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Beratungspsychologie (Subject) / Suchtberatung (Lesson)
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- ICD 10 F 10.2 Abhängigkeitssyndrom 1. Starker Wunsch oder Zwang eine Substanz zu konsumieren 2. Kontrollverlust 3. Abstinenzverlust 4. Toleranzbildung 5. Körperliche Entzugserscheinungen 6. Rückzug aus dem Sozialleben
- Trinkertypen nach Jelinek Missbrauch:Alpha Trinker – Problemtrinker Beta Trinker – Gelegenheitstrinker Abhängigkeit: Gamma Trinker – Süchtiger TrinkerDelta Trinker - SpiegeltrinkerEpsilon Trinker - Quartalstrinker
- Phasen der Suchtentwicklung A + B A. Voralkoholische Phase B. Anfangsphase 1. Gedächtnislücken2. Heimliches Trinken3. Dauerndes Denken an Alkohol4. Gieriges Trinken5. Schuldgefühle wegen der Trinkart6. Vermeiden von Anspielungen auf Alkohol 7. Häufigkeit der Gedächtnislücken
- Phasen der Suchtentwicklung C 08. Unwiderstehliches Verlangen nach mehr Alkohol nach dem ersten Glas (Kontrollverlust)09. Erklärungen, warum man trinke (Alkoholausreden, Alibis)10. Soziale Belastungen11. Übergroße Selbstsicherheit12. Auffälliges aggressives Benehmen (die anderen sind schuld)13. Innere Zerknirschung, dauerndes Schuldgefühl (Anlass zum erneuten Trinken) 14. Perioden völliger Abstinenz15. Änderung des Trinksystems 16. Fallenlassen von Freunden 17. Verlassen oder Wechseln des Arbeitsplatzes 18. Konzentrieren des Benehmens auf Alkohol 19. Verlust an äußeren Interessen20. Neuauslegung mitmenschlicher Beziehungen 21. Auffallendes Selbstmitleid22. Gedankliche oder tatsächliche Flucht 23. Änderungen im Familienleben24. Grundloser Unwille15. Sichern des Alkoholvorrats26. Vernachlässigung angemessener Ernährung27. Erste Krankenhauseinweisung wegen alkoholischer Beschwerden28. Abnahme des Sexualtriebes29. Alkoholische Eifersucht30. Regelmäßiges morgendliches Trinken
- D. Chronische Phase 31. Einsetzen des verlängerten Rausches 32. Bemerkenswerter ethischer Abbau 33. Beeinträchtigung des Denkens34. Alkoholbedingte Psychosen35. Trinken mit Personen unter Niveau 36. Zuflucht zu technischen Produkten 37. Verlust von Alkoholtoleranz38. Undefinierbare Ängste und Zittern 39. werden Dauererscheinungen40. Organische Nervenschädigungen (Polyneuropathie) 41. Trinken wird Besessenheit42. Unbestimmte religiöse Wünsche43. Das Erklärsystem versagt44. Zusammenbrüche 45. Alkoholdelirium
- Komorbidität - hohe Komorbiditatsrate von Persönlichkeitsstörungen, Angst, depressiven Störungen und Psychosen - Methodisches Problem: • Folge oder Ursache? - therapeutische Berücksichtigung wichtig, ansonsten droht Zuspitzung des jeweils unbeachteten - Nicht chemische Wirkung der Rauschgifte entscheidet über Entstehung und Charakter der Sucht, sondern die psychische Struktur des Drogennutzers (Freud, 1898) - nicht Sucht ist die Krankheit, sondern lediglich Spitze des Eisbergs und Symptom des zugrunde liegenden Problems
- Ätiologische Modelle Allgemein: - Triebunterdrückung wird aufgehoben, Sublimierung rückgängig gemacht - Streben nach Lust, sexuell v.a. homosexuell und sadomasochistisch - Aggressionen unterdrückt - Lücken im Selbst und der Versuch der Überbrückung/ des Schließens durch die Sucht - erfahrene, schwere Beziehungsstörungen und deren innere Repräsentierung - insbesondere nicht aufgelöste Abhängigkeiten des Selbst vom Objekt und die daraus resultierenden Störungen i. d. Entwicklung von Es, Ich, Über- Ich
