ACH-Robbers (Subject) / Kahl_Schilddrüse (Lesson)
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Erkrankungen der Schilddrüse
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- Hormonproduktion - die schilddrüse produziert die Schilddrüsenhormone - Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) sind jodhaltig - wirken in fast allen Körperzellen und regen dort den Energiestoffwechsel an - Thyreotroper Regelkreis -> Hypothalamushormon TRH (=TSH-Reeasing-Hormon) und Hypophyse TSH (Thyreoidea-Stimulierendes Hormon)
- Erkrankungen der Schilddrüse Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) - Dyshormogene Struma - Thyreoprive Hypothyreose - Toxische Hypothyreose - Schilddrüsenentzündung Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) - Autonomes Adenom - Schilddrüsenentzündung Jodmangel - Struma (vergrößerte Schilddrüse, Kropf) - Euthyreote Struma - Hyperthyreote Strume - Hypothyreote Struma Schilddrüsenknoten - kalter Knoten (malignitätsverdächtig) - heißer Knoten (autonomes Adenom) Tumore der Schilddrüse - Schilddrüsenkarzinom Schilddrüsenzysten - solitäre Schilddrüsenzyste - polyzystische Schilddrüsenerkrankung Schilddrüsenentzündungen - Autoimmunthyreopathie - Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunthyreopathie Typ 1A und 2A) - atrophische Thyreoidits (Ord-Thyreoiditis, Autoimmunthyreopathie Typ 1B und 2B) - Morbus Basedow (Autoimmunthyreopathie Typ 3) - Riedel-Struma - Thyreoiditis de Quervain - schmerzlose Thyreoiditis (silent Thyreoiditis) - bakterielle Thyreoiditis
- Diagnostik - Inspektion und Palpation des Halses - Laborwerte -> T3-/ T4-Spiegel, TSh-Spiegel, Schilddrüsenantikörper, Thyreoglobulin - Ultraschall der Schilddrüse - Szintigrafie der Schilddrüse - Feinnadelpunktion der Schilddrüse (Zytologie) - Biopsie der Schilddrüse (Histologie) - Tracheazielaufnahme - CT - MRT
- Schilddrüsenzysten DEFINITION - Raumforderung mit einer liquiden Binnenstruktur - kann uninodulär, binodulär oder multinodulär auftreten - sind meist benigne URSACHEN - Jodmangel - genetisch KLINIK - lokalisationsabhängig - häufig symptomlos - Druckgefühl - Räusperzwang - Heiserkeit DIAGNOSTIK - Sonographie - Punktion - CT, MRT THERAPIE - primär konservativ mit Schilddrüsenhormonen - Punktion sonofgrafisch gesteuert - operativ bei Malignitätsverdacht -> erweiterte obere/untere Polresektion, Isthmusresektion, Hemithyreoidektomie
- polyzystische Schilddrüsenerkrankung URSACHE - übermäßige Jodzufuhr - in ca 8% Ursache einer Hypothyreose DIAGNOSE - Sonografie -> mind. 4 Schilddrüsenzysten - Abwesenheit von Autoantikörpern gegen Schilddrüsengewebe THERAPIE - Gabe von Levothyroxin - Jodkarenz
- Hashimotothyreoiditis DEFINITION - Form der Schilddrüsenentzündung - Autoimmunerkrankung der Schilddrüse -> lymphozytäre Thyreoidits - Schilddrüsengewebe wird durch T-Lymphozyten zerstört - Krankheitsbild wurde erstmals 1912 von dem in Berlin tätigen japanischen Chirurgen Hakaru Hashimoto beschrieben PATHOGENESE - charakterisiert durch Zerstörung des Schilddrüsenzellen - verschiedene zelluläere und humorale Immunprozesse sind verantwortlich - genauen auslösemechanismen der Immunreaktion sind weitgehend unbekannt EINTEILUNG nach Schilddrüsenvolumen - sekundär atrophe Form -> kontinulierliche Abnahme des