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Bilanztheorie (Subject) / Kapitel 6 organische BT nach Schmidt (Lesson)

Modul Rechnungslegung

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  • In welchem Verhältnis zueinander stehen die Vermögens- und die Gewinnermittlung in Schmidts organischer Bilanztheorie? Schmidt sieht in der Vermögens- und der Gewinnermittlung keinen Gegensatz. Er sieht eineNotwendigkeit in der gleichzeitigen Vermögens- und Gewinnermittlung. Die Ermittlung des richtigen Unternehmensgewinns ist ihm zufolge nur möglich, wenn eine richtigeVermögensrechnung besteht.
  • Was bezweckt Schmidt mit der Verwendung von Tagesbeschaffungswerten? Welche Bedeutung haben Reproduktionswerte in seiner organischen Bilanztheorie? Tagesbeschaffungswerte und der Reproduktionswert (welcher die Summe derTagesbeschaffunsgwerte der Einzelteile zum Bewertungstag ist) nehmen für Schmidt einezentrale Rolle ein. Tagesbeschaffungswerte seien notwendig, da ansonsten Preisänderungen nicht beachtet würden. „Oberster Grundsatz der Tageswertrechnung ist die Betriebserhaltung in ihrem realen Zustande.“ Ihm zufolge kann ein Gewinn nur dann realisiert werden, wenn beim Umsatz für einausgehendes Gut mehr eingenommen wird, als das Gut zum Zeitpunkt des Ausganges beiNeuherstellung oder -beschaffung kostet.
  • Mit welcher Begründung wird Schmidts organische Bilanztheorie von Schmalenbach abgelehnt? Schmalenbach->Schmidt: Schmalenbach zufolge liegt bei Schmidt eine dualistische Bilanzauffassung vor. Das bedeutet, dass versucht wird, aus der Bilanz sowohl eine Darstellung des Vermögens, als auch eine des Erfolges zu gewinnen. Dies ist laut Schmalenbach nicht möglich, wodurch die organische Bilanztheorie für ihn unwissenschaftlich erscheint. Schmidt -> Schmalenbach: Schmidt bemängelt einzig Schmalenbachs Bewertung der Vermögensgegenstände zuHerstellkosten bzw. Anschaffungskosten. Würde eine Bewertung zu Tagesbeschaffungswerten vorliegen, würde das bilanzierte Vermögen seiner Meinung nach dem wahren Wert nach der organischen Bilanztheorie entsprechen.
  • Wie ist die Aktivierung von immateriellen Vermögensgegenständen in Schmidts organischer Bilanztheorie gestaltet? Wie ist dies zu beurteilen? Immaterielle Vermögensgegenstände werden von Schmidt als immaterielle Kostenbezeichnet. Bei der wenn immaterielle Gegenstände in das Unternehmen aufgenommenwerden entsteht ein „Kostenwert“. Von Schmidt werden alle immateriellen Vermögensgegenstände in die Bilanz aufgenommen,was bedeutet, dass die Objektivierbarkeit, die Einzelveräußerbarkeit und dieBilanzvereinfachung von ihm nicht thematisiert werden.
  • Was ist unter der Normalwerthypothese zu verstehen? Welche Bedeutung hat diese? Laut Schmidt ergibt sich der Wert eines Unternehmens aus seinem Ertragswert. In diesenfließen auch die Werte der immateriellen Vermögensgegenstände ein. Laut Schmidt lässt sich der Ertragswert (im Gegensatz zu Schmalenbachs Meinung) aus der Bilanz ermitteln, indem man alle Tagesbeschaffungswerte aller Vermögensteile zusammennimmt. Die Normalwerthypothese geht von der Reproduzierbarkeit des Unternehmens aus undbesagt, dass in einer freien Wirtschaft jeder berechtigt und in der Lage dazu ist, jedesbeliebige Unternehmen zu kopieren, wenn es ihm möglich ist, die Reproduktionskostenaufzubringen. Durch den damit einhergehenden Konkurrenzmechanismus kann ein Unternehmen keinengrößeren Gewinn erzielen als den Normalgewinn.Der Normalgewinn (E) ergibt sich aus der Multiplikation von Reproduktionswert (RW) undNormalzins (i). Der Ertragswert (EW) ergibt sich aus der Division von E und i und ist somitgleichbedeutend mit dem Reproduktionswert. (Dazu muss der Normalzins demAbzinsungszins zur Berechnung des Ertragswerts entsprechen)
  • Welche Bedeutung haben Monopole? Monopole können entstehen, wenn nicht jederzeit eine vollständige Reproduzierbarkeitgegeben ist und können zu einem Gewinn führen, welcher über dem Normalgewinn liegt,dem sog. Mehrertragswert. Liegt die Ursache für den Mehrertrag in der Unternehmerleistung, so sollte dieserMehrertrag laut Schmidt nicht bilanziert werden, da er auf eine übernormale Leistung desUnternehmers, nicht aber der Unternehmung zurückzuführen ist. Mehrwerte, die auf Monopole zurückzuführen sind, sind laut Schmidt bilanzierungsfähig,nicht aber Bilanzierungspflichtig. Dies verwundert, da er sonst alle immateriellenVermögensgegenstände in die Bilanz aufnehmen will.
