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Pflanzenzüchtung (Subject) / Fragenkatalog (Lesson)

WS 18/19

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  • Nr 1 Was unterscheidet Heterosis von dem Heterosiszuwachs? Heterosis = allg. Leistungsüberlegenheit der hereozygoten F1-Nachkommenschaft über das Mittel der homozygoten Eltern Heterosiszuwachs = beschreibt die Abgrenzung der versch. Aspekte der Nutzung der Heterosis - Eltern sind nicht vollständig homozygot bei Heterosiszuwachs im Gegensatz zur Heterosis --> Heterosis wird nur teilweise ausgenutzt
  • Nr. 2 Mit welchen Verfahren kann ein Pflanzenzüchter Hybriden im großen Maßstab produzieren (nur Nennung der Verfahren)? Handkreuzungen: männliche Sterilisation durch Herausziehen oder Abschneiden endständiger Rispen- und Gemüsepflanzen) oder Mais (einfach) sinnvoll - über Gametozide: chemische Substanzen, die zur männlichen Sterilität führen - Genetische Systeme: zB CMS-System - Selbstinkompatibilitätssystem (Selbstbefruchter) - Gentechnische Verfahren
  • Nr. 3 Welche Komponenten sind für das Seed Link-System notwendig? 1) Gewebespezifischer promoter TA29 2) RNAse aus Bacillus Amyloquefaciens (BARNASE tox. Enzym) 3) Inhibitor für BARNASE --> BARSTAR
  • Nr. 4 Führt eine Änderung des Paarungssystems (zB zunehmende Inzucht) zu einer Allelfrequenzänderung? Nein, dies verändert nur die Genotypfrequenz. Häufigkeit eines Allels bleibt gleich.
  • Nr. 5 Nennen Sie den Anteil genetisch verschiedener Gameten und Genotypen bei Selbstbefruchtung in Abhängigkeit von der Anzahl der spaltenden Loci! n = Anzahl spaltender Loci Anzahl verschiedener Gameten: 2n Anzahl verschiedener Genotypen: 3n Anzahl verschiedener Homozygoten: 2n
  • Nr. 6 Was ist eine Genkarte? Eine Genkarte zeigt die lineare Anordnung der Gene im Genom eines Organismus. Ist eine Übersicht über Lokalisation eines Genorts: Abfolge der bisher bekannten DNA-Sequenzen (ordnet Genloci entsprechend ihrer Genetischen Rekombinationshäufigkeit (1cM = 1%)) Unterscheidung zwischen Sequenzkarte und physikalischer Genkarte: -Sequenzkarte: genetische Information der Nucleotide - physikalische Genkarte: sind die genauen Abstände zwischen Genen gemessen in Basenpaaren eingetragen. => Abfolge in Einheit Kilobasen (kb) Obwohl die Anordnung der Gene auf beiden Kartenarten die gleiche ist, gibt es keine universal gültige „Umrechnungsformel“ zwischen den beiden Kartenarten => da die Rekombinationshäufigkeiten je nach Region des Genoms und je nach Geschlecht extrem stark variieren.
