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Allgemeine und Biopsychologie (Subject) / Klausurfragen (Lesson)

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  • Welche Funktion ist welcher Struktur zugeordnet? a. Hirnstamm b. Kleinhirn c. Thalamus 1. Steuerung des vegetativen Nervensystems 2. Filterung sensorischer Informationen 3. Steuerung der motorischen Feinabstimmung a. 1.b. 3.c. 2.
  • Die Großhirnrinde ist in vier grobe Areale unterteilt. Benennen Sie diese vier Areale und geben Sie für jedes Areal jeweils eine dort verortete Funktion an. Frontallappen (Stirnlappen)- motorische Funktionen: steuert und kontrolliert Bewegungen- höhere Funktionen: Moral, Bewertung, Planen, Entscheiden, Selbstbeherrschung, angemessenes VerhaltenParietallappen (Scheitellappen)- wichtige Rolle bei der Integration sensorischer InformationenOkzipitallappen (Hinterhauptslappen)- verarbeitet visuelle Impulse, Sehzentrum des GehirnsTemporallappen (Schläfenlappen)- Wernicke-Sprachzentrum: wichtig für das Verstehen von Sprache- Gyrus temporalis superior: Hörzentrum
  • Nennen Sie die sieben Schritte der Aktivierung von Neurotransmittern. 1. SyntheseNeurotransmittermoleküle werden aus ihren Vorläufermolekülen unter dem Einfluss von Enzymen synthetisiert 2. Speicherung in den VesikelnNeurotransmittermoleküle werden in Vesikeln gespeichertAbbau von entwichenen NeurotransmitternNeurotransmittermoleküle, die aus ihren Vesikeln entweichen, werden durch Enzyme zerstört 3.ExocytoseAktionspotentiale veranlassen Vesikel, mit der präsynaptischen Membran zu verschmelzen und ihre Neurotransmittermoleküle in den synaptischen Spalt freizusetzen 4. Hemmende Rückkopplung über AutorezeptorenFreigesetzte Neurotransmittermoleküle binden an Autorezeptoren und hemmen eine weitere Neurotransmitterfreisetzung 5. Aktivierung von postsynaptischen RezeptorenFreigesetzte Neurotransmittermoleküle binden an postsynaptische Rezeptoren 6. DeaktivierungFreigesetzte Neurotransmittermoleküle werden entweder durch die Wiederaufnahme oder den enzymatischen Abbau deaktiviert
  • Definieren Sie jeweils kurz Dendrit, Axon, Aktionspotential, Depolarisation und Refraktärzeit. Beschreiben Sie dann mit diesen fünf Begriffen den Informationstransport in der Zelle. Dendrit:- stark verästelte Verbindungen zu anderen Neuronen zur Informationsaufnahme- Struktur erleichtert VernetzungAxon:- Fortsatz des Zellkörpers zur Informationsleitung- Transport weg vom Zellkörper- Länge bis zu 1 m- schnelle Impulsleitung (bis zu 120 m/s)Aktionspotential:- lawinenartige Veränderung der Polarität in der Zelle am Axon entlang, erfolgt durch Öffnung der IonenkanäleDepolarisation:- wird ein Neuron stimuliert, verändert sich seine elektrische Ladung durch Ionentransport für kurze Zeit von negativ nach positiv; wenn die Depolarisation groß genug ist, wird ein Aktionspotential ausgelöstRefraktärzeit:- Zeit, die notwendig ist, um das Ruhepotential wiederherzustellen- in dieser Phase ist die Zelle nicht aktivierbarInformationen von Neuronen werden durch deren Axone und den Synaptischen Spalt über Neurotransmitter an Dendriten anderer Neuronen weitergegeben. Dies erzeugt eine Depolarisation, die bei Überschreiten einer Erregungsschwelle ein Aktionspotential auslöst. Dadurch wird die Information wiederum an eine andere Nervenzelle weitergeleitet. Nach der Informationsweitergabe tritt die Refraktärzeit ein, während der die Zelle Repolarisiert wird, bis sie das Ruhepotenzial erreicht hat und dann wieder aktivierbar ist.
