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Wissenschaftliches Arbeiten (Subject) / Prüfungsstoff (Lesson)
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- Warum ist wissenschaftliches Arbeiten so wichtig? - Wissenschaftliches Arbeiten ist zum einen die Anwendung von Forschungsmethoden mit dem allgemeinen Ziel der Erkenntnisgewinnung Die Methodenlehre (= Methodologie) ist Grundlage jeder Wissenschaft Zum anderen ist wissenschaftliches Arbeiten in erster Linie die Lehre vom Umgang mit Ideen, wie man sie erkennt, schriftlich festhält und in Zusammenhänge einordnet Zeitgenössische Psychologie versteht sich als Erfahrungswissenschaft - empirisch (griech.) –auf Erfahrung beruhend - Empirische Forschung: Erkenntnisse durch systematische Auswertung von Erfahrung D.h.: über die Beobachtung realer Gegebenheiten wird Erkenntnis erworben z.B. über Beobachtungen und Experimente eine biographische Einzelfallstudie ist in diesem Sinn ebenso empirisch wie eine experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit von unterschiedlichen Unterrichtsmethoden
- Wie geht man beim wissenschaftlichen Arbeiten mit Ideen um? geistiges Arbeiten -> Ideell vs Handarbeit: stofflich anfassbarer Gegenstand, der manuell zu verändern ist - Begriff der Idee in der Alltagssprache: eine neue Vorstellung Idee als Rohmaterial geistigen Arbeitens: Als Sammelbegriff für alle geistigen oder gedanklichen Gebilde Wissenschaftliches Arbeiten ist in erster Linie die Lehre vom Umgang mit Ideen, wie man sie erkennt, schriftlich festhält und in Zusammenhänge einordnet Ideen haben keine Standardform: können der Form nach als Aussagen, Behauptungen, Fragen, Begriffe, Aufforderung, Regel oder Konzept auftreten. Ideen sind oft abstrakter Natur Entscheidend ist nicht die Form, sondern dass Ideen uns zu einer Vorstellung verleiten. Ideen im Gegensatz zu Fakten, als gedankliche Einheiten, die nicht empirisch geprüft sind Idee ist nicht gleich Information -> Idee ist eine elementare wissenschaftliche Sinneinheit Information um Ideen zu begründen, zu belegen, zu illustrierenwissenschaftliches Arbeiten heißt Ideen zu identifizieren, zu sammeln, zu ordnen, aufzubereiten, zu präzisieren durch Verknüpfung von Ideen entsteht -> Ordnung durch Kombination können sich Theorien ergeben Ideengeschichte wichtiger Bestandteil der Wissenschaft -> Ideen in Beziehung zur Wirklichkeit setzen = Empirie d.h. man prüft ob Ideen z.B. mit Beobachtungsdaten übereinstimmen (systematische Prüfung) oder man versucht Ideen in einem Handlungsbereich umzusetzen um die Wirksamkeit festzustellen Bsp. 1: Burnout-Syndrom
- Was bedeutet wissenschaftliches Denken? -> als Haltung mit einer neugierigen Bereitschaft zur skeptischen Prüfung von miteinander konkurrierender Ideen. Ideen, auch wenn sie noch so verrückt erscheinen, auf den Prüfstand zu stellen, hilft uns Sinn von Unsinn zu unterscheiden. Die Neugier Ideen zu prüfen und deren Annahmen ans Tageslicht zu ziehen, verhilft uns zu kritischem Denken
- Was will Wissenschaft? Gemeinsamkeit aller Wissenschaften? Inwiefern grenzen sich empirische Wissenschaften davon ab? -> Zunächst: erkennen + verstehen wie verhalten sich bestimmte Dinge in der Welt: - wie lassen sich bestimmte Phänomene erklären - wie funktionieren bestimmte Prozesse und Abläufe - Absicherung gegen Irrtümer: ein über die Zeit ausgearbeiteter Methodenkanon - kann/ist für unterschiedliche Disziplinen verschieden (sein). Das Ziel aller Wissenschaften ist das Aufstellen möglichst allgemeingültiger und gehaltvoller Sätze über ihren Forschungsgegenstand, die es erlauben Phänomene des jeweiligen Forschungsgegenstandes zu erklären und vorherzusagen. Empirischer Gehalt als Qualitätsmerkmald.h. Sachverhalte müssen sich auf prinzipiell empirisch Prüfbares beziehen. Prüfinstanz ist immer die empirisch fassbare Realität Mathematik: Erkenntnisgewinnung nach rein formalen bzw. abstrakten RegelnSind ethische Grundsätze empirisch prüfbar? Nein - sind empirisch nicht prüfbar! aber z.B. die Akzeptanz dieser bei Menschen
- Was sind Kriterien (empirischer) Wissenschaftlichkeit? - Unabhängigkeit wissenschaftlicher Erkenntnis vom (beobachtenden) ForscherIntersubjektivität d.h. andere Forscher sollten zu anderer Zeit an anderen Ortengleiche bzw. ähnliche Beobachtungen machen können und zu denselben Ergebnissen kommen --> Objektivität der intersubjektiven Nachprüfbarkeit gleichzusetzen. - Sicherung der Intersubjektivität durch Replikation- keine verbindlichen Richtlinien darüber, wie viele unabhängige Ergebnisse vorliegen müssen bevor ein Ergebnis wissenschaftlich anerkannt wird: - im Rahmen einer etablierten Theorie: Anerkennung eher ohne große externe Replikation -> bei Widerspruch mit den etablierten Theorien: eher viele und strikt unabhängige Replikationen; Bsp: Spinat - Kritik und Skepsis als Leitmotiv wissenschaftlicher Tätigkeit-> ansonsten Gefahr, dass falsche Befunde zu Wissen werden - erst der Diskussionsprozess bestimmt was Thema, was anerkannt oder was als verworfen gilt. Eine Theorie die nicht kritisierbar ist, wäre nicht wissenschaftsfähig (Dogma)
- Inwiefern sollten Überprüfbarkeit und Transparenz als Kriterien empirischer Wissenschaft gegeben sein? Unterschiedliche Systeme/Positionen der Überprüfbarkeit: -> Verifikation (Positivismus): Bestätigung -> Falsifikation (kritischer Rationalismus): (prinzipielle) Widerlegbarkeit Bsp.: Alle Schwäne sind weiß Aussage, vor der Entdeckung Australiens, galt durch Verifikation als "wahr" -> Trugschluss Nach der Entdeckung Australiens: Falsifikation (schwarze Schwäne)-> Wird eine Hypothese nicht falsifiziert, so hat sie sich bewährt, wird aber dadurch nicht "besser", "glaubwürdiger", "wahrer"! -> Heute ist Wissenschaft (im erkenntnistheoretischen Sinn) mehr von einem methodischen Pluralismus geprägt (z.B. P. Feyerabend: »heiterer Anarchismus«): -> Unkonventionelles Vorgehen (auch das Brechen von Regeln), erscheint als geeignetere Strategie um Unbekanntes zu erforschen als das rigide Festhalten an erkenntnistheoretischen Vorschriften und Regeln. Aber: keine Beliebigkeit!! Transparenz durch Offenlegung bei Publikationen: » Probleme: es werden mehr Artikel veröffentlicht mit signifikanten Ergebnissen als mit nicht signifikanten » Phänomen »p-hacking«
