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Traumatologie (Subject) / obere Extremitäten (Lesson)
Erkrankungen, Therapien
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- Bizepssehnenruptur DEFINITION - Riss einer der Sehnen des M biceps brachii ANATOMIE proximale Sehnen - lange kopf des M biceps brachii hat seinen Ursprung am Tuberculum supraglenoidale der Scapula - zieht im Sulcus intertubercularis durch das Schultergelenk - kurze Kopf des Bizepsmuskels entspringt am Processus coracoideus des Schulterblatts distale Sehnen - beide Bizepsköpfe laufen zusammen und inserieren an der Tuberositas radii und der Fascia antebrachii KLINIK Ruptur des Caput longum - Muskelwulst über der Ellenbeuge, also am distalen Oberarm Ruptur der distalen Bizepssehne - Muskelbauch am proximalen Oberarm sichtbar - Kraft bei Flexion im Ellenbogen stark vermindert - Supination stark eingeschränkt EINTEILUNG - proximale Ruptur - distale Ruptur ÄTIOLOGIE proximale Ruptur - meist lange Bizepssehne betroffen - meist bei banalen Unfällen durch degenerative Veränderungen distale Ruptur - selten degenerativ - meist durch starkes Trauma DIAGNOSE - in erster Linie wird die Diagnose klinisch gestellt - Ultraschall mit Darstellung des Muskelnauches - Röntgen zum Ausschluss des knöchernen Ausrisses THERAPIE konservativ - bei älteren Patienten mit Ruptur der prox Bizepssehne - keine OP da grobe Kraft nur wenig gemindert - Armschonung bis Schmerznachlass - Muskelbauch für lange Zeit operativ - Mittel der Wahl bei distaler Ruptur - proximale Ruptur bei jungen Menschen, Patienten mit Beschwerden oder enormer Kraftminderung OP nach Froimson - bei Ruptur der langen Bizepssehne - Bohrloch in den Sulcus intertubercularis - Zusammenknoten des prox Endes der Bizessehne - Verankerung im Bohrloch - Alternativ: Annähen der langen an die kurze Bizepssehne oder Verankerung der langen Bizepssehne am Precessus coracoideus Theraie distale Ruptur - transossäre Fixation mit Bohrloch an der Tuberositas radii - Fixation mit Knochenanker NACHSORGE - Arm 1-2 Monate schonen - während der Zeit ist leichte Krankengymnastik unerlässlich - Steigerung der Belastbarkeit - volle Belastbarkeit nach 3 Monaten
- Omarthrose DEFINITION - degenerative Veränderung des Gelenkknorpels im Schultergelenk EPIDEMIOLOGIE - seltener als die Gonarthrose oder Coxarthrose - kein Körpergewicht auf dem Schultergelenk ÄTIOPATHOGENESE - idiopathisch - traumatisch bei Humeruskopffrakturen - rezidivierende Schulterluxationen - Rotatorenmanschettendefekt über Jahre KLINIK - Schmerzen bei Bewegung - Bewegungseinschränkung im Schuldergelenk - Nachtschmerzen DIAGNOSE - klinische Untersuchung - Inspektion -> Muskelathrophie der Schulter - Druckschmerz über dem Gelenkspalt bes. ventral - Einschränkung der aktiven und passiven Beweglichkeit bis auf die Hälfte - Bildgebung -> Röntgen in 2 Ebenen ARTHROSEZEICHEN - Gelenkspaltverschmälerung - Subchondrale Sklerosierung - Osteophytäre Randanbauten - Subchondrale Zysten THERAPIE konservativ - orale und lokale NSAR - Physiotherapie - Kryotherapie - Ultraschall operativ - im Rahmen der Impantation einer Totalendoprothese - Humeruskopf durch Metalkopf und Schaft ersetzen - Gelenkspfanne aus Polyethylen als Glenoidersatz - inverse Schulterprothese -> Vertausch von Pfanne und Kopf