  • Reuptake... (1 Antwort ist korrekt) a) ... ist eine raupenähnliche Struktur in der Synapse, in der die Neurotransmitter gespeichert werden b) ... ist der Vorgang, bei dem Neurotransmitter in den synaptischen Spalt entlassen werden c) ... bezeichnet die Wiederaufnahme eines Neurotransmitters in die Präsynapse d) ... beschreibt den Prozess der Neurotransmitterbildung in den Mitochondrien c
  • Wie lautet die Hebb'sche Lernregel und welche Bedeutung hat sie bis heute für Lernprozesse? Reflektieren Sie Ihr Lernverhalten anhand dieser Regel! "Wenn ein Axon der Zelle A nahe genug an der Zelle B ist, so dass es erregt werden kann und wiederholt oder dauerhaft zur Erzeugung von Aktionspotenzialen in der Zelle B beiträgt, so resultiert dies in Wachstumsprozessen (metabolischen Veränderungen) in einer oder in beiden Zellen, die bewirken, dass die Effizienz von Zelle A in Bezug auf die Erzeugung eines Aktionspotenzials in B gesteigert wird."=> je häufiger ein Neuron A gleichzeitig mit Neuron B aktiv ist, umso bevorzugter werden die beiden Neuronen aufeinander reagieren ("what fires together, wires together") -Hebb gilt damit als Entdecker der synaptischen Plastizität, welche die neurophysiologische Grundlage von Lernen und Gedächtnis darstellt -er wies damit auf die Bedeutung der zeitlichen Korrelation prä- und postsynaptischer Prozesse bei Lernprozessen hin, die sich in vielfältigen Varianten bestätigt hat - bis heute Grundlage für viele Lernregeln bei neuronalen Netzwerken mit euronen, die gemeinsame Synapsen haben  vorangegangene Ereignisse resultieren in funktionellen Veränderungen oder morphologischer Umgestaltung von Neuronen oder Synapsen, unter anderem  Reduzierung oder Erhöhung von Synapsenempfindlichkeit für die Neurotransmitter  Erhöhung oder Reduktion der Rezeptoranzahl  Erhöhung oder Reduktion der Anzahl an Synapsen Neuronen schließen sich zu neuronalen Netzen zusammen Als Reaktion auf Feedback modifiziert das Gehirn bestimmte Verbindungen. Werden neue Verknüpfungen wiederholt verstärkt, kommt es zum Lernen (gemeinsames Feuern von Neuronen verbindet) neuronale Veränderungen betreffen auch die Größe, Organisation und Funktionalität von Kortexarealen
  • Erläutern Sie den Aufbau / die Gliederung des Nervensystems und beschreiben Sie die Zusammenhänge. ZNS Zentrales Nervensystem: Gehirn und RückenmarkPNS Peripheres Nervensystem: Spinalnerven, Körpernerven, Hirnnerven- verbindet das ZNS mit den Sinnesrezeptoren, den Muskeln und Drüsen- vegetatives Nervensystem (autonome Steuerung der Körperorgane und Drüsen, Sensorik aus inneren Organen)=> Sympathikus (Erregung, aktivitätssteigernd)=> Parasympathikus (Beruhigung, aktivitätshemmend)- somatisches Nervensystem (Willkürbewegung der Skelettmuskulatur und Sensorik ohne innere Organe)afferente (hinführende) und efferente (wegführende) Fasern leiten die Informationen zwischen ZNS und PNS
  • Nennen Sie jeweils drei Wirkmechanismen des Sympathikus und Parasympathikus. Sympathikus:- versetzt in Erregung (regt in Nebenniere Adrenalinproduktion an)- mobilisiert Energie (erhöht Schilddrüsensekretion => Stoffwechselrate, Herztätigkeit, Durchblutung der Muskeln)- reagiert auf Stress (stellt Pupillen weit, fördert Schweißsekretion, verengt Blutgefäße)Parasympathikus:- sorgt für Entspannung (hemmt Adrenalinausschüttung in Nebennieren)- baut Energiereserven auf (aktiviert Verdauungs- und Ausscheidungsprozesse, verstärkt Magen-Darm-Bewegungen, steigert Ausschüttung von Verdauungssäften, aktiviert Dickdarm)- Regeneration (reduziert Stoffwechselrate, verengt Bronchien => mindert Atemfrequenz)