  • Nr. 7 Nennen Sie die Haupttätigkeiten eines Pflanzenzüchters 1) Aufstellen eines Zuchtziels 2) Schaffung von Variabilität (=genetische Varianz) v.a. durch Kreuzung, weniger durch Mutation 3) Nutzung von Variabilität (=Selektion von Genotypen)
  • Nr. 8 Wie wird die sog. Extrachromosomale Vererbung in der Pflanzenzüchtung genutzt? Als extrachromosomale Vererbung bezeichnet man die Weitergabe von Erbinformationen, die sich auf DNA-Abschnitten außerhalb des Zellkerns befinden. Kurz: Cybrdisierung  - Übergabe der zytoplasmatischen Komponenten (Mitochondrien, Plastiden) - Durch Abtöten des Zellkerns mit zB. Röntgenstrahlung & anschließender Zellfusion - Bei Übertragung von Eigenschaften die durch Mitochondrien und/oder Plastiden kontrolliert wird z.B männliche Sterilisation
  • Nr. 9 Welche Abschnitte des Chromosomens zeigen ein reduziertes Crossing-Over? - im Centromer - bei kleineren Chromosomen
  • Nr. 10 Wozu werden DH-Linien in der Pflanzenzüchtung verwendet? Wie können diese erzeugt werden? DH-Linie: Doppelhaploide Linie - verwendet, um vollständig homozygote Pflanze auf schnellem Weg zu erzeugen - aus Gameten werden lebensfähige Pflanze entwickelt - durch Verdopplung der Chromosomen von Eltern mit nur einem Chromosomensatz entstanden - daher vollständig reinerbig (homozygot)
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  • Nr. 11 Wie verändert sich der Anteil Heterozygoter bei fortgesetzter Selbstung? Je Selbstung nimmt der Anteil heterozygot besetzter Loci um die Hälfte ab  --> der Anteil hetrozygoter Pflanzen sinkt um die Hälfte
  • Nr. 12 Wie ist der Inzuchtkoeffizient definiert? - berechnet die Wahrscheinlichkeit, dass sich bei Nachkommen von bereits eng biologisch verwandten Eltern dieselbe (zufällig ausgewählte) Erbinformation findet wie bei dem letzten gemeinsamen Vorfahren der beiden Elternteile. - um Grad der Inzucht quantifizieren zu können kurz: F - Größe F beschreibt den Grad der Heterozygotie Ht einer Generation t im Verhältnis zur Heterozygotie der Ausgangspopulation H0, wodurch dieses Maß als relatives Maß einzuordnen ist → Ft = (H0-Ht) / H0
  • Nr. 13 Was ist eine Transgression? --> das erblich bedingte (positive oder negative) Überschreiten der Variabiitätsgrenzen in Bezug auf bestimmte elterliche Merkmale bei Individuen der 2. Tochtergeneration (das Auftreten von Genotypen, die in ihrer Leistungsfähigkeit die Eltern- und Tochterformen übertreffen)
  • Nr. 14 Wie kann Heterosis erklärt werden? Leistungsüberlegenheit einer heterozygoten F1-Nachkommenschaft über das Mittel ihrer homozygoten Eltern (Nachkommen inzuchtgezüchteter Eltern übertreffen Leistung der Eltern in fast allen quantitativen Merkmalen) --> besonders ausgeprägte Leistungsfähigkeit von Hybriden.
  • Nr. 15 Welche allgemeinen Zuchtziele verfolgt ein Pflanzenzüchter? 1) Senkung der spezifischen Produktionskosten (ökonomisch & ökologisch):     - mehr Ertrag bei gleichem Aufwand oder gleicher Ertrag bei geringerem Aufwand     - Steigerung der Effizienz oder der Qualität 2) Schaffung neuer Produkte (Innovationsführerschaft)
  • Nr. 16 Wie lange schätzen Sie die Zeitdauer von Aufstellung eines Zuchtziels bis zur Realisierung? Von welchen Bedingungen hängt diese Dauer ab? - wesentlich länger als bei vielen anderen Wirtschaftszweigen - annuelle (einjährige) Sorten: 7 bis 15 Jahre (zB Getreide) - Obst-/Weinbau: 20 und mehr Jahre - Forst mehr als 30 Jahre - Abhängig von Pflanzenart, Entwicklungszyklus...
