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Wirtschaftspolitik (Subject) / Stabilitäts- und Wachstumsgesetz > Allgemein (Lesson)

Stabilitäts- und Wachstumsgesetz - gilt seit 1967 in der Bundesrepublik Deutschland - fasst im wesentlichen wirtschaftspolitische Ziele der sozialen Marktwirtschaft zusammen

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  • Stabilitäts- und Wachstumsgesetz - gilt seit 1967 in der Bundesrepublik Deutschland- fasst im wesentlichen wirtschaftspolitische Ziele der sozialen Marktwirtschaft zusamme
  • Hintergrund Stabilitätspakt- und Wachstumspakt - Hintergrund: „Überhitzung“ der Wirtschaft (1965/1966) ⤃ starke Preissteigerung ⤃ Forderung nach einer aktiven Wirtschaftspolitik
  • Zielsetzung der Stabilitäts- und Wachstumspakt - Zielsetzung des Gesetzes: Stabilität der Preisniveaus, hoher Beschäftigungsstand, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum
  • Magisches Viereck und Zielbeziehungen - magisches Viereck: gleichzeitiges Erreichen aller vier Zielsetzungen  ⤃ „magisch“ da nahezu unmöglich  - mögliche Zielbeziehungen: Neutralität (keine Einfluss), Harmonie (positiver Einfluss), Konflikt (negativer Einfluss) - Beispiel Zielneutralität: Förderung des Beschäftigungsstands hat in Zeiten der Rezession aufgrund Kapazitätsauslastung keinen Einfluss auf die Preisstabilität  - Beispiel Zielharmonie (Komplementarität): außenwirtschaftliches Gleichgewicht hat positiven Einfluss auf Preisniveaustabilität  - Beispiel Zielkonflikt (Inkomplementarität): hoher Beschäftigungsstand kann durch vermehrte Nachfrage bei begrenztem Angebot zu Preissteigerung führen
  • Sechs und Achteck - mögliche Erweiterung zum magischen Sechs- Achteck: verteilungspolitische Maßnahmen, Schaffen einer lebenswerten Umwelt, humane Arbeitsbedingungen, internationale Gerechtigkeit
  • Grundgesetz Wirtschaft - auch das Grundgesetz legitimiert staatliches Handeln - keine Nennung einer konkreten Wirtschaftsform im GG, aber Tendenzen erkennbar
  • Die wichtigsten Grundrechte - die wichtigsten Grundrechte ⤃ deutliche Tendenzen zu offener Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb:  ⋙ Schutz der Menschenwürde ⋙ Handlungsfreiheit (soweit man nicht die Rechte eines    anderen verletzt ⋙ Gleichheit (alle vor Gesetz gleich) ⋙ Vereinigungsfreiheit (Vereine und Gesellschaften bilden) ⋙ Freizügigkeit ⋙ Berufsfreiheit  ⋙ Privateigentum (und Erbrecht)
  • Wichtige Zusatzforderung im GG sozialer Ausgleich - wichtige Zusatzforderung im GG: sozialer Ausgleich: ⋙ Vorschrift eines sozialen Rechtsstaats ⋙ Forderung nach Sozialstaatlichkeit  ⋙ Sozialpflichtigkeit des Eigentums ⋙ Forderung gleichwertiger Lebensverhältnisse zwischen      Bundesländern
  • Beispiele für Eingriffe des Staates - Beispiele für Eingriffe des Staates ⋙ bezüglich des Marktprozesses: Eingriffe des      Bundeskartellamts zur Sicherung des Wettbewerbs,      regionale Wirtschaftsförderung ⋙ bezüglich des sozialen Ausgleichs: soziale Grundsicherung,      progressives Steuersystem 
  • Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum Grundannahmen und Determinanten - Grundannahme: ökonomisches Wachstum verbessert Menschliche Lebensbedingungen (durchaus umstritten) - Determinanten des Wirtschaftswachstums: Anstieg von Quantität und Qualität der Produktionsfaktoren Arbeit, Boden, Kapital, Humankapital
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  • Wichtigste Maßzahl:BIP  wichtigste Maßzahl: BIP ⋙ Definition aller Markpreise der in einem bestimmten      Zeitraum in einem Land für den Endverbrauch produzierten          Waren und Dienstleistungen  ⋙ BIP folgt de Inlandskonzept: Wert berechnet der im Land      erwirtschaftet wurde auch wenn Ausländer