- Wie lassen sich die wichtigsten Kriterien empirischer Wissenschaft zusammenfassen? - Anwendung von wohlbegründeten Methoden - Intersubjektivität - Repilzierbarkeit - Kritik und Skepsis - Tranparenz und Überprüfbarkeit - und Zustimmung der Scientific Community Was ist wissenschaftlich? was ist unwissenschaftlich? -> weniger der Inhalt sondern vielmehr die Methoden der Erkenntnisgewinnung geben darüber Auskunft! -> Statistische Methoden vs qualitative Methoden -> Evidenzbasierte Forschung: Medizinisches Modell mit ausschließlich randomisierten Doppelblindstudien » Anwendbar für die Psychologie? Überprüfung der Aussagen in der Psychologie neben theoretischer Stimmigkeit v.a. die empirische Überprüfbarkeit
- Was ist der Anspruch einer wissenschaftlichen Arbeit? Seminararbeit vs. Bachelor vs. Masterarbeit vs. Dissertation? Seminararbeit: -> Theoretische und /oder praktische Ausarbeitung und Darstellung eines speziellen Themas innerhalb eines größeren Themenbereiches - Mündlich wie schriftlich - Visuelle Darbietung wichtiger Inhalte - Anforderung an Inhalt und Umfang variiert je nach Seminarleiter/in - Bei Vorträgen: freier Vortrag Bachelorarbeit: - Nachweis unter Anleitung (einfache) psychologische Forschungsarbeiten durchzuführen, welche den Standards der psychologischen Forschung in theoretischer und methodischer Hinsicht entsprechen. - In der Regel beinhalten Bachelorarbeiten empirische Untersuchungen. - Formale Kriterien des wissenschaftlichen Arbeitens müssen eingehalten werden! Masterarbeit: - Nachweis der selbständigen wissenschaftlichen Bearbeitung eines Themas - Nachweis von inhaltlichen und methodischen Kenntnissen - formale Kriterien des wissenschaftlichen Arbeitens müssen eingehalten werden Dissertation: - Nachweis eines selbständigen Beitrags zur wissenschaftlichen Forschung - Erweiterung der wissenschaftlichen Erkenntnisse
- Was ist das Ziel von Literaturrecherchen? Wonach suchen wir dabei? -> Wissenschaft bzw. wissenschaftliches Arbeiten ist keine zufällige Anhäufung von Fakten, sondern organisierte Wissensstruktur. -> Wissenschaftliche Fragestellungen fußen auf bereits vorhandenem Wissen – Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen fließen wiederum in die Wissensstruktur ein - Stand des Wissens; Instrumentarium und Methodik; weitere relevante Literatur z.B elektrische Publikationen; Fachstatistiken; Lehrbuch; Handbuch; Artikel aus Fachzeitschriften; Übersichtsartikel; Monographie
- Welche Arten wissenschaftlicher Literatur gibt es? Merkmale? - Lehrbücher: gesicherter Erkenntnisstand in knapper und leicht verständlicher Form - kurz gefasste, einführende Darstellungen eines Wissensgebietes (Grundriss, Abriss, Leitfaden oder Einführung) - große Unterscheide hinsichtlich der Verständlichkeit oder Lesbarkeit - Handbücher: Handbücher sind Gemeinschaftsarbeiten mehrerer Autoren, die den Stoff einer Wissenschaft oder eines größeren Sachgebietes unter Einbeziehung der gesamten einschlägigen Literatur ausführlich und vollständig darstellen - Fachzeitschriften: wichtigstes Publikationsmedium und Wissensbasis -> hohe Qualität (Peer Reviewing als Beurteilungsverfahren) Fragestellungen, Methoden, Ergebnisse und Interpretationen werden umfassend und nachvollziehbar dargestellt synonym: Originalartikel, Originalarbeit (engl. source) oder Primärliteratur bzw. Primärquelle - Übersichtsartikel bzw. Review Artikel: Zusammenfassung und Bewertung des Forschungsstands durch ausgewiesene Experten ihres Fachgebietes - Ideales Medium um sich einen hochqualifizierten Überblick zu verschaffen und einen schnellen Einstieg in ein wissenschaftliches Thema zu finden - Monographie: Schrift über einen einzelnen, begrenzten Gegenstandoder auch eine Personder umfassendbehandelt wird und oder auch ein einbändiges Werk im Gegensatz zu mehrbändigen Fortsetzungswerken - Nachschlagewerke: Fachwörterbuch; Lexikon; Enzyklopädie etc. - Hochschulzeitschriften: Diplomarbeiten; Dissertationen; Habilitationen (oder graue Literatur -> nicht öffentlich erschienen) - Bibliographien: Bibliographie (griech.): Bücher schreiben, verfassen, abschreiben ein nach bestimmten Gesichtspunkten geordnetes Verzeichnis von Druckschriften, unabhängig vom Vorhandensein in einer Bibliothek können unterschiedlich umfangreich sein -> ohne Rücksicht darauf, wo Literatur vorhanden ist; zB PsycInfo; Psyndex oder Psyndex Tests (Interventionsprogramme und Tests) --> UB Online - Citation Index: "Wer wurde wann wie oft zitiert" - sonstige Begriffe: Anthologie(griech. Blütenlese): Zusammenstellung durch Hrsg. von früher schon veröffentlichten Texten Sammelwerk: mehrere Autoren, eigens verfasste Artikel, Erstveröffentlichung Kritische Ausgabe: Werkausgabe mit Angabe der Textvarianten u. der Textgeschichte; ausführliche Einführung Periodika; Reader bzw. Readings - Sonstiges: elektronische Publikationen; Fachzeitschriften; Statistik Austria
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- Wovon hängt die Qualität wissenschaftlicher Literatur ab? Was ist der Impact Factor? -> hängt ab von Faktoren wie:Fragestellung, Untersuchungsmethode, Repräsentativität, Interpretation und Aktualität -> Zeitschriftenartikel sind am höchsten einzustufen –am höchsten jene mit anonymen Peer ReviewingImpact Factoreiner Zeitschrift (Journal Impact Factor–JIF) Journal Citation Reports (JCR) Impact Factor einer Zeitschrift (Journal Impact Factor –JIF) -> Ist ein quantitatives Maß und kein Maß für Qualität! (Bibliometrischer Vergleich) Der Journal Impact Factor gibt an, wie oft die zitierbaren Aufsätze der beiden vorangehenden Jahre (bezogen auf das JCRbzw. das Report-Jahr) einer Zeitschrift im JCR-Jahr durchschnittlich zitiert wurden. Ein Impact Factor von 1,0 im Journal Citation Report 2008 bedeutet also, dass jeder zitierbare Aufsatz der Zeitschrift der Jahrgänge 2006 und 2007 im Jahr 2008 durchschnittlich 1 mal zitiert wurde.Der Journal Impact Faktor ist in den Journal CitationReports (JCR) enthalten. Diese Datenbank unterteilt sich - in Science Edition und Social Sciences Edition Science Edition enthält Zeitschriften aus den Bereichen Medizin, Technik und Naturwissenschaften. Social Sciences Edition enthält Zeitschriften aus den Bereichen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Politikund Rechtswissenschaften, sowie aus manchen Teilbereichen der Geistes- und Geowissenschaften.