- Phänomen der Co-Abhängigkeit eines Partners - verstärkt Suchtverhalten des süchtigen Partners- durch Unterstützung dessen Selbsttäuschung, exzessives Vertrauen, Verzeihen, gemeinsame Realitätsverleugnung, aktives Entschuldigen und Suchtstoffbeschaffung behält „pseudo- schwache“ nicht süchtige Partner die Dominanz - Befindlichkeit des nicht süchtigen Partners unmittelbar an Suchtverhalten des anderen gekoppelt, Emotionalität des Paares deutlich eingeschränkt- Als Folge depressive Verstimmung, erhöhte Wachsamkeit, zwanghaftes Verhalten, stressbedingte Krankheiten, Angst und eigener Substanzmissbrauch
- Kognitive Verhaltenstherapie •Vertikale BedingungsanalyseFrühere Erfahrungen in Kindheit und Jugend– Biologische Bedingungen– Externe Bedingungen•Horizontale BedingungsanalyseRisikosituationenAutomatisierte dysfunktionale GedankenSelbstabwertende Gedanken,Minimale Selbstwirksamkeitsüberzeugungen,wiederholtes Erleben, dass das Suchtmittel negative Emotionen dämpft•Ziel: Erhellung der verdeckten Wirkungsabsicht
- Kognitive Techniken zur Erhöhung der Kontrollkompetenz -Patient an günstigen Umgang mit Risikosituation heranführen-Analyse der Vor- und Nachteile des Suchtmittelkonsums -Förderung der internalen Attribuierung statt Fremdschuldzuweisung-Gedankenstopp dysfunktionaler Kognitionen -Identifikatio nsuchtspezifischer Grundannnahmen und deren Überprüfung -Entwicklung von Abstinenzgedanken
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- Modifikation unangemessener Bewertungen - Überprüfung der Logik und Realitätsnähe (sokratischer Dialog) - Frage nach Nutzen der Bewertungen (hedonistisches Kalkül) - Förderung der Antizipationsweite - Prüfung des Absolutheitsanspruchs - Veränderung negativer emotionaler Zustände wie Ärger, Angst, Hoffnungslosigkeit, da häufig Auslöser des Suchtmittelkonsums - Dämpfung durch das Suchtmittel verstärkt operant den Konsum
- Herausarbeiten und Deutlichmachen suchtfördernder Faktoren - Externe und interne Stimuli, die Suchtmittelkonsum auslösen- Suchtspezifische Gedanken, z.B. „Trinkerlaubnis“ in Stresssituationen - Dysfunktionale Grundüberzeugungen - Einsicht, dass Suchtmittelkonsum als kurzfristig wirksamer Ausweg (mehr oder weniger bewusst) gesucht wurde - Vermittlung kognitiver und behavioraler Techniken, die dem Patienten helfen, abstinent zu leben - Stressbewältigungsstrategien, Unterstützung von Ressourcen und Kompetenzen
- Grundprinzipien der Behandlungsmotivierung Miller, 2013 • Aussetzung der Alkoholismusdiagnose • Individuelle Verantwortung• Persönliche Entscheidung• Kognitive Dissonanzen
- Themen für die Suchtberatung - Umgang mit dem Rückfall (Vorfall), Umgang mit dem Vorwurf rückfällig geworden zu sein - Trinkangebote ablehnen - Scheinbar unbedeutende Entscheidungen - Kommunikationstechniken (positive Rückmeldung geben und erhalten, nonverbale Kommunikation, über Gefühle sprechen, Kritik äußern – Kritik entgegennehmen, small talk, ein Gespräch beginnen, Vertretung eigener Interessen) - enge und initime Beziehungen - soziales Netzwerk (wieder-) aufbauen - angenehme Aktivitäten - Affektwahrnehmung - Umgang mit negativen Gefühlen - Problemlösestrategien, Bewältigung fortbestehender Probleme - Paargespräche
- Interventionstechniken: • Feed-back• Responsibility • Advice• Menu• Selfefficacy
- Interventionstechniken II - Sokratische Fragen - Downward-Arrow-Technik - Robinsonliste - Problemlösetechniken - Stimuluskontrolle - Reattribution der Verantwortlichkeit
- Grundprinzipien der beraterischen Interaktion •Aktives empathisches Zuhören•Herausarbeiten von Dissonanzen zwischen problematischem Verhalten und eigentlichen Zielen des Klienten, Anleitung zur Selbstexploration•Vermeidung von Konfrontation•Flexibler produktiver Umgang mit Widerstand