  • Beschreiben Sie den neuronalen Ablauf bei einer Reflexhandlung an der Hand. Wie erfolgt die Informationsverarbeitung und welche Arten von Neuronen sind beteiligt? - Information wird von den Sensoren der Haut (Hautrezeptoren) aufgenommen- Weiterleitung über sensorisches Neuron an das Rückenmark- Von hier aus Weiterleitung durch Interneurone über Motorneurone zu den Muskeln in der Hand und im Arm- Reflexbahn verläuft nur über das Rückenmark, deshalb zuckt die Hand schon weg, bevor die Information über das Ereignis im Gehirn angekommen ist und man den Schmerz fühlt
  • Nennen Sie zwei Eigenschaften, in denen sich das Nervensystem und das Hormonsystem unterscheiden. Ursprungsort:- Neurotransmitter werden von einem Neuron ausgelöst- Hormone von einer endokrinen DrüseÜbertragung:- Neurotransmitter werden von Präsynapse zu Postsynapse übertragen und treten sofort in Aktion- Hormone werden von einer Drüse ausgeschieden, treten in die Blutlaufbahn ein, verbinden sich dann mit einem Hormon-Rezeptor einer ZelleSynthetisierung:Nur bei Hormonen möglich
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  • Welche zwei Aussagen sind korrekt? a) Oxytocin wird mit Sozialverhalten in Verbindung gebracht b) Glutamat ist ein Hormon c) Die Hormone der Nebenniere(nrinde) spielen eine wichtige Rolle bei der Stressreaktion d) Hormone wirken im Körper überall gleich a, c
  • Welche Hormone werden in der Bauchspeicheldrüse gebildet? Insulin und Glukagon
  • Liegt der Hypothalamus im Frontallappen? Nein (er liegt im Zwischenhirn)
  • Es gibt seit Kurzem kritische Forscheraussagen zum Oxytocin. Nennen Sie zwei kritische Standpunkte aus dem Bericht der Süddeutschen Zeitung. Man sieht eine Gefahr beim zusätzlichen Gebrauch von Oxytocin bei Kindern, da niemand weiß, was eine Langzeitbehandlung mit einem noch unreifen Gehirn anstellt.Im Gegensatz zu bisherigen Studienergebnissen wird beschrieben, dass zwar Kuscheln gefördert wird, aber dafür auch die eigene ethnische Gruppe bevorzugt und Ausländer stärker abgelehnt wurden. Bei Borderlinern wurde eine erhöhte Aufmerksamkeit für soziale Signale erreicht, die aber auch zu stärkerem Misstrauen und geringerer Kooperation führte.
  • Definieren Sie den Begriff "Lernen". Lernen im Sinne der Lernpsychologie ist eine relativ überdauernde Veränderung im Verhaltenspotential eines Organismus als Folge von Erfahrung.Lernen ist das Anlegen fester Wissensstrukturen
  • Eine unkonditionierte Reaktion wird hervorgerufen durch... a) einen konditionierten Stimulus b) einen neutralen Stimulus c) einen unkonditionierten Stimulus d) eine konditionierte Reaktion c
  • Was versteht man unter Löschung und Spontanerholung? Löschung: auch Extinktion, ein Lernprozess, nach dem die bedingte bzw. instrumentelle Reaktion nicht mehr gezeigt wird. Dabei handelt es sich weder um Vergessen, noch um Verlernen, sondern um ein zusätzliches Lernen, das die Wirkung des bedingten Reizes (vorübergehend und) kontextabhängig außer Kraft setzt.Ein durch klassische Konditionierung gelernter Reflex kann (im Gegensatz zu einem durch operante Konditionierung gelernten Reflex) niemals komplett gelöscht werden. Er wird durch das Ausbleiben des unkonditionierten Reizes lediglich gehemmt. Diese Hemmung ist zunächst nicht dauerhaft, dadurch kommt es zum Phänomen der spontanen Erholung des Reflexes. Spontanerholung: Tritt der konditionierte Reiz nach der Extinktionsphase und darauf erfolgter Pause wieder auf, spricht man von Spontanerholung.
