischer Autismus
Worin unterscheidet sich der frühkindliche Autismus vom Asperger-Autismus?
Asperger -> kein Entwicklungsrückstand der gesprochenen und rezeptiven Sprache; meist keine qualitative Beeinträchtigung der Intelligenzentwicklung; meist nur Jungen betroffen Kanner -> nur 3% mit IQ im Normbereich
Was spricht für eine tiefgreifende Entwicklungsstörung?
Störung muss sich innerhalb der ersten 5 LJ. manifestiert haben; schon vor 5. LJ qualitative Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion und Kommunikation, stereotype Aktivitäten und Interessen
eindeutig normale pränatale und perinatale Periode und eindeutig normale psychomotorische Entwicklung während der ersten 5 Monate und normaler Kopfumfang bei der Geburt. Abnahme des Kopfumfangs zwischen 5. Lebensmonat und 4. Lebensjahr und Verlust der erworbenen zielgerichteten Handbewegung zwischen 5.-30. Lebensmonat, verbunden mit einer gleichzeitigen Kommunikationsstörung und beeinträchtigten sozialen Interaktion sowie Auftreten von kaum koordiniertem, unsicheren Gang und/ oder Rumpfbewegungen; schwere Beeinträchtigung der rezeptiven und expressiven Sprache, verbunden mit schwerer psychomotorischer Verlangsamung
stereotype Handbewegungen in der Mittellinie des Körpers (wie Händewringen/ Händewaschen), die mit/ nach Verlust zielgerichteter Handbewegungen auftreten.
Kommt meist nur bei Mädchen vor.
Was wird diagnostiziert?
Rett-Syndrom (F84.2)
Wie lange müssten bei der Vergabe der Hyperkinetischen Störung (F90) die Symptome in den Bereichen Unaufmerksamkeit, Überaktivität und Impulsivität anhalten und vor welchem Alter muss die Störung erstmals aufgetreten sein?
Dauer: 6 Monate Beginn: vor dem 7 LJ.
Bei welchen Verhaltensmustern der Störung des Sozialverhaltens (F91) genügt ein einmaliges Auftreten zur Vergabe der Diagnose?
- Gebrauch von möglicherweise gefährlichen Waffen (z.B. Schlagholz, Ziegelstein, zerbrochene Flasche, Messer, Schusswaffe) - körperliche Grausamkeit gegenüber andere Menschen (z.B. Fesseln, ein Opfer mit einem Messer/ Feuer verletzen) - absichtliche Zerstörung des Eigentums anderer (außer Brandstiftung) - absichtliches Feuerlegen mit dem Risiko oder dem Ziel, ernsthaft Schaden anzurichten - kriminelle Handlung, bei der das Opfer direkt angegriffen wird (einschließl. Handtaschenraub, Straßenraub, Erpressung) - Zwingen einer anderen Person zu sexuellen Aktivitäten - Einbruch in Häuser, Gebäude oder Autos ---------------------- FASEWEG
Wie lange und wie viele Symptome müssen vorliegen um eine Störung des Sozialverhaltens (auf familiären Rahmen beschränkt, fehlende soziale Bindung, vorhandene Bindungen) zu diagnostizieren (ausgenommen Kategorie der Symptome bei denen ein einmaliges Auftreten ausreicht z.B. Besitz gefährlicher Waffen)?
Wie viele Symptome und wie lange bei Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten?
a) mind 3 verschiedene Symptome und eines davon für 6 Monate außer F91.3 Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten hier mind. 4 Symptome für 6 Monate 1) für Entwicklungsalter ungewöhnlich häufige und schwere Wutausbrüche 2) häufiges Streiten mit Erwachsenen 3) häufige aktive Verweigerung von Forderungen Erwachsener und Hinwegsetzen über Regeln 4) häufiges, offensichtlich wohlüberlegtes Handeln, das andere verärgert 5) häufig verantwortlich machen anderer für die eigenen Fehler oder für eigenes Fehlverhalten 6) häufige Empfindlichkeit/ sich Belästigtfühlen durch andere 7) häufiger Ärger oder Groll 8) häufige Gehässigket oder Rachsucht 9) häufiges Lügen oder Brechen von Versprechen, um materielle Vorteile und Begünstigungen zu erhalten oder um Verpflichtungen zu vermeiden 10) häufiges Beginnen von Auseinandersetzungen (außer Geschwisterauseinandersetzungen) b) 4 Symptome und 4 davon über 6 Monate anhaltend, dazu nicht mehr als 2 der fett markierten (Abgrenzung Alter und Ausmaß des oppositionellem Verhalten vs. dissozialem Verhalten)
Wann wird eine F93.0 emotionale Störung mit Trennungsangst des Kindesalters vergeben?
Welches Zeitkriterium (Dauer, Beginn) muss erfüllt sein?