  • Preisniveaustabilität Grundannahme Preisniveaustabilität:  - Grundannahme: Störungen in Preis- und Geldfunktion führen zu massiven Störungen der wirtschaftlichen Prozesse
  • Preisfunktion (Preisniveaustabilität) - Preisfunktion:  ⋙ Signal-/Indikatorfunktion: Preise zeigen Knappheit an ⋙ Allokationsfunktion: Produktionsfaktoren werden auf Märkte      mit höchstem Preis gelenkt ⋙ Selektions-/Ausschaltungsfunktion: Wegfall von      Unternehmen und Kunden, die sich den Preisen nicht      anpassen ⋙ Messfunktion: Vergleichbarkeit durch Preise
  • Geldfunktion - Geldfunktionen: Zahlungsmittelfunktion, Wertaufbewahrungsfunktion, Rechenmittelfunktion
  • Ziel Preisstabilität - Ziel: Verhinderung von Inflation (Preisanstieg) und Deflation (Preisverfall): Konstante Kaufkraft
  • Inflation: Definition und Typen Inflation: - Definition: Preise steigen, Kaufkraft geht verloren - Inflationstypen:  ⋙ geldmengeninduzierte Inflation: Erhöhung der Geldmenge      bei gleichbleibendem Güterangebot ⋙ angebotsinduzierte Inflation: Preissteigerung der      Unternehmen z.B. steigende Kosten (Kosendruckinflation)      oder fehlender Wettbewerb (Gewinndruckinflation) ⤃       zusätzliche Erhöhung der Löhne ⤃ Lohn-Preis-Spirale  ⋙ nachfrageinduzierte Inflation: Preis steigt, wegen steigender      Nachfrage ⋙ importierte Inflation: Übertragung von Inflation aus dem      Ausland z.B. durch steigende Rohstoffpreise beim Import ⋙ gefühlte Inflation: anders als gemessen z.B. Preis für häufig      gekauftes Produkt steigt
  • folgen der Inflation Folgen der Inflation: ⋙ Loser: Sparer, Bezieher fester Einkommen, Gläubiger,      Importeure ⋙ Winner: Besitzer (z.B. Immobilien, Schuldner, Staat als      größter Schuldner)
  • Deflation Folgen und Definition Deflation: - Preise sinken, Kaufkraft nimmt zu ⋙ Folgen: Verschiebung Kaufentscheidungen (Hoffnung das      Preise weiter sinken), sinkende Kapazitätsauslastung -      Unternehmensinsolvenzen - Entlassungen
  • Preisniveau Preisniveau: - Verbrauchsindex durch Warenkorb, unechte Preisveränderung: z.B. durch qualitative Verbesserungen
  • Hoher Beschäftigungsstand Hoher Beschäftigungsstand - Grundannahme: hohe Beschäftigung und niedrige Arbeitslosigkeit sind positiv für Wirtschaft und Lebensbedingungen der Menschen
  • Definition Arbeitslosigkeit - Definition Arbeitslosigkeit:  ⋙ nach Bundesagentur: arbeitslos gemeldet, in DE lebend,      zwischen 15-67, gar nicht oder max. 15 Stunden arbeitend,      Bemühung um Arbeitsplatz (keine Studenten) ⋙ Personen die nicht erfasst werden: Teilnehmer      arbeitspolitischer Maßnahmen („stille Reserve“), nicht      arbeitslos gemeldete Person, arbeitsunfähige Personen,      Aufstocker    - nach statistischem Amt der EU: Personen zwischen 15-74 Jahren, die in der Berichtswoche weniger als eine Sunde gearbeitet haben, innerhalb der nächsten 2-Wochen eine Arbeit aufnehmen könnten und nach eigenen Angaben in den letzten vier Wochen auf Arbeitssuche waren 
  • Typen von Arbeitslosigkeit - typen von Arbeitslosigkeit: ⋙ fraktionelle: zwischen zwei Arbeitsstellen, kurz,      konjunkturunabhängig  ⋙ saisonale: jahreszeitabhängig, bis neun Monate ⋙ konjunkturelle: abhängig von Konjunkturschwankungen,      Dauer entsprechend des Konjunkturzyklus ⋙ strukturelle: regionale (Abwanderung), sektorale      (Strukturwandel), institutionelle (arbeitsrechtliche       Regelungen), Mismatch-Arbeitslosigkeit (Nachfrage und       Angebot passen nicht)
  • Folgen von Arbeitslosigkeit - Folgen von Arbeitslosigkeit ⋙ individuell: psychische Belastung, finanzielle Belastung ⋙ volkswirtschaftlich: Mehrausgaben und Mindereinnahmen ⋙ politisch: Gefahr radikaler Entwicklungen
