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Einführung Politikwissenschaft (Subject) / Politikwissenschaftliche Methoden (Lesson)
27. November 2018
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- Forschungsprozess (Modell) Forschungsfrage--Theoriebildung--Hypothesenbildung--Konzeptdefinition--Operationalisierung Untersuchungsform--Auswahl der Untersuchungseinheiten--Datenerhebung--Datenerfassung--Datenanalyse--Publikation
- Forschungsdesign =Bauplan der Untersuchung - setzt Theorien, Modelle, Methoden voraus und erlauben die Untersuchung der aus Theorien und Modellen abgeleiteten Hypothesen Architektur von Fragestellung, Hypothese, Theorie, Empirie und Methode - Konkretisierung der Begriffe und der Fragestellung - Wahl der geeigneten Untersuchungsverfahren (Ist die Methode zur Überprüfung der Hypothese geeignet und sind die Daten, die erhiben werden müssen, vorhanden?)
- wissenschaftliche Güte eines Forschungsdesigns (2 Kriterien) 1. Interne Validität - der empirisch beobachtbaren Veränderungen der abhängigen Variable gehen tatsächlich auf den Einfluss der unabhängigen Variable(n) zurück (es besteht tatsächlich ein kausaler Zusammenhang) 2. Externe Validität - Generalisierbarkeit der Ergebnisse einer Untersuchung -> ist Voraussetzung für Inferenz (logisches Schließenp) - Inferenz - das Schließen vom Bekannten auf das Unbekannte - ist ein wichtiges Ziel von empirisch-analytischer Forschung
- Hypothesen - fordern einen Zusammenhang zwischen min. zwei Variablen - in theoretischen Argumenten und Hypothesen vorkommende Begriffe werden Konzepte genannt - Deterministishe vs probabilistische Hypothesen 1. Variablenbeziehung ist deterministisch, wenn eine bestimmte Ausprägung einer Variable in einer anderen Variable notwendig oder hinreichend ist 2. eine probabilistische Beziehungshypothese ist gültig, wenn die Anzahl der bestätigenden Beobachtungen signifikant über der Zufallswahrscheinlichkeit liegt
- Variablen - Sammelbegriff für alle Merkmalsausprägungen, die ein Konzept annehmen kann - Merkmalsausprägung kann unterschiedlich ausfallen, was dann das Messniveau der Variabelen definiert - Abhängige Variabelen (Y), auch erklärende oder endogene Variablen sind Konzepte, deren Ausprägung sich durch Veränderung der Ausprägung der unabhängigen Variable verändert - Unabhängige Variablen (X), auch erklärende oder exogene Variablen sind die Ursache für Veränderungen auf der abhängigen Variable ("eine Veränderung in X verursacht eine Veränderung in Y")
- 3 Güterkriterien für die Operationalisierung 1. Objektivität: ein Messinstrument sollte die gleichen Messungen liefern, unabhängig wer es benutzt 2. Reliabilität: Messungen sollen reproduzierbar sein. Die gleiche Anwendung auf die gleichen Untersuchungseinheiten muss die gleichen Werte liefern 3. Validität: Misst das Instrument was es messen sollte?
- Operationalisierung legt fest, welches Informationsniveau die Variablen besitzen Merkhilfe: NOIR -Nominal: drückt nur die Ausprägung von Gleichheit oder Ungleich aus -Ordinal: drückt Ausprägungen aus, die in einer Rangordnung zueinander stehen, wobei der Abstand zwischen den Rangordnungen nicht gleich groß sind -Intervall: wie ordinale Variablen, aber die Abstände sind gleich groß -Rational: wie intervallskalierte Variablen, aber mit einem natürlichen Nullpunkt
- Messung Position von politischen Parteien - Massen- oder Elitebefragungen: arithmetische Mittel oder Median der Parteianhänger gibt die Position der Partei - Expertenbefragung: Experten bestimmen die relevanten Konfilktdimensionen und die korrespondierenden Position politischer Akteure - namentliche Abstimmungen: Bestimmung der Positionen von Parlamentsabgeordneten anhand der Ergebnisse namentlixher Abstimmungen Datensatz des Comparative Manifesto Project (CMP) bzw. Manifesto Research Project (MARPOR) (Volkens 2013) - manuelle Codierung der Wahlprogranne aller "relevanten" Parteien in West- und Osteuropat sowie allen OECD-Ländern seit 1945/1990 - "Quasi-Sätze" werden 56 "Politik-Kategorien" manuell zugeordnet - jeder Datenpunkte gibt den relativen Anteil an QUasi-Sätzen, die einer Kategorie X zugeordnet wurden, an allen Quasi-Sätzen wieder - aus der Häufigkeit einer "Politik-Kategorie" ergibt sich die "Position" einer Partei auf der Grundlage ihres Wahlprogramms - Parteipositionen können der Untersuchungsgegenstand von Politikwissenschaft sein - sie können als erklärende Variable eingesetzt werden - können als Datengrundlage verwendet werden, um andere erklärende Variablen zu generieren (z.b. ds ideologische "Gravitationszentrum" einers Parlaments bzw. einer Regierung; vgl. Cusack 1997) - in allen drei Fällen können sie Gegenstand von politikwissenschaftlicher Methodenforschung sein