1) - unrealistische/ anhaltende Besorgnis über mögliches Unheil, das der Hauptbezugsperson zustoßen könnte oder über möglichen Verlust solcher Personen oder anhaltende Sorge über Tod von Bezugspersonen - unrealistische und anhaltende Besorgnis, dass ein unglückliches Ereignis das Kind von einer Hauptbezugsperson trennen könnte - andauernde Abneigung oder Verweigerung, zur Schule zu gehen aus Angst vor Trennung von einer Hauptbezugsperson oder um zuhause zu bleiben - Trennungsschwierigkeiten am Abend,mit 1 Merkmal: anhaltende Abneigung/ Weigerung, Schlafen zu gehen, ohne dass Hauptbezugsperson in der Nähe ist häufiges Aufstehen nachts, um Anwesenheit der Bezugsperson zu überprüfen oder bei ihr zu schlafen; anhaltende Abneigung/ Weigerung, auswärts zu schlafen - anhaltende oder unangemessene Angst davor, allein zu sein, oder tagsüber ohne Hauptbezugsperson zuhause zu sein - wiederholte Albträume zu Trennungsthemen - wiederholtes Auftreten somatischer Symptome (Übelkeit,Kopf- oder Bauchschmerzen) bei Gelegenheiten, die mit Trennung von Hauptbezugsperson verbunden sind, z.B. bei Verlassen des Hauses (Schule, Urlaub, Ferienlager) - extremes und wiederholtes Leiden in Erwartung, während oder unmittelbar nach der Trennungvon einer Hauptbezugsperson; -> Angst, Schreien, Wutausbrüche, Weigerung von zuhause wegzugehen, Wunsch, nach Hause zurückzugehen, Apathie, Unglücklichsein, sozialem Rückzug - Problem zeigt sich häufig als Schulphobie: es handelt sich im klassischen Sinn nicht um Schulphobie, sondern um Störung mit Trennungsangst (Ängstliche Schulverweigerung) 2) Dauer: mind. 4 Wochen Beginn vor 6. LJ
Wann wird eine F93.1 phobische Störung des Kindesalters vergeben?
Zeitkriterium (Dauer)?
1) anhaltende /wiederkehrende Angst (Phobie), die zwar entwicklungsphasenspezifisch ist (oder zum Zeitpunkt des Beginns war), die aber übermäßig ausgeprägt und mit deutlichen sozialen Beeinträchtigungen verbunden ist -> in der Kindheit auftretende Befürchtungen, die nicht normaler Bestandteil der psychosozialen Entwicklung sind, (z.B. Agoraphobie), sind unter F4 zu klassifizieren! 2) mind. 4 Wochen
- anhaltende Ängstlichkeit in sozialen Situationen, in denen das Kind auf fremde Personen, auch Gleichaltrige, mit vermeidendem Verhalten trifft
- Befangenheit, Verlegenheit oder übertriebene Sorge über Angemessenheit des Verhaltensfremden Personen gegenüber
- deutliche Beeinträchtigung und Reduktion sozialer Beziehungen (einschließlich zu Gleichaltrigen), die infolgedessen vermindert sind; in neuen oder erzwungenen sozialen Situationen: Leiden, Unglücklichsein mit Weinen,Fehlen von spontanen Äußerungen oder Rückzug aus der Situation
- befriedigende soziale Beziehungen zu Familienmitgliedern und zu gut bekannten Gleichaltrigen
- Störung beginnt in ein einer Entwicklungsphase, in der diese ängstlichen Reaktionen als angemessen angesehen werden; übermäßige Ausprägung, zeitliche Überdauern und begleitende
- Beeinträchtigungen müssen vor 6. LJ manifest werden
- Dauer: mind. 4 Wochen
Was wird diagnostiziert?
F93.2 Störungen mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters
Ab welchen Zeitpunkt und nach welcher Dauer wird eine F93.3 emotionale Störung mit Geschwisterrivalität vergeben?
Beginn innerhalb von 6 Monaten nach Geburt eines unmittelbar jüngeren Geschwisters Dauer: mind. 4 Wochen
Sprachausdruck, Sprachverständnis (stand. Test!) sind innerhalb 2 Standardabweichungen entsprechend des Alters des Kindes (Normalbereich!)
- nachweisbare, beständige Unfähigkeit, in bestimmten soz. Situationen, in denen erwartet wird, dass Kind redet (z.B. Schule), zu sprechen; in anderen Situationen ist Reden möglich
Dauer: mind. 4 Wochen
F94.0 elektiver Mutismus
Was beschreibt eine reaktive Bindungsstörung des Kindesalters (F94.1) ?
Welche ätiologischen Faktoren bedingen oft diese Form der Störung?