  • Nr. 17 Geben Sie die genetische Struktur je einer Landsorte von Selbst- und Fremdbefruchtern an (zB homogen oder heterogen, homozygot oder heterozygot). - Selbstbefruchter = homozygot und hererogen - Fremdbefruchter = heterozygot und heterogen
  • Nr. 18 Welche Gefahr besteht bei der sog. Genetischen Verarmung bzw. Generosion? genetische Erosion = Verlust von Genvarianten - Gefahr Verlust von Sortenvielfalt → Verlust an Material für die Züchtung → keine weitere Verbesserung mehr möglich - Pflanzen sind genetisch verwundbar → können durch Epidemie befallen - Aber bisher keine bis leichte Anzeichen für Generosion
  • Nr. 19 Was Inkompatibilität? gametophytische: - nur der Genotyp des haploiden Pollens erkannt; der Pollen kann in der Regel auskeimen, der Pollenschlauch wird jedoch beim Durchwachsen des Griffels blockiert - Griffelgewebe verhindert Durchwachsen von Pollenschlauch = Selbstung wird verhindert durch Erkennung und Abstoßung der Pollen sporophytisches: - der Genotyp des diploiden Pollenelters erkannt; das Auskeimen des „falschen“ Pollens wird schon auf der Narbegehemmt
  • Nr. 20 Welche Möglichkeiten kennen Sie ein Hybridsystem aufzubauen (Befruchtungsregulierung)? Mechanismen zur Kreuzung: - Handkreuzungen: männl. Sterilisation durch Herausziehen oder Abschneiden endständiger Rispen und Anpflanzen mit Vaterlinien -> nur bei teurem Saatgut (Zier- und Gemüsepflanzen) oder Mais (einfach) sinnvoll - Über Gametozide: chemische Substanzen, die zur männl. Sterilität führen - Genetische Systeme: zB CMS-System - Selbsinkompatibilitätssystem (Selbstbefruchter)
  • Nr. 21 Was ist Polyploidie? - Vielfacher Chromosomensatz - ensteht zT durch Genommutation - Allopolyploidie: 2 versch. Gameten haben sich vereinigt - Autopolyploidie: Selbstverdopplung eines Genoms --> Pflanze besitzt mehr als 2 Allele pro Gen - Ab drei Chromosomensätzen spricht man von Polyploidie - kann durch den Landwirt/Züchter beschleunig/ausgelöst werden --> Colchizin = gängiges Mittel - Nutzen: • Kreuzung zweier Arten • Resynthese von Sorten • Herstellung von homozygoten Pflanzen (aus Gameten (Pollen), durch Verdopplung des Chromosomensatzes fertile Pflanzen)
  • Nr. 22 Welche Mutationen werden in der Pflanzenzüchtung genutzt? -> natürlich vorkommende Mutation oder künstlich ausgelöste • Genommutation --> wichtig für Artenbildung • Genmutation (Punktmutation): - betreffen nur ein einziges Gen und sind die häufigste Art der Mutation. Hier werden eine oder mehrere Basen auf der DNA verändert, hinzugefügt oder weggelassen. - liegen dann vor, wenn nur einzelne Basen (Nukleotide) der DNA betroffen sind • Chromosomenmutation: - sind strukturelle Aberrationen und entstehen, wenn ganze Teile des Chromosoms umgebaut werden (Chromosomenaberration: zufällig auftretende Veränderung in der Struktur oder Anzahl der Chromosomen)
  • Nr. 23 Welchen Vorteil haben DH-Linien? + sind vollständig homozygot --> Züchter können direkt auf vollständig homozygote Pflanzen zurückgreifen --> Beschleunigung der Züchtung + keine Kopplungsbrüche + gekoppelte Bereiche bleiben länger konserviert
  • Nr. 24 Worin unterscheiden sich DH-Inzuchtlinien von rekombinanten Inzuchtlinien (RI-Linien = konventionell erzeugte Inzuchtlinien)? Welche Rolle spiel hierbei die Rekombinantion? DH- Linien:  - komplett homozygot - gekoppelte Bereiche länger konserviert - Zunahme der Homozygotie - Zucht verkürzt sich um 3 Jahre - teures Verfahren - können nur Mitose durchführe, nicht aber Meiose RI-Linien: - weisen noch heterozygote Chromosomenabschnitte auf, da bei der Meiose Kopplungsbrüche stattfinden können => fährt zu Genotypfrequenzänderungen => mehrfache Rekombination möglich
