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Biologische Psychologie (Subject) / Emotionen (Lesson)

Hier lernst du Sachen über Emotionen, mit biologisch-psychologischen Hintergrund.

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  • Nennen Sie drei wichtige Kennzeichen von Emotion. Es gibt drei Kennzeichen einer Emotion: •eine typische subjektive Befindlichkeit •ein bestimmter Funktionszustand des Gehirns •charakteristische Vorgänge auf der körperlichen Ebene   In der subjektiven Befindlichkeit zeigt sich, ob jemand emotional reagiert und welche Emotion es ist, d.h. wie wir uns fühlen. Typische körperliche Reaktionsmuster von Emotionen sind: Ausdrucksreaktionen (v.a. Gestik und Mimik, häufig auch: komplexes Verhalten, z.B. Fluchtverhalten) und Prozesse im vegetativen System. Diese Reaktionsmuster sind evolutionär, genetisch angelegt, werden aber auch durch Lernvorgänge im Einzelnen überformt.
  • Erläutern Sie, auf welchen 4 Ebenen man Emotionen beobachten und mit welchen Methoden man sie untersuchen kann. Emotionen finden auf 4 Ebenen statt und können entsprechend dort beobachtet und untersucht werden: •Vorgänge im Gehirn (Untersuchungsmethoden: bildgebende Verfahren, elektrophysiologischen Methoden: v.a. EEG) •Hormonelle und vegetative Prozesse (z.B. Schweißausbrüche, Herztätigkeit, Übelkeit, u.v. m., Untersuchungsmethoden: psychophysiologische Methoden) •Motorische Reaktionen (v.a. Gestik und Mimik, komplexe Handlungen: z.B. Flucht, Kampf, Zuwendungsverhalten, Untersuchungsmethoden: z.B. Verhaltensbeobachtung, Mimik-Analyse, Analyse von Körperbewegungen) •Subjektiv erlebte Gefühle (Untersuchungsmethoden: Selbstbericht, Interview, Fragebogen)
  • Was versteht man unter dem „Klüver-Bucy-Syndrom”? Wann tritt es auf, und welche Symptome kennzeichnen es? Affenstudien zeigten, dass eine Schädigung der Amygdala zu folgenden Symptomen führt: •emotionale Abflachung und Dämpfung, z.B. auffällige Zahmheit, keine Angstreaktionen, keine Aggression •orales Explorationsverhalten („alles in den Mund stecken”, auch nicht Essbares) •auffälliges und exzessives Paarungsverhalten •visuelle Agnosie (Störung des Erkennens von Objekten, ohne tatsächlich blind zu sein) •Ruhelosigkeit, Hyperaktivität   Dieser Symptomkomplex wird als „Klüver-Bucy-Syndrom” bezeichnet. Auch beim Menschen werden diese Symptome bei Schädigungen der Amygdala (z.B. Schlaganfall) gefunden. Die paarig angelegten Amygdalae (Mandelkerne) haben wichtige Funktionen: Steuerung und Auslösung von emotionalen Verhaltensweisen wie Aggression und Angst sowie Interaktion mit anderen Hirnregionen zur Regulation von Emotionen. Experimentell wird folgendermaßen vorgegangen: Einem neutralen Reiz (z.B. Ton) folgt in der Konditionierungsphase ein aversiver Reiz am Fuß (z.B. Stromschlag). Das Versuchstier zeigt eine Angstreaktion, die sich äußert in vegetativen Reaktionen (z.B. Herzschlaganstieg, Blutdruckanstieg) und motorischen Reaktionen wie „Freezing” (starre Körperhaltung). Ton und Stromschlag werden wiederholt miteinander gepaart, sodass auf den ursprünglich neutralen Reiz (Ton) schon die Angstreaktion eintritt (Prinzip der klassischen Konditionierung). Eine Schädigung der Amygdala verhindert die Furchtkonditionierung.
  • Beschreiben Sie die Abläufe bei der „Furchtkonditionierung” (nach Joseph LeDoux) und benennen Sie die daran beteiligten Hirnstrukturen. Im Gehirn sind folgende Abläufe bei der Furchtkonditionierung beteiligt: --> Wenn ein akustischer Reiz (Ton) zum konditionierten Angstreiz wird, so verläuft die akustische Information vom Hörorgan (Ohr) zuerst zum Geniculatum mediale des Thalamus. --> Von hier aus gibt es zwei weitere Verschaltungswege: (1) der „kurze und schnelle” Weg läuft direkt zur Amygdala (über diesen Weg erfolgt die Furchtkonditionierung, beinhaltet automatische vegetative Reaktionen sowie Erstarren bei Anblick des Angstreizes), (2) der „lange” und „langsamere” Weg geht zuerst vom Ohr zum akustischen Kortex und zu akustischen Assoziationsarealen und dann erst zur Amygdala (auf diesem Weg sind bewusste Prozesse der differenzierteren Auseinandersetzung mit dem Reiz möglich, z.B. Bewertungsvorgänge). Von der Amygdala aus werden a) Signale an den Hypothalamus gesendet, der eine Kaskade an vegetativen Reaktionen auslöst, b) Information zum periaquäduktalen Grau geschickt, hier wird die „Freezing-Reaktion” ausgelöst. Beides zusammen bildet die typische „Angstreaktion”.
