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Motivation (Subject) / 93 Maßnahmen zur Herstellung und Förderung der LL-Motivation von SuS (Lesson)

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  • Einführendes (5) - man kann nicht davon ausgehen, dass alle SuS von sich aus für den aktuellen Lerngegenstand / die vorhergesehene Lernaktivität hinreichend motiviert sind - Interessendifferenzierung der Kindheit = nicht alle SuS können / sollen für alle Bereich in gleicher Weise motiviert sein - es liegt trotzdem in der Verantwortung der Lehrkraft die Potenziale der SuS auszuschöpfen und zu fördern: durch ein hinreichendes Maß an positiver subjektiver Bewertung der Lernaktivität und -gegenstände - laufende Motivierung = zentrale Aufgabe des Lehrers - großer Anteil der SuS hat gravierende Motivationsprobleme (ausgeprägtes Hilflosigkeitssyndrom) --> erforder besondere Motivationsförderungsmaßnahmen (Motivationstraining)
  • Herstellung subjektiver Bedeutsamkeit - Alltagsbezug des Lernstoffs --> Relevanz betonen - situationales Interesse herstellen und ungünstige Emotionen vermeiden (Langeweile) --> Betonung der Bedeutsamkeit des Lerngegenstands --> Ausführliche Begründung der Lernaktivität --> Artikulierung des eigenen Interesses am Lerngegenstand --> Herstellung praktischer Anwednungsmöglichkeiten und Alltagsbezüge --> Erhöhung des emotionalen Gehalts des Lernstoffs --> Verbindung des Lernstoffs mit Interessen der SuS (z.B. Medien) --> Abwechslungsreiche Gestaltung der Stoffvermittlung --> kognitive Konflikte induzieren (Widersprüche zu bisherigem Wissen)
  • Missverständnis Nr. 1: Motivierung von SuS beschränkt sich auf die ersten Minuten einer UE - oft werden Maßnahmen zur Motivierung in der ersten U-Phase eingeführt (diese Phase heißt dann auch "Motivation") --> IRREFÜHREND! Motivierung von SuS sollte NICHT nur auf diese Phase beschränkt sein - die erste Phase = besondere Bedeutung: Catch-Komponente: situationales Interesse herstellen, um ein Basisniveau der situationsbezogenen Lernmotivation zu schaffen - ABER es ist wichtig, die Motivation nicht nur am Anfang, sondern durchhgängig aufrechtzuerhalten und Lernerfolge günstig zu beeinflussen --> z.B. immer wieder Rückbeziehen des Gegenstandes auf das Eingangsproblem --> Hold-Komponente
  • Missverständnis Nr. 2: Motivierung der SuS reicht durch eine positive Bewertung des Lerngegenstandes aus Annahme der Lernenden über die eigenen Fähigkeiten und ob sie eine Lernhandlung erfolgreich ausführen können = großen Einfluss auf die Lernhandlung (die alleinige positive Bewertung des Lerngegenstandes reicht nicht aus) - eine geringe Bewertung / Abwertung: häufig Selbstschutz (Schüler meint, dass seine mathematischen Fähigkeiten gering sind und sagt deswegen Mathe sei doof und langweilig:  schütz, damit sich sein FSK nicht negativ auf sein SWG auswirkt) - meist haben ungünstige Bewertungen von Lerngegenständen und geringes Interesse an Lerngegenständen ihre Ursache in einem geringen FSK und geringen Erfolgserwartungen --> kann im U leicht übersehen werden - geringe Motivation häufig als ungünstige Bewertung vom Lerngegenstand und -aktivität sichtbar Motivation muss auch immer ausreichende Sicherstellung von ERFOLGSERWARTUNG beinhalten
  • Missverständnis Nr. 3: Motivieren bedeutet Antreiben - Unterricht so gestalten, dass Lernziele im Vordergrund stehen und Leistungsziele in den Hintergrund treten --> Prinzipien aus der SBT und der Zielorientierungstheorie nutzen - TARGET: Task, Authority, Recognition, Grouping, Evaluation, Timing
  • TARGET T (8) T = task = Aufgabenstellung - abwechslungsreich - vielfältig - persönlich bedeutsam - sinnhaft - emotional reichen  - interessant - indiviuell herausfordernde Aufgaben, die mit Anstrengung zu bewältigen sind - Strukturierung in Teilschritte und Teilziele - anhand dessen SuS Fortschritte erkennen können
  • TARGET A (3) A = Authority = Autorität / Autonomie - Entwicklungsangemessene Übertragung von Verantwortung für das Lernen und Zusammenarbeiten in der Klasse - Möglichkeiten zur Wahl von (Teil-)Lernzielen, -aktivitäten, -wegen, -materialien --> Selbstregulationsfähigkeiten der SuS - Entscheidungen treffen können und Führung wahrnehmen können
