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Stabilitäts- und Wachstumsgesetz
- gilt seit 1967 in der Bundesrepublik Deutschland
- fasst im wesentlichen wirtschaftspolitische Ziele der sozialen Marktwirtschaft zusammen
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- Stabilitäts- und Wachstumsgesetz - gilt seit 1967 in der Bundesrepublik Deutschland- fasst im wesentlichen wirtschaftspolitische Ziele der sozialen Marktwirtschaft zusamme
- Hintergrund Stabilitätspakt- und Wachstumspakt - Hintergrund: „Überhitzung“ der Wirtschaft (1965/1966) ⤃ starke Preissteigerung ⤃ Forderung nach einer aktiven Wirtschaftspolitik
- Zielsetzung der Stabilitäts- und Wachstumspakt - Zielsetzung des Gesetzes: Stabilität der Preisniveaus, hoher Beschäftigungsstand, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum
- Magisches Viereck und Zielbeziehungen - magisches Viereck: gleichzeitiges Erreichen aller vier Zielsetzungen ⤃ „magisch“ da nahezu unmöglich - mögliche Zielbeziehungen: Neutralität (keine Einfluss), Harmonie (positiver Einfluss), Konflikt (negativer Einfluss) - Beispiel Zielneutralität: Förderung des Beschäftigungsstands hat in Zeiten der Rezession aufgrund Kapazitätsauslastung keinen Einfluss auf die Preisstabilität - Beispiel Zielharmonie (Komplementarität): außenwirtschaftliches Gleichgewicht hat positiven Einfluss auf Preisniveaustabilität - Beispiel Zielkonflikt (Inkomplementarität): hoher Beschäftigungsstand kann durch vermehrte Nachfrage bei begrenztem Angebot zu Preissteigerung führen
- Sechs und Achteck - mögliche Erweiterung zum magischen Sechs- Achteck: verteilungspolitische Maßnahmen, Schaffen einer lebenswerten Umwelt, humane Arbeitsbedingungen, internationale Gerechtigkeit
- Grundgesetz Wirtschaft - auch das Grundgesetz legitimiert staatliches Handeln - keine Nennung einer konkreten Wirtschaftsform im GG, aber Tendenzen erkennbar
- Die wichtigsten Grundrechte - die wichtigsten Grundrechte ⤃ deutliche Tendenzen zu offener Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb: ⋙ Schutz der Menschenwürde ⋙ Handlungsfreiheit (soweit man nicht die Rechte eines anderen verletzt ⋙ Gleichheit (alle vor Gesetz gleich) ⋙ Vereinigungsfreiheit (Vereine und Gesellschaften bilden) ⋙ Freizügigkeit ⋙ Berufsfreiheit ⋙ Privateigentum (und Erbrecht)
- Wichtige Zusatzforderung im GG sozialer Ausgleich - wichtige Zusatzforderung im GG: sozialer Ausgleich: ⋙ Vorschrift eines sozialen Rechtsstaats ⋙ Forderung nach Sozialstaatlichkeit ⋙ Sozialpflichtigkeit des Eigentums ⋙ Forderung gleichwertiger Lebensverhältnisse zwischen Bundesländern
- Beispiele für Eingriffe des Staates - Beispiele für Eingriffe des Staates ⋙ bezüglich des Marktprozesses: Eingriffe des Bundeskartellamts zur Sicherung des Wettbewerbs, regionale Wirtschaftsförderung ⋙ bezüglich des sozialen Ausgleichs: soziale Grundsicherung, progressives Steuersystem
- Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum Grundannahmen und Determinanten - Grundannahme: ökonomisches Wachstum verbessert Menschliche Lebensbedingungen (durchaus umstritten) - Determinanten des Wirtschaftswachstums: Anstieg von Quantität und Qualität der Produktionsfaktoren Arbeit, Boden, Kapital, Humankapital
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- Wichtigste Maßzahl:BIP wichtigste Maßzahl: BIP ⋙ Definition aller Markpreise der in einem bestimmten Zeitraum in einem Land für den Endverbrauch produzierten Waren und Dienstleistungen ⋙ BIP folgt de Inlandskonzept: Wert berechnet der im Land erwirtschaftet wurde auch wenn Ausländer
