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Entwicklungspsychologie 1 (Subject) / 1. Grundlagen (Lesson)

Entwicklung = Veränderung über die Zeit

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  • 1. Forschungsansatz: Trennung von Verhaltensvarianz in Teile, die durch Gene oder Umwelt vorhergesagt werden. Wie isoliert man Gen- oder Umwelteinfluss? Deprivationsstudien- Reduktion der Umwelteinfluesse (vor allem Tierstudien),- Was ist angeboren / umweltunabhaengig? Zwillingsstudien- Varianz des Geneinflusses durch Vergleich ein- / zweieiiger Zwillinge,- Was ist aehnlicher bei eineiigen Zwillingen? Adoptionsstudien-Trennung von Geneinfluss (biologische Eltern) und Umwelteinfluss (Adoptiveltern / Kinder von Adoptiveltern etc.)-Wem sind die Kinder aehnlich?
  • 2. Methodik Zwillingsstudie - Zwillingsstichproben sind wenig repraesentativ, grössere Naehe von Zwillingspaaren beim Aufwachsen (durch zB gleiches Alter) -> schraenkt Uebertragbarkeit der Ergebnisse ein - Zwillingsstudien ueberschaetzen den Erblichkeitsanteil, weil zBUmwelteinfluesse haeufig aehnlicher sind bei eineiigen als bei zweieiigen Zwillingen -Bsp: Zwillingspaare (ein- / zweieiiger Zwillinge) werden verglichen. Je ähnlicher interindividuelle Varianz, desto hoeher Korrelation Annmerkung: Die Umwelt von Eineiigen Zwillingen = ähnlicher, bzw Eineiigen Zwillinge sind sich ähnlcher, u.a weil sie sich von Geburtr an näher sind, sich eher aneinander orientieren
  • 3. Methodik Adoptionsstudien - Adoptivkinder sind wenig repraesentativ, Situation der biologischen Mutter ist wenig repraesentativ -> schraenkt Uebertragbarkeit der Ergebnisse ein - Adoptivstudien ueberschaetzen den Erblichkeitsanteil weil 0% Umwelteinfluss durch biologische Mutter / Eltern haeufig nicht gegeben ist und soziales Umfeld von biologischen und Adoptiveltern nicht nullkorreliert ist.
  • 4.Erblichkeit (basierend auf Zwillings / Adoptionstudien)? Zwillingstudien: Generell hoehere Korrelation fuer MZ als DZ Zwillinge -> deutet auf hoheErblichkeit hin Adoptionsstudien (Vergleich genetisch unabhaengiger Geschwister in gleicher Umgebung): grosse Bandbreite an Korrelationen –> unklare Aussage zu Erblichkeit -> Probleme mit Adoptionsstudien weil Stichproben sehr heterogen sind bezueglich der Korrelation von biologischem und Adoptivumfeld-> Probleme mit Zwillingsstudien weil Umfeld wahrscheinlich aehnlicher fuer MZ als fuer DZ Paare ist und die Erblichkeit so ueberschaetzt
  • 5. Grundsätzliche Probleme mit der Suche nach dem ‘Erblichkeitsindex  - Varianzaufklaerung bedeutet Anteil an Variation ueber Individuen. Eine Varianzaufklärung von z.B. 100% durch Gene bedeutet nicht, dass die Umwelt keinen Einfluss hat. Es bedeutet nur, dass die Umwelt keine Erklaerung der Variation ueber Individuen bietet, aber ein konstanter Einfluss ist dennoch möglich (zB Ernaehrung beeinflusst Koerpergroesse, aber die meisten sind heutzutage ausreichend ernaehrt). - Keine Rueckschlüsse auf den individuellen Fall moeglich (wegen Maß basierend auf Anteil an Variation ueber Individuen) - Wenn die Umwelten (e.g. von Adoptiveltern und biologischen Eltern) wenig unterschiedlich sind, kann die Umweltvariable nur einen Teil der moeglichen Umweltvarianz aufklaeren. - Da Umwelt und Gene interagieren, ist die Annahme einer klaren Varianztrennung (e.g. A+C+E) zu vereinfachend. Komplizierte Interaktionsbeziehungen zwischen Anlage und Umwelt muessen angenommen werden.