  • Nr. 25 Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit das Hardy-Weinberg-GGW gilt? Mathematisch wird die Zusammensetzung eines Genpools durch das Hardy-Weinberg-Gesetz (HWG) beschrieben. Das HWG betrachtet dabei eine ideale Population. Bedinungen sind: - Zufallspaarung (Wahrscheinlichkeit der Paarung beliebiger Partner gleich groß) - keine Allelfrequenzänderung findet statt - es wird nur ein Genlocus betrachtet (Genloci nicht gekoppelt) -> Individuen müssen für die Umwelt gleich gut geeignet sein - keine Migration von Gameten - keine Selektion - Mutationsrate beider Allele muss gleich hoch sein - Population sehr groß
  • Nr. 26 Wie verändert eine Änderung des Befruchtungssystems die Allelfrequenzen? Gar nicht! Die Häufigkeit für ein Allel bleibt gleich
  • Nr. 27 Wie verändert sich der Anteil heterozygot besetzter Loci bei der Selbstbefruchtung? Je Selbstung nimmt der Anteil heterozygot besetzter Loci um die Hälfte ab -> Anteil heterozygoter Pfalnzen sinkt um die Hälfte
  • Nr. 28 Welche Komponenten sind für ein CMS-Hybridsystem notwendig? Cytoplasmatischer männliche Sterilität (CMS) = die Unfähigkeit von Pflanzen, befruchtungsfähigen Pollen zu bilden; beruht auf Mutationen, die ausschließlich über die Mutter vererbt werden -Erhaltung CMS: Kreuzungsvater = Maintainer + sterile Mutterlinie benötigt, um die CMS-Linie mittels Bestäubung zu erhalten (Maintainer = mitochondriale Gene, die männliche Sterilisation nach der Kreuzung bewirken) - Erzeugung fertiles Hybridsaatgut: väterliche Linie muss ein sogenanntes Restorergen besitzen, damit Pflanzen wieder fruchtbare Pollen entwickeln können (wird eingekreuzt) => zur Erzeugung fertiler Pflanzen Komponenten: Sterilitätsinduzierendes- und Normalplasma, Restorer- und Non-Restorerallele, Maintainer
  • Nr. 29 Wie funktioniert ein Hybridsystem, welches auf dem Inkompatibilitätssystem basiert? Inkompatibilitätssystem = System zur Vermeidung von Selbstbefruchtung Selbstinkompatibilität wird als Hybridmechanismus genutzt: -> wenn zwei selbstinkompatible Genotypen frei miteinander abblühen, gibt es ausschließlich Kreuzungssaatgut. - Schwierigkeit: Vermehrung.  -> SI lässt sich experimentell überwinden, indem man die Pflanzen einem Schock/Stress aussetzt (Je nach Art: sehr frühe/späte Bestäubung, hohe oder niedrige Temperaturen, Verletzung der Narbe, Spritzen mit Salzlösung oder Anwendung einer hohen CO2-Konzentration) => großflächige Linienvermehrung mit großem Aufwand verbunden
  • Nr. 30 Wie wird die Abweichung des Hardy-Weinberg-Gleichgewichts bei mehr als einem Genort definiert? Zunächst wird eigentlich nur ein Genort betrachtet.  Es gilt aber auch, an mehreren Genloci. Der Unterschied ist, dass sich nicht sofort das GGW einstellt Üblicherweise stellt sich das HWG direkt in der ersten Nachkommensgeneration ein.  Kombination mehrere Genorte verlängert den Prozess! Es stellt sich erst nach längerer Zeit ein.
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  • Nr. 31 Wie kann die Heritabilität erhöht werden? Um den Grad der Erblichkeit abschätzen zu können, wird der Anteil der genetischen Varianz (VG) an der phänotypischen Varianz (VP) als Heritabilität h2 definiert. h2 = VG/VP = VG/VG+VG*u+VFehler VG*u = Varianz der Genotyp * Umwelt-Wechselwirkungen  VFehler = Varianz des zufälligen Fehlers (Versuchsfehler) -Phänotypische Varianz nicht von der Varianz der Umwelteinflüsse beeinflusst - Werte liegen zwischen 0 und 1 Erhöht durch: - Anbau von Pflanzengruppen (Voll- und Halbgeschwister) in Parzellen & Familien - Mehrere Wdh. des Anbaus über mehrere Jahre - Anbau an unterschiedlichen Standort - Identische Pflanzen (durch Biotechnik) unter unterschiedlichen Bedingungen - Ausmerzen von Versuchsfehlern, Wechselwirkung mit Umwelt etc.