- Preisniveaustabilität Grundannahme Preisniveaustabilität: - Grundannahme: Störungen in Preis- und Geldfunktion führen zu massiven Störungen der wirtschaftlichen Prozesse
- Preisfunktion (Preisniveaustabilität) - Preisfunktion: ⋙ Signal-/Indikatorfunktion: Preise zeigen Knappheit an ⋙ Allokationsfunktion: Produktionsfaktoren werden auf Märkte mit höchstem Preis gelenkt ⋙ Selektions-/Ausschaltungsfunktion: Wegfall von Unternehmen und Kunden, die sich den Preisen nicht anpassen ⋙ Messfunktion: Vergleichbarkeit durch Preise
- Geldfunktion - Geldfunktionen: Zahlungsmittelfunktion, Wertaufbewahrungsfunktion, Rechenmittelfunktion
- Ziel Preisstabilität - Ziel: Verhinderung von Inflation (Preisanstieg) und Deflation (Preisverfall): Konstante Kaufkraft
- Inflation: Definition und Typen Inflation: - Definition: Preise steigen, Kaufkraft geht verloren - Inflationstypen: ⋙ geldmengeninduzierte Inflation: Erhöhung der Geldmenge bei gleichbleibendem Güterangebot ⋙ angebotsinduzierte Inflation: Preissteigerung der Unternehmen z.B. steigende Kosten (Kosendruckinflation) oder fehlender Wettbewerb (Gewinndruckinflation) ⤃ zusätzliche Erhöhung der Löhne ⤃ Lohn-Preis-Spirale ⋙ nachfrageinduzierte Inflation: Preis steigt, wegen steigender Nachfrage ⋙ importierte Inflation: Übertragung von Inflation aus dem Ausland z.B. durch steigende Rohstoffpreise beim Import ⋙ gefühlte Inflation: anders als gemessen z.B. Preis für häufig gekauftes Produkt steigt
- folgen der Inflation Folgen der Inflation: ⋙ Loser: Sparer, Bezieher fester Einkommen, Gläubiger, Importeure ⋙ Winner: Besitzer (z.B. Immobilien, Schuldner, Staat als größter Schuldner)
- Deflation Folgen und Definition Deflation: - Preise sinken, Kaufkraft nimmt zu ⋙ Folgen: Verschiebung Kaufentscheidungen (Hoffnung das Preise weiter sinken), sinkende Kapazitätsauslastung - Unternehmensinsolvenzen - Entlassungen
- Preisniveau Preisniveau: - Verbrauchsindex durch Warenkorb, unechte Preisveränderung: z.B. durch qualitative Verbesserungen
- Hoher Beschäftigungsstand Hoher Beschäftigungsstand - Grundannahme: hohe Beschäftigung und niedrige Arbeitslosigkeit sind positiv für Wirtschaft und Lebensbedingungen der Menschen
- Definition Arbeitslosigkeit - Definition Arbeitslosigkeit: ⋙ nach Bundesagentur: arbeitslos gemeldet, in DE lebend, zwischen 15-67, gar nicht oder max. 15 Stunden arbeitend, Bemühung um Arbeitsplatz (keine Studenten) ⋙ Personen die nicht erfasst werden: Teilnehmer arbeitspolitischer Maßnahmen („stille Reserve“), nicht arbeitslos gemeldete Person, arbeitsunfähige Personen, Aufstocker - nach statistischem Amt der EU: Personen zwischen 15-74 Jahren, die in der Berichtswoche weniger als eine Sunde gearbeitet haben, innerhalb der nächsten 2-Wochen eine Arbeit aufnehmen könnten und nach eigenen Angaben in den letzten vier Wochen auf Arbeitssuche waren
- Typen von Arbeitslosigkeit - typen von Arbeitslosigkeit: ⋙ fraktionelle: zwischen zwei Arbeitsstellen, kurz, konjunkturunabhängig ⋙ saisonale: jahreszeitabhängig, bis neun Monate ⋙ konjunkturelle: abhängig von Konjunkturschwankungen, Dauer entsprechend des Konjunkturzyklus ⋙ strukturelle: regionale (Abwanderung), sektorale (Strukturwandel), institutionelle (arbeitsrechtliche Regelungen), Mismatch-Arbeitslosigkeit (Nachfrage und Angebot passen nicht)
- Folgen von Arbeitslosigkeit - Folgen von Arbeitslosigkeit ⋙ individuell: psychische Belastung, finanzielle Belastung ⋙ volkswirtschaftlich: Mehrausgaben und Mindereinnahmen ⋙ politisch: Gefahr radikaler Entwicklungen