Schilddrüsenvolumens ausgehend von einer ursprüngliche vorliegenden Struma - hypertrophe Form -> Zunahme des Schilddrüsenvolumen mit Entwicklung einer Struma DIAGNOSE - vermehrtes Schilddrüsenvolumen (normal: w: 10-18ml, m: 18-25ml) - positive Tg-AK (Thyreoglobulin-AK) und/oder - positive TPO-AK (Thyreoperoxydase-AK) = MAK (mikrosomale AK) -> sind meist erhöht - selten auch Antikörper gegen T3 und T4 - Sonografie -> echoarmes, inhomogenes Parenchym SYMPTOME - oft sehr unterschiedlich - evtl. anfangs Überfunktion mit typischen Symptomen - langfristig Schilddrüsenunterfunktion mit typischen Symptomen THERAPIE - keine ursächliche Behandlung möglich - Substitution mit Levothyroxin (L-Thyroxin) - wenn Umwandlung von T4 zu T3 gestört -> Kombination aus T3/T4 - keine Jodgabe -> Steigerung der Entzündung - regelmäßige Kontrolle von TSH, T3, T4 - häufig langwierige Einstellung - meist lebenslange Substitution
- Morbus Basedow DEFINITION - Schilddrüsenentzündung - Graves' Disease - Autoimmunkrankheit - häufig geht die Erkrankung mit einer Struma, einer Schilddrüsenüberfunktion und Beteiligung der Augen (endokrine Orbitopathie) einher - in einem Teil der Fälle unter medikamentöser Therapie innerhalb von ein bis anderthalt Jahren -> Remission - in der Mehrzahl der Fälle -> Operation (Strumaresektion) oder radioaktive Therapie (Radiojodtherapie) notwendig GESCHICHTE - der in Mersebug tätige Arzt Carl von Basedow beschrieb 1840 die später als Merseburger Trias bekannte Symptomatikkonstellation aus Exopthalmus, Kropf und Tachykardie EPIDEMIOLOGIE - Frauen -> 2-3% - Männer -> 0,3% PATHOGENESE mehrer Faktoren - genetisch festgelegter Defekt des Immunsystems - Verstärkung durch bestimmte äußere Einflüsse wie psychosozialer Stress, Rauchen, (Virus-) Infektionen - spezifische Auslöser sind nicht bekannt - Selbsttoleranz gegenüber Antigenen der Schilddrüse bricht zusammen -> Autoimmunkrankheit - die vom Körper gegen das Schilddrüsengewebe gebildeten Autoantikörper TSH-Rezeptor-Antikörper (Immunglobuline der IgG-Klasse) binden an den Rezeptor fas das Thyreotropin (TSH) - Stimulierung der Follikelepithelzellen in der Schilddrüse und Steigerung der Jodaufnahme - vermehrte Produktion und Ausschüttung von T3und T4 - Folge: Hyperthyreose - Wachstum der Schilddrüse wird angeregt -> Struma KLINIK - manifestiert sich an der Schilddrüse und außerhalb der Schilddrüse - beginn häufig bei äußerer Belastung (Prüfung, Todesfälle, berufliche Belastung) - Hyperthyreose und Struma DIAGNOSE - klinischer Befund -> Hyperthyreosezeichen, Exopthalmus, Strabismus - Sonografie -> echoarme, stark perfundierte Struma - Labor -> T3/T4 erhöht, TSH-Rezeptor-AK erhöht, TSH erniedrigt, Thyreoglobulin-AK (Anti-TPO) erhöht - Szintigrafie -> Technetium-Uptake erhöht THERAPIE - in etwa der Hälfte der Fälle kommt es im Laufe von einem oder zwei Jahren zu einer spontanen Remission - diese Phase kann symptomantisch mit einer thyreostatischen Therapie erleichtert werden - nach Normalisierung des T3/T4 Spiegel -> Dosisreduktion -> euthyreote Stoffwechsellage - nicht selten prolongierte und schwere Verläufe -> OP mit Thyreoidektomie - eine hochgradig endokrine Orbitopathie bedarf oft einer speziellen Behandlung
