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Neuroanatomie (Subject) / Spinale Leitungsbahnen (Lesson)
- Bahnen Wichtige sensible (aufsteigende) Bahnen: KleinhirnseitenstrangbahnHinterstrangbahn (Lemniskales System)Vorderseitenstrang (Anterolaterales System) Wichtige motorische (absteigende) Bahnen: Extrapyramidales SystemPyramidenbahn-System
- Sensible Bahnen • leiten die afferenten Informationen der Sinneszellen der Peripherie (bspw. der Haut) über das Rückenmark zum Gehirn • Der Verlauf der sensiblen Bahnen ist leicht unterschiedlich, ihr Aufbau jedoch sehr ähnlich: • Ihr 1. Neuron liegt im Spinalganglion, ihr 2. Neuron im Hinterhorn oder Hirnstamm, ihr 3. Neuron im Thalamus und ihr Ziel ist der somatosensible Kortex • Zu den sensiblen Bahnen zählen: • Vorderseitenstrang (Anterolaterales System) • Hinterstrang (Lemniskales System) • Kleinhirnseitenstrang
- Vorderseitenstrang (Anterolaterales System) • aus: • Tractus spinothalamicus anterior & Tractus spinothalamicus lateralis • Qualitäten: • Schmerz• Temperatur (lateralis)• Grobe Druckempfindung • Verlauf: • entstehen im Hinterhorn • kreuzen Segmental in Commissura alba anterior • gelangen zum Kontralateraler Thalamus, dann somatosensorischer Kortex
- Hinterstrang (Lemniskales System) • aus: • Fasciculus gracilis (gesamte Länge des Rückenmarks)• Fasciculus cuneatus (ab Thorakalmark) • Qualitäten: • Tastsinn (aus allen Mechanosensoren)• Bewusste Propriozeption (Lage & Stellung der Gelenke, Extremitäten) • Verlauf: • Perikarien der ersten Neurone im Spinalganglion, • gehen in den ipsilateralen Ncl. gracilis bzw Ncl. cuneatus in medulla oblongata, • Kreuzung im Lemniscus medialis • dann ventrale Talamuskerne • dann Gyrus postcentralis
- Kleinhirnseitenstrang aus: Tractus spinocerebellaris anteriorTractus spinocerebellaris posterior Qualitäten: Unbewusste Propriozeption Verlauf: Ursprung: Hinterhorn (v.a. Nucleus dorsalis)Kreuzung: Effektiv ungekreuzt Ziel: Ipsilaterales Kleinhirn
- Läsionen sensibler Bahnen • Vorderseitenstrang (Anterolaterales System): V.a. Ausfall der kontralateralen Temperatur- und Schmerzwahrnehmung unterhalb der Läsion • Hinterstrang (Lemniskales System): Ausfall des ipsilateralen feinen Tast- und Berührungssinns und der Propriozeption unterhalb der Läsion • Kleinhirnseitenstrang: Störungen der feinen Bewegungskoordination
- Motorische Bahnen Die motorischen (absteigenden) Bahnen des Rückenmarks lassen sich in Pyramidenbahnen und extrapyramidale Bahnenunterteilen Die Pyramidenbahn verbindet v.a. den motorischen Cortex mit dem Rückenmark, die extrapyramidalen Bahnenhingegen verschiedene Gebiete des ZNS (bspw. den Hirnstamm) mit dem Rückenmark Funktionell ist die Pyramidenbahn für feinere Motorik der distalen Extremitätenmuskulatur , wohingegen die extrapyramidalen Bahnen eher für gröbere Massenbewegungen der stammnahen Muskulatur zuständig sind
- Absteigende Bahnen Pyramidenbahn: vom Kortex zum Vorderhorn, Großteil kreuzt in der decussatio pyramidum Extrapyramidale Bahnen Tractus rubrospinalisTractus vestibulospinalisTractus reticulospinalis
- Brown-Séquard-Syndrom Schädigung einer Rückenmarkshälfte Auf der Seite der Schädigung werden folgende Bahnen beschädigt: Pyramidenbahn (ipsilaterale Motorik), Hinterstränge (ipsilateraler feiner Tastsinn) und Vorderseitenstränge (kontralaterale Schmerz-, Temperatur- und grobe Druckreize).
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