- Außenwirtschaftliches Gleichgewicht Außenwirtschaftliches Gleichgewicht - Grundannahme: dauerhaftes außenwirtschaftliches Ungleichgewicht hat negative Folgen für Überschussländer (z.B. importierte Inflation durch Überschuss an Devisen aus Exporten) und Defizitländer (z.B. Gefahr der Überschuldung im Ausland mit Krediten, die für die Importe benötigt werden)
- Definitionen Außenwirtschaftliches Gleichgewicht - Definitionen: ⋙ 1. Möglichkeit: langfristig ausgeglichene Leistungsbilanz eines Landes ( alle Ausgaben und Einnahmen inklusive Im- und Exporte) ⋙ 2. Möglichkeit: Außenbeitrag (Saldo der Ex- und Importe) gleicht den Saldo der laufenden Übertragungen (internationale Zahlungen ohne direkte Gegenleistung) langfristig aus ⋙ 3. Möglichkeit: ausgeglichener Außenbeitrag (Export = Import)
- Ursachen von außenwirtschaftlichem Ungleichgewicht - Ursachen von außenwirtschaftlichem Ungleichgewicht: ⋙ Überschussländer: Import billiger Rohstoffe > Veredelung zu Endprodukt > Export des Endprodukts > Wert der exportierten Waren höher als Wert der importierten Rohstoffe ⋙ Defizitländer: Wert der importierten Waren übersteigt Wert der exportierten Waren
- Debatte um Überschuss und Defizit (außenwirtschaftliches Gleichgewicht) - Debatte um Überschuss und Defizit: ⋙ Kritik Defizitländer: Gefahr der Zahlungsunfähigkeit durch Überschuldung, Gefahr hoher Arbeitslosigkeit wegen mangelnder eigener Produktion ⋙ Kritik Überschussländer: Gefährdung anderer Länder (dort entstehende Defizite) > Überschuss von mehr als 6% des BIP wird als stabilitätsgefährdend angesehen - absoluter Kostenvorteil: ein Land kann ein Produkt kostengünstiger produzieren als ein anderes - relativer Kostenvorteil: ausschlaggebend ist die Arbeitsproduktivität
- BIP als Wohlstandsindikator, Schwächen des BIP BIP als Wohlstandsindikator? - Wachstum = Wohlstand wir häufig hinterfragt - Schwächen des BIP: ⋙ Basiseffekt: unterschiedliche prozentuale Veränderungen je nach Ausgangswert ⋙ marktferne Leistungen: Vernachlässigung privater Haushalte (z.B. Pflege von Angehörigen) und Schwarzarbeit ⋙ Verteilung: Vernachlässigung der Wohlstandsverteilung ⋙ Reparaturleistungen: BIP enthält auch Reparaturleistungen ⋙ materielles Maß: Wiedergebe rein quantitativer Werte, keine Berücksichtigung qualitativer Unterschiede
- Forderung BIP als Wohlstandsindikator - Forderung: Ergänzung ökologischer, sozialer, und kultureller Sachverhalte
- Alternativen zum BIP - Alternativen zum BIP: ⋙ Human Development Index (HDI): umfasst Wohlstandsermittlung der UNO auf Grundlage des Bruttonationaleinkommens, des Grades der Alphabetisierung und der Lebenserwartung ⋙ Happy Planet Index: Maß für die ökologische Effizienz einer Gesellschaft bei der Erzeugung von Zufriedenheit auf Grundlage der Faktoren Lebenszufriedenheit, Lebenserwartung und ökologischer Fußabdruck beruht
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- Problem der ökosozialen Marktwirtschaft - Ausgangslage: Belastung des ökologischen Systems durch Wirtschaftswachstum
- Messung der öokoligischen Marktwirtschaft - Messung der ökologischen Marktwirtschaft: ⋙ ökologischer Fußabdruck: misst wie viele Ressourcen ein Mensch, ein Unternehmen oder ein Staat verbraucht ⋙ Earth Overshoot Day: Tag eines Jahres an dem die produzierte Biokapazität eines Jahres aufgebraucht ist > ab da wäre eine weitere Erde nötig