  • 6. Bekannte Wechselwirkungen zwischen Genen und Umwelt - Aktive Anlagewirkung auf Umwelt (Auswahl bevorzugter Umwelt, zB Berufswahl) - Passive Anlagewirkung auf Umwelt (Genueberlappungen mit Eltern bringen ‘passendes’ Umfeld fuer Kinder durch Praeferenzen der Eltern, zB Musikalität) - Evozierte Anlagewirkung auf Umwelt (bestimmtes Merkmal bringt bestimmte typische Umweltreaktion mit sich, zB Intelligenz) - Epigenetik: Unsere Umwelt / unsere Erlebnisse veraendern unsere Genomexpression (selbst 100% gleiche Gene muss also nicht gleiche Verhaltenssteuerung durch Gene bedeuten)
  • 1. Definition von Entwicklung Entwicklung bezieht sich auf relativ überdauernde intraindividuelle Veränderun- gen des Erlebens und Verhaltens über die Zeit hinweg. Dies bedeutet, dass es um Veränderungen innerhalb eines Individuums über die Zeit hinweg geht (z. B. die Veränderung der intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen im Laufe seiner Kindheit). Zusätzlich müssen die einzelnen Entwicklungsschritte auf- einander bezogen sein. Nicht als Entwicklung gelten beispielsweise kurzfristige Befindlichkeitsänderungen oder Verände- rungen durch abrupt eintretende äußere Ereignisse.
  • 2. Gegenstand der Entwicklungspsychologie - Gegenstand der Entwicklungspsychologie sind intraindividuelle Veränderungen des Erlebens und Verhaltens sowie dabei auftretende interindividuelle Unterschiede. - Ein weiterer Gegenstand der Entwicklungspsychologie fokussiert auf Bezüge zwischen intraindividuellen Veränderungen des Erlebens und Verhaltens und der jeweiligen materiellen und sozialen Umgebung.
  • 3. Aufgaben der Entwicklungspsychologie Die zentralen Aufgaben der Entwicklungspsychologie sind in der Beschreibung und Erklärung von Entwicklungsveränderungen Zu den stärker grundlagenorientierten Aufgaben der Entwicklungspsychologie gehören zum einen die Beschreibung von Entwicklungsphänomen und zum anderen ihre Erklärung (Suche nach den Ursachen bzw. Bedingungen für das Zustandekommen einer Ent- wicklung). Neben diesen grundlagenorientierten Aufgaben der Entwicklungspsychologie gibt es weitere Aufgaben, die als eher anwendungsorientiert zu verstehen sind und dementsprechend nicht nur den wissenschaftlichen, sondern auch den praktischen Nutzen der Entwicklungspsychologie verdeutlichen. Nach Montada (2008) sind dies- die Bestimmung des aktuellen Entwicklungsstandes,- die Prognose des zukünftigen Entwicklungstandes und- Möglichkeiten zur Beeinflussung des Entwicklungsverlaufs. Zu den stärker anwendungsorientierten Aufgaben der Entwicklungspsychologie gehören die Diagnose des aktuellen Entwick- lungsstands, die Prognose des künftigen Entwicklungsstands sowie die Suche nach Möglichkeiten zu einer gezielten Beeinflussung des Entwicklungsgeschehens. Bei der Entwicklungsdiagnostik geht es im Wesentlichen darum, den Entwicklungsstand eines Kindes in Relation zu einer Bezugsgruppe festzustellen. Aus der Diagnose des aktuellen Entwicklungsstands lässt sich der künftige Entwicklungsstand prognostizieren, wenn eine Merkmalsstabilität gegeben ist. Mit der Suche nach Interventions- möglichkeiten kann die Entwicklungspsychologie dazu beitragen, Entwicklungsergebnisse zu optimieren.
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