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht Außenwirtschaftliches Gleichgewicht - Grundannahme: dauerhaftes außenwirtschaftliches Ungleichgewicht hat negative Folgen für Überschussländer (z.B. importierte Inflation durch Überschuss an Devisen aus Exporten) und Defizitländer (z.B. Gefahr der Überschuldung im Ausland mit Krediten, die für die Importe benötigt werden)
  • Definitionen Außenwirtschaftliches Gleichgewicht - Definitionen:  ⋙ 1. Möglichkeit: langfristig ausgeglichene Leistungsbilanz       eines Landes ( alle Ausgaben und Einnahmen inklusive Im-       und Exporte) ⋙ 2. Möglichkeit: Außenbeitrag (Saldo der Ex- und Importe)      gleicht den Saldo der laufenden Übertragungen      (internationale Zahlungen ohne direkte Gegenleistung)       langfristig aus ⋙ 3. Möglichkeit: ausgeglichener Außenbeitrag (Export =      Import) 
  • Ursachen von außenwirtschaftlichem Ungleichgewicht - Ursachen von außenwirtschaftlichem Ungleichgewicht: ⋙ Überschussländer: Import billiger Rohstoffe > Veredelung zu      Endprodukt > Export des Endprodukts > Wert der      exportierten Waren höher als Wert der importierten      Rohstoffe  ⋙ Defizitländer: Wert der importierten Waren übersteigt Wert      der exportierten Waren
  • Debatte um Überschuss und Defizit (außenwirtschaftliches Gleichgewicht) - Debatte um Überschuss und Defizit: ⋙ Kritik Defizitländer: Gefahr der Zahlungsunfähigkeit durch      Überschuldung, Gefahr hoher Arbeitslosigkeit wegen      mangelnder eigener Produktion ⋙ Kritik Überschussländer: Gefährdung anderer Länder (dort      entstehende Defizite) > Überschuss von mehr als 6% des      BIP wird als stabilitätsgefährdend angesehen - absoluter Kostenvorteil: ein Land kann ein Produkt kostengünstiger produzieren als ein anderes - relativer Kostenvorteil: ausschlaggebend ist die Arbeitsproduktivität 
  • BIP als Wohlstandsindikator, Schwächen des BIP BIP als Wohlstandsindikator? - Wachstum = Wohlstand wir häufig hinterfragt - Schwächen des BIP: ⋙ Basiseffekt: unterschiedliche prozentuale Veränderungen je      nach Ausgangswert ⋙ marktferne Leistungen: Vernachlässigung privater      Haushalte (z.B. Pflege von Angehörigen) und Schwarzarbeit ⋙ Verteilung: Vernachlässigung der Wohlstandsverteilung ⋙ Reparaturleistungen: BIP enthält auch Reparaturleistungen ⋙ materielles Maß: Wiedergebe rein quantitativer Werte, keine      Berücksichtigung qualitativer Unterschiede
  • Forderung BIP als Wohlstandsindikator - Forderung: Ergänzung ökologischer, sozialer, und kultureller Sachverhalte
  • Alternativen zum BIP - Alternativen zum BIP: ⋙ Human Development Index (HDI): umfasst      Wohlstandsermittlung der UNO auf Grundlage des      Bruttonationaleinkommens, des Grades der      Alphabetisierung und der Lebenserwartung  ⋙ Happy Planet Index: Maß für die ökologische Effizienz einer      Gesellschaft bei der Erzeugung von Zufriedenheit auf      Grundlage der Faktoren Lebenszufriedenheit,      Lebenserwartung und ökologischer Fußabdruck beruht  
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  • Problem der ökosozialen Marktwirtschaft - Ausgangslage: Belastung des ökologischen Systems durch Wirtschaftswachstum 
  • Messung der öokoligischen Marktwirtschaft - Messung der ökologischen Marktwirtschaft: ⋙ ökologischer Fußabdruck: misst wie viele Ressourcen ein      Mensch, ein Unternehmen oder ein Staat verbraucht  ⋙ Earth Overshoot Day: Tag eines Jahres an dem die      produzierte Biokapazität eines Jahres aufgebraucht ist      > ab da wäre eine weitere Erde nötig