- Welche wissenschaftliche Publikationsform enthält am meisten Informationsgehalt? Übersichtsarbeiten (Review-Artikel) fassen zumeist einen weithin anerkannten Stand der Forschung zusammen. Fachbücher bieten meist auch einen breiten Überblick zu einem Themenbereich, sind allerdings meist subjektiver gefärbt als Review-Artikel oder Originalarbeiten und nicht so aktuell Originalarbeiten dokumentieren detailliert über Methode, Ergebnisse und Interpretationen zu einer speziellen Untersuchung. Sie beinhalten hochspezialisierte Information --> Orignialarbeiten und Reviews haben die niedrigste Verständlichkeit, aber die höchste Aktualität und sind spezifischer und genauer im Inhalt - umgekehrt haben Sachbücher und Lehrbücher die niedrigste Aktualität, wurden aber verständlicher verfasst
- Welche Formen von Literatur-Suchstrategien gibt es? Was sind Boolsche Operatoren? -> persönliches Wissen als sinnvoller Ausgangspunkt - welches sind die zentralen Begriffe nicht an Begriffe klammern - zur Eingrenzung eines Bereichs Synonyme oder andere Fachbegriffe Thesaurus als Hilfe Stichworte sind Begriffe, die im Text eines Dokumentes selber vorkommen Schlagworte sind Begriffe, die zentrale Aspekte eines Textes repräsentieren und in ein logisch und hierarchisch aufgebautes Schlagwortverzeichnis eingeordnet werden Boolesche Operatoren: UND, ODER, NICHT zur logischen Verknüpfung von Begriffen Verwendung in den englischen Entsprechungen: AND | OR | NOT AND = Und-Verknüpfung = Schnittmenge (Depression AND Zwangsstörung => es wird nur nach Wörtern gesucht, die beide Schlagworte enthalten) OR = Oder-V (Vereinigung) = Vereinigungsmenge => es werden Dokumente gesucht, in denen beide oder jeweils nur ein Schlagwort vorkommen NOT = Nicht-V (Restmenge) = es werden nur Dokumente gesucht, in denen nur das erste, aber nicht der zweite Begriff vorkommt --> diese logischen Operatoren werden der Reihe nach abgearbeitet - Phrasensuche: Wenn Worte sich nur verknüpft suchen lassen, mit Anführungszeichen "differenzielle Psychologie" zB - Asteriskus: Platzhaltersuche -> * steht für beliebige Anzahl an Zeichen - Stopwords werden von Suchmaschinen eher ignoriert -> Boolsche Operatoten oder spezielle Zeichen verwenden
- Welche Besonderheiten gibt es an Fachtexten -> Fachtermini? Strukturelle Besonderheiten? Referenzen? -> sind die Kernelemente jeder Fachsprache - dienen dazu, wissenschaftliche Sachverhalte in knapper und präziser Form zu benennen - Unterschiedlicher Gebrauch je nach Theorie, Welt- und Menschenbild. Z.B. Geist, Seele, Psyche, … Sprachabhängigkeit – z.B. englisch: mind -> Wandel der Begriffe im Laufe der Zeit - Veränderung der Bedeutung von Fachbegriffen über die Zeit hinweg - Differenzen zur Alltagssprache – z.B. Hypothese, Unbewusstes ("Unterbewusstes") Struktur: Kapitel, Unterkapitel, Textabschnitte Textabschnitte sollen folgendes beinhalten: Kernaussage = Träger des Hauptgedankens -> Erläuterungen zur Kernaussage: Definitionen, Erklärungen, Operationalisierungen Beispiele für Kernaussage, ErläuterungenKernaussagen, Postulate, Thesen müssen oft erschlossen werden; geben wieder was dem Autor wichtig ist Strukturangaben, die auf die Gliederung des Textes verweisen: "Im Folgenden betrachten wir zuerst ... Zusätzliche Darstellungen: Tabellen, Grafiken, Karten, Fotos etc. Theorien: sind komplexere Gebilde, in denen Begriffe, Postulate, Argumente, Belege zu größeren Einheiten zusammengefasst sind. Dienen zur Erklärung.Fakten: darunter versteht man empirisch geprüfte Behauptungen, die von einer Fachgemeinschaft als "wahr" / gültig, angesehen werden.Argumente:dienen dazu, Behauptungen und Thesen zu untermauern. Liefern Gründe, warum es vernünftig ist eine bestimmte Aussage als gültig (wahr bzw. bewiesen) anzunehmen. Sie müssen in den Wissenschaften durch Belege abgestützt werden. Berichte: stellen dar, was jemand getan hat. Große Bedeutung des Forschungsberichtes. Kern ist die Darstellung des methodischen Vorgehens und der Ergebnisse. Struktur: Abstract - Introduction - Method - Results– Discussion (IMRAD Schema)Kontext: Disziplin des Autors und des Textes, Forschungsfelder, Diskurse, etc. -> Kontextinformation sehr wichtig für Textverständnis, da eben auch die Begrifflichkeiten, theoretische Präferenzen etc. dadurch erkenn- und erklärbar werden Referenzen: ist das Verweisen auf Texte und Arbeiten anderer Wissenschaftler und deren Forschung, Gedanken und Ideen -> dient der Transparenz, Deklaration, Aktualität Zuordnung von wissenschaftlichen Positionen bzw. Denkformen zu Personen (kontextueller Rahmen, wie z.B. Diskurspartner, methodische und theoretische Präferenzen, etc.
- Was ist wichtig bei der Leseplanung bzw -vorbereitung? Welche Lesetechniken gibt es? Grundprinzip: Lesende aktiv zu machen und sie in eine aktive Auseinandersetzung mit dem Text verwickeln. Verhinderung, dass man widerspruchslosder Textlogik folgt: Aufmerksamkeitssteuerung durch den Leser, nicht durch den Text. Gute Texte haben hohes suggestives Potential. Lassen z.B. Zusammenhänge logischer erscheinen als sie tatsächlich sind ->vorbei manövrieren an den kritischen Stellen Didaktisch gut gestalte Texte sprechen das Vorwissen an; dies ist gute Lesehilfe, fördert aber nicht das eigene Denken. Zieljeder Lesetechnik ist, die Kontrolle über das Lesen zu übernehmen Wichtigste Aktion vor dem Lesen: Was möchte ich vom Text wissen? Sie unterstützen die Planung und Vorbereitung und fördern die bewusste Steuerung von Lesefluss und Informationsaufnahme, z.B SQ3R-Methode Allgemeine Lesetechniken: Durchblättern: = schnell und dient der ersten Orientierung, der thematischen ZuordnungÜberfliegen(Querlesen, Diagonallesen) reicht meistens aus um das Wesentliche herauszufiltern. Orientierung an Stichworten und wichtigen Begriffen; nur wichtige Passagen werden Satz für Satz gelesen – bsp.weise: Zusammenfassung, Diskussion, MethodenbeschreibungGründliches Lesen: erst, wenn man sich einen Überblick verschafft hat, wenn man weiß, nach welchen Informationen man sucht Spezielle Lesetechniken: Aktive Wissensaneignung durch Zusammenfassung und Bewertung, durch Vergleich und Integration mit schon vorhandenem Wissen.das Lesen darf nicht rein rezeptiv sein, sondern soll mit aktiven Verarbeitungsschritten vollzogen werden.
- Was ist bei der Leseplanung/Vorbereitung zu beachten? Zweck, Ziel, Zeit klar machen Örtlicher Rahmen: vorteilhaft sind Orte mit wenig Ablenkung, die wenig Unterbrechung erlauben Kontextueller Rahmen: welchen Text hat man zu lesen, wie viele, mit welchem Ziel, in welcher Reihenfolge. Zusammenstellung von Kontextinformationals wichtiger Schlüssel zum Verständnis von Texten: Info über Autor(en), diskursive Zusammenhänge, Quellen, etc. - Kontextinformationen über den Text sammeln: (Autor, Erscheinungsdatum und Ort, Ersterscheinung, Überlieferung, Thema des Textes, Textsorte, Adressaten, Publikations- und Diskussionszusammenhang, Wirkungsgeschichte des Textes) - wichtigste Aktion: was möchte ich vom Text wissen?
