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Psychoanalytisch begründete Verfahren (8) (Subject) / Modelle der Symptomentstehung (26) (Lesson)

Modelle

This lesson was created by CarinaFlach.

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  • Entstehung von Symptomen nach psychodynamischem Verständnis 1. der missglückte Lösungsversuch eines innerpsychischen Konfliktes 2. das Anzeichen struktureller Entwicklungsdefizite 3. die Folge der Einwirkungen eines traumatischen äußeren Ereignisses ODER Mischformen
  • Konflikt = innerer Widerstreit gegensätzlicher Motive, Wünsche, Bedürfnisse, Werte und Vorstellungen - für den Menschen konstitutiv - aus ursprünglich interpersonellen Konflikten können durch Verinnerlichung intrapsychische Konflikte werden -> diese können wiederum als soziale Konflikte reexternalisiert und inszeniert werden
  • Allgemeines Modell einer konfliktbasierten Psychodynamik Auslösende Situation (Versuchungs- und Versagenssituation) -> aktueller Konflikt -> Reaktualisierung eines infantilen Konfliktes (= unbewusster, innerer Konflikt) -> Abwehr -> Kompromissbildung zw. Wunsch und Abwehr -> Symptom (Angstreduktion, derzeit beste Organisationsform eines psychischen Konfliktes)
  • Abwehr - unbewusst durchgeführtes, selbsttäuschendes Verhalten mit dem Ziel der Unlustvermeidung und des Schutzes des Selbstbildes - unbewusste Ich-Funktion
  • Verdrängung Unbeabsichtigter Ausschluss von Gedanken, Gefühlen und Impulsen aus dem Bewusstsein
  • Spaltung Aufteilung der psychischen Repräsentanzen von Selbst und Objekt in sich widersprechende Qualitäten, die auseinandergehalten werden müssen -> z.B. nur gut (Idealisierung) und nur böse (Entwertung) = frühkindlicher Abwehrmechanismus; Ich ist noch nicht fähig zur Verdrängung Bsp.: "Mein alter Therapeut war ein unfähiges Monster, Sie hingegen sind ein gottgleiches Genie"
  • Verleugnung - als negativ empfundene Wahrnehmungen werden verneint - im Gegensatz zur Verdrängung = Bewältigung der äußeren, nicht der inneren Realität                                                 = spontane Schutzreaktion; lässt Inhalte nicht dauerhaft                                                               unbewusst werden Bsp.: "Was? Heute ist schon unsere letzte Stunde? Das kann nicht sein!"
  • Verschiebung Bedrohliche libidinöse oder aggressive Impulse werden von einem ursprünglich gemeinten Objekt auf ein anderes (geeigneteres bzw. weniger gefährliches) verlagert Bsp.: "Es ist wirklich schlimm, dass allein durch diesen inkompetenten Gutachter der Antrag für meine Therapie bei Ihnen abgelehnt wurde."
  • Wendung gegen das Selbst Aggressionen werden nicht gegen ein äußeres Objekt gerichtet, sondern gegen die eigene Person.  -> kann die Form altruistischer Abtretung annehmen -> auch Formen passiver Aggression Bsp.: "Es ist nicht schlimm, dass Sie meinen Termin vergessen haben. Bestimmt hätte ich sowieso wieder nichts Gescheites zu sagen gewusst, ich bin wirklich kein guter Patient."
  • Reaktionsbildung Statt des ursprünglichen nicht akzeptablen Impusles, Affektes ider Gedankens einem Objekt gegenüber wird gerade das entgegengesetzte Verhalten, Fühlen oder Denken gezeigt. Bsp.: "Ich habe Ihnen heute einfach mal ein Geschenk mitgebracht. Bitte schön!"
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  • Rationalisierung Das Verhalten gegenüber einem Objekt wird nicht auf eigene Triebregungen, sondern auf moralisch akzeptable und logisch nachvollziehbare Vernunftgründe zurückgeführt. -> Flucht aus der Welt der Emotionen in die Welt der Zweckrationalität Bsp.: "Seit der Trennung von meinem Partner kann ich schlecht schlafen. Vermutlich wird es a diesem äußerst unangenehmen Wetterumschwung liegen."
  • Intellektualisierung Das konkrete Subjekt mit seinen spezifischen Triebansprüchen, Ängsten und Sehnsüchten einem bestimmten Objekt gegenüber wird in allgemeinen, abstrakten Überlegungen zum Verschwinden gebracht -> Flucht aus der Welt der Menschen in die Welt der Ideen Bsp.: "Die Trennung von meinem Partner belastet mich nicht wirklich. Beziehungen im Großen und Ganzen sind ja eher eine heikle Angelegenheit, und letztendlich ist doch die Liebe, wie Schille im 1787 unter unsäglichen Umständen uraugeführten Don Karlos so schön sagte, der Liebe Preis."