  • grundlegende Strategie für ökologischen Marktwirtschaft & Problem - Problem: grundsätzlich kostenloser Zugriff auf sogenannte öffentliche Güter (z.B. Luft) - grundlegende Strategie: Markt für öffentliche Güter schaffen ⋙ individualpolitischer Ansatz: umfassende Information der      Konsumenten von Seiten des Staates; es wir davon      ausgegangen, das Wirtschaftssubjekte ihr Handeln an diese      Informationen anpassen (z.B. Verpflichtung von      Produktdeklarationen) ⋙ ordnungsrechtlicher Ansatz: Staat als administrative      Instanz; Vergabe von Nutzungsrechten für die Ressourcen ⋙ marktwirtschaftlicher Ansatz: die Verknappung von      Umweltgütern wird durch Preissignale angezeigt > es gibt      verschiedene Berechnungsweisen
  • Berechnungsweisen des marktwirtschaftlichen Ansatzes - Berechnungsweisen des marktwirtschaftlichen Ansatzes: ⋙ Preislösung: Zurechnung externer Effekte zum Verursacher      > Maßnahmen sind Beispielsweise Steuererhöhungen oder      Ausgleichszahlungen ⋙ Mengenlösung: Festlegung einer gesamt Schadstoffmenge      der nicht überschritten werden darf; Vergabe und Handel        von Verschmutzungsrechten > Anreiz zu Einsparungen >      weniger benötigte Rechte, weniger Kosten
  • beeinflussung des Wirtschaftswachstum auf makroökonomischer(gesamtwirtschaftlich) und mikroökonomischer ebene möglich - Beeinflussung des Wirtschaftswachstums auf makroökonomischer (gesamtwirtschaftlich) und auf mikroökonomischer (einzelner Wirtschaftssubjekte) Ebene möglich ⋙ Makroökonomie: aggregierte Größen als Grundlage, z.B.      Berechnung der Inflation (Preisniveaustabilität) mithilfe      eines Warenkorbs ⋙ Mikroökonomie: Verhalten einzelner Wirtschaftssubjekte als      Grundlage, wobei diese typischerweise modellhaft      vereinfacht werden (z.B. Homo oeconomicus) 
  • Konjunkturzyklus inder Realität - Ablauf ist nur ein Modell: in der Realität spielen viele Faktoren eine Rolle; z.B. psychologische Faktoren, Bevölkerungsentwicklung (Bevölkerungszuwachs > mehr Konsum > mehr Produktion > Zunahme des BIP), wirtschaftspolitische Maßnahmen (z.B. Konjunkturpaket)
  • Theoretische Erklärungsansätze von Konjunkturschwankungen - bekannte Erklärungsansätze:  ⋙ rein monetäre Theorie: als Ursache für Schwankungen      werden Zinssenkungen bzw. Zinssteigerungen gesehen, die      zu vermehrter Kreditaufnahme (mehr Investition/Konsum >      BIP steigt) führen ⋙ Unterkonsumptionstheorie: für das Entstehen eines      Abschwungs wird eine verminderte Gesamtnachfrage      gesehen  ⋙ Überinvestitiontheorie: durch z.B. Zinssenkungen wird die      Produktion in so großem Maße ausgeweitet, dass dem      keine Nachfrage mehr gegenübersteht; in der Folge entsteht      ein Ungleichgewicht mit ungeplanter Lagerhaltung  ⋙ Theorie von Joseph A. Schumpeter: als Ursache für      langfristige Konjunkturschwankungen sieht er den      technischen Fortschritt; durch Erfindungen erlangen      Unternehmen zunächst große Marktanteile, die      Konkurrenten reagieren darauf mit Preisanpassungen,      Investitionen usw. bis wieder ein Gleichgeweicht herrscht 
  • Exogene und endogene Konjunkturtheorien und Realität - exogene Konjunkturtheorien: äußere Ursachen (z.B. Zuwanderung) ausschlaggebend für Schwankungen - endogene Konjunkturtheorien: Einflüsse innerhalb des Wirtschaftsprozesses ausschlaggebend für Schwankungen (z.B. Investitionsgüternachfrage) - Realität: Zusammenspiel zwischen mehreren Ursachen > auch exogene Faktoren wirken sich auf den Wirtschaftsprozess aus
  • nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik John Maynard Keynes  - einer von zwei Denkansätzen zur Steuerung von Wirtschaftsprozessen  - Grundsatz: Stärkung der Wirtschaft erfolgt durch Stärkung der Nachfrage  - angenommener Zusammenhang: wenig Geld der privaten Haushalte > wenig Konsumgüternachfrage > Drosselung der Produktion/ Verringerung der Investitionsgüternachfrage der Unternehmen/ Entlassungen > weitere Schwächung der Nachfrageseite - Angaben des Staates ⋙ aktives Eingreifen des Staates > antizyklische      Haushaltspolitik: Erhöhung der Nachfrage des öffentlichen      Sektors durch  Aufnahme von Krediten in Krisenzeiten,      niedrige Staatsausgaben und Rückzahlung in guten Zeiten ⋙ Entlastung der Haushalte (Steuersenkung, Anhebung von      Transferzahlungen) - Kritik an der Nachfragepolitik ⋙ Rückzahlungen von Krediten hat selten funktioniert ⋙ eingeschränkte praktische Durchführbarkeit und schwierige      Terminierung von Maßnahmen im Sinne der antizyklischen      Haushaltspolitik ⋙ ungewollte prozyklische Auswirkungen durch timelags ⋙ eingeschränkte Handlungsfähigkeit des Staates durch hohe      Staatsverschuldung > Schuldenbremse soll vor zu hoher      Staatsverschuldung schützen, indem Neuverschuldung      begrenzt wird (0,35% des BIP)
  • Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik Milton Friedman - Grundsatz: Stärkung der Wirtschaft durch Stärkung des Angebots - angenommener Zusammenhang : die Marktkräfte tendieren langfristig zu einem Gleichgewicht; jedes Angebot schafft sich selbst seine Nachfrage - Angaben des Staates:  ⋙ keine kurzfristigen Maßnahmen; lediglich Schaffung der      notwendigen Rahmenbedingungen  ⋙ Senkung der Staatsausgaben und entsprechende      Geldpolitik (Monetarismus) zur Preisstabilisierung (Kontrolle      der Geldmenge durch die EZB, um Inflation vorzubeugen) ⋙ Stärkung der Unternehmen: durch entsprechende      Wettbewerbs und Ordnungspolitik (Bürokratieabbau, Abbau      von Handelsbeschränkungen, steuerlichen Begünstigungen      der Unternehmen, Förderung moderater Lohnabschlüsse      und flexibler Arbeitszeitregelungen) - Kritik an Angebotspolitik ⋙ keine automatisch höhere Investitionsbereitschaft der      Unternehmen durch Förderung der Angebotsseite; diese      hängt stark von den Absatzerwartungen ab ⋙ Löhne sind nicht nur als Kostenfaktor zu sehen, sie fördern      auch die Nachfrage ⋙ Gefährdung sozialer Strukturen durch starke Ausrichtung      auf Senkung der Staatsausgaben ⋙ Vernachlässigung der Umwelt durch Konzentration auf den      Bürokratieabbau
  • Synthese Angebotst. und Nachfraget. Synthese beider Konzeptionen    - auf den ersten Blick : Unvereinbarkeit der beiden Konzeptionen - in der Praxis durchaus Kombinationen möglich ⋙ Senkung der Einkommenssteuer, Investition in Bildung >      Nachfrageorientierung   ⋙ Innovationsprogramme für den Mittelstand,      Bundesgarantien für Unternehmerkredite >      Angebotsorientierung
  • Zum teil Einigkeit von Angebotst. und nachfraget. - zum Teil Einigkeit über bestimmte Maßnahmen, aber unterschiedliche Begründungen: ⋙ Investitionen in das Bildungssystem aus Nachfragesicht:      höhere Qualifikation > höheres Einkommen > mehr Konsum   ⋙ Investitionen in das Bildungssystem aus Angebotssicht:      höhere Qualifikation > mehr Innovation > Standortfaktor für      Unternehmen
  • bereiche der Wirtschaftspolitik Bereiche der Wirtschaftspolitik  - Wirkung der Wirtschaftspolitik: Einflussnahme des Staates auf das „Wirtschaften“, also das Bereitstellen von Gütern unter Knappheit - Berücksichtigung von Entwicklungen im Ausland: aufgrund von weltweiten Verflechtungen (z.B. Im- und Export) wichtig - Unterteilung in Ordnung- und Prozesspolitik: ⋙ Ordnungspolitik: bezieht sich auf die Rahmenbedingungen      (Wirtschaftsordnung eines Landes) ⋙ Prozesspolitik: nimmt direkten Einfluss auf      Wirtschaftsprozesse und wird unterteilt in: 1.) Konjunkturpolitik 2.) Wachstumspolitik 3.) Strukturpolitik
