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Verhaltenstherapie (7) (Subject) / Modelle der Symptomentstehung (20) (Lesson)

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  • Lernen Ausbildung oder Korrektur von individuellem Gedächtnisbesitz durch informationsverarbeitende Prozesse greift verändernd in Gedächtnisinhalte ein (Denken nicht) Lernen = alle Verhaltensänderungen, die aufgrund individueller Erfahrungen zustande kommen psychische Störungen sind auf abnormes, gelerntes Verhalten zurückzuführen Abnormes Verhalten unterliegt denselben lerntheoretischen Gesetzmäßigkeiten wie funktionales Lernen
  • klassische Konditionierung = respondentes Lernen nach Pawlow (1927) ursprünglich neutrale Reize werden zum Auslöser von Reaktionen, die sie vorher nicht auslösen konnten -> ein neutraler Reiz /Stimulus (der aufgrund seiner Eigenschaft eine biologisch vorprogrammierte,automatische Reaktion auslösen kann) wird mit dem unkonditionierten Reis/Stimulus dargeboten (auch: Kopplung, Assoziation) Das problematische Verhalten wird durch die vorausgehenden Reizmerkmale ausgelöst (S-Variable) = respondentes Verhalten/Lernen
  • Was muss für eine erfolgreiche klassische Konditionierung vorhanden sein? Kontingenz und Kontinuität
  • Kontingenz in Bezug auf klassische Konditionierung ->Informationsgehalt, den ein neutraler Stimulus über das Auftreten eines unkonditionierten Stimulus liefert (im Idealfall ist der NS ein optimaler Prädiktor für das Auftreten des UCS) Die Zuverlässigkeit, mit der Prädiktionen möglich sind, scheint entscheidend für die Stabilität des Lerneffekts -> Kontingenz somit entscheidender als Kontinuität
  • Kontingenz Zwischen dem neutralen Stimulus und dem unkonditionierten Stimulus muss es eine räumliche und zeitliche Nähe geben -> je nach zeitlichem Zusammenhang ist die klassische Konditionierung untersch. effektiv
  • Preparedness -> biologische Prädisposition, auf bestimmte Reize besonders leicht eine stabile konditionierte Reaktion zu entwickeln nicht alle situativen Stimuli sind gleichermaßen als CS geeigent -> Menschen entwickeln eher und schneller Angst vor Spinnen als vor Steckdosen (=phylogenetische Bedeutsamkeit)
  • Reizgeneralisierung Reize, die dem CS ähnlich sind können durch Generalisierung auch zu Auslösern der CR werden z.B. eine bestehende Angst vor Ratten weitet sich auf Kaninchen aus (= Reizgeneralisierung)
  • Reizdiskrimination eine bedingte Reaktion wird nur durch einen genau definierten Reiz ausgelöst, nicht aber durch einem ihm ähnlichen Reiz (komplementär zur Reizgeneralisierung)
  • Gegenkonditionierung Eine durch klassisches Konditionieren erlernte (problematische) Reiz-Reaktions-Verbindung wird durch eine weitere Konditionierung mit anderen, unvereinbare Reizen wieder verlernt bzw. neu konditioniert -> ursprüngliche CR1 wird durch eine gegenteilige CR2 ersetzt z.B. entspannt (CR2) statt panisch (CR1) auf den Anblick einer Spinne zu reagieren --> systematische Desensibilisierung
  • Der kleine Albert ethisch fragwürdiges Experiment von Watson und Rayner Menschenversuch in dem gezeigt wurde, dass sich Reize auch an emotional-motivationale Reaktionen koppeln lassen Ratte (neutraler Reiz) gepaart mit unkonditioniertem Stimulus Lärm (reflexhafte Schreckreaktion) -> klassisch konditionierte Angstreaktion aversives Erleben wurde auf den ursprünglich neutralen Reiz übertragen
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  • operante Konditionierung der Organismus lernt eine Beziehung zwischen seinem Verhalten und den Konsequenzen (nicht zwischen Reizereignissen) problematisches Verhalten wird durch die Wirkung der nachfolgenden Reizmerkmale (C-Variable) aufrechterhalten geht auf Burrhus Skinner zurück auch "Lernen am Erfolg" -> ein natürlich auftretendes Verhalten wird häufiger ausgeführt, wenn es positive Folgen hat 4 mögliche Konsequenzen von Verhalten