  • Nr. 32 Warum wird in der Selektion ein Unterschied gemacht, ob ein Merkmal vor oder nach der Blüte meßbar ist? - Ist entscheidend für die Auswahl der Eltern - Merkmal vor der Blüte: Selektion von Vater und Mutter - Merkmal nach der Blüte: Selektion nur von der Mutter, da Vater der nicht selektierten Population schon zur Bestäubung beigetragen hat => hat Einfluss auf Heritabilität => Selektions nur eines Elternteils = 0,5 h2 -> Elternkontrolle c
  • Nr. 33 Was ist Epistasie? Was ist Dominanz? Epistasie: - beschreibt solche Differenzen, die zw. den Genloci existieren => Abweichung vom additiven Wirkungsmodell innerhalb eines Genlocus - häufig vorkommend und schwer messbar Dominanz:  - beschreibt Abweichungen von einem additiven Wirkungsmodell innerhalb eines Genlocus d=a: vollständige Dominanz 0<d<a: unvollständige Dominanz d=0: keine Dominanz
  • Nr. 34 Was ist Heterosis? Was ist Heterosiszuwachs, was ist die Hybridleistung? Heterosis: Leistungsüberlegenheit einer heterozygoten F1-Nachkommenschaft über das Mittel ihrer homozygoten Eltern Heterosiszuwachs: grenzt die verschiedenen Aspekte der Heterosis ab, wobei zum Ausdruck kommt, das nicht die vollständige Heterosis genutzt wird. Die Hybridleistung ist der Begriff für die absolute Leistung der Hybride. Setzt sich zusammen aus Heterosis und Durchschnittsleistung der Eltern.
  • Nr. 35 Welche Beziehung besteht zwischen Heterosis und Inzuchtdepression? Inzuchtdepression = Leistungsreduktion - verhält sich linear zum Inzuchtkoeffizienten - lässt man nun die Inzuchtlinien in einer Zufallssprung Nachkommen bilden, so weisen diese einen starken Leistungssprung auf - die Wirkung, die zu Inzuchtdepression geführt hat, wird aufgehoben und die Leistung erreicht ihr ursprüungliches Niveau => Konzept der Heterosis setzt an: es besteht eine Abhängigkeit zwischen Inzuchtdepression und Inzuchtkoeffizient => Je niedriger der Heterozygotiegrad, desto niedriger ist die Leistungsfähigkeit und umgekehrt.