- Was sind aktive Verarbeitungsschritte bei speziellen Lesetechniken? 1. Orientierung und Überblick verschaffen: Erkennen der Struktur, Inhalte, Schwerpunkte, Qualität Für eine schnelle Orientierung: Zusammenfassung(en) Inhaltsverzeichnis Kapitelüberschriften und Zwischentitel Vorwort und Einleitung Hervorgehobenes Literaturverzeichnis 2. Formulierung erster Fragen: vom passiven Konsument eines Textes zum aktiven und kritischen Leser steigert die MotivationMögliche Fragen wären: Was weiß ich selbst schon über das Thema? Welche Erwartungen habe ich an diesen Text? Will ich nur einen Überblick bekommen oder interessieren mich bestimmte Details? Um was geht es in der vorliegenden Publikation? Was möchte mir der Autor vermitteln? In welchem Kontext beschreibt er den Forschungsgegenstand? Welches sind die zentralen Begriffe? Welche Methode wendet der Autor an? Was sind die wichtigsten Ergebnisse? usw. usf. 3. Lesen: Lesen erst wenn man Überblick gewonnen hat und (erste) Fragen formuliert hat. Lesetempo an die Schwierigkeit des Textes anpassen. Schrittweises Erarbeiten der Argumentation und der Inhalte. Wichtige Passagen markieren. 4. Rekapitualtion: Um kritisch mit dem Gelesenen umzugehen kann man sich folgende Fragen stellen und beantworten: Worum ging es in diesem Teil? Was waren die zentralen Aussagen? Wie lässt sich das Gelesene zusammenfassen? Habe ich den Inhalt vollständig begriffen? Wurden die von mir eingangs gestellten Fragen alle beantwortet? Hat der Text die Inhalte umfassend behandelt? Sind die Argumente, Begründungen und Nachweise überzeugend? Das Beantworten der Fragen fördert das aktive und kritische Nachdenken über das Gelesene. Erst durch das Rekapitulieren eignet man sichden betreffenden wissenschaftlichen Inhalt wirklich an 5. Gedankliche Wiederholung: Steigert die Merkfähigkeit Integration des Gelesenen zu einem Ganzen
- Warum sollte man wissenschaftliche Texte zusammenfassen? Was ist dabei wichtig zu beachten? Wesentlicher Schritt des Lesens ist, das Gelesene in einen eigenen auf das Wesentliche reduzierten Text zu verwandeln. Ist ein essentieller Schritt in der Wissenschaft um in Texten gespeichertes Wissen zu identifizieren und zu reproduzieren. 2 zentrale Gründe für das Zusammenfassen 1. Zusammengefasstes Wissen für den eigenen Gebrauch verfügbar machen – z.B. für Prüfungen. keine Reglementierung; Basis des eigenen Wissens 2. Zusammenfassungen als Basis von Wissenseinheiten für einen eigenen Text – z.B. Stand der Forschung. Definierte Qualitätsanforderungen, Zitation 2 Arten des Zusammenfassens: Zusammenfassende Inhaltswiedergabe: Nacherzählende Wiedergabe des Inhalts, auf der Sachebene – ähnlich wie der Autor – in reduziertem Umfang.Referierende Zusammenfassung: Bericht über das Gelesene und dessen Autor: es wird nicht über den Gegenstand berichtet, sondern über das was der Autor über den Gegenstand sagt und seine Vorgehensweise. Zusammenfassen wissenschaftlicher Texte: Kontextueller Rahmen festhalten (siehe Folie Kontextinformation/Grundinformation über einen Text ) Originaltext zumindest einmal lesen; Überblick verschaffen Rekapitulieren der Kernaussagen mit Bezug zum Gesamttext Klären von unklaren Passagen (Sekundärliteratur, Lexika) Inhalt in eigener Sprache wiedergeben (Paraphrasieren) Fachbegriffe beibehalten: Definitionen beachten und wiedergeben Kernaussagen wörtlich zitieren Kritischer Umgang mit dem Text: Widersprüche, Zweifel, Bedenken notieren und anmerken Mehrstimmige, referierende Wiedergabe (Autor A sagt, B geht darauf ein, C hält fest, A erwidert, ….) Fair und gewissenhaft mit dem Originaltext und dessen Autorin umgehen Text in übergeordneten Kontext einbetten (siehe Folie Kontext-/ Grundinformation über einen Text ) Genaue bibliographische Angaben: Name, Jahr, Verlag, Ort, Seitenzahl, Ausgabe etc Ziel ist die knappe und präzise Vermittlung der Hauptinformationen des Textes Umfang nicht mehr als 250 Wörter (= halbe A4 Seite bei Schriftgröße 12) objektiv, treffend, verständlich zentrale Schlüsselwörter
- Was ist wichtig beim kritischen Lesen? kritischer Umgang mit Texten ≠ den Text zu kritisieren (Wer kritisiert, glaubt zu wissen was richtig und falsch ist.) -> die wenigsten Wissenschaftler behaupten dies von sich. Kritik beendet meist die Kommunikation anstatt die Auseinandersetzung (Diskurs) zu fördern Alternative: „reflektierter“ Umgang mit Wissen als Form des kritischen UmgangsGelesenes zu reflektieren heißt, Denkmöglichkeitenzu erproben, Raum für Denken schaffen. Reflektieren über Fragen und hypothetischen Annahmen und nicht über Behauptungen; Versuch mit tastenden und vorsichtigen statt mit apodiktischen (unumstößlich geltenden) Urteilen -> erfordert eine bestimmte Sprache des Erwägens und Hinterfragens: (Beispiele für Möglichkeiten des reflektierenden Hinterfragens beim Lesen: Es ist aber auch denkbar, dass … Eine alternative Sichtweise wäre … Man kann sich fragen, ob nicht … Was unklar bleibt, ist … Nicht angesprochen wurde … Die Erfahrung zeigt, dass nicht nur …, sondern auch … Es ließe sich auch argumentieren, dass … Nimmt man einmal in Betracht, dass …, dann lässt sich schlussfolgern, dass...) Fazit: Es ist ratsam beim Lesen den Inhalt kritisch zu hinterfragen und sich mit dem Text gedanklich auseinanderzusetzen.Dies auch zu dokumentieren bedeutet »schriftlich« denken zu lernen. Was wiederum eine der bedeutendsten Grundlagen jedes wissenschaftlichen Arbeitens ist.
- Was ist ein Exzerpt und was muss ein Exzerpt enthalten? = schriftlicher Auszug aus einem Werk Ziel: das Gelesene für einen späteren Zeitpunkt verfügbar zu machen Es geht um die Anfertigung von „Leseprotokollen“, die das Wichtigste eines Textes enthalten, bzw. für einen von Interesse ist (z.B. für die spätere Verwendung).Exzerpieren – warum? Erleichtert die Formulierung für spätere schriftliche Arbeiten Fördert die Konzentration auf das Wesentliche Erleichtert die gedankliche Zuordnung Hilft den Inhalt und wesentliche Aussagen sich anzueignen - genaue bibliographische Angabe - der zentrale Gedankengang (inhaltlicher Aufbau), - Zusammenfassungen zentraler Aussagen, Thesen, Theorien, Definitionen, Literatur, Forschungshandlungen (Untersuchungen, Experimente, etc.), Ergebnisse, Generalisierungen, Schlussfolgerungen - mit eigenen Worten und/oder als Zitate - wörtliche Zitate, die man später verwenden möchte (mit genauen Angaben) - wichtige eigene Gedanken, Kommentare, Erkenntnisse, Kritiken, offene Fragen u.ä. Seitenangaben zu allem was herausgeschrieben wird - Angaben zu dem was man nicht gelesen hat - Hinweise auf Inhalte, die man später vielleicht nochmals ansehen möchte. z.B. Tabellen, Abbildungen
- Welche Techniken gibt es beim Erstellen von Notizen? - Markieren und Hervorheben von: zentrale Aussagen, Definitionen, Beispiele, Anbringen von Verweisen, Kommentaren, etc. - kurze Kommentare als Strukturierungshilfe: ? unklare Aussagen; ! Kernaussage; <-> Widerspruch; Def. Definition; F Fachbegriff; … siehe ....;Σ Zusammenfassung; Literaturhinweis - Stichpunkte, Fragen, Ideen: Notieren Sie sich umgehend Stichpunkte, Fragen, Ideen bedenken Sie, dass Gedanken flüchtig sind, Papier hingegen ist geduldig
