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Medizin (Subject) / Chirurgie (Lesson)
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- Definition Wunde Zusammenhangstrennung eines Gewees Defekt des schützenden Deckgewebes Gewebszerstörung durch äußere Einwirkung
- Einteilung Wunde einfache Wunde = ohne Organbeteiligung Zusammengesetzte/komplizierte Wunde = mit Organbeteiligung geschlossene/offene Wunde
- Wunden - Einteilung nach der Ätiologie (Entstehung) Mechanische Wunde - Schürf/Schnitt/Stich/Riss/Biss.... Thermische WUnde - Verbrennung/Erfrierungen Chemische Wunde - Säuren - Koagulationsnekrose -Lauge - Kolliquationsnekrose (Verflüssigung des Gewebes-tiefere Schäden) Aktinische Wunde - durch Strahlungen
- Wundheilung (Ablauf in 5 Phasen) 1. = Blutgerinnung als provisorischer Wundverschluss (Thrombozyten + Gerinnungsfaktoren) 2. = Exsudation/Inflammation Weitstellung der Blutgefäße - Einwanderung von Blutzellen (Makrophagen) + Bildung von Wundsekret 3. = Proliferation und Granulation - Bildung neuer Zellen und Ersatz des zerstörten Gewebes durch sogenannten granulationsgewebe 4. = Epithelisation und Regeneration - Bildung neuer Blutgefäße für ausreichend Sauerstoff und Nährstoffzufuhr. Epithelzellen wandern vom Wundrand zur Wundmitte 5.= Reife - Vollständige Belastbarkeit nach der 3. Woche - Narbengewebe reorganisiert (kann Jahre dauern)
- Wundbehandlung Angestrebt: chirurgische Wundversorgung - Reinigung und Desinfektion - Exzision (chirurgische Entfernung von Gewebe) des Wundrandes (Ausräumen von nekrotischem Gewebe) - Wundtoilette Spülen von verschmutzen Wunden - Spannungsfreie Wundadaption (evtl. Redon-Drainage) -Steriler Verband und Ruhigstellung - Prüfung des Tetanusschutzes
- Naht und Fadenentfernung bei chirurgischer Wundversorgung Primärnaht: 6 Std. bis max. 12 Stunden bei allen unkomplizierten Wunden Verzögerte Primärnaht - bei großer Weichteilbeteiligung/Polytrauma (Nach Stabilisierung des Patienten) Sekundärnaht: Nacht Tagen 3-8 bei vorliegen von sauberem Granulationsgewebe im Wundgebiet Fadenentfernung: Kopf/Hals - 4.-8. postoperativer Tag Extremitäten : 10.-15. postoperativer Tag
- Offene Wundversorgung (Bei Bisswunden/Geklammerten/zerfetzten oder Wunden mit Fremdkörpern) -mechanische Wundreinigung (Debridement von nekrotischen Gewebe) - Evtl einlage einer Lasche - feuchter Verband - Ruhigstellung - Nach Bildung von sauberem Granulationsgewebe evtl Sekundärnaht - ggf. Antibiose
- Definition Wundinfektion Infektion einer Wunde durch Mikroorganismen oder Parasiten Entstehung im Rahmen einer Entzündlichen Reaktion im Körper - neutrophile Granulozyten spielen eine entscheidene Rolle
- Phlegmone (Schleim) - Infektionskrankheit der Weichteile (interstitielles Bindegewebe)
- Erysipel (Wundrose) Lymphangitis ("Blutvergiftung") Lymphadenitis 1. Intrakutane Entzündung der Lymphbahn Klinik: Eintrittspforte meiste kleine Verletzungen der Haut Therapie: Unbahandelt hohe Letalität - Konsequente Ruhigstellung und Antibiose (Penicillin) 2. Als Komplikation bei lokaler Entzündung an Extremitäten charakteristischer Roter Faden 3. Fortschreiten der Entzündung mit erreichen der Lymphknoten
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- Abszess (einschmelzende Infektion) Def.: umkapselte Eiteransammlung in einer nicht vorgebildeten Körperhöhle (Schweißdrüsenabszess; Furunkel: Infektion von Haarbalg und Talgdrüse)
- Empyem (Infektion in präformierter Körperhöhle) Ansammlung von Eiter in eienr vorgeformten Körperhöhle (meist natürlich) oder in einem Hihlorgan ohne Abflussmöglichkeit des infizierten Materials Bsp: Pleura, Gelenke, Gallenblase
- Gangrän (trocken/feucht) = Geschwür - Sonderform der Koagulationsnekrose (Gewebsnekrose) Ensteht üblicherweise nach längerer Ischämie - Gewebsschrumpfung und schwärzliche Verfärbung trocken = ohne Verflüssigung Therapie: abwarten der Demarkierung, dann abtragen von Nekrosen feuchte = Verflüssigung des Gewebes - fauliger, süßer geruch - Infektion Therapie: Abtragen des gewebes, Antiobiotika Therapie - evtl. Amputation
- Definition akutes Abdomen akuter Notfall des Bauchraumes lebensbedrohlich
- Häufigsten Ursachen akutes Abdomen Organentzündungen (Appendizitis, Pankreatits, Choleozystitis) Hohlorganverschluss ( Dünndarmileus; Dickdarmileus; Hernie, Harnleitersteine) Abdominalblutung (Ulcus, Varizen; Gefäßrupturen) Peritonitis
- Todesursache beim akuten Abdomen Volumenmangelschock (Intraabdominelle Blutung) Sepsis (Hohlorganperforation)
- Hernien (Definition) Vorfall von Eingeweideinhalten (Bruchinhalt) in eine Vorbuchtung des parietalen Peritoneums (Buchsack) durch eine Bauchwandlücke (Bruchpforte)
