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Bilanztheorie (Subject) / Kapitel 5 dynamische BT nach Schmalenbach (Lesson)

Modul Rechnungslegung

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  • Die dynamische Bilanz nach Schmalenbach ist gewinnorientiert. Was bedeutet das? Worin besteht der Bezug zu den Informationsinteressen der Unternehmenseigner? Gewinnorientierung bedeutet, dass der Gewinn eines Unternehmens Aussagen über dieEntwicklung der Vermögenslage trifft. Bei der Gewinnermittlung müssen die Betriebssteuerung und die Vergleichbarkeit der Gewinne berücksichtigt werden.
  • Wie lautet Schmalenbachs Bilanzzweck? Der wesentliche Zweck einer Bilanz ist laut Schmalenbach die Entwicklung der Vermögenslage und des Geschäftserfolges beobachten zu können. Hierbei sollte vor allem die GuV betrachtet werden. Der Hauptzweck der Bilanz besteht in der Erfolgsermittlung. Hier spielt die Aufnahme derschwebenden Posten in die Bilanz, welche in der GuV keinen Platz finden, eine wichtige Rolle.In einer Konkretisierung des Bilanzzwecks nennt Schmalenbach das Streben nach der Ermittlung des richtigen Gewinns. Die Bilanz wird in seiner Theorie zur untergeordneten Gewinnermittlungsbilanz. Hieraus leitet Schmalenbach zudem ab, dass die Art derGewinnermittlung auszuwählen ist, die die Betriebssteuerung am besten unterstützt.
  • Warum ist die Bedeutung der Veränderung der Vermögenslage nach Schmalenbachs Ansicht größer als die Bedeutung der Vermögenslage selbst? Schmalenbachs Ansicht gründet auf einer Umfrage, welche die Mängel bei Zahlungsstockungen der Bilanz thematisierte. Hierbei wurden besonders häufig Fälle genannt, die aufgrund einer Unkenntnis über dieVeränderung der Vermögenslage auftraten und zu Problemen für Unternehmen führten.Hieraus kann abgeleitet werden, dass die GuV, welche die Veränderung des Vermögensausweist, für ihn eine größere Bedeutung hat, as die Bilanz, welche das Vermögen abbildet.
  • Wie ist der Periodenertrag definiert? Der Periodenertrag ist definiert als die Summe aller Erträge, welche auch der Summe aller Einzahlungen entspricht.
  • Wie wird der Periodenaufwand definiert? Der Periodenaufwand ist definiert als die Summe aller Aufwendungen, welche auch der Summe aller Auszahlungen entspricht.
  • Welche Bedeutung hat der Begriff des schwebenden Postens in Schmalenbachs dynamischer Bilanztheorie? Schwebende Posten werden von Schmalenbach die Ein- und Auszahlungen genannt, dieperiodenunwirksam sind und in der Bilanz dargestellt werden. Diese Posten werden von Schmalenbach als zwischen der GuV und den liquiden Posten schwebend beschrieben. Die Bilanz ist für Schmalenbach ein Rechnungsabgrenzungskonto.
  • In welche Gruppen unterteilt Schmalenbach die Aktiva? Wie grenzt er diese voneinander ab? Schmalenbach unterscheidet in den Zahlungsmittelbestand, die schwebenden Vorleistungen, die zukünftig wahrscheinlich zu Einzahlungen führen und die schwebenden Vorleistungen, die wahrscheinlich zu Erträgen führen. Posten, die zukünftig wahrscheinlich zu Einzahlungen führen, können z.B. Forderungen, unbebaute Grundstück und Beteiligungen sein, die natürlich zu aktivieren sind. Die Posten, die wahrscheinlich zukünftig zu Erträgen werden sind kritischer zu betrachten und haben drei Voraussetzungen: 1. Sie müssen einen Nutzwert auch für die kommenden Jahre enthalten. 2. Es muss ein Bedürfnis für Verteilung vorhanden sein. 3. Kosten und Nutzen müssen feststellbar sein.