  • Beschreiben Sie drei Erkenntnisse, die Ebbinghaus aus seiner Forschung ableiten konnte. Gesamtzeit-Hypothese:- je häufiger ein Lerngegenstand wiederholt gelernt wird, desto besser ist die Gedächtnisleistung- linearer Zusammenhang zwischen Anzahl an Wiederholungen und Gedächtnisleistung 24h später => LernkurveVergessenskurve:- der größte Gedächtnisverlust tritt in den ersten 10 Stunden nach dem Lernen auf (70%)- der weitere Verlauf ist asymptotisch (sich einer ins Unendliche verlaufenden Kurve nähernd, ohne sie zu berühren)Ersparnismethode:- hatte Ebbinghaus an einem Tag 16 Triplets nach 30 Wiederholungen gelernt, gelang ihm das am nächsten Tag bereits nach 20 Wiederholungen=> Lernersparnis von 33%
  • Wenn Ihnen aufgrund von Kuchenduft das Wasser im Mund zusammenläuft, was ist dann der unkonditionierte Reiz (US), der konditionierte Reiz (CS) und die konditionierte Reaktion (CR)? US: KuchenCS: KuchenduftCR: Wasser läuft im Mund zusammen, nur aufgrund des Kuchenduftes (dann auch ohne Kuchen)
  • Nennen und beschreiben Sie zwei Alltagsbeispiele, bei denen klassische Konditionierung eine Rolle spielt und beschreiben Sie, wie die klassische Konditionierung wirksam wird bzw. abläuft. Kind, das nach unangenehmer medizinischer Behandlung z. B. häufigem Blutabnehmen Angst vor Personen in weißen Kitteln hat- NS: Person in weißem Kittel- US: Blutabnehmen- UR: Angst- CS: Person in weißem Kittel- CR: AngstWerbung für Mütter, die glückliche Kinder zeigt- NS: Windeln einer bestimmten Marke- US: lachendes Baby, das die Windel in dieser Werbung trägt- UR: Glücksgefühl der Mutter- CS: Windeln einer bestimmten Marke- CR: Glücksgefühl der Mutter
  • Worin unterscheiden sich fixe Quotenpläne und fixe Intervalle bei der Verstärkung? Bei beiden ist der Abstand zwischen zwei Verstärkungen festgelegt. Beim fixen Quotenplan richtet sich dieser Abstand nach der Häufigkeit eines Verhaltens, beim fixen Intervall nach einer Zeitspanne.
  • Würden Sie ihren vierjährigen Neffen unbeaufsichtigt fernsehen lassen? Begründen Sie Ihre Antwort mit Bezug auf eine der im Kontext dieser Vorlesung kennengelernten Lerntheorien. Nein, da es zu Nachahmung evtl. im Fernsehen gezeigter Agression kommen könnte. Banduras Experiment mit Rocky und der Bobo Doll zeigte, dass Beobachtungslernen auch dann auftritt, wenn das gesehene Vorbild nicht dafür gelobt wird. Soziales Lernen benötigt keine Hinweisreize und keine Verstärkung. Nach Banduras Theorie des sozialen Lernens sollte man Kinder in diesem Alter deshalb niemals unbeaufsichtigt fernsehen lassen.
  • Mit welcher Lernstrategie können Sie sich möglichst effizient auf die bevorstehenden Klausuren vorbereiten? Berücksichtigen Sie bei Ihrer Antwort die Häufigkeit von Lerndurchgängen und Abrufdurchgängen. Den größten Lerngewinn können wir beim Einstieg in ein Lerngebiet mit massiver Übung, sprich intensiver Auseinandersetzung mit dem Lernstoff, erreichen. Die Vertiefung erfolgt danach am Besten durch verteilte kurze Übungen. Wenn wir einen persönlichen Bezug zum Thema herstellen, es für sinnvoll erachten und uns wirklich für die Lerninhalte interessieren, wird die Effizienz und Behaltensleistung verbessert. Zwar tritt in den ersten 10 Stunden nach dem Lernen ein Gedächtnisverlust von 70% auf, jedoch verbessert sich unsere Gedächtnisleistung, je häufiger wir einen Lerngegenstand gelernt haben. Durch die auftretende Lernersparnis müssen wir die zu lernenden Inhalte immer weniger häufig wiederholen, um sie zu behalten. Generell wird das Behalten des Gelernten stark davon beeinflusst, welches Zeitintervall zwischen dem Lernen und dem Abruf liegt. Die Testintervalle, in denen wir die gelernten Inhalte probeweise abrufen, sollten 10-20% des Behaltenszeitraumes betragen. Die höchste Behaltenseffizienz erreichen wir, indem wir zunächst alle Inhalte lernen und alle gelernten Inhalte abfragen, aber beim nächsten Lerndurchgang nur noch diejenigen Inhalte lernen, die wir bei der letzten Abfrage nicht wussten. Abgefragt werden weiterhin alle Inhalte, gelernt nur die jeweils nicht gewussten. Dadurch erreichen wir die höchste Erinnerungsrate bei geringerem Zeitaufwand.