  • Erläutern Sie die Funktionen und die Bedeutung des „insulären Kortex”. Der insuläre Kortex („Insula”) ist das Schaltzentrum von Emotionen und vegetativen Prozessen des Körpers. Hauptaufgaben des insulären Kortex: •Regulation viszeraler (= die Eingeweide betreffend)  Prozesse •Repräsentation afferenter ( = Zu einem Organ hinführend) vegetativer Signale aus dem Körper •Interaktion mit anderen Hirnbereichen (z.B. Hypothalamus)   In bildgebenden Studien wurde gezeigt, dass es zur Aktivierung des insulären Kortex kommt bei Emotionsinduktion und dass bei Angstpatienten ein Anstieg der Aktivität bei Konfrontation mit der Angstsituation stattfindet. Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass der insuläre Kortex ein wichtiges Verbindungszentrum ist zwischen körperlichen, viszeralen Feedbacks und höheren kognitiven und emotionalen Funktionen. Er wird als wichtiges „Bindeglied” zwischen „Körper und Geist” und dem Entstehen eines gesunden „Selbst” diskutiert. Diese Forschungsrichtung wird heute auch als „embodied cognition”-Forschung und als „Embodiment” bezeichnet. Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen: bei Essstörungen (z.B. Anorexia nervosa) eine gestörte Wahrnehmung und Verarbeitung interner körperlicher Signale (z.B. des eigenen Herzschlags) = Interozeption. (die Komponenten der Wahrnehmung, die nicht Aspekte der Außenwelt, sondern die es eigenen Körpers mit einschließen)  Interozeptive Prozesse werden im insulären Kortex abgebildet. Auch bei übergewichtigen Menschen wurde eine verminderte Interozeptionsfähigkeit demonstriert sowie ebenso bei einer Reihe psychosomatischer Störungen (z.B. affektive Störungen, somatoforme Störungen). Es konnte zudem gezeigt werden: Hemmt man die Aktivität des insulären Kortex anhand von TMS (transkraniale Magnetstimulation), führt dies bei Gesunden zu einer Beeinträchtigung der interozeptiven Körperwahrnehmung und weiterer interozeptiver Verarbeitungsprozesse im Gehirn.   Die Theorie wurde von dem Neurologen Antonio Damasio entwickelt. Er hat die Ideen von William James' Emotionstheorie wieder aufgegriffen und die Theorie neurowissenschaftlich ausgebaut.
  • Was versteht man unter der „Theorie der somatischen Marker”, und welche Forscherpersönlichkeit hat diese entwickelt? Forscherpersönlichkeit: Antonio Rosa Damasio (*25.02.1944)  Die Theorie der somatischen Marker geht davon aus, dass spezifische Reize (meist emotionale) eng mit entsprechenden körperlichen (somatischen) Prozessen und Reaktionen assoziiert sind. Beide gemeinsam werden als Assoziationen im Gehirn repräsentiert. Diese Assoziationen bilden die sogenannten „somatischen Marker”. Diese Marker stellen wichtige Informationen dar, die helfen, Situationen adäquat zu beurteilen und adäquate Handlungsalternativen auszuwählen. Zudem sind somatische Marker bedeutsam dafür, aus bisherigen Erfahrungen zukünftige Entscheidungen zu planen und zu fällen. Der Grund dafür ist nach Damasio, dass durch die eher unbewusste Wiederaktivierung oder Erinnerung an vorhergehende Situationen die somatischen Marker wieder reaktiviert werden können, und dies auch ohne dass die gesamte Kaskade „externaler Reiz-körperliche Reaktion” (= „body-loop”) voll abgelaufen sein muss. Diese Reaktivierung von somatischen Markern wird als „as-if-body-loop” bezeichnet und führt zu einer abgeschwächterten körperlichen Reaktion als bei realer Begegnung mit einem (emotionalen) Reiz, wie es im „body-loop” der Fall ist.  
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