  • Welche Bedeutung hat die Vergleichbarkeit in Schmalenbachs dynamischer Bilanztheorie? Schmalenbach zu Folge müssen die Gewinn- und Verlustrechnungen der verschiedenenPerioden vergleichbar sein. Das Argument der Vergleichbarkeit scheint jedoch nicht vollends überzeugend. (Grds. eine hoche Bedeutung!) Der größte Widerspruch ist hier das Bestreben Schmalenbachs, den Gewinn und die Kosten gleichzeitig zu kontrollieren, was zwei sich ausschließende Ziele sind.
  • Wie definiert Schmalenbach den Realisationszeitpunkt? Bei allen Leistungen gegen Barzahlung, ist der Zeitpunkt des Eingangs der Zahlung derRealisationszeitpunkt. Bei allen Leistungen auf Kredit, ist der Ausgang der Rechnung, derZeitpunkt der Realisation. Bis zum Realisationszeitpunkt ist eine Bewertung zu Anschaffungs- bzw. Herstellkostenvorzunehmen. Mit dem Verkaufspreis (HK bzw. AK plus Gewinnaufschlag), dürfen Posten erst ab dem Realisationszeitpunkt bewertet werden. Durch die Definition seines Realisationszeitpunktes ist der Gewinn bei Schmalenbachumsatzorientiert; Gewinne entstehen durch Umsätze.
  • Wie soll die planmäßige Abschreibung erfolgen? Schmalenbach sieht planmäßige Abschreibungen vor. Ihre Höhe richtet sich nach derLebensdauer und dem Nutzungsverlauf. Laut Schmalenbach sollten Abschreibungen eher zu hoch, als zu niedrig angesetztwerden, da unplanmäßige Abschreibungen am Ende der Periode die Vergleichbarkeit derTeilperioden und die damit verbundene Vergleichbarkeit der Erfolge erschweren.
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  • Wie ist Schmalenbachs Vorratsbewertung aufgestellt? Schmalenbach unterteilt in gebundene und spekulative Vorräte. Gebundene Vorräte besitzt der Betrieb aus Betriebsgründen, spekulative Vorräte werden dagegen zu Spekulationszwecke eingesetzt. Spekulative Vorräte werden grundsätzlich mit dem Zeitwert Bilanziert, wobei Schmalenbach vom Preis zum Bilanzstichtag spricht. Es gilt jedoch das Realisationsprinzip. Die Bewertung darf höchstens zu Anschaffungs bzw. Herstellkosten erfolgen.Gebundene Vorräte werden grundsätzlich mit einem Festwert bewertet.
  • Welches Aussehen hat Schmalenbachs GuV? Wie lassen sich die GuV-Positionen systematisieren? Schmalenbach thematisiert den Aufbau der GuV nicht besonders ausführlich, sondern stellt lediglich eine Skizze bereit. Systematisierung:Bei den GuV-Positionen Aufwand jetzt, Auszahlung jetzt, Aufwand jetzt, Ertrag jetzt, Ertrag jetzt, Einzahlung jetzt und Ertrag jetzt, Aufwand jetzt sind keine schwebenden Posten vorhanden, wodurch die Bilanz auch keine schwebenden Posten aufnehmen muss. Die weiteren Positionen können wie folgt systematisiert werden:1. Systematisierung nach der Richtung der zeitlichen Abgrenzung     a) Verrechnung mit der Folgeperiode (Aufwand jetzt, Auszahlung später; Aufwand         jetzt, Ertrag später; Ertrag jetzt, Aufwand später)     b) Verrechnung mit der Vorperiode (Aufwand jetzt, Auszahlung früher; Aufwand         jetzt, Ertrag früher, Ertrag jetzt, Aufwand früher) 2. Systematisierung der Ebenen, auf bzw. zwischen denen die zeitlichen Abgrenzungenvorgenommen werden:     a) Abgrenzung zwischen der Zahlungs- und der Erfolgsebene (Aufwand jetzt,         Auszahlung früher; Aufwand jetzt, Auszahlung später; Ertrag jetzt, Einzahlung         früher; Ertrag jetzt, Einzahlung später)     b) Abgrenzung der Aufwandsverursachung (Aufwand jetzt, Ertrag früher; Aufwand         jetzt, Ertrag später; Ertrag jetzt, Aufwand später; Ertrag jetzt, Aufwand früher) Wichtig: Die GuV unterscheidet sich insoweit von der heute genutzten nicht, als dassausschließlich Positionen in ihr hinterlegt sind, die im betrachteten Jahr zu Aufwand bzw.Ertrag führen.