- grundlegende Strategie für ökologischen Marktwirtschaft & Problem - Problem: grundsätzlich kostenloser Zugriff auf sogenannte öffentliche Güter (z.B. Luft) - grundlegende Strategie: Markt für öffentliche Güter schaffen ⋙ individualpolitischer Ansatz: umfassende Information der Konsumenten von Seiten des Staates; es wir davon ausgegangen, das Wirtschaftssubjekte ihr Handeln an diese Informationen anpassen (z.B. Verpflichtung von Produktdeklarationen) ⋙ ordnungsrechtlicher Ansatz: Staat als administrative Instanz; Vergabe von Nutzungsrechten für die Ressourcen ⋙ marktwirtschaftlicher Ansatz: die Verknappung von Umweltgütern wird durch Preissignale angezeigt > es gibt verschiedene Berechnungsweisen
- Berechnungsweisen des marktwirtschaftlichen Ansatzes - Berechnungsweisen des marktwirtschaftlichen Ansatzes: ⋙ Preislösung: Zurechnung externer Effekte zum Verursacher > Maßnahmen sind Beispielsweise Steuererhöhungen oder Ausgleichszahlungen ⋙ Mengenlösung: Festlegung einer gesamt Schadstoffmenge der nicht überschritten werden darf; Vergabe und Handel von Verschmutzungsrechten > Anreiz zu Einsparungen > weniger benötigte Rechte, weniger Kosten
- beeinflussung des Wirtschaftswachstum auf makroökonomischer(gesamtwirtschaftlich) und mikroökonomischer ebene möglich - Beeinflussung des Wirtschaftswachstums auf makroökonomischer (gesamtwirtschaftlich) und auf mikroökonomischer (einzelner Wirtschaftssubjekte) Ebene möglich ⋙ Makroökonomie: aggregierte Größen als Grundlage, z.B. Berechnung der Inflation (Preisniveaustabilität) mithilfe eines Warenkorbs ⋙ Mikroökonomie: Verhalten einzelner Wirtschaftssubjekte als Grundlage, wobei diese typischerweise modellhaft vereinfacht werden (z.B. Homo oeconomicus)
- Konjunkturzyklus inder Realität - Ablauf ist nur ein Modell: in der Realität spielen viele Faktoren eine Rolle; z.B. psychologische Faktoren, Bevölkerungsentwicklung (Bevölkerungszuwachs > mehr Konsum > mehr Produktion > Zunahme des BIP), wirtschaftspolitische Maßnahmen (z.B. Konjunkturpaket)
- Theoretische Erklärungsansätze von Konjunkturschwankungen - bekannte Erklärungsansätze: ⋙ rein monetäre Theorie: als Ursache für Schwankungen werden Zinssenkungen bzw. Zinssteigerungen gesehen, die zu vermehrter Kreditaufnahme (mehr Investition/Konsum > BIP steigt) führen ⋙ Unterkonsumptionstheorie: für das Entstehen eines Abschwungs wird eine verminderte Gesamtnachfrage gesehen ⋙ Überinvestitiontheorie: durch z.B. Zinssenkungen wird die Produktion in so großem Maße ausgeweitet, dass dem keine Nachfrage mehr gegenübersteht; in der Folge entsteht ein Ungleichgewicht mit ungeplanter Lagerhaltung ⋙ Theorie von Joseph A. Schumpeter: als Ursache für langfristige Konjunkturschwankungen sieht er den technischen Fortschritt; durch Erfindungen erlangen Unternehmen zunächst große Marktanteile, die Konkurrenten reagieren darauf mit Preisanpassungen, Investitionen usw. bis wieder ein Gleichgeweicht herrscht
- Exogene und endogene Konjunkturtheorien und Realität - exogene Konjunkturtheorien: äußere Ursachen (z.B. Zuwanderung) ausschlaggebend für Schwankungen - endogene Konjunkturtheorien: Einflüsse innerhalb des Wirtschaftsprozesses ausschlaggebend für Schwankungen (z.B. Investitionsgüternachfrage) - Realität: Zusammenspiel zwischen mehreren Ursachen > auch exogene Faktoren wirken sich auf den Wirtschaftsprozess aus
- nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik John Maynard Keynes - einer von zwei Denkansätzen zur Steuerung von Wirtschaftsprozessen - Grundsatz: Stärkung der Wirtschaft erfolgt durch Stärkung der Nachfrage - angenommener Zusammenhang: wenig Geld der privaten Haushalte > wenig Konsumgüternachfrage > Drosselung der Produktion/ Verringerung der Investitionsgüternachfrage der Unternehmen/ Entlassungen > weitere Schwächung der Nachfrageseite - Angaben des Staates ⋙ aktives Eingreifen des Staates > antizyklische Haushaltspolitik: Erhöhung der Nachfrage des öffentlichen Sektors durch Aufnahme von Krediten in Krisenzeiten, niedrige Staatsausgaben und Rückzahlung in guten Zeiten ⋙ Entlastung der Haushalte (Steuersenkung, Anhebung von Transferzahlungen) - Kritik an der Nachfragepolitik ⋙ Rückzahlungen von Krediten hat selten funktioniert ⋙ eingeschränkte praktische Durchführbarkeit und schwierige Terminierung von Maßnahmen im Sinne der antizyklischen Haushaltspolitik ⋙ ungewollte prozyklische Auswirkungen durch timelags ⋙ eingeschränkte Handlungsfähigkeit des Staates durch hohe Staatsverschuldung > Schuldenbremse soll vor zu hoher Staatsverschuldung schützen, indem Neuverschuldung begrenzt wird (0,35% des BIP)
- Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik Milton Friedman - Grundsatz: Stärkung der Wirtschaft durch Stärkung des Angebots - angenommener Zusammenhang : die Marktkräfte tendieren langfristig zu einem Gleichgewicht; jedes Angebot schafft sich selbst seine Nachfrage - Angaben des Staates: ⋙ keine kurzfristigen Maßnahmen; lediglich Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen ⋙ Senkung der Staatsausgaben und entsprechende Geldpolitik (Monetarismus) zur Preisstabilisierung (Kontrolle der Geldmenge durch die EZB, um Inflation vorzubeugen) ⋙ Stärkung der Unternehmen: durch entsprechende Wettbewerbs und Ordnungspolitik (Bürokratieabbau, Abbau von Handelsbeschränkungen, steuerlichen Begünstigungen der Unternehmen, Förderung moderater Lohnabschlüsse und flexibler Arbeitszeitregelungen) - Kritik an Angebotspolitik ⋙ keine automatisch höhere Investitionsbereitschaft der Unternehmen durch Förderung der Angebotsseite; diese hängt stark von den Absatzerwartungen ab ⋙ Löhne sind nicht nur als Kostenfaktor zu sehen, sie fördern auch die Nachfrage ⋙ Gefährdung sozialer Strukturen durch starke Ausrichtung auf Senkung der Staatsausgaben ⋙ Vernachlässigung der Umwelt durch Konzentration auf den Bürokratieabbau
- Synthese Angebotst. und Nachfraget. Synthese beider Konzeptionen - auf den ersten Blick : Unvereinbarkeit der beiden Konzeptionen - in der Praxis durchaus Kombinationen möglich ⋙ Senkung der Einkommenssteuer, Investition in Bildung > Nachfrageorientierung ⋙ Innovationsprogramme für den Mittelstand, Bundesgarantien für Unternehmerkredite > Angebotsorientierung
- Zum teil Einigkeit von Angebotst. und nachfraget. - zum Teil Einigkeit über bestimmte Maßnahmen, aber unterschiedliche Begründungen: ⋙ Investitionen in das Bildungssystem aus Nachfragesicht: höhere Qualifikation > höheres Einkommen > mehr Konsum ⋙ Investitionen in das Bildungssystem aus Angebotssicht: höhere Qualifikation > mehr Innovation > Standortfaktor für Unternehmen
- bereiche der Wirtschaftspolitik Bereiche der Wirtschaftspolitik - Wirkung der Wirtschaftspolitik: Einflussnahme des Staates auf das „Wirtschaften“, also das Bereitstellen von Gütern unter Knappheit - Berücksichtigung von Entwicklungen im Ausland: aufgrund von weltweiten Verflechtungen (z.B. Im- und Export) wichtig - Unterteilung in Ordnung- und Prozesspolitik: ⋙ Ordnungspolitik: bezieht sich auf die Rahmenbedingungen (Wirtschaftsordnung eines Landes) ⋙ Prozesspolitik: nimmt direkten Einfluss auf Wirtschaftsprozesse und wird unterteilt in: 1.) Konjunkturpolitik 2.) Wachstumspolitik 3.) Strukturpolitik