- qualitativ vs. quantitativ qualitative Methoden als Domäne der normaltiv-ontologischen und der dialektisch-historischen PoWi - sind auf der Ermittlung von Sinnzusammenhängen ausgerichtet (z.b. qualitative Inhaltsanalyse, Hermeneutik, Phänomenologie usw.) quantitative Methoden als Domäne der empirisch-anallytischen PoWi - Ausrichtung auf Zählbarkeit, Messbarkeit und mathematisch-statistische Asuwertungstechnik (z.b. quantitative Inhaltsanalyse, standardisierte Befragung, Statistik usw.) auch in der empirisch-analytischen Forschung finden qualitative Untersuchungsformen statt - quantitative Untersuchungsformen erfassen politikwissenschaftlich relevante Konzepte und Variablen mittels Zahlen für viele Fälle und überprüfen Hypothesen mit Hilfe statistischer Verfahren - qualitative Untersuchungsformen erfassen Konzepte und Variablen vorwiegend (aber nicht ausschließlich!) in nicht-numerischer Form. Der Fokus liegt auf nicht-nummerischern Informationen zu einzelnen oder wenigen Fällen
- Untersuchungsformen entscheidend für die Wahl der Untersuchungsform ist die Forschungsfrage - experimentell - quasi-experimentell - nicht-experimentell - quantitative Ansätze - qualitative Ansätze - kombinierte Ansätze (z.b. Qualitative Comparative Analysis; QCA, z.b. Schneider und Wagemann 2009)
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- Experimente Wissenschaflter greift direkt in den Prozess der Datengewinnung ein Kausale Hypothesenwerden und kontrollierten Bedingungen empirisch analysiert - hierzu werden - klassisch - Versuchspersonen zufällig in Versuchs- und Kontrollgruppen unterteilt - die nach einem zufälligen Verfahren ausgewählte Versuchsgruppe wird einem "treatment" (unabhängige Variable) unterzogen, die Kontrollgruppe hingegen nicht; ansonsten werden die Gruppen gleich behandelt - Kontrolle und Zufall sind die wichtigsten Prinzipien zur Erreichung einer möglichst hohen internen Validität - Besonders gut geeignet für die Verwirklichung der zentralen Logik wissenschaflichen Schließens
- quasi-experimentell - methodische Vorteile von Experimenten nutzbar, aber nicht direkte Beeinflussung der Zuordnung in Versuchs- und Kontrollgruppe und der Treatment-Abgabe Unterschiede zum klassischen Experiment 1. Wahl eines bereits bestehenden natürlichen Ereignisses als "treatment" 2. Einteiöung in Kontroll- und Versuchsgruppen erfolgt nicht durch den Wissenschaftler selbst, sondern wird durch das natürlich Ereignis selbst herbeigeführt (z.b. in welchem Bundesland Personen leben)
- nicht experimentell Großteil der Politikwissenschaft arbeitet mit nicht-experimentellen Untersuchungsformen - Daten über tatsächliche Ereignisse - Rückgriff auf die tatsächlichen Unterschiede in der (un)abhängigen Variable - bei qualitativen Analyseverfahren werden Variablenbeziehungen zwischen qualitativen Merkmalen; bei quantitativen solche zwischen quantitativen untersucht - beide Verfahren arbeiten vergleichend, in dem sie den Effekt einer unabhängigen Variable unter Kontrolle der Randbedingung prüfen - Unterschiede aber in der Art und Weise, wie sie die Randbedingunen kontrollieren und die interessierenden Variablenbeziehungen isolieren
- Befragungen - beliebte nicht-experimentelle Befragungsmethode dar - i.d.R Ziehen einer (Zufalls)Stichprobe Papier-basierte Befragungen (mündlich, schriftlich, telefonisch) computergestützte Befraguungen - Beachtung beim Design: interessant und problemfrei wie möglich für den Befragten - alle relevanten Aspekte müssen angepasst werden: Länge, Dauer, Inhalt, Wortwahl, Art der Fragen (offen oder geschlossen), Layout
- Vor- und Nachteil qualitativ (1) Vorteile: - Höhere Informationsdichte pro Fall - Analyse der Beschaffenheit von kausalen Mechanismen, die eine Veränderung bewirken - oftmals höhere interne Validität (2) Nachteile: - externe Validität und Generalisierbarkeit - viele Variablen, weniger Fälle: "Überdeterminiertheit der Fälle" - Anfälligkeit für "selection bias" - Anfälligkeit für selektive Präsentation und geringe Replizierbarkeit
- Vor- und Nachteile quantitativ (1) Vorteile - höhere Fallzahl verbessert Generalisierbarkeit; höhere externe Validität der Ergebnisse - höhere Transperenz des Forschungsprozesses: Daten dokumentiert, Analyse besser Replizierbar - Unsicherheit der Ergebnisse wird durch statistische Maßzahlen ausgewiesen (Signifikanzen) (2) Nachteile - Prozesse und Mechanismen können schwierig mit statistischen Verfahren untersucht werden - komplexePhänomene lassen sich schwierig in Zahlen fassen - interne Validität
- Vor- und Nachteil experimentell Vorteil: interne und externe Validität Nachteil: ethische, rechtliche, praktische Probleme