  • Welches Aussehen hat Schmalenbachs Bilanz? Können Sie die einzelnen Bilanzpositionen erläutern? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen den GuV- und den Bilanzpositionen? Die Positionen Geld und Eigenkapital sind keine schwebenden Posten. 1. Erfolgswirksamkeit in dem betrachteten und Zahlungswirkung in einem späteren Jahr:GuV: Aufwand jetzt, Auszahlung später -> Bilanz: Aufwand, noch nicht AuszahlungGuV: Ertrag jetzt, Einzahlung später     -> Bilanz: Ertrag, noch nicht Einzahlung Erfolgswirksamkeit in dem betrachteten und Zahlungswirkung in einem früheren Jahr:Bilanz: Auszahlung, noch nicht Aufwand -> GuV: Aufwand jetzt, Auszahlung früherBilanz: Einzahlung, noch nicht Ertrag      -> GuV: Ertrag jetzt, Einzahlung früher 2. Abgrenzung der Aufwandsverursachung:GuV: Aufwand jetzt, Ertrag später -> Bilanz: Aufwand, noch nicht Ertrag -> GuV:Ertrag jetzt, Aufwand früherGuV: Ertrag jetzt, Aufwand später -> Bilanz: Ertrag, noch nicht Aufwand -> GuV:Aufwand jetzt, Ertrag früher 3. Geschäftsvorfälle ausschließlich mit Zahlungswirkung:Die Bilanzpositionen Auszahlung, noch nicht Einzahlung und Einzahlung, noch nichtAuszahlung sind ohne Erfolgswirkung und weisen deshalb keinen Bezug zu GuV auf.
  • Worin liegt der Konflikt zwischen einer vorsichtigen Bewertung und dem Ziel der Vergleichbarkeit? Eine vorsichtige Bewertung führt zu tendenziell niedrigeren Gewinnen, als eine Bewertung zu den tatsächlichen Verhältnissen. Eine vorsichtige Bewertung führt zu Verzerrungen in der Bilanz und geht auch zu Lasten der Vergleichbarkeit der Gewinne (tendenziell verkürzte Abschreibungsdauern, tendenziell zu hoch bemessene Rückstellungen und Handhabe der Langfristfertigung).
  • Was bedeutet Methodenstetigkeit in Schmalenbachs dynamischer Bilanztheorie? Welche Konkretisierung liefert Schmalenbach? Was ist die Intention der Methodenstetigkeit? (I)Als oberster Grundsatz gilt bei Schmalenbach die Methodenstetigkeit. Die Bewertungsmethoden sind in allen Perioden konstant gleich zu halten. Bewertungsmethoden (inkl. Abschreibungsmethoden) sollen im zeitlichen Verlauf nicht verändert werden. (II)Schmalenbach betont, dass vor allem zur Bewertung der Herstellungskosten dieGemeinkostenzuschlagssätze konstant zu halten sind. Sie sollendementsprechend:        ->Entweder immer angesetzt und zu ihrer Berechnung die gleiche            Methode angewendet werden        ->Es sollen gar keine Gemeinkostenzuschlagssätze angesetzt werden            Die Methodenstetigkeit bezieht sich auch auf die Bewertung von Bilanzpositionen,            insb. Abschreibungen, Rückstellungen und Vorräte (III)Die Vergleichbarkeit der Periodenergebnisse muss gesichert werden, damit dieSchwankungen zwischen den Periodenergebnissen nicht gänzlich falschwiedergegen werden.Die Vergleichbarkeit der Erfolgsausweise soll gewährleistet werden. DieVerzerrung der Bilanz nimmt Schmalenbach in Kauf; er will jedoch das Niveau derErfolgspositionen konstant halten und Sprünge verhindern.
  • Was sind die Grenzen der Methodenstetigkeit? Absolute Methodenstetigkeit ist undenkbar, da sich Determinanten von Aufwendungen und Erträgen stetig ändern (Bsp. AfA, die es irgendwann nicht mehr gibt, da gewisse Anlagen im Unternehmen nicht mehr vorhanden sind). Grenzen ergeben sich vor allem dann, wenn auf Grund von Änderungen der äußeren Verhältnisse Methoden angepasst bzw. geändert werden müssen (Bsp. Abschreibungsrevision).