  • TARGET R (7) Recognition - Anerkennung - Anerkennung von Anstrengung durch Lob, pos. emotionale Reaktionen, Belohnung, andere Formen der Verstärkung - Überzeugung vermitteln, dass Anstrengung auch zur Verbesserung von Kompetenzen führt, dass Kompetenzen das Ereignis von Anstrengung sind - Anerkennung von individuellen Verbesserungen - keine Bevorzugung von leistungsstarken SuS - Anerkennung des Verständnisses des Lernstoffs - Anerkennung individueller Lösungszugänge - Realisierung eines konstruktiven Fehlerklimas; Fehler = Lernchancen, NICHT Anzeichen mangelnder Kompetenzen
  • TARGET G (4) Grouping - Gruppierung - kooperative Lernmethoden - leistungsheterogene Gruppen, die das gemeinsame Erreichen von Zielen fördern - kooperatives anstelle eines wettbewerborientierten Klima - Kompetenzen vermitteln zur effektiven Arbeit in Gruppen
  • TARGET E (4) Evaluation - Bewertung: - individuelle und kriteriale Bezugsnormen - Vermeidung der sozialen Bezugsnorm - Möglichst starker Verzicht auf wettbewerbsorientierte Methoden - möglichst starker Verzicht auf öffentliche Leistungsrückmeldungen, intensive Nutzung privater Rückmeldungen
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  • TARGET T (4) Zeit Timing - Zeit - ausreichend Bearbeitungszeit - Ausrichtung der Lernzeit an die schwächeren SuS (ggf. Zusatzaktivitäten für leistungsstärkere SuS) - eigenverantwortliche Zeitplanung und Lernaktivitäten - eigenständigen Terminierung von Selbsttests
  • dezidierte Motivationstrainings (8) - können auch präventiv genutzt werden (z.B. nach dem Übergang oder bei einem besonders schwierigem Fach) - versuchen primär FSK und Erfolgserwartung zu verbessern / erlernte Hilflosigkeit abzumildern - Förderung günstiger Ursachenerklärungen für schulische Erfolge / Misserfolge - Förderung der individuellen Bezugsnormorientierung (v.a. bei leistungsschwächeren SuS zu einer Verringerung von Furcht vor Misserfolg, Prüfungsangst, Verbesserung FSK) - Stärkung realistischer bzw. herausfordernder Schwierigkeitswahlen - Vermittlung einer impliziten Theorie erweiterbarer Fähigkeiten --> es wird nicht nur das "wollen", sondern auch das "können" verbessert: durch Verbesserung von Lernstrategien und Vermittlung von Fachwissen --> beide Trainingsteile Wollen + Können beeinflussen sich gegenseitig positiv
  • Reattributionstrainings (5) - Modifikation der Ursachenerklärung --> motivationsabträgliche durch motivationsförderliche Attributionen ersetzen - unrealistische Attributionen (pessimistische Sichtweise der eigenen Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten) sollen durch realistische Ursachenerklärungen ersetzt werden (--> Egal wie viel ich lerne, ich werde es eh nie kapieren) - schulischen Erfolg durch internale Gründe (Fähigkeit und Anstrengung) und Misserfolg durch variable Gründe (mangelnde Anstrengung) erklären --> Komponenten der LL-Motivation günstig beeinflussen und Lernprozesse und schulische Leistungen verbessern --> kann von jeder Lehrkraft eingesetzt werden (setzt jedoch Kenntnisse voraus)
  • Beispiele attribunales Feedback Erfolg: hohe Fähigkeiten: Texte zu schreiben liegt dir offensichtlich; man sieht, dass du über die notwendigen Fähigkeiten verfügst hohe Anstrengung: man merkst, dass du dich ausführlich mit dem Text befasst hast richtiger Strategieeinsatz: wie du siehst, zahlt sich diese Technik aus, zuerst jeden Abschnitt im Text zusammenzufassen
  • Beispiele attribunales Feedback Misserfolg mangelnde Anstrengung: wenn du noch genauer arbeitest, wird es perfekt mangelnder Strategieeinsatz: hast du die Vokabeln falsch gelernt? effektiv ist es, wenn du erst immer ganz wenige Wörter so lange übst, bis du sie mehr als sicher beherrscht schwierige Aufgabenstellung: diese Aufgabe war sehr schwer Pech: das kann jedem mal passieren
  • Wirksamkeit von Reattributionstrainings (5) - empirisch belegt - Einzeltrainings, unterrichtsbegleitende Kleingruppentrainings = größere Trainingswirkungen wie mit unterrichtsintegriertem Training durch Lehrkräfte - Lehrkräfte können Attributionen und Motivation ihrer SuS verbessern - WICHTIG: im Falle von schulischen Erfolg sollte nicht nur Anstrengungsrückmeldung präsentiert werden, sondern auch Ursachenzuschreibungen auf hohe Fähigkeiten zurückgeführt werden - EFFEKTIVSTEN: bei einem neuen Lerngegenstand Erfolge zunächst mit Anstrengungsattributionen kommentieren --> wenn dann hinreichendes Wissen erworben wurde: Fähigkeitsrückmeldungen --> so wird SuS eine Erweiterung des Wissen / Kompetenzen als Ergebnis ihrer Anstrengung modifiziert