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Verhaltenstherapie (7) (Subject) / Behandlungstheorie und Technik (22) (Lesson)

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  • Shaping Schrittweise Ausformung des Verhaltens, bei dem zunächst erste Ansätze des Zielverhaltens positiv verstärkt werden Bsp.: Verstärkung erster kleiner Schritte beim Erlenen der Entspannungsreaktion beim Biofeedback
  • Chaining Aufbau einer komplexen Verhaltensweise: Das letzte Glied der Kette wird als Erstes verstärkt und die Verhaltenskette von hinten ausgeformt Verhaltenskette "selbstständig anziehen" -> Anziehen der Schuhe wird zuerst ausgeformt -> dann weiter vorgearbeitet und verstärkt wird immer erst nach dem Schuheanziehen
  • Fading Schrittweise Ausblenden von verbalen, bildlichen oder verhaltensmäßigen Hilfsstimuli. Selbstständige Ansätze werden konsequent verstärkt Bsp.: Verlängerung der Sitzungabstände im Rahmen der Generalisierung von Veränderungen in der Therapie
  • Prompting Verbale oder verhaltensmäßige Hilfestellung, die die Aufmerksamkeit der Person auf das gewünschte Verhalten lenkt Bsp: Instruktion von Th., nimmt das Kind an die Hand: " Jetzt möchte ich, dass du... machst!" -> erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Zielverhalten, welche dann verstärkt werden kann
  • Token Economies Einsatz von Verstärkern, die man gegen etwas kann (Belohnungsaufschub) Bsp: Hygiene in der geschlossenen Psychiatrie
  • Bestrafung Anwendung eines aversiven Reizes auf unerwünschtes Verhalten (C-) sollte nur angewendet werden, wenn ein Verzicht auf Bestrafung noch negativere Folgen hätte und andere Methoden erfolglos waren -> benötigt Zustimmung des Pat
  • Löschung Entfernen des positiven Verstärkers, der das Problemverhalten aufrechterhält (C+) Löschung braucht Zeit -> nicht angemessen, wenn das Problemverhalten sofort unterbleiben soll Bsp.: Ausblenden der elterlichen Aufmerksamkeit bei problematischem Verhalten
  • Checking Spezialform der Löschung, welche jedoch graduiert erfolgt Bsp: Einschlaftraining bei Säuglingen, bei dem nach einer jeweils festgelegten Zeit wieder zum Kind gegangen und es beruhigt wird; schrittweise Erweiterung der Zeitabstände
  • Response Cost Bereits erhaltene Verstärker (z.B. Tokens) werden bei unangemessenem Verhalten wieder entzogen; in Verbindung mit einem Token-System; Spezialfall der Löschung Bsp.: Schüler müssen bei Nichteinhalten der selbstständigen Arbeitszeit in Ruhe ihre Tokens zurückgeben
  • Timeout Alle potenzielle Verstärker des Verhaltens werden unerreichbar gemacht; ist v.a. indiziert, wenn es schwierig ist, alle relevanten Verstärker zu identifizieren oder zu konrollieren Bsp: Der Klassenkasper wird für 5 Min in einen neutralen Raum gebracht
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  • Sättigung tritt mit der Zeit immer da ein, wenn eine bestimmte Reaktion sehr häufig gezeigt wurde und immer derselbe Verstärker erfolgt Bsp.: einem geistig Behinderten, der Papier hortet, wird beliebig viel Papier zur Verfügung gestellt
  • Beschränkung Durch die physikalische Behidnerung eines Verhaltens kann dieses kurzfristig reduziert werden Bsp: bei akutem aggressiven Verhalten wird eine Person festgehalten
  • Verstärkung inkompatibler Verhaltensweisen Ein mit dem unerwünschten Verhalten unvereinbares Verhalten wird verstärkt Bsp: Habit-Reversal-Training
  • Kontigenzvertrag zw Th und Pat oder zur Selbstkontrolle Pat mit sich selbst -> größere Verbindlichkeit, regelt umfassendere Belange und strukturiert größere Abschnitte einer Therapie -> meist "wenn-dann" Bedingungen -> es werden relevante Bedingungen einer Intervention (Problemverhalten, Ziele, Aufgaben des Th und des Pat und Art und Weise der Verstärker) festgelegt
  • Mediatorenmodell/Mediatorentraining Verstärkung erfolgt nicht direkt durch Th, sondern durch einen Mediator, der in der natürlichen Umgebung des Pat zu finden ist -> z.B. Lehrer, Eltern, Erzieher = häufiger Kontakt zum Pat und somit besserer Zugang zu attraktiven Verstärkern = Erweiterung der Dyade "Patient-Therapeut" zur Triade: Th als Berater für Mediator, der zum unmittelbaren Th wird
  • Habit-Reversal-Training (Ziel + Indikation) Ziel: systematische Unterbrechung eines (automatischen) Verhaltens durch eine konkurrierende Reaktion (Reaktionsumkehr) Indikation: Tic-St., Trichotillomanie, Daumenlutschen, Fingerknacken und andere nervöse Verhaltensgewohnheiten, wie z.B. Kratzen im Rahmen einer dermatologischen Erkrankung