  • die vier möglichen Konsequenzen positiver Stimulus positive Verstärkung: C+ -> Wahrscheinlichkeit für das Verhalten steigt (angenehme Konsequenz) Bestrafung TypII oder indirekte Bestrafung C+  -> Wahrscheinlichkeit für das Verhalten sinkt (positiver Verstärker wird entzogen z.B. Fernsehverbot, Bobons werden weggenommen) negativer Stimulus Bestrafung Typ I oder direkte Bestrafung C- -> Wahrscheinlichkeit für das Verhalten sinkt (Stromstoß) negative Verstärkung C-  -> Wahrscheinlichkeit für das Verhalten steigt (unangenehme Konsequenz fällt weg z.B. Vermeidung) Psychische Störungen entstehen oft durch negative Verstärkung oder werden dadurch aufrecht erhalten
  • zwei Bedingungen für operantes Konditionieren - Kontiguität: geringer räumlich-zeitlicher Abstand zwischen Verhalten und Konsequenz - Kontingenz: Struktur, Regelmäßigkeit und Vorhersagbarkeit zwischen Verhalten und Konsequenzen (K-Variable) -> bei hoher Kontingenz folgt auf ein bestimmtes Verhalten immer eine bestimmte Konsequenz -> bei niedriger Kontingenz folgt z.B. nur bei jedem x-ten Mal die Konsequenz
  • Welcher Verstärkung empfiehlt sich in der Therapie? -> kontinuierliche Verstärlung zum Verhaltensaufbau ist ein Verhalten etabliert -> intermittierende Verstärkung (=löschungsresistenter)
  • Welche Verhaltenskonsequenzen sind verhaltenswirksamer? kurzfristige oder langfristige? kurzfristige -> deshalb geht es in der Therapie oft darum, (langfristig) erwünschtes Verhalten über Zwischenziele zu verstärken
  • primäre Verstärker befriedigen physiologische Grundbedürfnisse z.B. Wärme, Nahrung, Körperkontakt sie wirken ohne vorausgehende Lernprozesse, sind jedoch nur wirksam, wenn das Grundbedürfnis gerade besteht
  • sekundäre Verstärker entstehen durch die häufige Kopplung eines neutralen Reizes mit einem primären Verstärker -> konditionierte Verstärker, die quasi Stellvertreter der primären V sind und deren Eigenschaften übernehmen -> wirken erst durch Lernprozesse, z.B. Geld, gute Noten, Prestige
  • soziale Verstärker -> angenehmer zwischenmenschlicher Kontakt z.B, Umarmung, verbales Lob, Kopfnicken
  • materielle Verstärker Süßigkeiten, Spielsachen In der Therapie sollte von materiellen zu sozialen Verstärkern übergegangen werden
  • Premack Prinzip Nutzung eines Verhaltens (A) mit hoher Auftretenswahrscheinlichkeit für den Aufbau eines (als unangenehm empfundenes bzw. allgemein neuartiges) Verhaltens (B) z.B. ein depressiver Patient liegt lange im Bett (A) und es wird vereinbart, dass er nach einem Spaziergang von 30 Min (B) zwei Stunden im Bett liegen darf
  • Diskriminativer Hinweisreiz ein Reiz erhält eine Hinweisfunktion, indem er einer Reaktions-Konsequenz-Abfolge regelmäßig vorausgeht Reiz -> Reaktion -> Konsequenz
  • Löschung findet statt, wenn eine erwartete Konsequenz auf ein Verhalten ausbleibt Zusammenhang zwischen Verhalten und Konsequenz wird gelöscht
  • Zwei-Faktoren-Theorie der Angst Mowrer 1960 natürliches lerntheoretisches Modell zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Ängsten Kombination von klassischer und operanter Konditionierung -> Angstentstehung durch klassisches Konditionieren (z.B. Kopplung einer Panikattacke mit dem zunächst neutralen Stimulus "Kaufhaus") -> Störungsaufrechterhaltung durch operante K (der Betroffene meidet das Kaufhaus und kann keine gegenteilige Erfahrung mehr machen = negative Verstärkung, Vermeidungslernen)
  • Erlernte Hilflosigkeit Seligman entsteht, wenn in einer Situation weder Flucht- noch Vermeidungsverhalten gegenüber einem aversiven Reiz möglich ist Erlebnis der Unkontrollierbarkeit -> kognitive, emotionale, motivationale und physiologische Beeinträchtigung (bei Versuchstieren) Mensch: Kausalattributionen als Erklärung für das Phänomen laut Seligman fördert ein pessimistischer Attributionsstil die Entstehung von Depressionen, nämlich negative Erlebnisse als intern, stabil und generell verursacht anzusehen