- Oberarmkopffraktur - häufige fraktur besonders im Alter - meist konservativ und ambulant behandelt EINTEILUNG - Abduktionsfraktur -> eingekeilte stabile Fraktur - Adduktionsfraktur -> mobile Fraktur (seltener) - Trümmerfraktur - Luxationsfraktur - isolierter Abriss der Tuberkulums DIAGNOSE - Röntgen in a-p und axial-transthorakal THERAPIE konservativ - Ruhigstellung mit Desault oder Gilchrist-verband - Pendelbewegung nach einigen Tagen - aktive Schulterbewegung bei Abduktionsfraktur nach einigen Tagen, bei Adduktionsfraktur nach 3-4 Wochen
- Humerusschaftfraktur DEFINITION - Knochenbruch im Bereich des Humerusschaftes ÄTIOPATHOGENESE - direkte und indirekte Gewalteinwirkung - Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle und Stürze aus größerer Höhe - beim Sturz auf die Hand bei Älteren Menschen -> Torsionsfraktur - pathologische Frakturen bes im prox Humerusschaftbereich EINTEILUNG - einfache Frakturen (Spiral, Schräg, Quer) - Keilfrakturen (spiral, gebogen oder fragmentierte) - komplexe Frakturen (Spiral, mehrsegment oder irreguläre) KLINIK - starke Schmerzen - Instabilität - Krapitation - Schwellung, Hämatom BEGLEITVERLETZUNGEN - N radialis läuft spiralig um den Humerusschaft -> Schädigung - Ausfall der Extensoren am Unterarm -> Fallhand - auf der Streckseite Sensibilitätsausfall auf dem Handrücken und Dorsalseite der radialen 2 1/2 Finger - Verletzung von Gefäßen selten - begleitende Frakturen im Bereich des Humeruskopfes DIAGNOSE - klinische Untersuchung -> Durchblutung, Motorik, Sensibilität - Röntgen in 2 Ebenen THERAPIE konservativ - Gilchrist - Oberarmgips für ca. 2 Wochen, dann Wechsel zu Oberarm-Brace operativ - bei Schädigung von Gefäßen und Nerven - bei offenen Frakturen mit Weichteilverletzung - bei Defektbrüchen Osteosynthese - Marknagel - Plattenosteosynthese - Fix. ext. bei offnene Frakturen/ Polytraumapatienten
- Supracondyläre distale Humerusfraktur DEFINITION - Knochenbruch im Bereich des dist Humerus EPIDEMIOLOGIE - bei Erwachsenen ca 3% und bei Kindern bis zu 10% aller Extremitätenfrakturen EXTRAARTIKULÄRE FRAKTUREN = suprakondyläre Frakturen - apophysäre Fraktur - einfach metaphysäre Fraktur - merhfragmentäre metaphysäre Fraktur PARTIELLE GELENKFRAKTUR - Capitulum humeri, condylus ulnaris, Condylus radialis - man unterscheidet: lateral-sagittale, medial-sagittale und frontale Fraktur VOLLSTÄNDIGE GELENKFRAKTUR - artikuläre einfache, metaphysär einfache Fraktur - artikulär einfache, metaphysär merhfragmentäre Fraktur - mehrfragmentäre Fraktur ÄTIOPATHOGENESE - extraartikuläre Frakturen und partielle Gelenkfrakturen werden durch direkte und indirekte Krafteinwirkung hervorgerufen - extraartikuläre -> besonders häufig bei Kindern, Extensionsfraktur, selten Felxionsfraktur - Ursache der vollständigen Gelenkfraktur ist eine direkte Krafteinwirkung KLINIK - starke Schmerzen - Schwellung - Fehlstellung - tastbare Krepitation DIAGNOSE - klinische Untersuchung -> DMS - Röntgen (Diagnosestellung) THERAPIE Erwachsener konservativ - Frakturfregment nicht disloziert - keine Instabilität - Anlage eines Oberarmgipses für 3-6 Wochen operativ - Plattenosteosynthese - Schraubenosteosynthese - Ellenbogenprothese bei komplex irreponiblen Brüchen THERAPIE Kind konservativ - bei gering dislozierten extraartikulären Frakturen - nichtdislozierten intraartikulären Frakturen - Ruhigstellung und Armschlinge - bei konservativer Behandlung der Fraktur des Condylus radialis, regelmäßige Röntgenkontrollen aufgrund der hohe Dislokationstendenz operativ - Kirschner-Drähte oder Schrauben PROGNOSE Kinder - gut, wenn die Wachstumsfuge nicht geschädigt wurde und die Reposition erfolgreich war Erwachsene - häufig bleiben Bewegungseinschränkungen - periartikuläre Ossifikationen