  • Durchführung eines Habit-Reversal-Trainings 1. Genaue Beschreibung des Verhaltens, Erkennen des Auftretens sowie frühe Anzeichen (z.B. über direkte Verhaltensbeobachtung, Tagebücher, Videoaufzeichnungen), um die Verhaltenskette frühestmöglich unterbrechen zu können 2. Aufbau von Veränderungsmotivation (Aufzeigen der negativen Konsequenzen des Problemverhaltens, Verstärkung erster Fortschritte, Einbezug von Bezugspersonen) 3. Competing-Response-Training: Sobald der Impuls auftritt, das Problemverhalten zu zeigen, soll der Patient inkompatibles Verhalten zeigen, z.B. statt Nägelkauen die Hände zu Fäusten ballen. Wichtig sind die kontingente Anwendung und die Verstärkung des neuen Verhaltens 4. Generalisierungstraining: zuerst Einüben in Therapiesituation, dann Übertragung auf Alltag und schrittweise auf besonders schwierige Situationen
  • Exposition synonym: Konfrontation Oberbegriff für versch. Verfahren -> Pat soll lernen, sich mit einer belastenden, z.B. phobischen oder traumatischen Situation zu konfrontieren, sich mit dieser aktiv auseinander zu setzen und deren Bewältigung zu erlernen - externe Stimuli= Prüfungsraum, Spinne, Wodkaflasche - interne Stimuli= Herzklopfen, traumatische Erinnerungen => Techniken der Stimuluskontrolle Reizexpo muss für den Erfolg ausreichend lang stattfinden -> gekennzeichnet durch einen signifiakten Abfall der Emotion
  • Indikation für Exposition allgemein: Angst- und Vermeidungsreaktionen Angststörungen PTSD bzw. allgemein die Verarbeitung belastender Erfahrungen Suchterkrankungen Essstörungen Zwangstörungen chron. Trauerreaktionen
  • Kontraindikationen für Exposition körperl. Erkrankungen v.a. Herzinsuffizienz psychotisches oder dissoziales Erleben Schwangerschaft unzureichende Motivationslage hoher sekundärer Krankheitsgewinn Angst als Folge einer anderen Erkrankung
  • Wohin unterscheiden sich Konfrontationsverfahren? 1. Modus der Darbietung des Angstreizes (in sensu vs. in vivo) 2. Vorgehen (graduiert vs. massiert) 3. Tatsache, ob therapeutenbegleitet oder alleine geübt wird 4. Setting (Einzel- vs. Gruppentherapie)
  • Konfrontation in vivo + Vorteile Darbietung des Angstreizes in der Realität günstiger, da ein schneller Angstabfall erfolgt und ein evtl Vermeidungsverhalten in der realen Situation einfacher verhindert werden kann
  • Konfrontation in sensu + Indikation Darbietung des Angstreizes in der Vorstellung indiziert wenn - das Aufsuchen der Situation in der Realität gar nicht möglich ist (Approbationsprüfung) - = ethisch nicht vertretbar ist (Vergewaltigung) - bei best. Vorerkrankungen (Herzinsuffizienz) - z.T. wenn in der gefürchteten Situation real Leistungen vom Pat erbracht werden müssen (Operation am offenen Herzen) gelegentlich muss in sensu gearbeitet werden, wenn es nicht möglich ist die reale Situation herzustellen (Angst vor Gewitter) oder der Pat nicht zu einer in vivo K motiviert werden kann
  • massierte Konfrontation intensivtherapeutische Vorgehensweise es wird bei der Expo mit dem stärksten angstauslösenden Reiz begonnen Flooding = massierte K in vivo; scheint den anderen Vorgehensweisen in den erzeugten Effekten leicht überlegen, da die Pat sich von Beginn an mit ihren stärksten Ängsten konfrontieren
  • graduierte Konfrontation + Wirkmechanismus schrittweise Annäherung an den stärksten angstbesetzten Stimuli v.a. bei med. Kontraindikation gegen ein massiertes Vorgehen (Schwangerschaft) oder wenn die gefürchtete Situation reale Gefahren in sich birgt (z.B. Auto fahren) im Gegensatz zu den anderen Konfrontationsverfahren wird explizit Wert auf Alternativverhalten gelegt -> wird mittels operanter Methoden ausgeformt Wirkmechanismus: Löschung von Angst (Erregung), kognitive Umstrukturierung
  • Systematische Desensibilisierung+ Wirkmechanismus Wolpe, 1958 Die Pat stellen sich unter Entspannung zunehmend stärkere angstauslösende Reize vor -> durch die Kopplung dieser Reize mit einer Reaktion, die mit Angst unvereinbar ist (Entspannung), kann die Angstreaktion systematisch abgebaut werden Wirkmechanismus: Grundannahme: Hemmung von Angst durch eine antagonistische Reaktion (reziproke Hemmung) Durch die gleichzeitige Aktivierung von angstinkompatiblen Verhalten und Emotionen wird die Angst gehemmt heute geht man davon aus, dass für eine erfolgreiche Behandlung weder Entspannung noch Hierachisierung vonnöten sind