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Testaufbau und Analyse (Subject) / Qualitätsstandards (Lesson)

Objektivität, Nebengütekriterien

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  • Objektivität Definition = Ausmass, in dem die Ergebnisse eines Tests unabhängig von anderen untersuchten Personen sind.  Stellt Vergleichbarkeit des Tests sicher.  Ist gegeben wenn: - jede Testleistung mit jemanden einen Test durchführt und die jede Testauswertung gleich auswertet und interpretiert.
  • Durchführungsobjektivität Anforderung: Testergebnis hängt NICHT davon ab, wer den Test mit der Testperson durchführt. Erfordert: Standardisierung der Durchführungsbedingungen -> Elimination und Kontrolle der Störvariablen Exakte Vorgaben im Testmanual:  - Testmaterial (Unterlagen, Hilfsmittel)- Testbedingungen (z.B. Zeitbegrenzung)- Instruktionen - Reaktion bei Rückfragen Versuchsleiter-Effekt verhindern!
  • Auswertungsobjektivität Anforderung: Testergebnis hängt nicht davon ab, WER die Angaben der Testperson auswertet.  Erfordert: Standardisierung der Auswertungsmodalitäten Gleiches Testverhalten muss stets zum gleichen Ergebnis führen!  Eindeutige Auswertungsvorschriften: - Klassifikation von Lösung/Antwortoptionen- Auswertungsregeln bei offenen Fragen- Umgang mit Auslassungen, korrekturen, uneindeutige Antworten- Auswertungsschablone & Auswertungsblätter
  • Interpretationsobjektivität Anforderung: Schlussfolgerung über Merkmalsausprägung ist InterpretationspersonenUNabhängig Erfordert: Standardisierung des Interpretationsrahmens Beurteilung aller Personen mit demselben Massstab  Eindeutige Angaben zum Merkmal: - klare Merkmalsbenennung- ausführliche Normtabellen- detaillierte Information zur Eichstichprobe
  • Skalierung (Nebengütekriterium) Anforderung: Merkmalsunterschiede zwischen Personen werden in den Abständen der Testwerte korrekt abgebildet.  Korrekte Wiedergabe des empirischen Relativs im numerischen Relativ! Erfordert: Angemessene Verrechnungsregeln, adäquates Skalenniveau der Testwerte                - Ordinalskaliert für Rangreihen       - Intervallskaliert für quantitative Aussagen
  • Normierung (Nebengütekriterium) Anforderung: Mithilfe eines Bezugssystems können Testwerte einer Person eindeutig im Vergleich interpretiert werden. erfordert: detaillierte Normtabellen (Prozentränge, Abweichungsnormen, Standardnormen) Qualitätsaspekte: - Repräsentativität der Eichstichprobe- Differenziertheit der Normen- Aktualität der Normdaten- Dokumentation
  • Zumutbarkeit (Nebengütekriterium) Anforderungen: geringe zeitliche, psychosche & physische Belastung für Testperson (absolut und relativ zum Testnutzen)  erfordert: Sorgfältige Abwägung von Testnutzen und Beanspruchung der Testperson. Schwierige Bewertung von "Nutzen"!  Einfluss von: - gesellschaftliche Normen- Untersuchungsumstände- individuellen Charakter
  • Nützlichkeit Anforderungen: praktische Relevanz des gemessenen Merkmals. Nutzen der abgeleiteten Entscheidungen & Massnahmen Erfordert: objektive Bedarfs, -Nutzen- & Merkmalsanalyse Vermeidung von Redundanz zu bereits verfügbaren Tests.
  • Unverfälschbarkeit Anforderung: Testperson haben keine Möglichkeit die Testwerte zu verzerren/verfälschen/steuern Erfordert: angemessene Item-Schwierigkeit Verfälschungsarten:  - Faking: absichtliche Täuschung- Selbstdarstellung: Impression Management- Selbsttäuschung: Self-deception -> Selbstwertdienliche Verklärung der Realität
  • Fairness Anforderung: keine systematische Benachteiligung von Personen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu ethnischen, soziokulturellen oder geschlechterspezifische Gruppen.  --> alle Personen würden dasselbe Ergebnis erzielen, wenn sie dieselebe Ausprägung haben.  Erfordert: Elimination von Itembias (differenzielle Itemschwierigkeit für bestimmte Personengruppen) 
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  • Testökonomie Anfroderung: geringe Beanspruchung finanzieller & zeitlicher Ressourcen. Es soll in Relation stehen. Ist ähnlich wie die Zumutbarkeit für Probanden, hier ist es für die Durchführenden.  Erfodert: kurze Durchführungszeit, geringen Matieralverbrauch, Möglichkeit zur Gruppendurchführung, schnelle Auswertungen. 
  • Teststandards (Leitlinien) Sind Leitlinien, in denen man festgelegt hat, wie man Tests entwickelt, anwendet, rezensiert und interpretiert.  - Sind Zielsetzungen über Entwicklung, Adaptation, Anwendung und Qualitätsbeurteilungen.  Dafür gibt es Teststandards-Kompendien. Da alle Durchführungen Normen brauchen, brauchen wir diese Kompendien.  Inhalte des "Standards for educational Testing" - Validität/Reliabilität/ Objektivität- Norms- Interpretation Inhalte DIN 33430 - Anforderung an Verfahren- Interpretation & Urteilsbildung
  • DIN 33430 Ist eine Dienstleistungsnorm für "Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik".  Ist eine konkrete Handlungsanweisung. Zielgruppen: - Auftraggebende (als Massstab zur Qualitätsbewertung)- Auftragnehmende (Durchführungsleitfaden)- Mitwirkende (Qualifikationskatalog. Was muss er/sie können?) 
  • Qualitätsbeurteilung mit TBS-TK (Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums) Problem: schwierige Vergleichbarkeit von Testverfahren durch fehlendes verbindliches Kriteriumsystem.  Lösung: "Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums (TBS-TK) 
  • TBS-TK Vorgehen 1. Man beauftragt 2 fachkundige Rezensierende (meistens Uni Professoren)  2. Der Test wird auf Prüffähigkeit gestestet (DIN 33430)  3. Es wird nach formalen Inhalten & Merkmalen kategorisiert 4. Testverfahren wird gemäss vorgegebenen Besprechungs-& Beurteilungskriterien bewertet. 
  • TBS-TK Rezensionsinhalte 1. Allg. Information 2. theoretische Grundlagen 3. Objektivität 4. Normierung 5. Reliabilität 6. Validität 7. Nebengütekriterien 8. Abschlussbewertung Es gibt am Ende eine klare Bewertung "gut oder schlecht".
  • Alternative zu TBS-TK: SDBB/CSFO - Rezensionen Ist ähnlich wie TBS-Tk. Kommen aber eher aus dem Bereich "Berufsberatung".  --> Testbeurteilung von Fachgruppe der SDBB statt Uni Professoren.  Inhalte:  - Beschreibung (Fragestellungen/Anwendungsbereich/Gütekriterien) - Einschätzung der Fachgruppe Diagnostik (Anwendungsqualitäten, Kritik/Grenzen, Gesamtbewertung für Berufsberatung)