- Maßnahmen der Ordnungspolitik Maßnahmen, Zielsetzung, Rolle des Staates anerkannte Maßnahmen und Institutionen aus ordnungspolitischer Sicht Maßnahmen der Ordnungspolitik - Maßnahmen: Gesetzte, Regeln und Institutionen, die Rahmen für eine Marktwirtschaft geben - Zielsetzung: freier Markt und sozialer Ausgleich (soziale Marktwirtschaft) - Rolle des Staates: Zurückhaltung; nur Eingreifen, wenn Marktversagen droht - anerkannte Maßnahmen und Institutionen aus ordnungspolitischer Sicht: ⋙ Wettbewerbsschutz: z.B. Befugnisse zur Wettbewerbsaufsicht durch die Kartellbehörden ⋙ Sozialpolitik nach dem Subsidiaritätsprinzip: der Staat soll nur eingreifen wenn Menschen sich nicht mehr selbst helfen können und gibt „Hilfe zur Selbsthilfe“ (z.B. Hartz 4) - Arbeitnehmerstärkung: Stärkung der Arbeitnehmerrechte durch die Freiheit, Tarifverhandlungen zu führen und Betriebsräte zu gründen - unabhängige Notenbank
- Maßnahmen der Prozesspolitik (Konjunkturpolitik) Konjunkturpolitik: - Ziel: Vermeidung von Konjunkturschwankungen - Anwendung fiskalpolitischer Instrumente ⋙ Erhöhung der Staatsnachfrage (mehr staatliche Investitionen) ⋙ Anreize für private Konsumnachfrage schaffen (Steuersenkungen) - Beispiele für geldpolitische Instrumente : ⋙ Veränderung der Geldmenge ⋙ Veränderung der Zinssätze
- Maßnahmen der Prozesspolitik (Wachstumspolitik) Wachstumspolitik: - Ziel: positive Beeinflussung des Pro-Kopf-BIP - Ausrichtung der Maßnahmen auf Faktoren, die positive Wachstumsbedingungen erzeugen - Beispiele: ⋙ Stabiles politisches System ⋙ flexibler Arbeitsmarkt ⋙ angemessener sozialer Ausgleich ⋙ solide Staatshaushalte
- Prozesspolitik (Strukturpolitik) Strukturpolitik: - umfasst regionale und sektorale Maßnahmen - Ziel der regionalen Strukturpolitik: Verringerung der Nachteile ländlicher Gebiete - Ziel der sektoralen Strukturpolitik: Strukturwandel soll sozial aufgefangen werden; Unterscheidung in nachsorgende und vorausschauende Strukturpolitik
- EWWU und EZB Europäische Wirtschaft und Währungsunion Europäische Wirtschaft- und Währungsunion - 1979: Beginn der währungspolitischen Zusammenarbeit in Form des europäischen Währungssystems (EWS) > Beschränkungen der Währungsschwankungen zwischen den Währungen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) - 1993: Vertag von Maastricht: Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) in drei Stufen: 1.) verstärkt Zusammenarbeit der Zentralbanken, Abbau von Kapitalbeschränkungen, Verbesserung der Konvergenz der Mitgliedstaaten 2.) weitere Verbesserung der Konvergenz, Schaffung des Europäischen Währungsinstituts, Vorbereitung auf dritte Stufe 3.) Festlegung der Umrechnungskurse, Einführung des Euro, Inkrafttreten des Stabilität- und Wachstumspaktes, Einrichtung des Wechselkursmechanismus 2, Durchführung einer einheitlichen Geldpolitik (Eurosystem)
- Geldpolitik der Zentralbanken oberstes ziel grundlegende aufgaben Geldpolitik der Zentralbanken - oberstes Ziel des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB): Preisstabilität (außerdem unterstützt es die allgemeine Wirtschaftspolitik der in der Union) - grundlegende Aufgaben des ESZB ⋙ Geldpolitik der EU festlegen und ausführen ⋙ offizielle Währungsreserven der Mitgliedstaaten halten und verwalten ⋙ reibungsloses Funktionieren des Zahlungssystems fördern
- Aufbau des ESZB Aufbau des ESZB: - Zusammensetzung ESZB: EZB und die nationalen Zentralbanken aller EU- Mitgliedstaaten - Zusammensetzung Eurosystem: EZB und die Zentralbanken der Euroländer