- Epicondylitis DEFINITION - Epicondylitis lateralis humeri - Insertionstendopathie - Ursprung der Unterarmextensoren - meist die Sehne des M extensor carpi radialis EPIDEMIOLOGIE - Männer und Frauen mittleren Altern am häufigsten betroffen (35-50 J) ÄTHIOPATHOGENESE - Überlastung der radialseitigen Handstrecker - reaktive Verspannung -> Mikroläsionen am Muskelansatz am Epicondylus lateralis - traumatisch durch Kontusion am Epicondylus - ungünstige Griffhaltung beim Tennissport mit hoher Belastung der Extensoren -> Tennisarm KLINIK - Schmerzen des lateralen Ellenbogens bei Mittelhandstreckung - Druckdolenz der Muskulatur und des Epicondylus lateralis DIAGNOSE - Anamnese - Inspektion - Palpation - Funktionsprüfung: - charakterisitsche Schmerzen bei: - Drehung des Unterarms - Streckung des Handgelenk ohne/ gegen Widerstand - Streckung des Mittelfingers gegen Widerstand - Sonografie _> echoarme Formation über der Muskelansatzstelle, bei chronischem Verlauf Nachweis von Verkalkungen - Röntgen -> nicht erforderlich - MRT -> Signalanhebung im Läsionsbereich THERAPIE konservativ - Schonung - kalte Umschläge - Kryotherapie - Salbenverbände - NSAR - Ursachenabstellung - Training der Extensoren - Akupunktur - Physiotherapie zur Korrektur von Fehlstellungen und Bewegungsabläufen - Orthese -> Epicondylitisspange - Stosswellentherapie -> Zerstörung krankhaften Gewebes, Mikromassage, Wärmeerzeugung operativ - bei Sehnenrupturen -> Entlastung des Muskels durch Sehneninzision (Tendotomie) - Operation nach Hohmann (Querinzision der Sehne) - Operation nach Goldie (Längsinzision der Sehne) - Operation nach Wilhelm (Denervation mit Kombination eines der obigen OPs)
- Radiusköpfchenluxation - auch M chassaignac oder Pronatio dolorosa genannt - nurse-maids elbow oder Pulled elbow - eine bei Kleinkindern bis max 5 Jahren häufig vorkommende Pronationsblockade - Subluxatin des Radiusköpfchens URSACHE - starker plötzlicher Zug am voll gestreckten und pronierten Unterarm bzw Hand - Radiusköpfchen rutscht teilweise nach vorne und distal aus dem Lig anulare radii - Ligament wird zwischen Radiusköpfchen und dem Capitulum humeri eingeklemmt SYMPTOME - Schonhaltung des Armes mit Pronation und leichter Beugung (Arm wie gelähmt) DIAGNOSE - typische Anamnese - Armhaltung - keine Unterarmdrehung möglich - schmerzfreie Beugung und Streckung um Ellenbogengelenk möglich - Röntgenuntersuchung meist entbehrlich THERAPIE - Reposition -> gleichzeitige Streckung und Supination des Unterarms - Chassaignac Handgriff -> Daumendruck von radiodorsal auf das Radiusköpfchen des Unterarms - sofortige Besserung der Beschwerden, Normalbewegung des Armes - anschließende Ruhigstellung ist nocht erforderlich PROGNOSE - Rezidivrisiko liegt bei 5%
- distale Radiusfraktur - häufigster Knochenbruch beim Menschen - gelenknaher Bruch des Radius (loco typico) - Extensionsfratur (Typ Colles) mit Achsabweichung des distalen Fragmentes zur Streckseite - Flexionsfraktur (smith-fracture) mit Achsabweichung zur Beugeseite, deutlich seltener - gemischte Frakturen meist nach dorsal disloziert mit Y-förmigen Bruchlinien URSACHE - Extensionsfraktur -> Sturz auf das nach oben gestreckte Handgelenk - Flexionsfraktur -> Sturz auf das gebeugte Handgelenk SYMPTOME - Extensionsfraktur -> Gelenkfläche nach dorsal (Gabelrückenstellung), ulnarer Vorschub (Bajonettstellung) - Flexionsfraktur -> Neigung der Gelenkfläche nach volar (meist irreponibel, instabil) NEBENVERLETZUNGEN - Abriss des Processus styloideus ulnae - Medianuskompression im Karpaltunnel KONSERVATIVE THERAPIE - Reposition