- Was ist beim Lesen von Zeitschriftenartikeln zu beachten? Grundstruktur von Zeitschriftenartikeln: Zusammenfassung (Abstract) Problembeschreibung (Einleitung) Methode Ergebnisse Interpretation /DiskussionStruktur: Abstract -Introduction -Method - Results – Discussion (IMRAD Schema) Wichtige Abkürzungen: O engl. observer; Beobachter -aber auch für "object person" – d.h. Versuchsperson Pb Proband (= Versuchsperson) Pbn Probanden Vl Versuchsleiter (engl.: experimenter = E) Vp Versuchsperson; (engl.: subject = S). Vpn Versuchspersonen (engl.: subjects = Ss) Vs Versuch In welchen Zusammenhang stellt der Verfasser das Problem? Könnte man es auch anders einordnen?Was unterscheidetdie Fragestellung des Autors von jener anderer Autoren? Führt er die Fragestellunganderer Autoren weiter, oder stellt er deren Theorien und Methoden in Frage? Fragen bei der Darlegung der Methoden: Welche Methoden werden verwendet? Sind diese adäquat für die Beantwortung der Fragen des Autors? Hat der Autor methodische Schwierigkeiten übersehen oder spielt er diese herunter? Welche Vor- und Nachteile bergen die angewandten Methoden in sich? Verschweigt der Autor Angaben, die für das Verständnisder Arbeit unbedingt erforderlich wären? Fragen bei der Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Ist die Interpretation durch die vorliegenden Ergebnisse abgedeckt? Verallgemeinert der Autor seine Ergebnisse? Welchen Verallgemeinerungsgrad wählt er? Ist es ihm gelungen eine bestehende Theorie zu erweitern, zu ergänzen, zu ändern oder durch eine neue zu ersetzen? Berücksichtigt er dabei die Befunde anderer Autoren oder vernachlässigt er sie? Begründet er dieses Vorgehen? Ist die Begründung stichhaltig? (Begründungszusammenhang) Lässt er Fragen offen? Sinn der Fragen: Unterscheidung positiver u. negativer Punkte einer Arbeit (= Kritik) Kritikfähigkeit ist ein Lernprozess: Hat der Autor wirklich neue Information mit seinem Artikel geliefert? Muss ich mein Wissen korrigieren oder ergänzen? Zu welchen Punkten habe ich schon andere Befunde und Ansichten gehört und gelesen? etc. Ratschläge zum Lesen im Studium - Zusammenfassung: Zeit zum Lesen nehmen Was ist der Zweck/ die Erwartung? Markierungen und Randnotizen Überblick verschaffen: Lesetechniken Pausen zum Nachdenken Notizen (Exzerpt / Zusammenfassung) Austausch mit anderen
- Was ist beim Schreiben von wissenschaftlichen Texten zu beachten? Wie ist die Makrostruktur eines Textes aufgebaut? Schreiben im Studium deshalb schwierig, weil mit der Herstellung von wissenschaftlichen Texten sehr abrupt folgende Forderungen einhergehen: Forderung nach wissenschaftlichem Denken, nach genormten Darstellungen, nach fachspezifische Ausdrucksweisen Makrostruktur des Schreibprozesses: - Planung: Recherchieren, Stoff eingrenzen, Ziele setzen - Daten oder Material sammeln: Systematisch lesen, ggf Daten erheben und auswerten, Material gliedern - Überarbeiten und Vertiefen: Versprachlichen, Feedback einholen, inhaltliche Überarbeitung, sprachliche Überarbeitung - Text fertigstellen und abgeben: Formatierung&Layout, Abgabe und Benotung, Feedback ggf weiter Bearbeitung
- Warum sollte man den Schreibprozess planen und strukturieren? Schutz vor zu chaotischen Schreibstrategien zu perfektionistisch geplanten Strategien. Arbeiten in Etappen: Wichtig: für die Planung in etwa ¼ der Zeit einrechnen -> erstes Grobkonzept (Planung) -> Beschaffung des nötigen Wissens (Verwirklichung des Projektes möglich? In welchem Ausmaß ist Verwirklichung möglich?) -> gedankliche & sprachliche Qualität (Präzision und Tiefe des Textes) -> Endarbeit (Konventionen, Überarbeitung und Abgabe)
- Wie grenzt man ein Thema ein? Beginn eines Schreibprojektes ist die Planung (wichtig auf die Zeitressourcen zu achten. Planung verschlingt bis zu einem Viertel der Gesamtarbeitszeit!) Bei kleinen Arbeiten (z.B. Praktikumsbericht, Essay) genügt es meist die Materialien bereitzustellen und sich die Aufgabe klar zu machen. Bei größeren (Bachelor-, Masterarbeit) mündet die Planung in einem (schriftlichen) Exposé. Wichtigste Elemente eines Exposé : Fragestellung, Zielsetzung, Problem der Arbeit. Vorhandenes Wissen: Auf was baut die Arbeit auf? (1. Literaturrecherche) Vorgehen: Wie komme ich zu einer Lösung der Fragestellung? -> Zeitplan: Bis wann will ich welches Zwischenziel erreichen? Umfang 4-10 Seiten -> Thema wird erst durch Beschreibung klarer (siehe Beschreibungen auf der Folie)
- Was ist eine Fragestellung und wie grenzt man sie von einer Problemstellung ab und vom Ziel der Arbeit? Fragestellung: Fragestellung ist eines der wichtigsten strukturellen und inhaltlichen Elemente einer wissenschaftlichen Arbeit. Mit ihr steht und fällt bsp.weise eine empirische Untersuchung. Gibt an, welcher Teilaspekt des Themas behandelt werden soll, welche Erkenntnis produziert werden soll. Dient der Präzisierung und der Eingrenzung (Spezifizierung). Am Anfang: "Arbeitsauftrag"; die Frage mit der man selbst an die Arbeit geht. Am Ende: der fertige Text ist auf die Fragestellung bzw. auf deren Beantwortung ausgerichtet.Fragestellung sollte so präzise und direkt als möglich formuliert werden (nicht umschreiben): Z.B.: Ist die Auftretenshäufigkeit von aggressivem Verhalten in Schulklassen mit mehr als 20 Kindern häufiger als in Klassen mit weniger als 20 Kindern in den ersten zwei Schulstufen? Unterscheidung von Problem und Fragestellung: Das "Problem" mit dem sich eine Arbeit befasst, ist meist eine größere Sinneinheit. Ist eng mit der Relevanz des Themas in Verbindung Ein "Problem" kann wissenschaftlicher, politischer, ethischer, beruflicher, usw. Natur sein. Probleme dieser Art können selten mit einer Arbeit behandelt und gelöst werden. Aber ein Teilaspekt sehr wohl! Darauf bezieht sich die Fragestellung. Bsp. siehe unten Tabelle Das übergeordnete Ziel jeder wissenschaftlichen Textproduktion: –Wissen darstellen oder Forschung zu kommunizieren – kann damit präzisiert werden. Mögliche Ziele: Quellen zugänglich zu machen bzw. auszuwerten. Theorien darzustellen, zu vergleichen Behauptungen überprüfen Eine Methode auszuprobieren -> Ein Werk zu interpretieren
- Wie wirken Thema, Problem, Ziel und Fragestellung zusammen? Beispiel agressives Verhalten von Schulkindern Aggressives Verhalten von Schulkindern: Problem: Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem gesellschaftlich transportierten Problem von verhaltensauffälligen Kindern in der Schule. Im Besonderen aggressives Verhalten den Lehrern und Mitschülern gegenüber. Dies wird häufig mit einer zu großen Anzahl von Schülern, zu vielen Kindern mit Migrationshintergrund und der Vernachlässigung von Erziehungsaufgaben der Eltern zu erklären versucht. Fragestellung: Die Fragestellung dieser Arbeit lautet: Ist die Auftretenshäufigkeit von aggressivem Verhalten in Schulklassen mit mehr als 20 Kindern häufiger als in Klassen mit weniger als 20 Kindern in den ersten zwei Schulstufen? Und inwieweit hat die Anzahl von Kindern mit Migrationshintergrund eine moderierende Wirkung? Zielstellung: Ziel der Arbeit ist es, Daten für eine evidenzbasierte Entscheidungshilfe für die Gestaltung der Zusammensetzung von Schulklassen in der Grundschule zur Verfügung zu stellen.