  • Maßnahmen der Ordnungspolitik Maßnahmen, Zielsetzung, Rolle des Staates anerkannte Maßnahmen und Institutionen aus ordnungspolitischer Sicht Maßnahmen der Ordnungspolitik - Maßnahmen: Gesetzte, Regeln und Institutionen, die Rahmen für eine Marktwirtschaft geben  - Zielsetzung: freier Markt und sozialer Ausgleich (soziale Marktwirtschaft) - Rolle des Staates: Zurückhaltung; nur Eingreifen, wenn Marktversagen droht - anerkannte Maßnahmen und Institutionen aus ordnungspolitischer Sicht: ⋙ Wettbewerbsschutz: z.B. Befugnisse zur      Wettbewerbsaufsicht durch die Kartellbehörden    ⋙ Sozialpolitik nach dem Subsidiaritätsprinzip: der Staat soll      nur eingreifen wenn Menschen sich nicht mehr selbst helfen             können und gibt „Hilfe zur Selbsthilfe“ (z.B. Hartz 4) - Arbeitnehmerstärkung: Stärkung der Arbeitnehmerrechte durch die Freiheit, Tarifverhandlungen zu führen und Betriebsräte zu gründen - unabhängige Notenbank
  • Maßnahmen der Prozesspolitik (Konjunkturpolitik) Konjunkturpolitik:  - Ziel: Vermeidung von Konjunkturschwankungen - Anwendung fiskalpolitischer Instrumente ⋙ Erhöhung der Staatsnachfrage (mehr staatliche      Investitionen) ⋙ Anreize für private Konsumnachfrage schaffen      (Steuersenkungen) - Beispiele für geldpolitische Instrumente : ⋙ Veränderung der Geldmenge ⋙ Veränderung der Zinssätze
  • Maßnahmen der Prozesspolitik (Wachstumspolitik) Wachstumspolitik: - Ziel: positive Beeinflussung des Pro-Kopf-BIP - Ausrichtung der Maßnahmen auf Faktoren, die positive Wachstumsbedingungen erzeugen - Beispiele: ⋙ Stabiles politisches System ⋙ flexibler Arbeitsmarkt ⋙ angemessener sozialer Ausgleich ⋙ solide Staatshaushalte
  • Prozesspolitik (Strukturpolitik) Strukturpolitik: - umfasst regionale und sektorale Maßnahmen - Ziel der regionalen Strukturpolitik: Verringerung der Nachteile ländlicher Gebiete - Ziel der sektoralen Strukturpolitik: Strukturwandel soll sozial aufgefangen werden; Unterscheidung in nachsorgende und vorausschauende Strukturpolitik
  • EWWU und EZB Europäische Wirtschaft und Währungsunion Europäische Wirtschaft- und Währungsunion  - 1979: Beginn der währungspolitischen Zusammenarbeit in Form des europäischen Währungssystems (EWS) > Beschränkungen der Währungsschwankungen zwischen den Währungen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) - 1993: Vertag von Maastricht: Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) in drei Stufen: 1.) verstärkt Zusammenarbeit der Zentralbanken, Abbau von Kapitalbeschränkungen, Verbesserung der Konvergenz der Mitgliedstaaten 2.) weitere Verbesserung der Konvergenz, Schaffung des      Europäischen Währungsinstituts, Vorbereitung auf dritte      Stufe 3.) Festlegung der Umrechnungskurse, Einführung des Euro,      Inkrafttreten des Stabilität- und Wachstumspaktes,      Einrichtung des Wechselkursmechanismus 2, Durchführung             einer einheitlichen Geldpolitik (Eurosystem)
  • Geldpolitik der Zentralbanken oberstes ziel grundlegende aufgaben Geldpolitik der Zentralbanken - oberstes Ziel des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB): Preisstabilität (außerdem unterstützt es die allgemeine Wirtschaftspolitik der in der Union) - grundlegende Aufgaben des ESZB ⋙ Geldpolitik der EU festlegen und ausführen ⋙ offizielle Währungsreserven der Mitgliedstaaten halten und      verwalten ⋙ reibungsloses Funktionieren des Zahlungssystems fördern
  • Aufbau des ESZB Aufbau des ESZB: - Zusammensetzung ESZB: EZB und die nationalen Zentralbanken aller EU- Mitgliedstaaten  - Zusammensetzung Eurosystem: EZB und die Zentralbanken der Euroländer