  • Was versteht Schmidt unter einer Wertänderung am ruhenden Vermögen? In welches Jahresabschlussinstrument integriert er diese Position? Der Passivposten „Wertänderung am ruhenden vermögen“ bildet den Gegenwert zu dembetraglichen Unterschied zwischen zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertetenAktiva und zu Tageswerten bewerteten Aktiva. Dieser Passivposten wird dem Eigenkapital zugerechnet, wobei er klar vom Gewinnabzugrenzen ist.
  • Welche Bedeutung haben Tagesbeschaffungswerte bei der Gewinnermittlung? Nach Schmidt ermittelt sich der Gewinn aus der Differenz von Verkaufspreis undTagesbeschaffungswert (nicht den Herstellungskosten). Dem Tagesbeschaffungswert kommt bei der Gewinnermittlung somit eine große Bedeutung zu.
  • Thematisiert Schmidt das Problem der Scheingewinne? Die Wertänderung am ruhenden Vermögen wird auch Substanzerhaltungsrücklage genannt. Übersteigt der Nominalgewinn den substanzorientiert ermittelten Gewinn, darf dieseDifferenz nicht wie ein Gewinn behandelt werden und laut Schmidt somit auch nichtversteuert oder ausgeschüttet werden (Scheingewinn), sondern muss in dieSubstanzerhaltungsrücklage eingestellt werden.
  • Welche Bedeutung haben die Anschaffungs- bzw. Herstellkosten? Bei der Gewinnermittlung spielen die Anschaffungs- bzw. die Herstellkosten kaum eineBedeutung für die Gewinnermittlung. Sie sind laut Schmidt nur dann relevant, wenn Kauf und Verkauf am gleichen Tag stattfinden. Zudem werden sie dazu benötigt, die Wertänderung am ruhenden Vermögen zu ermitteln (Tagesbeschaffungswerte – Herstellkosten).
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  • Bedarf Schmidt in seiner organischen Bilanztheorie der planmäßigen Abschreibung? Neben den verkauften Gütern, sind nach Schmidt auch die in der Bilanz vorhandenen Aktivazu Tagesbeschaffungspreisen zu bewerten. Somit könnte Schmidt fast gänzlich aufplanmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen verzichten. Da Tagesbeschaffungspreise sich jedoch auf neue Güter beziehen und die gemeinten Aktivai.d.R. keine neuen Güter darstellen, kann der Tagesbeschaffungswert nicht in unveränderterHöhe verwendet werden. Laut Schmidt muss somit ein Abschlag, welcher der Abnutzung entspricht, angesetzt werden. Schmidt muss somit ebenfalls planmäßige Abschreibungen ermitteln. Schmidt unterscheidet hier in erfolgsneutrale Wertänderungen am Beschaffungsmarkt und in erfolgswirksame Abnutzung, wobei die Unterscheidung nicht immer leicht fallen dürfte.
  • Was macht nach Schmidts Ansicht eine gute GuV aus? Schmidt erachtete für den außenstehenden Betrachter die Beurteilung der GuV als deutlichwichtiger als die der Bilanz, um ein Unternehmen erfolgreich zu beurteilen. Eine gute GuV macht laut Schmidt aus, dass alle einzelnen Erfolgsarten gesondert nachKosten und Erlösen in Erscheinung treten. Außerdem sollen die reinen Unternehmenserfolgevon den Spekulations- und Zinsgewinnen getrennt werden. Zudem soll neben derWertrechnung auch die Mengengestaltung berücksichtigt werden.Diese Regeln sollten laut Schmidt sowohl für interne, als auch für externe Abschlüsse gelten.
  • Welche Bedeutung rechnet Schmidt der Ermittlung des ausschüttungsfähigen Gewinns zu? Schmidt vernachlässigt die Ermittlung eines ausschüttungsfähigen Gewinns. Dies ist problematisch, da insb. bei stark sinkenden Preisen dem Gewinn kein ausreichendes Kapitalzur Ausschüttung gegenübersteht. Eine Lösung wäre, in der Bilanzposition der Wertänderungam ruhenden Kapital nur Passivpositionen zu zulassen. Eine andere Möglichkeit wäre eineAusschüttungssperre.