- Ätiologie einer Hernie Bindegewebsschwäche inkompletter fetaler Bauchwandschluss erhöhter intraabdomineller Druck durch Pressen, Husten, Schwangerschaft Aszites Adipositas
- Arten von Hernien äußere Hernien --> direkt/indirekt - Nabelhernie - epigastrische Hernie - Schenkelhernie - Becken/Lumbalhernie innere Hernie --> Zwerchfellhernie Narbenhernie
- Arten von Hernien äußere Hernien --> direkt/indirekt - Nabelhernie - epigastrische Hernie - Schenkelhernie - Becken/Lumbalhernie innere Hernie --> Zwerchfellhernie Narbenhernie
- Klinik (Symptome) Hernie oft nur geringe Beschwerden - Schmerzen beim anspannen der Bauchmuskeln - Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit - peritoneale Reizung Bruchgeschwulst = eigentliches Hauptsymptom Stuhlunregelmäßigkeiten ebtl. Blutung
- Diagnostik Hernie - Inspektion (immer beidseits) - Palpation (Bruchpforte unter Bauchpresse am stehenden Patienten) - Auskultation (Darmgeräusch) - Sonoraphie/Röntgen/Rektal-digitale Untersuchung
- Therapie Hernie Konservativ - Manuelle Reposition Indikation: Einklemmung < 6 Std. --> Technik: Patient liegt auf harter Unterlage, Beine anziehen lassen, evtl. Analgesie: Ausmassieren des Darminahltes mit beiden Händen u behutsame Reposition Operativ: Herniotomie + Hernioplastik : Darstellung Bruchsack, Bruchhöhle und Bruchpforte - Versorgung des Bruchinhaltes (evtl Darmresektion bei Inkarzeration) Beseitigung des Bruchsackes - Verschluss der Bruchpforte Postoperativ: leichte körperliche Arbeit nach 3.-4. Wochen, schwere Tätigkeit erst nach 3 bis 6 Monaten
- Komplikation Hernie Inkarzeration (einklemmen von Gewebe) anfangs Ileussymptomatik später toxische Folgen der Darmgangrän mit Peritonitis und vitaler Bedrohung
- Leistenhernie (Verstärkungsmethoden) Nach Shouldice (Methode der Wahl) --> Spaltung und Dopplung der Fascia transversalis mit fotlaufeder Naht Bei rezidivierender Hernie (Lichtenstein)n --> Implantation eines präperitonealen Netzes aus Polypropylen, dass die Bauchwand verstärkt --> Endoskopisch oder laparoskopisch (Bauchspiegelung)
- Ileus (Definition) Störung der Darmpassage durch Darmverschluss oder Darmlähmung
- Formen des Ileus mechanisch (Obstruktion von außen - Tumor) von Innen (Kotballen/Fremdkörper) - Strangulation (mit beteiligung der Mesenterialgefäße) paralytisch (toxisch) reflektorisch (postoperativ für 24-72 Std. normal) metabolisch (z.B. Hypokaliämie) Spastisch (Bleiintoxikation; Porphyrie)
- Pathogenese mechanischer Ileus Dehnung der Darwand Minderung der Durchblutung lokale Hypoxie lokale Funktionseinschränkung durch Stase Bakterienpenetration in die Darmwand Toxikämie und Ödem der Darmwand Verdickung der Darmwand Hypovolämie und Flüssigkeitsabgabe ins Darmlumen Hypovolämie, Schock
- Klinik mechanischer Ileus akuter - langsamer (progredienter) Beginn kolikartige schmerzen übelkeit, aufstoßen, erbrechen Fieber, Tachykardie, Leukozytose Hoher Dünndarm Ileus --> Frühes erbrechen, Stuhl noch möglich Tiefer Ileus --> Frühzeitiger Stuhlverhalt - ausgeprägte gasansammlung im Darm - sehr spätes erbrechen mit Misere
- Diagnostik Ileus Anamnese klinische Untersuchung: Palpation (tastbare Raumforderung) Perkussion (Meterismus "Blähbauch") Auskultation (zunächst pfifende Geräusche, da Inhalt an Stenose vorbei gedrückt wird - später beim paralytischen Ileus "totenstille") Rektale Untersuchung: Schmerzen bei Palpation des Douglas Raum Röntgen Angiographie: bei verdacht auf mesenterialinfarkt Ileus Labor: metabolische Alkalose; Gerinnung Sonographie
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- Therapie des Ileus Konservativ: Magen-Duodenalsonde legen + Volumenersatz über ZVK + ggf. Darmeinlauf zur Darmanregung + Dauerkatheter (Harnbilanzierung) Operativ: Notfallindikation bei Mesenterialinfarkt, sonst abwarten bis Kreislaufsituation des Patienten stabil - Darmdekompression (Lösung von Briden und Adhäsionen - Entfernung von Fremdkörpern - Wiederherstellung der Passagen) - Mesenterialinfarkt-Ileus: Entfernen des nekrotischen Abschnitts und End-zu-End Anastomose (Verbindung zwischen zwei Strukturen) - Gallensteinileus: Steinentfernung mittels Enterotomie
- Postoperativer Verlauf mechanischer Ileus bis Tag 5 --> Infusionstherapie über ZVK nach dem ersten Stuhlgang: langsamer Kostaufbau mit Tee, dann flüssige Kost, dann passierte Kost, ab Tag 10 Schonkost
- Prognose mechanischer Ileus große Schockgefahr --> hohe Letalität (ca. 15-25%) mit jeder Stunde Verzögerung steigt die Letalität um 1% jeder mechanische Ileus geht wenn er lange genug besteht in einen parylytischen Ileus über