67

Hördiagnostik (Subject) / Definitionen, Modelle etc (Lesson)

Seminar und Vorlesungsinhalte

This lesson was created by EinfachSchwimmen.

Learn lesson

Advertisement
  • Genese der Hörwahrnehmung Bei der Geburt verfügt der Mensch über ein genetisch festgelegtesPotential an neuronalen Verbindungen, aufgrund dessen der Menschseine Wahrnehmungsfähigkeit entwickeln kann.Ø Die Optimierung der Verschaltungen ist jedoch erst inWechselwirkung mit der Umwelt möglich, z.B. HörerfahrungenØ Deprivative Zustände infolge mangelnder Umweltreize oder einerHörstörung beeinträchtigen die Entwicklung der Hörwahrnehmung.Ø Eine Überflutung von Reizen kann den gleichen Effekt auslösen,weil das Kind alle Geräusche ignoriert. (keine selektiveWahrnehmung vorhanden)
  • Ab wann kann ein Kind hören? Erste Hörschwellen lassen sich durch akustisch evozierteHirnstammantworten schon bei Frühgeburten in der 25.Schwangerschaftswoche ermitteln.Ø Die ersten Geräusche, die ein Säugling wahrnimmt, sind dieGeräusche im Mutterleib.Ø Bei der Geburt ist das Gehör anatomisch ausgebildet.Ø Bei der Geburt muss man aber beachten, dass das Mittelohr noch mFlüssigkeit gefüllt ist, die während der ersten Tage abgeleitet wird,damit sich das Mittelohr mit Luft füllen kann.
  • Entwicklungstabelle für Hören und Sprechen bei Säuglingen Ø 0;0 bis 0;3 Jahren Änderung des Verhaltens bei plötzlich auftretendem lautemGeräusch (0;1)- Beruhigung bei Zuspruch von seiten der Mutter (0;1)- Anzeichen erster Unterschiede im Stimmgebrauch (0;1)- Lauschen auf den Ton eines Glöckchens (0;2)- Suchen der Schallquelle vertrauter Geräusche mitAugenbewegungen (0;2 bis 0;3)- Beginn der Lallperiode (0;2 bis 0;3)
  • Entwicklungstabelle für Hören und Sprechen bei Säuglingen Ø 0;4 bis 0;6 Jahre Leichte Kopfbewegung in Richtung auf eineSchallquelle(0;4)- Lachen mit Stimme (0;4)- Bewusstes Lokalisieren seitlich tiefer liegenderSchallquellen mit Kopfbewegungen (0;5)- Lauschen auf einen Stimmgabelton (0;5)- Aufhören mit Schreien beim Ertönen von Musik (0;5)- Aufnehmen von stimmlichem Kontakt mit Erwachsenen(0;6)
  • Entwicklungstabelle für Hören und Sprechen bei Säuglingen Ø 0;7 bis 0;9 Jahre „Babbeln“ von vier und mehr verständlichen Lauten,darunter erste Zweisilber (0;7)- Reaktion auf Zuruf (0;7)- Gebrauch der Stimme, um Beachtung zu finden (0;8)- Bewusstes Lokalisieren seitlich höher liegenderSchallquellen mit Kopfbewegungen (0;7 bis 0;8)- Beachten der Unterhaltung Erwachsener (0;8)- Lauschen auf das Ticken einer an das Ohr gehaltenenTaschenuhr (0;9)
  • Entwicklungstabelle für Hören und Sprechen bei Säuglingen Ø 0;10 bis 1;0 Jahre Verstehen von Verboten („Nein-nein“) (0;10)- Beachten leisen Singens aus 1 m Entfernung durchbewusste Lokalisation (0;10)- Stimmliche Reaktion auf Musik (0;11)- Reaktion auf leise Zusprache aus 1 m Entfernung (0;11)- Verständliches Sprechen von zwei und mehr Wörtern(0;11)- Babbelmonologe als Ausdruck der Zufriedenheitwährend des Alleinseins (0;12)
  • Sprachenwicklung umfasst... ... Erwerb von Regeln des Lautsystems,der Grammatik, des Wortschatzes undder Textkompetenz (erzählen, beschreiben) - Teil der kognitiven Entwicklung in allen Sprachen gleich (universell)  - setzt mit der Entwicklung der nonverbalen Kompetenz ein (Lernen des inBezug Setzens von Person-AktionGegenstand)--> (aktives) Spiel- und Sozialverhalten fördert diese Kompetenz - Erwerb der sprachlichen Kompetenzerfolgt mit der Lautentwicklung(1 Jahr- 1 Wort; 2-3 Jahreexplosionsartige Wortentwicklung 