  • Was versteht man unter dem Begriff "Rehearsal" und für welchen der von Atkinson & Shiffrin beschriebenen Speicher im Mehrspeichermodell ist dieser Prozess relevant? Der Begriff Rehearsal ist einer der Kontrollprozesse des Kurzzeitgedächtnisses. Er bezeichnet das innere Wiederholen von Informationen, um diese im Kurzzeitgedächtnis zu sichern. Es handelt sich um einen Prozess, der empfindlich gegen Störungen ist.
  • Welche drei Arten von Gedächtnisabruf werden unterschieden? Man unterscheidet das Wiedererkennen, die Auswahl einer gelernten Information aus einer Liste, die unterstützte Reproduktion, bei der Hinweisreize aus der Lernsituation das Wiedererkennen fördern, und die freie Reproduktion, das Auflisten von gelernten Informationen.
  • Sie haben in der letzten Vorlesung verschiedene Kontexteffekte kennengelernt, die die Abspeicherung von Informationen beeinflussen. Nennen Sie zwei Kontexteffekte, die Sie beeinflussen können, um eine gute Leistung in der Klausur zu erzielen. Wir können unsere Übungen zu Hause an den Raum-zeitlichen Kontext der Prüfungssituation anpassen, z. B. in einem ruhigen Raum ohne Musik lernen, möglichst in den Vormittagsstunden zu denen auch die Prüfung geschrieben wird. Außerdem können wir das Gelernte am besten abrufen, wenn wir uns im gleichen physiologischen Zustand befinden wie beim Lernen, z. B. entspannt ohne Alkoholeinfluss.
  • Nennen und beschreiben Sie drei Fehlleistungen des Gedächtnisses. Phänomene bzw. Fehlleistungen des Gedächtnisses sind nach Schacter z. B. Verzerrung, dabei werden Erinnerungen aus der Vergangenheit durch aktuelles Wissen verzerrt (frühere Einstellungen werden so erinnert, dass sie zu heutigen Einstellungen passen), Blockierung, hierbei sind abgespeicherte Informationen vorübergehend nicht abrufbar (z. B. Tip-of-the-tongue-Phänomen) und Geistesabwesenheit, also Unaufmerksamkeit bei der Enkodierung (z. B. vergessen, so man den Schlüssel hingelegt hat).
  • Mit welcher Methode werden die elektrischen Gehirnströme gemessen? a) EOG b) ENG c) EEG d) EKG e) EZG f) EMG c
  • Durch die Röntgenkontrastdarstellung können zwei Strukturen im Gehirn sichtbar gemacht werden. Welche sind das? (2 Antworten sind richtig) a) die knöchrige Schädelstruktur b) die Ventrikel des Gehirns c) der Blutkreislauf im Gehirn d) die Neurotransmitterkügelchen im synaptischen Spalt b, c
  • Beschreiben Sie die Vorgehensweise bei der Subtraktionstechnik und für welche Erkenntnisse sie eingesetzt wird. Bei der Subtraktionstechnik werden per PET oder fMRT Bilder vom Gehirn eines Probanden aufgenommen, während er verschiedene Aufgaben löst. Man wählt dabei Aufgabenpaare, die möglichst nur einen einzigen kognitiven Basisprozess ansprechen, nimmt viele Bilder auf und zieht sie dann von der Aktivität der jeweils anderen Aufgabe ab. Dadurch kann man die Gehirnareale identifizieren, in denen verschiedene Basisprozesse lokalisiert sein können.