Zeitkriterium (Beginn vor welchem LJ.?)
a) - deutlich widersprüchliche oder ambivalente soziale Reaktionen in verschiedenen sozialen Situationen (mit Variationen von Beziehung zu Beziehung) - emotionale Störung mit Verlust emotionaler Ansprechbarkeit, sozialem Rückzug, aggressiven Reaktionen auf eigenes Unglücklichsein oder das anderer und/oder ängstliche Überempfindlichkeit - Nachweis, dass soziale Gegenseitigkeit und Ansprechbarkeit möglich ist, durch Elemente normalen Bezogenseins in Interaktionen mit gesunden Erwachsenen b) schwere elterliche Vernachlässigung/ Misshandlung/ Missbrauch c) Beginn vor 5. LJ.
Bei welcher kindlichen Störung kommt es zu diffusen Bindungen und wahllosem Anklammerungsverhalten in z.B. trostsuchenenden Situationen?
F94.2 Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung
Was versteht man unter Kopropraxie?
Ausführen obszöner Bewegungen
Was wird unter Echopraxie verstanden?
Wiederholung der Bewegungen anderer
Nennen Sie einfache und komplexe motorische Tics!
Was unterscheidet diese noch?
1) einfach: z.B. Grimassieren, Blinzeln, Schulterzucken, Kopfrucken komplex: z.B. Hüpfen, Klatschen, Greifen, Schreiten, Kratzen 2) einfach: nicht zweckgerichtet komplexe: zielgericht und langsamer
Was wird unter Koprolalie verstanden?
Ausstoßen von Worten obszönen Inhalts
Was wird unter Echolalie verstanden?
Wiederholung des Gesprochenen anderer
Was wird unter Palilalie verstanden?
Wiederholung des eigenen Gesprochenen
Nennen Sie einfache und komplexe vokale Tics!
einfach: z.B. Räuspern, Pfeifen, Husten, Schnüffeln, Zischen komplex/ multipel: : muten tws. wie sinnvolle verbale Äußerungen an z.B. Summen, Silben, Wörter, Sätze, Kurzaussagen
Welche Dauer haben vorübergehende Ticstörungen (F95.0)?
Vor welchem Alter müssen diese begonnen haben?
1) 4 Wochen - bis max. 12 Monate 2) vor 18 LJ.
Was beschreibt eine nichtorganische Enuresis F98.0?
Was unterscheidet eine primäre von einer sekundären Enuresis?
Zeitkriterium (Häufigkeit, Altersgrenze)?
1) unwillkürliche oder beabsichtigte Harnentleerung in Bett oder Kleidung mit einer Häufigkeit von mind. 2) bei primärer wurde niemals Kontinenz erreicht, bei sekundärer: Rückfall nach einem Intervall von mind. 6 Monaten Kontinenz (meist in Begleitung weitere psych. Störung) 3) 2x im Monat bei Kindern unter 7 J.
Wann wird eine F98.1 nichtorganische Enkopresis vergeben?
Zeitkriterium (Anzahl, Dauer min., Beginn LJ.)?
- wiederholtes unwillkürliches (selten willkürliches) Absetzen von Faeces an dafür nicht vorgesehenen Stellen (z.B. Kleidung, Fußboden); kann auch als Überlaufinkontinenz infolge funktionellen Stuhlverhaltens auftreten - mind. 1x Einkoten im Mon. - Dauer von mind. 6 Mon. - chronologisches und geistiges Alter von mind. 4 LJ
Was wird bei einer F98.2 Fütterstörung im frühen Kindesalter diagnostiziert?
Zeitkriterium (Dauer, Altersgrenze)?
1) spezifische Form der Nahrungsverweigerung bei einem extrem wählerischen Essverhalten trotz angemessenem Nahrungsmittelangebot und ausreichender kompetenter Betreuung durch die Eltern - anhaltende Rumination oder Regurgitation von Speisen- mangelnde Gewichtszunahme, Gewichtsverlust oder andere eindeutige Gesundheitsstörungen 2) Zeitraum von mind. 1 MonatBeginn vor 6. LJ
Wann wird eine F98.3 Pica im Kindesalter vergeben?
Häufigkeit und Dauer?
1) anhaltender/ wiederholter Verzehr nicht essbarer Substanzen # 2) Häufigkeit von mind. 2x pro Woche Dauer von mind. 1 Monat
In welcher Kategorie des ICD-10 werden:
- ADS: Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität
- Daumenlutschen
- Nägelkauen
- Nasebohren
- exzessive Masturbation
eingeordnet?
F98.8 sonstige (andere) näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend
Was wird unter F98.6 Poltern diagnostiziert?
Dauer?
1) anhaltendes oder wiederholtes Poltern = hohe Sprachgeschwindigkeit mit Abbrüchen des Sprachflusses, in einem so schweren Ausmaß, dass es zu einer deutlich beeinträchtigten Sprachverständlichkeit kommt 2) Dauer: mind. 3 Monate
wenn seit 12 Monaten keine Positivsymptomatik (schizophrene Symptomatik) mehr vorhanden war, jedoch ein chronisches Vorherrschen von negativen Symptomen imponieren, was wird vergeben?
F20.5: schizophrenes Residuum