- Welche Anregungen gibt es zum Erstellen von schriftlichen Arbeiten? 1. Schwierigkeiten beim Erstellen: Was kann zu Schwierigkeiten führen?sich in ein unbekanntes Thema einzuarbeiten, die damit verbundenen Problemfelder zu überschauen, und diese zu strukturieren; die Fülle der Literatur zu suchen, zu sichten und zu selektieren; ungeschicktes und unrationelles Vorgehen auf Grund fehlender Praxis und Übung 2. Organisatorische Hinweise: Arbeitsplatz (Konzentration Struktur Ordnung Zweckmäßigkeit „kreatives Chaos“); Beachtung von Terminen (Öffnungszeiten von Bibliotheken, Verleihfristen für Bücher für die rechtzeitige Rückgabe bzw. Verlängerung, Gesprächstermine oder Sprechstundentermine mit BetreuerInnen oder ProfessorInnen, Fristen für die eventuelle Beantragung einer Verlängerung der Bearbeitungszeit der Arbeit, der Abgabetermin der Arbeit Diplomandenbesprechungen) Zeit-Management; (Zeitliche Restriktionen einplanen: wie Vorlesungen, Seminare, allfällige Termine, Wochenenden, Feiertage, Urlaub, Familienfeste, usw. Zeitpläne für die verschiedenen Bereiche erstellen: Prüfungen, Lernen, Arbeiten schreiben, … Studium als Vollzeitarbeit betrachten: 40 Stunden Woche 5 Wochen Urlaub pro Jahr) Zeitfresser: es besteht die Gefahr, dass man sich "verzettelt" man versucht zu viel auf einmal zu tun individuelle Desorganisation mangelnde Koordination bestimmter Arbeiten Tendenz die Dinge aufzuschieben, da man meint sehr viel Zeit zu haben Zeitplanerstellung: Literaturrecherche Literatursichtung und Auswahl Absprache eines Entwurfs bzw. Konzept Zeit für weitere Recherchen (Untersuchung planen, erstellen, durchführen, auswerten, …) Schreibphase und die Überarbeitung des Geschriebenen, Korrekturlesen, Druck, Binden, Abgabe der Akt des Schreibens ist...ein kreativer Prozess, der sich als schwierig und mühsam erweisen kann!ein Moment der Aneignung und der inhaltlichen Auseinandersetzung mit einem Stoffgebiet Ruhe/Pausen (bei Ermüdung und nachlassender Konzentration eine Ruhepause soll eine gedankliche Pause von der Arbeit darstellen) Ordnungsmittel: Autoren-und Literaturlisten bzw. Datenbanken Citavi: http://www.citavi.com/ Mendeley: https://www.mendeley.com/ (online Ressource) Uni: EndNoteExzerpte und Zusammenfassungen: Computer Internet Datenbanken; Wissensmanagement Selbstdisziplin: Motivationale Tiefs beispielsweise durch: Probleme bei der Literaturrecherche bzw. Informationsbeschaffung zu geringe Betreuung durch den Themensteller etc. Kontinuierliches Arbeiten Schaffen von zeitlichen Reserven Themenbezogene Arbeitsweise: Literaturrecherche (VO und Übung) Literaturauswahl (VO und Übung) Literaturbeschaffung (VO und Übung) Durchdringung der Literatur (VO) Quellenangaben (VO) Schreibstil (VO) Formale Gestaltung (VO)
- Wie sollte der Schreibstil beim Verfassen wissenschaftlicher Texte sein? Vermeidung von: Sprachartistik, Stilschlamperei, Phrasendrescherei, Satzbaufehler und falsche Wortstellungen, Modewörter und umgangssprachliche Formulierungen --> Adjektive, die zu vermeiden sind: Adjektive, die etwas verdoppeln: Bahnbrechende Neuerungen, öde Wüsten, dunkle Nächte, schreckliche Verbrechen, lautes Geschrei, schwere Verwüstungen, innere Gefühle Adjektive, die nur scheinbar präzisieren: spezifische Aussage, besonderes Anliegen Abgegriffene Phrasen: Tiefgreifende Veränderungen, unliebsame Störung, nackte Wahrheit, goldene Mitte, sensationelle Wahrheit Adjektive, die mehr Gewicht verleihen sollen: wesentliche Neuerungen, bedeutsame Erkenntnis, tiefe Wirtschaftskrise, uralte Mythen kurz und bündig, knapp, deutlich und anschaulich "mageren" Inhalt nicht aufblasen "reiche" Inhalte auf engem Raum darstellen sinnvolle und themenbezogene Auswertung und Zusammenfassung („auf den Punkt bringen“) wesentliche und essentielle wichtige Aussagen an die betonten Stellen des Satzes. D.h. an den Satzanfang oder an das Satzende. Ein wichtiger Gedanke gehört in den Hauptsatz. Verstecken Sie die Hauptaussage nicht im Nebensatz. Regeln für den Satzbau in wissenschaftlichen Texten: Ein Nebensatz reicht (Ausnahmen erlaubt) Sätze nicht zu voll packen, ggf. auseinander brechen Satzlänge variieren Mehr als drei Aufzählungen in Listenform bringen Konnektoren (da, weil, deshalb, deswegen, darum, daher, aus diesem Grund, dass, so dass, sonst, außer, es sei denn, während, indem, solange, sobald, sowie, sooft, nachdem, ehe, …) sinnvoll einsetzen Tempus beachten Füllwörter streichen Keine unvollständigen Sätze, außer bei Aufzählungen in Listenform Adjektive danach prüfen, ob sie unverzichtbar sind die wichtigsten Rhetorischen Mittel beim Argumentieren: Behauptung, Beleg, Schlussregel, Stützwissen, Gegenargumente, Widerlegung, Konzession, Qualifizierungen Schreibstil: Zusammenfassung achten Sie auf die Wortwahl schreiben Sie kurze Sätze unter Verwendung weniger Zeilen fassen Sie inhaltlich Wichtiges in Hauptsätze vermeiden Sie Weitschweifigkeit und verschachtelte Sätze seien Sie kurz und bündig, knapp, deutlich und anschaulich
- Was ist wissenschaftlich am wissenschaftlichen Schreiben? Methodisch begründetes Vorgehen: Eine wissenschaftliche Arbeit muss Auskunft geben, wie das Wissen gewonnen wurde (eigene Überlegungen, Forschung anderer, eigene Forschung). Prozess der Erkenntnisgewinnung, der hinter dem Text steht, muss offengelegt und reflektiert werden. Muss nachvollziehbar und nach Möglichkeit reproduzierbar sein. Objektivität: Wissenschaftliche Aussagen sollen frei von subjektiven Urteilen und Meinungen sein. Wo Meinungen und Urteile gefällt werden, müssen diese expliziert und begründet werden. Systematik: Alles Wissen muss an die disziplinäre (u.U. auch interdisziplinäre) Wissenssystematik des Faches angebunden werden. Wissen steht nicht für sich alleine, sondern ist immer im Kontext des vorhandenen Wissens darzustellen und einzuordnen. Kritikgebot: Dogmatismus ist zu vermeiden –durch eine skeptische, kritische Grundhaltung gegenüber Wissen. Wissen soll vor Verwendung kritisch überprüft werden. Einhaltung von Darstellungskonventionen: Wissenschaft ist in Bezug auf Textnormen konservativ. Etablierte Konventionen für einzelne Textgenres müssen eingehalten werden. Sprachliche und terminologische Genauigkeit: Wissenschaft verlangt eine präzise, eindeutige Sprache und Verwendung der im Fach üblichen Begriffe.