  • Nr. 36 Welche Faktoren sind notwendig, um ein Hybridsystem mit gentechnologischen Methoden zu erstellen (zB Seed Link)? Allgemein: - Entwicklung homozygoter Inzuchtlinien durch fortgesetzte Selbstung und Selektion auf Linienleistung, getrennt für die beiden Genpools- Kreuzung der besten Inzuchtlinien aus beiden Genpools und Selektion überlegener Kreuzungskombinationen- Erstellung der Hybridsorte mit den besten linien Beispiel Seed-Link: - Gewebespezifische Promoter TA29 - RNAse aus Bacillus Amyloquefaciens (BARNASE: tox. Enzym) - Inhibitor für BARNASE: BARSTAR
  • Nr. 37 Was verstehen Sie unter "genetischer Verwundbarkeit"? = Generosion -> Verlust von Genvarianten
  • Nr. 38 Welche Faktoren führen zu einer Allelfrequenzänderung von Populationen? - Mutation: züchterisch weniger relevant, da zu selten um Schwerpunkt für Selektion zu sei und um bestehendes Sortenbiild zu verändern - Migration: Zu- und Abwanderung von Individuen: züchterisch Zuwanderung durch Pollen oder ganze Pflanzen gefährlich - Gen-Drift: vor allem bei kleinen Populationen durch zufällige Schwankungen - Selektion: gerichtete Auswahl von Phänotypen Beziehung Genotyp- und Allelfrequenz: Änderung der Allelfrequenz führ zur Änderung der Genotypfrequenz, jedoch gilt dies nicht immer umgekehrt
  • Nr. 41 Warum wird bei der Kopplung zwischen Attraktions- und Repulsionskopplung unterschieden? Je nach Kopplungsart ergeben sich für bestimmte Genotypen unterschiedliche Häufigkeiten- Wenn in der F1 Genotyp AaBb, dann kann die Eltern-Generation AABB*aabb (Attraktionskopplung) oder AAbb*aaBB (Repulsionskopplung) sein- Folglich ergeben sich folgende Häufigkeiten (r) der Rekombination                          AB           Ab                aB       ab AK                   (1-r)/2         r/2               r/2        (1-r)/2 RK                     r/2            (1-r)/2          (1-r)/2        r/2
  • Nr. 42 Sind entlang der Chromosomen die Häufigkeiten für crossing-over und damit für ein Rekombination an allen Stellen gleich oder können Sie Gesetzmäßigkeiten etc. angeben? - Chromosomensegmente, die weitgehen homozygot sind => weniger oder gar keine Rekombination - Chromosomensegmente, die weitestgehend heterozygot sind => große Wahrscheinlichkeit für Rekombination - Gene, die nahe beieinander liegen, also gekoppelt sind, werden seltener rekombiniert - Im Centromer ist die Rekombinationshäufigkeit wesentlich geringer als im Telomer - bisher nicht erklärte Hot Spots mit besonders hoher Rekombinationwahrscheinlichkeit - Größere Chormosomen haben eine höhere Crossing-over Wahrscheinlichkeit
  • Nr. 43 Was verstehen Sie unter multipler Allelie und wie kann das HWG der multiplen Allelie angepasst werden? Multiple Allelie: - es gibt für jedes Gen zahlreiche Allele => mehrere Allele eines Genes in einer Population vorhanden - diploide Organismen: Individuum kann nur zwei Allele tragen, in der ganzen Population können aber viele Allele des gleichen Gens vorhanden sein -> werden mehrere Genloci betrachtet, so stellt sich für die jeweiligen Allelkombinationen ebenfalls ein GGW innerhalb der Genotypen ein. Ist also unabhängig vom Genort. Allerdings dauert es länger bis sich ein GGW einstellt.
  • Nr. 44 Welche genetische Struktur (Heterozygotie, Heterogenität) erwarten Sie bei Selbstbefruchter-Populationen und bei Fremdbefruchterpopulationen in späteren Generationen (zB nach erfolgter Kreuzung)? – Selbstbefruchter: Heterogen und Homozygot– Fremdbefruchter: Heterogen und Heterozygot
  • Nr. 46 Was ist eine DH-Linie? Wie kann diese erzeugt werden? DH-Linie: Doppelhaploide Linie - verwendet, um vollständig homozygote Pflanze auf schnellem Weg zu erzeugen - aus Gameten werden lebensfähige Pflanze entwickelt - durch Verdopplung der Chromosomen von Eltern mit nur einem Chromosomensatz entstanden - daher vollständig reinerbig (homozygot)