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  • Ein neuropsychologisches Testverfahren, das für die Diagnose eingesetzt wird, ist der Intelligenztest. Was wird bei einer neuropsychologischen Diagnostik damit getestet? (1 Antwort richtig) a) die Lokalisation von Fähigkeiten in der linken oder rechten Hemisphäre bei verschiedenen Aufgaben b) der Intelligenzwert (IQ) zur Bestimmung von Therapiemaßnahmen c) die emotionale Belastbarkeit des Patienten für den Einsatz bildgebender Verfahren (z. B. MRT) d) die Leistungsschwächen in den verschiedenen Subtests d
  • Welche zwei Aussagen über das Auge treffen zu? a) die Sehachse endet an der Papille b) der Sehnerv nimmt die Informationen der Retina auf c) der blinde Fleck ist der Bereich auf der Retina, an der wir nur schwarz-weiß und nicht Farben sehen können d) Zapfen ermöglichen Farbsehen e) es gibt viel mehr Zapfen als Stäbchen auf der Retina b, d
  • Definieren Sie die Begriffe Akkomodation und Adaption. Akkomodation und Adaption sind wichtige Phänomene des Sehens. Die Akkomodation ist eine augenmotorische Funktion. Der Ziliarkörper verändert die Krümmung der Linse so, dass das fixierte Objekt scharf abgebildet wird. Bei der Adaption handelt es sich um eine sensorische Funktion, mit der das Auge sich den Lichtverhältnissen der Umgebung anpasst. Durch Regeneration lichtempfindlicher Pigmente wird die Lichtempfindlichekit von Zapfen und Stäbchen gesteigert, auch das spektrale Helligkeitsempfinden verschiebt sich während der Adaption.
  • Erklären Sie das Prinzip der lateralen Hemmung. Was bewirkt dieses Prinzip im visuellen System? Laterale Hemmung ist ein allgemeines Verschaltungsprinzip im Gehirn. Benachbarte visuelle Zellen hemmen sich gegenseitig, um die Gesamtempfindlichkeit zu erhöhen. Sind zwei benachbarte Zellen gleich hell, werden alle Zellen gleichmäßig von den Nachbarzellen gehemmt. An Übergängen zu helleren oder dunkleren Bereichen ist die Hemmung schwächer (zu helleren) oder stärker (zu dunkleren). Dadurch entstehen die sogenannten Mach-Bänder, die dunklere Felder am Rand heller und hellere Felder am Rand dunkler erscheinen lassen.
  • Welche zwei Hauptpfade der visuellen Wahrnehmung gibt es? Welche Funktionen sind mit diesen Pfaden verbunden? Der ventrale Strom, die sogenannte "Was-Bahn", ist für Kontrastsehen, Form- und Farbwahrnehmung, Objektwahrnehmung und -erkennung, Gesichtswahrnehmung und -erkennung zuständig. Man spricht hierbei von "vision for perception", "Sehen fürs Wahrnehmen". Er versorgt Bereiche, in denen bewusste Wahrnehmung, Entscheidungen und Handlungsplanung stattfinden, mit Informationen. Der dorsale Strom, die sogenannte "Wo-Bahn", ist für Bewegungswahrnehmung, Orientierung (der Gegenstände) im Raum, Auge-Hand-Koordination, Figur-Grund zuständig. Dies wird "vision for action", "Sehen fürs Handeln" genannt. Er unterstützt visuell gelenktes Verhalten.