I -> mit dorsalem Druck und Fixierung mit dorsaler Gipsschiene - Reposition II -> horizontaler Zug (Ellenbogen fixiert, Handgelenk über Hypomochlion gelagert), Kombination von dorsalem Druck mit Zug am Daumen nach volar-radial, dorsale Gipsschiene, Röntgenkontrolle - Reposition III -> vertikaler Dauerzug (Aushängen) mit Daumenzug über sog. Mädchenfänger und Gewicht von ca 5-10 kg am Oberarm über ca 15-30 Minuten, unter Zug Anlegen des Gipses NACHBEHANDLUNG - sog. Gipskontrolle am Folgetag mit Kontrolle der Zirkulation und Mobilität - weitere Kontrollen nach bestimmten Schema - aktive Bewegung von Fingern, Ellenbogen und Schultergelenk während der ganzen Dauer - Gipsfixation je nach Frakturtyp zwischen 4-7 Wochen - nach Gipsabnahme aktive Bewegungstherapie KOMPLIKATIONEN - sekundäre Dislokation - Druckschäden mit peripherer Zirkulationsstörung - Sudecksche Dystrophie -> bes bei vielen Repositionsmanövern (Durchblutungstörungen, Ödeme, Schmerzen, Funktionseinschränkung) OPERATIVE THERAPIE Indikation - offene Fraktur - Innervations- und Zirkulationsstörung - irreponible und instabile Fraktur zB Flexionsfraktur - extreme Trümmerfraktur operative Verfahren - perkutane Spickdrahtfixierung mit Gipsverband - Plattenosteosynthese bes. bei Flexionsfraktur - Spongiosaplastik bei Knochendefekten - Fix Ext bei Trümmerbrüchen
- Handwurzelfrakturen - sind häufige Verletzungen - zu 75% ist das Os scaphoieum betroffen SCAPHOIDFRAKTUR - wird leicht übersehen, da primär oft nur Fissur - bei nicht sicherem Frakturnachweis nach Distorsion erneute Röntgenkontrolle in ca 3 Wochen - schlechte Heilungsneigung bei körperferne Durchblutung - nicht erkannter Bruch kann zur Arbeitsunfähigkeit führen URSACHE - durch Sturz auf die nach hinten überstreckte, dorsalextendierte Hand mit Aufprall auf die radiale Hälfte EINTEILUNG - nach Lokalisation -> distale, mittlere und proximale Fraktur - nach Bruchlinienverlauf zur Scaphoidachse -> horizontal-schräg, transversal, vertikal, schräg und mobil DIAGNOSE - Druckschmerz in der Foveola radialis (Tabatiere) - Schmerz bei axialer Kompression des Daumens - Druck auf das Tuberculum ossis scaphoidei bei gestrecktem und radialwärts gehaltenem Handgelenk - reduzierte Daumenbeweglichkeit - Röntgen der Handwurzel in 4 Ebenen -> bei ca 40% initial kein Nachweis einer Frakturlinie - ggf CT OPERATIVE THERAPIE - Verschraubung des Kahnbeins mit Kompression der Fragmente - Spongiosaplastik oder Knochenspan aus Beckenkamm bei Pseudarthrose (Matti-Russe Plastik) KOMPLIKATION - ausbleibende Bruchheilung mit Pseudarthrosenbildung
- Mittelhandfrakturen - Frakturen im Bereich der Ossa metacarpalia I-V KLASSIFIKATION - Kopffrakturen (intraartikulär) - subkapitale Frakturen (häufig Os metacarpale V) - Schaftfrakturen (quer, schräg, mehrfragmentär) - Defektfraktur (Sägeverletzung) - Basisfraktur (Ossa metacarpalia II-V) URSACHEN - axiale Gewalteinwirkung (Stürze, Boxen) THERAPIE Kopffrakturen - konservativ bei erhaltener Gelenkfläche mit Schienung - operativ bei Stufenbildung oder Dislokation mit Kodylenplatte oder Kirschnerdraht Subkapitale Fraktur - konservativ bei palmarer Abkippung < 20% mit Schienung, Gips - operativ bei palmarer Abkippung > 20° mit Bohrdrähten Schaftfrakturen - konservativ bei geringer Dislokation ohne Rotationsfehler - operativ bei Rotationsfehler, Mehrfragmentbruch mit Verplattung Basisfraktur - konservativ bei geringer Dislokation mit Gipsschiene für 3 Wochen - operativ bei Stufenbildung im Gelenk
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