  • Sprechentwicklung beinhaltet: - beinhaltet:- Bildung von Lauten- Sprechgeschwindigkeit, - flüssigkeit- Betonung- Stimmeinsatz benötigt:- Ausbildung der Mundmuskulatur- Wahrnehmungsfähigkeit desZusammenspiels der Muskeln (taktilkinästhetische Wahrnehmung)- ab 4. Monat aktiver Mundschluss- Kontrolle von Atmung undStimmgebung 
  • Regelrechte Sprachentwicklung v Vorsilbenalter (0-5 Monate) Woche 1-7: Reflexhaftes Schreien, schreckhafte Reaktionen3. Monat: Experimentieren mit Sprechorganen, Lautproduktion:cha, gr, öh, eku, erre5. Monat: Mundschließung
  • Silbenalter (6-12 Monate) Silbenplappern beginnt: wiederholte Konsonant-Vokal-Silbenz.B. baba, dada, mama8. Monat: Trinken von gehaltener Tasse10. Monat: Stimmungslaute12. Monat: Lallen von vier verschiedenen Silben
  • Advertisement
  • 0. – 12. Lebensmonat Sprachentwicklung Mehrsilbrige Lautketten mit unterschiedlichenKonsonanten ‚mba‘. Lautbestand der Muttersprachewird verwendet.v Erste Wörter, z.B. ‚Mama‘, ‚nein‘, ‚wau-wau‘v Versuch Wörter, Silben, Geräusche nachzuahmen:- Silbenverdopplung: Ball > baba- Auslassung unbetonter Silben: Banane > Nane- Lautauslassungen: Löffel > Löffe- Vereinfachungen von Konsonantenverbindungen: Brot >Bot
  • 21.- 24. Lebensmonat Sprachentwicklung Aussprache/Lauterwerb:v vordere Plosive und Nasale Laute: m, b, p, d, t, lv Frikative und hintere Laute: f, w, g, kWortschatzexplosionv 50- 200 Wörter : Substantive, Funktionswörter z.B. ‚da‘,‚mehr‘, ‚auch‘ und erste Verben z.B. ‚aufmachen‘v Nennt sich beim VornamenGrammatikv Zweiwortäußerungen wie z.b: ‚Ball haben!‘ ‚ Papa weg!‘v Negationswörterv Erstes Fragealter: ‚Is das?
  • 32. – 36. Lebensmonat Sprachentwicklung Aussprache/Lauterwerbv Alle Laute korrekt bis auf Zischlaute s, sch, chv Erste Konsonantenverbindungen z.B. bl, flWortschatzv spricht ca. 450 Wörterv Gebraucht Verben, Adjektive, Adverbien, Artikelv Erste Präpositionen, Personalpronomen, FarbenGrammatikv Korrekte Verbzweitstellung, z.B. ‚Lisa trinkt Wasser‘v Nebensatzbildungen mit ‚und‘ , ‚weil‘v Zweites Fragealter: Wer? Was? Wo? Warum?
  • 43. – 48. Lebensmonat Spracherwerb Aussprache/Lauterwerbv Probleme bei w, f, ch, k, g nicht mehr altersgerecht!Wortschatzv Präpositonen wie z.B. ‚neben‘ und ‚vor‘v Korrektes Benennen von Farbenv Nennt GegensätzeGrammatikv Verbzweit-/-endstellung in Haupt- und Nebensätzenkorrekt: ‚Ich gehe ins Bett, weil ich müde bin‘v Korrekte reguläre Verbflexionv Vergangenheits und Zukunftsformv Singt Lieder, spricht Verse
  • 58. – 64. Lebensmonat Spracherwerb Sprachproduktionv Spricht alle Laute bis auf den s-Laut korrektWortschatzv Verwendet Oberbegriffe, z.B. Fahrzeuge, Möbelv Benutzt abstrakte Begriffe, z.B. Glückv Zählt bis 10Grammatikv Verwendet korrekte Pluralformenv Zeigt noch Unsicherheiten bei verneinten Sätzen,Fragen- und Passivsätzenv Erzählt kleine Geschichten nach
  • Hörschädigung impairment, Lokalisation des Schädigungsortes, pädagogischer Begriff
  • Hörstörung disability, medizinischer Begriff (Unterscheidung in periphere und zentrale Hörschädigung)