  • Welche Arten von Hinweisreizen für die Tiefenwahrnehmung gibt es? Nennen Sie für jede Art zwei Beispiele. Entfernungsmerkmale, die jedes Auge für sich alleine erkennen kann, nennt man monokulare Hinweisreize. Beispielsweise erscheinen nähere Objekte klarer bzw. schärfer, Objekte erscheinen näher wenn sie andere Objekte verdecken und unser Wissen um die Größe eines Objektes hilft bei der Einschätzung der Entfernung. Für binokulare Hinweisreize als Tiefenmerkmale werden beide Augen benötigt. Da unsere Augen ca. 6 cm auseinanderliegen, werden im Gehirn von einem Objekt etwas verschobene Bilder erzeugt, die sogenannte retinale Disparität. Aus der Differenz dieser beiden Bilder kann das Gehirn die Entfernung berechnen: je größer die Disparität, desto näher das Objekt. Außerdem drehen sich unsere Augen stärker nach innen, wenn nahe Objekte fixiert werden. Dieser Konvergenzwinkel wird vom Gehirn erkannt und so der Unterschied berechnet. Je stärker die Einwärtsdrehung, desto näher das Objekt.
  • Welche zwei Aussagen zum Hören treffen zu? a) Töne unterschiedlicher Tonhöhe werden immer gleich laut wahrgenommen b) wir können Lautstärkenunterschiede bei einem Ton von 100 Hz zwischen 0 und 120 dB wahrnehmen c) die Hörschwelle ist der Lautstärkebereich, ab dem wir Töne wahrnehmen können d) eine Verdoppelung der Frequenz eines Tones lässt ihn gleichartig wie den Ursprungston klingen c, d
  • Welche Stationen durchläuft die akustische Information im Gehirn? Der Hörnerv nimmt die Informationen aus den Haarzellen auf und leitet sie an die Medulla oblongata weiter. Dort kreuzt die Hörbahn die Seiten, zum Teil werden die Informationen auch beidseitig verarbeitet. Die Medulla oblongata ist für die räumliche Lokalisation wichtig. Die nächste Station ist das Mittelhirn, wo sich die Hörbahnen zum Teil wieder kreuzen. Von hier aus bestehen starke Verbindungen zur Formation reticularis. Bei lauten oder alarmierenden Tönen wird eine allgemeine Erregung ausgelöst. Im Thalamus erfolgt eine nochmalige Umschaltung und Vorverarbeitung. Dann werden die Informationen beider Ohren an den auditorischen Kortex weitergeleitet, der insbesondere für die Sprachverarbeitung verantwortlich ist.
  • Aus welchen Teilen besteht das Corti-Organ und welche Funktion hat es? Das Corti-Organ setzt sich aus Tektorialmembran, Stereozilien und äußeren Haarzellen zusammen und setzt die mechanischen Schwingungen der Basilarmembran in elektrische Impulse um.
  • Wie heißen die zwei Theorien der Tonhöhenwahrnehmung und was ist jeweils die zentrale Aussage? Die Ortstheorie sagt aus, dass die Tonhöhenwahrnehmung an den spezifischen Ort der Basilarmembran gebunden ist, an dem die stärkste Stimulation erfolgt. Bei der Zeit-/Frequenztheorie wird die Tonhöhenwahrnehmung durch die Schwingungsrate der Basilarmembran pro Zeiteinheit erklärt.
  • Wie viele Geschmacksarten können wir unterscheiden? Wir können fünf Geschmacksarten unterscheiden: süß, sauer, salzig, bitter und umami. Evtl. sechs, über die für Fett wird aber noch diskutiert.
  • Welche drei Aussagen sind korrekt? a) Männer und Frauen riechen unterschiedlich gut b) im Alter nimmt die Riechfähigkeit ab c) die Riechsinneszellen erneuern sich nur ein Mal im Laufe eines Lebens d) der Sinn "Riechen" ist speziell, es gibt z. B. keine Schaltstation im Thalamus a, b, d
  • Was ist Gegenstand der Psychophysik? Mit was genau beschäftigt sie sich? Gegenstand der Psychophysik ist der Zusammenhang zwischen physikalischem Reiz und Sinneswahrnehmung. Forschungsbereiche sind z. B. Wahrnehmungsschwelle (Mindeststimulation, die erforderlich ist, um einen bestimmten Reiz erstmals wahrzunehmen), Reizunterscheidung (minimaler Unterschied zwischen zwei Reizen, der erforderlich ist, um erkannt zu werden), Reizerkennung (Reizdetektion) und Skalierung (Einschätzung der Stärke eines Reizes).