  • Nr. 48 Wie kann man testen, ob bei einer reziproken Vererbung (Linie 1 * Linie 2 ungleich Linie 2 * Linie 1) ein cytoplasmatischer Effekt oder ein maternaler Effekt vorliegt? cytoplasmatisch: nicht im Zellkern, sondern in im Cytoplasma lokalisierte Mitochondrien und Plastiden => Vererbung nicht nach Mendel-Regeln maternal: Ausprägung des Phänotyps der F1 gemäß dem Genotyp der Mutter; werden ausgelöst durch Genprodukte der Mutter (oder niedermolekulare Substanzen) Methode: - reziproke Kreuzung durchführen = die selbe F1 einmal mit Linie A als Mutter und einmal Linie B als Mutter AxB, Bx A1 und F2 untersuchen- Cytoplasmatischer Einfluss auf F1 und F2 = Immer das Cytoplasma der MutterMaternaler Effekt: am Beispiel Raps (Glucosinolate über Zellsaft in den Samen von der Mutter). Würden wir in F1 messen.In F2 sehen wir eine spaltung. Normale Spaltungsregeln 1 oder 2 Generationen später
  • Nr. 49 Welche allgemeinen Zuchtziele können Sie definieren? Nennen Sie zwei konkrete Zuchtziele für eine Kulturart ihrer Wahl! Wie erfüllen diese konkreten Ziele die übergeordneten allgemeinen Grundsätze (allg. Zuchtziele). 1. Senkung der spezifischen Produktionskosten (ökonomisch & ökologisch):- mehr Ertrag bei gleichem Aufwand oder gleicher Ertrag bei geringerem Aufwand -> Mehr Ertrag bei gleichem Aufwand-> Gleicher Ertrag bei weniger Ressourceneinsatz - Steigerung der Effizienz oder der Qualität 2. Schaffung neuer Produkte (Innovationsführerschaft) Weizen: besondere Backqualität Gerste: hohe Brauqualität Züchter achtet auf biologische Gegebenheiten der entsprechenden Kulturart und die Bedürfnisse seiner Kunden, der Landwirte als Erstverbraucher, aber auch die die gesamt Vermarktungskette
  • Nr. 50 Was verstehe sie unter Transgression, was unter Heterosis? Worin unterscheiden sie sich? Transgression: das erblich bedingte (positive oder negative) Überschreiten der Variabilitätsgrenzen in Bezug auf bestimmte elterliche Merkmale bei Individuen der 2. Tochtergeneration Heterosis: allg. Leistungsüberlegenheit der hereozygoten F1-Nachkommenschaft über das Mittel der homozygoten Eltern Im Unterschied zur Heterosis sind Transgressionseffekte fixierbar. Transgressionszüchtung kann zur Entstehung neuer Sorten führen.
  • Nr. 51 Bei fremdbefruchteten Populationen im HWG kann für jede Allelfrequenz der Anteil Allele geschätzt werden, der sich im heterozygoten Zustand befindet: Angenommen Sie haben die Allelfrequenzen A: p=0,9 und a: p=0,1. Befinden sich mehr a-Allele im heterozygoten oder im homozygoten Zustand? seltenes Allel a: fast nur in heterozygoten Genotypen in der Population
  • Nr. 57 Wie kann das HWG von zwei Allelen auf drei erweitert werden? (p+q+z)2 = p2(A1A1) + 2pq(A1A2) + 2pr(A1A3) +2qr(A2A3) +q2(A2A2) + r2(A3A3)
  • Nr. 58 In welchen Phasen der Entwicklung von Domestikation bis zu unseren heutigen Sorten fand ein großer Allelverlust statt? Welche Bedeutung haben in diesem Zsmhang Landsorten für die Züchtung? bei Schritt von Land- zur Zuchtsorte in Domestikation sehr viel verloren gegangen Landsorten wurden züchterisch kaum bearbeitet: Quelle an Variationen für spezifische Anpassung, GENETISCH RESSOURCEN, Flaschenhalseffekt
  • Nr. 61 Was versteht man unter Drift und kann die Drift die Allelfrequenz verändern? Drift: Effekt der zufälligen Schwankung bei kleinen Populationen Ja, Allelfrequenzen können auch verändert werden, wenn die Population klein ist. Am deutlichsten bei extrem kleinen Populationen. Mendel greift bei 4 Individuen. Wenn es 3 oder weniger sind entscheidet der Zufall über die Allelfrequenz der Nachkommenschaft.  Außerdem können Mutation, Migration und Selektion die Allelfrequenz verändern.