  • Isolierung bzw. Affektisolierung Kognitive Komponenten einer Szene werden erlebt, (zu erwartende) affektive Komponenten fehlen jedoch. Gegenteil: Affektualisierung Bsp.: Ein Pat. berichtet im Ton eines Tagesschau-Sprechers über den Verlust eines wichtigen Menschens.
  • Projektion Ein unbewusster Impuls oder Affekt wird nach außen verlagert und einem anderen zugeschrieben. -> eine Form der Externalisierung Bsp.: "Ich bin gerade nicht aggressiv, Schatz, DU bist aggressiv!"
  • Identifizierung, Introjektion, Inkorporation entgegengesetzt der Projektion entwicklungsnotwendige Vorgänge der Internalisierung -> Persönlichkeitseigenschaften, Verhaltensweise und Ansichten einer anderen Person werden unbewusst übernommen und zu Sellbstanteilen gemacht die drei Mechanismen unterscheiden sich hinsichtlich ihres Reife- und Differenzierungsgrades: Inkorporation= archaisch Introjektion= eher unreif Identifizierung= eher reif Bsp.: "Später möchze ich einmal genauso sein wie Papa!"
  • Identifizierung mit dem Aggressor -besondere Form eines Abwehrmechanismus -resultiert aus Einsicht in die Unterlegenheit gegenüber einem übermächtigen Gegner -beschrieben von Anna Freud 
  • Projektive Identifizierung nach Melanie Klein - "gewalttätiger Eintritt von Teilen des Selbst in das Objekt und in dessen Kontrolle" -> unerträgliche Selbstanteile werden in einen anderen hineinevakuiert und dann in diesem bekämpft -> schließt subtil oder offen manipulatives Verhalten mit ein, wodurch das Gegenüber tatsächlich dazu gebracht wird, entsprechend den in ihn hineinverlagerten Projektionen zu erleben und zu handeln - setzt in pathologischen Formen eine Spaltung voraus - Form der interpersonellen Abwehr
  • Somatisierung Konflikte erscheinen in sprachlicher Form als körperliche Beschwerden -> bei Symbolgehalt: Konversion
  • Regression Reaktivierung kindlicher Erlebenswelten Rückkehr zu einem lebensgeschichtlich früheren bzw. strukturell niedrigeren Niveau des Denkens, Fühlens und Handelns Bsp.: "Ihre Sessel sind übrigens echt bequem. Kann ich vielleicht ein Glas Wasser haben?"
  • Sublimierung Ablenkung eines Triebes auf ein neues, nicht sexuelles Objekt. -> Verwandlung von sexualisierter Triebenergie in desexualisierte Kultur Bsp.: Künstlerische und intellektuelle Tätigkeiten wie Blockflöte spielen, Psychoanalyse treiben oder Schmetterline sammeln
  • weitere Abwehrmechanismen - Ungeschehenmachen - posttraumatische Dissoziation - Vermeidung - Humor - Antizipation - Altruismus
  • Beispiele für unreife Abwehrmechanismen Spaltung bzw. Idealisierung/Entwertung projektive Identifizierung -> Indikator für das Vorhandensein struktureller Defizite angesehen - gekennzeichnet durch Rigidität, signifikante Realitätsverzerrung
  • Beispiele für reife Abwehrmechanismen Verdrängung Verschiebung Reaktionsbildung Rationalisierung Intellektualisierung Isolierung -> zeichnet sich durch Flexibilität der eingesetzten Mechanismen und geringes Maß an Realitätsverzerrung aus
  • Primärer Krankheitsgewinn Krankheitsgewinn= jede direkte oder indirekte Befriedigung die ein Kranker aus seiner Krankheit zieht primär= Angstreduktion durch die zum Symptom führende Kompromissbildung -> bildet eine ursprünglich funktionale Bedinung für das Entstehen einer Krankheit
  • sekundärer Krankheitsgewinn nachträglicher Kollateralnutzen bei bestehender Erkrankung -> aufrechterhaltende Bedingungen einer Symptomatik tertiärer KG= Vorteile, die die Umgebung des Erkrankten aus seiner Erkrankung zieht (z.B. die Möglichkeit ein Helfersyndrom ausagieren zu können)
  • Symptombildung bei strukturellen Störungen Leiden resultiert aus dem als unerträglich erlebten Verhalten der anderen Menschen i.d.R. in Form von Regulationsstörungen (Untersteuerung) spielen sich im Außen ab