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- Wie werden schriftliche Arbeiten formal gestaltet? 4. Formaler Aufbau von schriftlichen Arbeiten Titelseite Einleitung Hauptteil Schluss Literaturverzeichnis TiteleiTitel der Arbeit Angabe der Art der Arbeit Name der Institution (Universität Innsbruck, Institut für Psychologie) Titel der Lehrveranstaltung Lehrveranstaltungsleiter bzw. Betreuer Verfasser mit Name und Matrikelnummer (Anschrift) Ort und Datum Einleitungsteil zum Thema heranführen, dieses umreißen und abgrenzen Aufbau der Arbeit und die Vorgehensweise der Bearbeitung die Entstehung der Arbeit, das Erkenntnisinteresse allfällige Probleme darf nicht zu langatmig sein HauptteilStand des Problems Spezifische Fragestellungen und Hypothesen Untersuchungsmethoden und Untersuchungsplan beschreiben und begründen Beschreibung der Population Ablauf der Untersuchung Ergebnisdarstellung und -diskussion Formaler Aufbau: Bachelor, Masterarbeit: Titelseite (Bsp.: TitelblattDA.pdf) Vorwort / Danksagung (optional) Abbildungs- und Tabellenverzeichnis (optional) (Bsp.: Abbverz.pdf) Abkürzungsverzeichnis (optional) Inhaltsverzeichnis (Bsp.: Inhaltsverz.pdf) Zusammenfassung (Bsp.: ZufDA-Bsp.pdf) Einleitung Stand des Problems Spezifische Fragestellung + Hypothesen Methode Ergebnis Diskussion Literaturverzeichnis (Bsp.: Litverz.pdf) Anhang (optional) (Lebenslauf ) 5. Layout des Manuskriptes: Titelei Seitenlayout Textlayout Absatzlayout Gliederung / Überschriften Tabellen und Abbildungen Abkürzungen Seitenlayout: einseitige Beschreibung auf weißem Papier im Format A4 Ränder: oben 3 cm unten 2,5 – 3 cm links 3 cm rechts 2 cm Seitennummerierung: in der Kopfzeile zusammen mit Kapitelüberschrift Textlayout: verwenden Sie Proportionalschriften und keine PicaSchriften. Diese haben feste Abstände zwischen den Buchstaben und sind weniger gut lesbar. Ob Sie eine serifenlose Schrift wie Arial verwenden oder eine Schrift mit Serifen wie Times New Roman bleibt Ihnen überlassen. Beides sind Proportionalschriften. Schriftgrad: Times ca. 12pt Arial ca. 11pt Verdana ca. 10pt Absatzlayout: Verwenden Sie Blocksatz als Absatzformatierung. Dadurch entsteht keinFlatterrand undderText ist dadurchleichter lesbar. Ein Zeilenabstand von eineinhalb Zeilen ist bei Seminararbeiten und Diplomarbeiten üblich. Darf auch etwas enger sein. Nicht abereinzeilig Entweder wird die erste Zeile eines jeden Absatzes eingerückt undkein zusätzlicherAbstand zwischen denAbsätzen gemacht. Oder es wird auf die Einrückung verzichtet, dafür wird aber zwischen den Absätzen ein zusätzlicher Zwischenraum, in etwa einer halbenZeilenschaltung, gemacht Gliederung & Überschriften: 1 Überschrift Ebene 1 1.1 Überschrift Ebene 2 1.1.1 Überschrift Ebene 3 1.1.2 Überschrift Ebene 3 1.1.2.1 Überschrift Ebene 4 1.2 Überschrift Ebene 2 1.2.1 Überschrift Ebene 3Maximal 4 Ebenen!! Tabellen und Abbildung: müssen für sich selbst les- und verstehbar sein Abkürzungen, Fachausdrücke müssen erklärt werden fortlaufende Nummerierung Abkürzungen: Vermeidung von Abkürzungen im Alltag geläufige Abkürzungen dürfen verwendet werden: etc.; usw. fachwissenschaftliche Abkürzungen dürfen verwendet werden – müssen aber eingeführt werden Abkürzungsverzeichnis Bsp.: Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI)
- Welche ethischen Prinzipien gibt es in der Wissenschaft? Ethischer Standard für Wissenschaftler: Wahrhaftigkeit und keine falschen Informationen wider besseren Wissens verbreiten. Aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass man sich täuscht!Fehlerminimierung: Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen nach bestem Wissen nach wissenschaftlichen Standards d.h. auch: gründliche Sichtung der wissenschaftl. Literatur Puplikationspflicht Abstand nehmen, wenn Informationen nicht wirklich gültig und hochwertig sind (Täuschung der Öffentlichkeit) Wichtige Informationen sollten nicht zurückgehalten werden, auch wenn sie unwillkommen erscheinen Rechenschaftspflicht bezogen auf Daten und Gelder Gegenüber der Öffentlichkeit: wie sind die Ergebnisse erzielt worden Archivierung der Daten Zugänglichkeit der Daten Gegenüber Geldgeber nachweispflichtig Derzeit Diskussion: Open Access Kenntlichmachung der Urheberschaft von Texten und Erkenntnissen
- Was sind ethische Grundhaltungen und was ist bei der Selbstbestimmung und Güterabwägung zu beachten? Güterabwägung: Wissenschaftlicher Fortschritt vs. Menschenwürde Schutz der Privatsphäre des Klienten und Schweigepflicht vs. Schutz der Öffentlichkeit und anderer Personen Diskussion: Das Wohl des Einzelnen ist dem Interesse der Mehrheit übergeordnet Im Zweifelsfall steht ein öffentliches Gut höher als ein privates Gut 4 etische Grundprinzipien für die Forschung: Respekt vor der Selbstbestimmung, Nichtschädigung, Fürsorge, Gerechtigkeit Selbstbestimmung: Sicherstellung der Freiwilligkeit der Studienteilnahme Ohne Zwang eine autonome Entscheidung treffen: Teilnahme oder Nicht-Teilnahme Dieses Prinzip hat für Forschungsplanung und –durchführung weitreichende Konsequenzen! Rekrutierung der TN so, dass eine freie, unbeeinflusste Abwägung getroffen werden kann Studierende in einer LV als TN? -> Entschädigungen bzw. Kompensation (finanziell, …)?
- Wie vergütet man die TeilnehmerInnen? Teilnehmerinfo, finanzielle Entschädigung, Freiwilligkeit? finanzielle Entschädigung: Finanzielle Entschädigung für die TN an Studien ist nicht per se ethisch bedenklich. Problematisch, wenn Kompensation eine Höhe annimmt, in der TN gegen Geld Risiken eingehen, die sie sonst nicht eingehen würden, dass der Charakter der Freiwilligkeit der Einwilligung durch den kompensatorischen Anreiz in Mitleidenschaft gezogen wird und damit die Gültigkeit der Einwilligung außer Kraft gesetzt wird! Zusätzliche Probleme finanzieller Entschädigung: -> Ist die Entschädigung angemessen? (Verhältnis von Aufwand zu Kompensation) -> Nur der monetäre Anreiz ist Grund für die Teilnahme -> Möglicherweise zieht dies eine TN-Gruppe mit geringeren sozioökonomischen Status an (Validität, Verzerrung der Stichprobe, Fairness bei der TN-Auswahl, …) -> Bei Jugendlichen (im besonderen bei Gruppen) wird empfohlen tendenziell auf Bargeldentschädigung zu verzichten (Gutscheine, altersgemäße Geschenke etc.) Freiwilligkeit: Freiwilligkeit schließt mit ein, dass TN zu jedem Zeitpunkt ohne Angabe von Gründen die Teilnahme beenden können ohne dass ihnen daraus ein Nachteil erwächst! TeilnehmerInnen-Info: Was die TN an einer Studie konkret bedeutet, muss mittels TNInformation vermittelt werden: Information muss verständlich sein: alles Relevante, Darlegung der Ziele, Abläufe, Vorgänge etc. Zeit für Fragen muss gegeben sein TN müssen Vor-und Nachteile der Teilnahme an einer Studie abwägen können Muss verständlich –für den Adressaten – formuliert sein Berücksichtigung von Alter, Vorwissen, Auffassungsgabe etc. Psychologische Sachverhalte laienverständlich darstellen Fachtermini "übersetzen" Kurze, klare Sätze Ziel: konkrete, nicht abstrakte Information zur Untersuchung (siehe zsl. Inhalte der Teilnehmerinfo)
