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Psychologie Gedächtnis (Subject) / Gedächtnistäuschungen/ Falsche Erinnerungen (Lesson)
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- Falsche Erinnerungen Definiton Erinnerungen von Informationen/ Ereignissen, die nicht (oder so nicht) präsentiert wurden/ stattgefunden haben Unterscheidung:spontane falsche Erinnerungen vs (fremd) suggestionsbasierte falsche Erinnerungen
- Grundlegende Prinzipien Gedächtnis ≠ Videorekorder Informationsverarbeitung ist aktiv: konstruktive Prozesse beim Enkodieren und rekonstruktive Prozesse beim Abruf Auslassungs und Verzerrungsfehler "Gedächtnisfehler sind Nebenprodukte ansonsten adaptiver Merkmale des Gedächtnisses"
- Quellenkontrolle Viele falsche Erinnerungen basieren darauf, dass ein Ereignis einer falschen Quelle zugeschrieben wird Unterscheidung INHALT (was wissen wir) einer Gedächtnisspur und QUELLE (woher wissen wir etwas) Personen können ein Ereignis erinnern, aber die Quelle völlig vergessen oder es einer falschen Quelle zuschreiben
- Quellenkontroll(überwachungs)ansatz (Source-Monitoring Framework (SM) ) Quelle in der Regel nicht explizit gespeichert, sondern anhand der enkodierten Merkmale von Ereignissen erschlossen verschiedene Arten von Merkmalen/ Informationen zur Quellenbestimmung :- perzeptuelle Details- Kontextinformationen- semantische Details/ affektive Informationen- kognitive Operationen bei der Entscheidung über Quelle zwei Prozesse:1. ein heuristischer Entscheidungsprozess (schnell, eher automatisch) aufgrund der enkodierten quellenrelevaten Merkmale (Bsp. viele perzeptuelle Details = externe Quelle, viele kognitive Operationen = interne Quelle) 2. ein überlegter Entscheidungsprozess (langsam, kognitiv anstregend) bei wichtiger/ schwieriger Entscheidung, z.B. sehr ähnlichen Quellen
- Quellenkontrollansatz extern / intern Inhalte aus externen Quellen : in der Regel viele perzeptuelle, kontextuelle und semantische Details, sowie emotionale Reaktionen, aber kaum Informationen über kognitive Operationen Inhalte aus internen Quellen : vorgestellt, gedacht; Informationen über kognitive Operationen, aber wenig Informationen über die anderen vier Aspekte
- Internale Quellenkontrolle (Internal Source Monitoring) Unterscheidung zwischen zwei internen Quellen -> Unterscheiden zwischen denken und handeln Bsp: habe ich das nur gedacht oder gesagt?
- Externale Quellenkontrolle (External Source Monitoring) Unterscheidung zwischen zwei externalen Quellen Bsp: Habe ich die Person im Verbrecheralbum gesehen oder bei dem Banküberfall - schwieriger bei perzeptuell ähnlichen Quellen
- Realitätskontrolle (Reality Monitoring) Unterscheidung zwischen einer internalen und einer externalen Quelle Bsp. Ist das Ereignis tatsächlich passiert oder habe ich mir das nur vorgestellt / geträumt? Unterscheidung :viel perzeptuelle, kontextuelle und semantische Details gepaart mit wenig Informationen über kognitive Operationen -> externe Quelle umgekehrt -> interne Quelle
- Quellenkontrolle: Fehler - falsche Kindheitserinnerungen : vorgestellte oder auf Fotos gesehene Ereignisse, werden als tatsächlich geschehen erinnert - Unbeabsichtigte Plagiate(Kryptomnesie) : vergessen, dass diese Idee oder eine ähnliche in der Vergangenheit erfahren wurde (Realitätskontrolle), impliziter Gedächtniseffekt, eher wenn Ideen anderer elaboriert wurden (Elaboration = kogn Operationen = interne Quelle) - falsche Berühmtheitseffekte : alte nicht berühmte Namen wurden häufiger, als neue nicht berühmte Namen, als berühmt identifiziert (impliziter Gedächntiseffekt), alte Namen perzeptuell flüssiger = vertrauter, diese Vertrautheit auf falsche externale Quelle zurückgeführt (nicht Studie sondern Medien)
- DRM Paradigma Methode zur Induzierung falscher Erinnerungen im Labor, (leicht, zuverlässig und ohne explizite Suggestionen von außen) Listen von Wörtern, bei denen es sich um die ersten 10-15 Assoziationen zu einem nicht präsentierten kritischen Item handelt Typische Ergebnisse : kritische Items häufig falsch interpretier, beim Wiedererkennen häufig kein Unterschied zwischen der False Alarm Rate für die kritischen Items und der Treffer Rate für die Listen Wörter
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- Relevanz der DRM Illusion für falsche Erinnerungen im Alltag Personen mit falschen Erinnerungen an Lebensereignisse (z.B. an früheres Leben, Entführung durch Aliens) zeigen eine stärkere DRM Illusion Personen, die sich in einer Therapie mit suggestiven Techniken an einen sexuellen Missbrauch erinnern, zeigen eine stärkere DRM Illusion
- DRM Paradigma Erklärungsansatz Aktivierungs-Monitoring Ansatz Annahme zweier gegeneinander wirkender Prozesse :1. Aktivierung der kritischen Items ->primär in der Studierphase --->Gedächntisrepräsentationen der kritischen Items entweder bewusst durch semantisch elaborierte Verarbeitung aktiviert oder automatisch durch Aktivierungsausbreitung im assoziativen Netzwerk 2. Monitoring (Quellenkontrolle) -> primär in der Testphase ---> Entscheidung, ob Aktivierung des kritischen Items auf Präsentation in der Studierphase (externe Quelle) zurückgeht oder auf interne Aktivierung. Fehlattribuierung auf externe Quelle = falsche Erinnerung
- DRM Paradigma stützende Befunde 1. weniger falsche Erinnerungen wenn Monitoring einfacher(gut gelernte Listen, Bilder als Items) 2. weniger falsche Erinnerungen wenn Aktivierung schwächer (jüngere Kinder) 3. mehr falsche Erinnerung wenn Monitoring schwieriger (Stress vor Enkodierung, Zeitdruck