- Knotenstruma OP-Indikationen absolute OP-Indikation - bei konkretem Verdacht auf ein Schilddrüsenkarzinom - bei mechanischer Beeinträchtigung benachbarter Strukturen (Einengung der Trachea über 50% mit Tracheomalazie - Einengung oder Verlagerung der Speiseröhre, obere Einflussstauung relative Indikation - Wachstumstendenz der Schilddrüse trotz medikamentöser Therapie - kalte Knoten ohne konkreten Malignomverdacht - dystopem Schilddrüsengewebe - kosmetische Gründe
- Operation Schilddrüsenoperation wird in der Regel durchgeführt als - Strumaresktion (Teilentfernung der Schilddrüse) bei jeder benignen Knotenstruma - Thyreoidektomie (vollständige Entfernung aller sichtbaren Anteile der Schilddrüse) bei vorbekanntem oder intraoperativ gesichert bösartigem Tumor - Hemithyreoidektomie (vollständige Entfernung aller sichtbaren Anteile eines Schilddrüsenlappens) bei einseitig vorliegenden (mulitplen oder siltären) Schildrüsenknoten mit gesunder Gegenseite
- OP-Komplikationen - Rekurrensparese - Hypoparathyreoidismus - Trachealverletzung - Ösophagusverletzung - Schädigung des N laryngeus superior - Lymphfistel bei Verletzung des Ductus thoracicus - Schädigung großer Gefäße - Nachblutung - Tracheotomie - Horner-Syndrom (Symptomenkomplex aus Miosis, Ptosis und Enophthalmus)
- Radiojodtherapie - wirksames Verfahrun zur Verkleinerung der Schilddrüse - Ausschaltung autonomer Areale - Behandlung der Basedow-Krankheit - Behandlung der Struma maligna nach zuvor erfolgter Operation - spielt zur Behandlung der Struma mit normaler Funktion (blande Struma) eine untergeordnete Rolle -> nur wenn Operation nicht gewollt oder nicht möglich ist
- Formen maligner Tumoren der Schilddrüse Papilläres Karzinom - papilläres Mirkokarzinom (Größe <1cm, unilokulär): gekapselt, follikuläre Variante (rein follukiläre Strukturen, Milchglaskerne), diffus sklerosierende Variante, oxyphil (keine Radiojodspeicherung, können Thyreoglobulin bilden) - papilläre Gewebsstrukturen gelten als Malignitätskriterium - nicht gefordert sind-> Kapseleinbrüche, Gefäßinvasion oder gesteigerte Mitoserate - alle Typen können gekapselt oder infiltrierend wachsen - überwiegend lymphogene, lokoregionäre Metastasen - Mischtumoren mit papillären und follikulären Anteilen werden den papillären Karzinomen zugeordnet - 10 JÜR: 80-90% Follikuläres Karzinom - miniml invasiv (gekapselt - grob invasiv - oxyphil - hellzellig - histoligisch hochdifferenzierte Struturen - meist solitäre, unilaterale Tumoren - häufig mit bindegewebiger Kapselung - vorwiegend hämatogene Metastasierung (Lunge, Skelett) - 10 JÜR: 60-70% Medulläres Karzinom (C-Zell Karzinom) - sporadische Form (75%) -> meist unifokal - heriditäre Form (10-20%) -> meist in beiden SD-Lappen - geht von den parafollikulären C-Zellen aus - neurokriner Tumor - Tumormarker: Calcitonin, CEA - langsam wachsender Tumor (spontan über viele Jahre) - in Spätstadium lymphogene und hämatogene Fernmetastasen - 10 JÜR: 50-60% Undifferenziertes Karzinom (anaplastisches Karzinom) - Wachstum: Sehr rasch und diffus - lokal infiltrierend in perithyreoidale Gewebe - häufig Recurrensparese, Trachealeinengung - meist beidseitiger Lappenbefall - derber Turmor, nicht schluckverschieblich - vorwiegend ältere Patienten - sehr schlechte Prognose (<1 jahr)
- Neuerkrankungen maligne Tumoren 2-3 pro 100.000 Einwohner pro Jahr