- Was ist beim Täuschen der Probanden zu beachten? Täuschung von Probanden: Es gibt Forschungsfragen bei denen zur Sicherung der Validität eine Täuschung notwendig erscheint, obwohl dies mit dem Prinzip des informed consent unvereinbar ist Spezifische Information wird vorenthalten Möglicherweise wird sogar falsche Information gegeben Es gilt abzuwägen Inwiefern Täuschung wirklich notwendig ist, Wie Täuschung auf ein Mindestmaß reduziert werden kann Inwiefern die ethische Problematik im Verhältnis zum Erkenntnisgewinn steht Wie mögliche negative Konsequenzen einer Täuschung minimiert werden können/müssen (siehe Folie: Überprüfung der Notwendigkeit der Täuschung) Wie kann die Info bem Täuschen aussehen: Wenn möglich ist bereits im Rahmen der Einholung der Einverständniserklärung (vor Beginn der Untersuchung) explizit anzukündigen, dass zum gegeben Zeitpunkt noch nicht alle Information gegeben wurde, dass eine vollständige Aufklärung nach der Untersuchung erfolgen wird. Aufklärung nach der Täuschung: Sicherstellung, dass alleTN umfassend über alleAspekte der Untersuchung vollständig und wahrheitsgemäß aufgeklärt werden Unmittelbar im Anschluss an die Untersuchung, spätestens jedoch nach Abschluss der Datenerhebung Aufklärungsschreiben am besten standardisiert und schriftlich vorlegen Da wegen des Täuschungsdesign die ursprüngliche informierte Zustimmung obsolet ist, diese bei der Nachbesprechung einholen. Ein potentieller Schaden (negative bzw. unerwünschte Gefühle, Gedanken, Einstellungen etc.) durch die Täuschung muss zu diesem Zeitpunkt behoben werden ->potentieller Schaden für die teilnehmende Person, aber auch für die wissenschaftliche Forschung (Empfehlung der DGPs für gelungenes Debriefing)
- Was ist bei der Einverständiniserklärung zu beachten? Zusammen mit der Teilnehmer*inneninformation ist die Einwilligungserklärung Teil der sogenannten informierten Zustimmung (informed consent). Bereitschaft an einer Studie teilzunehmen ist vorab schriftlich festzuhalten. 3 Voraussetzungen als Grundlage einer autonomen Entscheidung: Informiertheit, Freiwilligkeit, Entscheidungsfähigkeit, Kompetenz Formale Inhalte: Voraussetzung: zentrale Information zur Studie in verständlicher Form (Informiertheit, siehe oben) Titel der Studie Briefkopf mit Adresse, Name der Kontaktperson, deren Telefonnummer und e-mailAdresse Versuchsleiter muss (!) die Einwilligungserklärung gegenzeichnen. Eine Version von beiden Seiten unterschrieben, wird der VP ausgehändigt. Bei Audio-oder Videoaufzeichnungen muss vor der Datenerhebung eine zusätzliche (explizite) Zustimmung eingeholt werden. Ebenso bei allen Untersuchungen mit physischen Risiken (z.B. MRT, Genomanalysen etc.) Für eine mögliche erneute Kontaktaufnahme (z.B. zweiter Messpunkt) muss die teilnehmende Person explizit zustimmen. Im Kontext von open science ist es notwendig eine explizite Einwilligung zur Datenveröffentlichung und Datennachnutzung einzuholen (siehe nächste Folie). Einschränkung der Einwilligungsfähigkeit: Erwachsene, die zeitweilig nicht einwilligungsfähig sind,z.B.: nach Polytrauma, Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, in traumatischem oder septischem Schock, Delir etc. Erwachsene die Dauerhaft nicht einwilligungsfähig sind: Demenz, apallischesSyndrom, geistige Behinderung, psychische Erkrankungen einhergehend mit Einschränkung mentaler Fähigkeiten … Kinder entsprechend ihrem Entwicklungsstand Lösungen? Einschätzung des Grades der Einwilligungsfähigkeit / Einsichtsfähigkeit im Einzelfall Hinzuziehen der gesetzlichen Vertretung Altersgruppen: unter 11 Jahren (Einsichtsfähigkeit nicht gegeben), 11 bis 13 am Besten die Einsichtsfähigkeit im Einzelfall feststellen), ab 14 wir Einsichtsfähigkeit grundsätzlich unterstellt Trotz Einwilligung der gesetzlichen Vertreter auch Zustimmung der Versuchsperson Achtung: aus rechtlicher Sicht ist jede Untersuchung mit Minderjährigen ohne Zustimmung der Eltern ein grundsätzlicher Eingriff in das elterliche Sorgerecht. Datenveröffntlichung: TN müssen darauf hingewiesen werden, dass ihre Daten in anonymisierter oder pseudonymisierterForm, beispielsweise auf einem öffentlichen Repositorium gespeichert und zur Verwendung für Dritte (Folgeforschung) zur Verfügung gestellt werden TN müssen explizit dieser Datennachnutzung zustimmen Im Falle einer Ablehnung darf keine Nachnutzung erfolgen! Datenschutz, Schweigepflicht, Privatsphäre: Persönliche Daten im Rahmen von Forschung und therapeutischer Arbeit unterliegen der Schweigepflicht. Keine Auskunftspflicht Dritten gegenüber Veröffentlichung von Daten oder Fallgeschichten: ausschließlich mit Zustimmung der betroffenen Personen ( schriftliche Einverständniserklärung) Persönliche Daten so verändern, dass Person nicht identifizier-und rekonstruierbar ist Bsp.: Supervision Aufbewahrungssorgfalt der persönl. Daten: Codelisten und Fragebögen bzw. Aufzeichnungen getrennt und sicher archivieren Anonymisierung vs Pseudonymisierung Zeugnisverweigerungsrecht vor Behörden (Psych.-Gesetz) Anonymität: Dem Untersuchungsteilnehmer muss die Anonymität der persönlichen Angaben und Ergebnisse zugesichert werden. Die Weitergabe von personenbezogenen Daten unterliegt dem Datenschutzgesetz.
- Wie kann man Risiken und psychische Schäden vermeiden? Wie ist auf die Nichtschädigung und Unversehrtheit der Probanden zu achten? Nichtschädigung: Körperliche Risiken: Schmerzen, Verletzungen, Sinnesbeeinträchtigungen etc. Psychologische Risiken: gemeint sind Beeinträchtigungen, die das im Alltag zu erwartende Maß überschreiten. Angst, Traurigkeit, Kummer, negatives Selbstwerterleben etc. Soziale Risiken: Auswirkung einer Studie auf die Wahrnehmung der TN durch andere. Z.B. negative Konsequenzen einer Studie zur sexuellen Orientierung in einer Firma bei mangelnder Geheimhaltung Ökonomische Risiken: werden selten ins Auge gefasst. Aber können große Folgen haben. Z.B. MRT oder EEG Screenings mit Zufallsbefundstellung, welche einen maßgeblichen Einfluss auf mögliche Versicherungen (Nichtversicherung) haben können Alle möglichen Risiken vor der Untersuchung minimieren bzw. ausschließen! Zufallsbefund bei ScreeningVerfahren: Aufklärung vs Verzichtsrecht Nichtschädigung und FürsorgeAufklärung über Zufallsfunde als Bestanteil der Patientenaufklärung und Teilnahmeeinwilligung Minimierung psychischer Risiken: Kontinuierliche Aufsicht und Überwachung der Durchführung der Untersuchung; gegebenenfalls Untersuchung abbrechen Ausschluss vulnerabler Gruppen Weniger riskante Alternativen wählen Angebot einer psychosozialen Unterstützung der TN Nachbesprechung der UntersuchungProbandenversicherung wird in manchen Fällen empfohlen Persönliche Verantwortung: Der/die Untersuchungsleiter/in trägt für die geplanten und auch für die unplanmäßigen Vorkommnisse die Verantwortung, insbesondere die moralische. Der Untersuchungsleiter ist verpflichtet die Untersuchungspersonen auf mögliche Folgen und auf ihr Recht, die Untersuchungsteilnahme zu verweigern bzw. jederzeit abbrechen zu können, aufmerksam zu machen. Unversehrtheit: Vermeidung von Beeinträchtigungen (psychische wie physische) Unbeabsichtigte Beeinträchtigung(en): wenn aus Mangel an Sorgfalt, aus Unachtsamkeit, oder wegen überflüssiger Maßnahmen die Untersuchungsteilnehmer zu Schaden kommen. Sollen durch geeignete Intervention minimiert werden. Vermeidbare Beeinträchtigung(en): sollten durch eine sorgfältige Planung und schonende Durchführung der Untersuchung vermieden werden. Beabsichtigte Beeinträchtigung(en): Wenn diese gerechtfertigt sind (Güterabwägung), sollten diese die Untersuchungsteilnehmer so wenig wie möglich belasten bzw. müssen so gering wie möglich gehalten werden.