  • Definieren Sie die Absolutschwelle und geben Sie zwei Beispiele an. Zudem: wie ist die Absolutschwelle als psychometrische Funktion festgelegt? Die Absolutschwelle ist die Mindeststimulation, die erforderlich ist, damit ein Reiz erstmals wahrgenommen wird, z. B. kann man die Flamme einer Kerze in einer dunklen, klaren Nacht aus ca. 50 km Entfernung erkennen und einen Teelöffel Zucker auf ca. 7,6 Liter Wasser herausschmecken. Als psychometrische Funktion resultiert in der Regel eine sanfte S-Kurve mit einem Übergangsbereich von keiner zu gelegentlicher bis zu perfekter Entdeckung (perfekt ab Absolutschwelle). Oft wird daher die absolute Schwelle (im theoretischen Verlauf) definiert als Mindeststimulation, die erforderlich ist, um einen bestimmten Reiz in mindestens 50% der KFölle wahrzunehmen.
  • Was ist die zentrale Aussage des Weberschen Gesetzes? Erläutern Sie es an einem Beispiel. Das Webersche Gesetz beschreibt die Beobachtung, dass die Unterschiedsschwelle in einem nahezu festen Verhältnis zur Reizintensität steht: Je stärker der Reiz, desto größer muss der Reizunterschied sein, um diesen Unterschied zu bemerken. Beispielsweise möchte man wissen, wie viel mehr Gewürz man zu einer Speise hinzufügen muss, damit sie als würziger wahrgenommen wird als eine andere. Beim Geschmack muss die Konzentration um 10-20% steigen, um als stärker empfunden zu werden.
  • Was besagt der Begriff "sensorische Adaption" und wobei muss er berücksichtigt werden? Sensorische Adaption vermindert die Reaktionsbereitschaft des sensorischen Systems bei länger andauerndem Reizinput, so dass neuer Input aus der Umgebung gegenüber Bekanntem bevorzugt wird. Dadurch können wir uns auf informative Veränderungen konzentrieren, ohne von der nicht informativen konstanten Stimulation abgelenkt zu werden. Bei sensorischen Tests der Psychophysik muss dieser Effekt berücksichtigt werden.
  • Welche drei Aussagen treffen zu? Beim Pop-Up-Effekt... a) handelt es sich um eine spezifische Form der auditiven Suche b) lassen sich Zielreize ohne großen Aufwand identifizieren c) sinkt der Zeitaufwand mit der Anzahl der Merkmale, die zur Identifikation des Zielreizes notwendig sind d) sind Distraktoren Reize mit ähnlichen Merkmalen wie der Zielreiz e) verlängert sich mit jeder Distraktorenklasse die Suchzeit b, d, e
  • Was wird unter dem sogenannten Neglect-Phänomen verstanden? Erläutern Sie kurz das Phänomen und beschreiben Sie ein Beispiel. Hirnschädigungen im (v. a. rechten) parietalen Kortex können zu Aufmerksamkeitsstörungen führen. Die betroffenen Patienten neigen dazu, Objekte im der Schädigung gegenüberliegenden Bereich zu ignorieren. Noch verbreiteter ist sogar die Extinktion (Auslöschung): Objekte im nichtgeschädigten Halbfeld verhintern die Wahrnehmung gleicher Objekte im geschädigten Feld. Häufig geht diese Störung mit Defiziten in der Raumorientierung und -wahrnehmung einher. Beispielsweise soll ein Patient eine Blume malen, er malt aber nur eine Seite und ist fest davon überzeugt, das Bild wäre fertig.
  • Nennen Sie vier Perspektiven zur Bedeutung des Begriffs "Bewusstsein". Es gibt die vier Perspektiven Wachheitszustände (z. B. Schlaf, Koma, Traum), phänomenales Bewusstsein (subjektives Erleben von Sinneswahrnehmungen), Repräsentation & Monitoring (Wissen um die eigenen Wahrnehmungen und Gedanken) und Selbstbewusstsein (Gedanken über sich selbst).
  • Hängen motorische Reaktionen auf visuelle Reize davon ab, ob diese Reize bewusst wahrgenommen werden können? Nein, beim Response-Priming wirkt sich ein Prime auch aus, wenn er nicht bewusst wahrgenommen wird.